Leserstimmen zu
Zeit der Mörder

Ulf Torreck

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Wir schreiben das Jahr 1947. Ulf Torreck entführt den Leser hier in eine Zeit der Mörder, die es in sich hat. Es ist die Zeit des Aufatmens, des Verarbeitens und des nahenden kalten Krieges. Derweil wird weiter gemordet. Es ist der Maler Claas Straatmann, der einen Einbrecher erschoßen hat. Aus Notwehr? So scheint es zumindest auf den ersten Blick. Aber Inspector Lynch ist da ganz anderer Meinung. Er muss es nur beweisen. “Nichts stand auf ewig geschrieben. Die Erde, über die sie alle gingen, lag voller modernder Leichen, deren Träume, PLäne und Sehnsüchte von den Götter verlacht worden waren.” (S.13) Damit man versteht, wer dieser Claas Straatmann oder besser gesagt Carl von Maug, einst Obersturmbannführer der SS, war, begeben wir uns rasch fünf Jahre zurück nach Paris. Carl hat dort ein eigenes Büro. Es war sein Wunsch gewesen dorthin versetzt zu werden, dass es dann plötzlich so flott ging, hat selbst ihn überrascht. Als Schnittstelle zur französischen Polizei wird er bald in eine aktuelle Mordserie hineingezogen. Lochmann heißt der Übeltäter. Er mordet und metzelt. Zahlreiche Opfer gehen bereits auf seine Kappe und jedesmal kann er den Beamten wie ein nasser Fisch zwischen den Fingern entgleiten. Dabei fragt man sich die ganze Zeit, ob man überhaupt will, dass dieser Serienkiller geschnappt wird? So ein-zwei-drei Menschen mehr im zweiten Weltkrieg fallen doch gar nicht auf. Ironie off. Carl von Maug hingegen möchte ihn schnappen. Egal welche Steine ihm zwischen die Beine geworfen werden. “Doch was ihm eine Gänsehaut über Arme und Nacken jagte, war die Tatsache, dass er plötzlich erkannte, was diese bier angewinkelten Beine eigentlich darstellten. Denn auf diese Weise angeordnet, bildeten sie ein Swastika.” (S.107) Dazu knüpft er ein paar Kontakte. Aber kann er ihnen auch trauen? Zumal manche Wissensstände erschreckend nah an der Realität sind. Zufall oder wirklich perfektes Können auf den jeweiligen Fachgebiet? Dann sind da noch die eigenen Kollegen. Kann er ihnen trauen oder ist er nur eine Marionette in deren Schachzügen und vor allem: Was hat das alles mit dem Mord in Irland gemein? Zahlreiche Fragen und Ungereimtheiten treten im Laufe der Geschichte auf und man ist sich selbst manchmal nicht sicher, wo der Hase langläuft. Worin ich mir allerdings sicher war und bin, dass der gute Ulf Torreck hier eine Menge Recherche und somit Input in das Buch gesteckt hat. Gekonnt packt er zahlreiches Hintergrundwissen mit hinein. Niemand ist einfach nur ein SS-Beamter oder ein kleine Handlanger des SS-Regimes. Alle haben ihr Dreck am Stecken, versuchen so unsichtbar, wie nur möglich zu sein oder wollen schlichtweg eine bessere Welt erschaffen. “Ein leichter Nebel hing über der Stadt und legte feinste Tropfen auf Haar, Haut und Uniformen. Es war auch kälter geworden. Der erste Frost würde nicht mehr lange auf sich warten lassen.” (S.363) Neben der spürbaren Liebe zum Detail, mochte ich vor allem die Beschreibungen der Umgebung, die so manch graue und blutige Situation fast schon sanft ausklingen lassen. Der zweite Weltkrieg war schon hart genug, dazu noch ein Serienkiller, da müsste das Buch doch triefen vor Blut und Mordgelüsten. Im Prinzip ist das auch der Fall, allerdings wird jede trübe Frequenz genau dosiert eingesetzt. Sie schockiert und ist unterhaltsam zugleich. So makaber diese Formulierung klingen mag. Am Ende werden alle Stränge – die Geschichte spielt zu 80% in Frankreich und den Rest in der Gegenwart, in Irland – zu einem dicken Bündel zusammengeschnürrt. Fragen, die unbeantwortet im Raum schwebten werden zufriedenstellend beantwortet. Man fühlt sich rundum gesättigt, nachdem man das Buch zusammenklappt. Ein dezenter Nachgeschmack bleibt lediglich zurück, wenn man an den ersten Teil des Buches zurückdenkt. Hier gab es Momente, wo eine Menge Informationen zu Charakteren auf einen einprasseln, sodass man fast geneigt ist, auf Durchzug zu schalten. Fast. Fazit zu “Zeit der Mörder” Proper gefüllte 573 Seiten, die man sich zu Gemüte führen sollte, nicht nur, weil man äußerst gerne Werke von Ulf Torrekt liest, sondern, da er zeigt, dass “Zweiter Weltkrieg” nicht gleich “Zweiter Weltkrieg” heißt. Nicht zu vergessen, die spannende Unterhaltung!

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„Zeit der Mörder“ von Ulf Torreck ist ein Buch, das mir oft Gänsehaut beschert hat. Sei es durch den überragenden Schreibstil oder beim Betrachten des im Buch erwähnten Bilder „Der Krieg“ von Otto Dix oder „Das Floß der Medusa“ von Théodore Géricault. Gleich am Anfang des Buches musste ich kurz stoppen, denn dort befindet sich unter anderem ein Ausschnitt aus Paul Celans „Todesfuge“, ein Gedicht, das mich, wann auch immer es mir in meinem Leben begegnet, innehalten lässt und mir einen Schauer über den Rücken jagt. Der Einstieg ins Buch gelang mir sehr schnell, man war sofort mitten in der Handlung und ist von Anfang an neugierig auf die Zusammenhänge und die Auflösung der sich stellenden Fragen. Ulf Torreck hat es geschafft, mich mit seinem überragendem Schreibstil total in seinen Bann zu ziehen. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, man fliegt nur so durch die Seiten und möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der Schreibstil ist klar, aber gleichzeitig komplex und unfassbar bildhaft. Manche Passagen sind sogar fast schon poetisch und sehr metaphorisch. Besonders gut gefallen mir auch einige „ausgefallene“ Begriffe, die Torreck verwendet, wie zum Beispiel „Zimmerflak“ oder „Reichsheini“. Kurz gesagt, ich liebe diesen Schreibstil, er passt einfach perfekt zur spannenden sowie düsteren Geschichte. Ich bin prinzipiell ein geschichtlich sehr interessierter Mensch und versuche immer, mein Geschichtswissen zu erweitern. Besonders spannend ist für mich unter anderem die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich habe durch „Zeit der Mörder“ sehr viel gelernt, vor allem über die Zeit der deutschen Besatzung Frankreichs, denn das Buch hat mich auch zum Recherchieren angeregt. Dabei ist mir immer wieder aufgefallen, was sich Ulf Torreck für eine riesige Mühe beim Recherchieren seines Buches gegeben haben muss. Er verknüpft sehr geschickt wahre Ereignisse und echte Personen mit seiner fiktiven Geschichte, genauso, wie es meiner Meinung bei einer sehr guten Geschichte sein muss. So tauchen auch echte Personen in „Zeit der Mörder“ am Rande auf, wie zum Beispiel Édith Piaf, Ernst Gennat, Picasso, Erwin Rommel oder Carl-Heinrich von Stülpnagel. Chapeau, es ist einfach grandios! „Zeit der Mörder“ ist für mich ein ganz besonderes Buch. Unter anderem wegen des speziellen Hauptcharakters. Carl von Maug ist Obersturmbannführer bei der SS und außerdem Alkoholiker (eine sehr interessante Kombination übrigens!). Er ist ein Protagonist voller Ecken und Kanten, der einem nicht immer nur sympathisch ist. Einige seiner Ansichten und Entscheidungen empfinde ich als fragwürdig, aber gerade deshalb ist von Maug für mich ein Protagonist, den ich als überaus spannend empfinde und den ich nach und nach in mein Herz schließen konnte. Ich muss zugeben, dass mir „Zeit der Mörder“ vor allem deshalb ins Auge gesprungen ist, weil ich ein großer Fan der „Gereon Rath“-Reihe von Volker Kutscher bin und der Stil der Cover sich ähnelt. Auch von der Thematik her sah ich einige Parallelen, weshalb mein Anspruch an Torrecks Roman war, wenigstens genauso gut zu sein wie die Bücher von Kutscher, diesen dabei aber nicht allzu ähnlich. Und diese Erwartung wurde für mich absolut erfüllt! „Zeit der Mörder“ konnte mich genauso fesseln wie die Reihe von Volker Kutscher und auch die Ähnlichkeiten bezüglich der Handlung hielten sich in Grenzen. Besonders gut hat mir gefallen, dass „Zeit der Mörder“ deutlich düsterer und brutaler ist, als die „Gereon Rath“-Reihe. Besonders positiv ist mit außerdem das Nachwort aufgefallen, in dem Torreck erklärt, welche Teile seines Romans Fiktion und welche historisch belegt sind. Diese Seiten des Buches fand ich sehr spannend! Insgesamt kann ich „Zeit der Mörder“ also nur wärmstens empfehlen! Das Buch lässt einen in dunkle menschliche Abgründe schauen, hat eine verstrickte, komplexe Handlung, die es einem trotzdem erlaubt, den Überblick zu behalten, ein Fünkchen Humor, intelligente Dialoge und geschichtliche Hintergründe, die von einer ausgiebigen Datenrecherche zeugen.

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Um was geht es in „Zeit der Mörder“ von Ulf Torreck? 1943, Paris ist von deutschen Truppen besetzt. Das Chaos des Krieges und die Besatzung belasten die Bevölkerung – und jetzt geht auch noch ein Mörder um. Carl von Maug von der SS, der die Arbeit der Polizei überwacht, muss sich damit befassen. Nicht allen gefällt das, schließlich geht das Gerücht um, der Täter könnte ein Deutscher sein. Doch vertuschen lässt sich nichts mehr – von Maug jagt einen Serienkiller. Dass von Maug ein handfestes Alkoholproblem hat, macht die Ermittlungen aber nicht gerade leichter. Denn was er zu sehen bekommt, wird er nie wieder vergessen. Jahre später lebt der SS-Mann unter dem Namen Straatmann in Irland. Wieder geschieht ein Mord, und diesmal muss er sich dafür verantworten. Doch dafür muss Straatmann noch einmal die Vergangenheit beschwören … Kritik: Verschiedene Zeitebenen und unterschiedliche Orte: Mit „Zeit der Mörder“ legt Ulf Torreck, auch bekannt als David Gray, einen vielschichtigen Kriminalroman vor. Vom Klappentext sollte man sich dabei nicht in die Irre führen lassen, denn die Geschichte spielt kaum in Irland – der hier, im Jahr 1947 angesiedelte Kriminalfall ist nur der Auftakt zu einer größeren Reise in die Vergangenheit. Genauer gesagt, in ein düsteres Kapitel der Geschichte, mitten in die Nazizeit, ins besetzte Frankreich hinein. Bisweilen fühlt man sich als Leser in einen historischen Roman versetzt, wenngleich die Krimi-Ebene nie vergessen wird. Natürlich ist ein gewisses Interesse an der Zeit ratsam für diesen Roman, denn Ulf Torreck malt ein ziemlich authentisches Bild vom Paris unter der Nazi-Herrschaft. Vielleicht ein wenig zu detailreich ab und an: Die wenigen Längen, die „Zeit der Mörder“ hat, sind unter anderem den allzu ausführlichen Beschreibungen der „Gelage“ geschuldet. Sehen wir das lieber als kleine Verschnaufpausen in diesem durchaus harten Krimi, dessen Atmosphäre bisweilen deprimierend erscheint. Das liegt auch am Protagonisten – als SS-Mann ist Straatmann schließlich keine besonders sympathische Figur. Allerdings ist auch hier nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotzdem: Torreck beschönigt nichts, im Gegenteil bezieht er in „Zeit der Mörder“ ganz klar Stellung. Sein Roman mag ein spannender Mix sein und SS, Gestapo, Widerstand und Unterwelt gleichermaßen behandeln. Doch jederzeit ist klar, wer die wahren Verbrecher in dieser Zeit sind. Bei all dem schafft es Ulf Torreck, immer noch einen guten, im Grunde sehr klassischen Krimi zu erzählen. Wenn man so will, ist der Roman ein Whodunnit der etwas anderen Art; in jedem Fall aber ein Roman, der zwar in einer dunklen Zeit spielt, dennoch aber in erster Linie ein Krimi ist und kein trockener historischer Roman. Mein Fazit: „Zeit der Mörder“ ist eine wohl dosierte Mischung aus Geheimnissen, handfesten Ermittlungen und interessanten und nachvollziehbaren Charakteren. Ein gewisser Hauch von deprimierender Düsternis liegt über dem Buch: Zum einen ist da die Zeit, in der der Roman spielt, zum anderen kommt dem Protagonisten immer wieder sein Alkoholproblem in die Quere. Es passiert also äußerst viel in diesem Roman, der von Frankreich nach Irland führt und gleichzeitig in die Abgründe von Menschen, die sich extremen Situationen ausgesetzt sehen. Ein paar kleine Schwächen in Form von allzu ausgedehnten Beschreibungen verzeiht man dem Autor gern – sein Roman ist eine echte Leseempfehlung für Geschichts- und Krimifans.

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Fazit: Zugegeben, wenn im Klappentext eines Buches die Begriffe „Serienmörder“, „Hass“ und „Gewalt“ enthalten sind, ist absehbar, dass essentielle Bestandteile des Buches nun nicht gerade darin bestehen, dass die Protagonisten Pompons fuchtelnd gemeinsam „Do you hear the people sing“ aus „Les Misérables“ singen. Damit, dass „Zeit der Mörder“ phasenweise dann aber doch ziemlich harter Stoff ist, hätte ich allerdings dennoch nicht gerechnet, denn sonst hätte ich, das gebe ich gerne zu, von Anfang an wahrscheinlich von der Lektüre abgesehen. Warum Torrecks Roman dennoch ein sehr lesenswertes Buch ist, versuche ich im Folgenden nun mal zu erläutern. Torreck teilt seinen Roman in zwei Handlungsstränge, die in zwei unterschiedlichen Zeitebenen spielen. Während im Irland des Jahres 1947 die Ermittlungen bzw. das Verhör vom Maler Claas Straatmann geschildert werden, wendet sich der zweite Handlungsstrang im Jahr 1943 in Frankreich den Ereignissen zu, die letztendlich zur Erschießung des Einbrechers 1947 geführt haben. Im Mittelpunkt steht in beiden Handlungsebenen eben jener Claas Straatmann, bei dem es sich eigentlich um Carl von Maug handelt, einen Obersturmbannführer, der als Nachfolger des wegen Bestechlichkeitsvorwürfen abberufenen Kurt Lischka nach Paris versetzt wird, um dort unter anderem die Arbeit zwischen deutschen und französischen Polizeibehörden zu koordinieren. Dabei geht von Maug seiner Tätigkeit nur semi-begeistert nach, denn er möchte, vor dem Hintergrund der Entwicklungen des Zweiten Weltkriegs und in völliger Gewissheit, dass Deutschland diesen verlieren wird, vor allem eines: sich zu Tode trinken, um nicht unbedingt miterleben zu müssen, was nach der Niederlage Deutschlands so kommt. Diesem Vorhaben wiederum kommt von Maug allerdings vollständig begeistert nach. Das ändert sich erst, als deutlich wird, dass in Paris wohl ein Serienmörder umgeht, dem man tunlichst das Handwerk legen sollte, denn der französische Widerstand könnte diesen Umstand ausnutzen, um die Bevölkerung gegen die Besatzer aufzubringen, da diese eben augenscheinlich nicht mal imstande sind, die Bevölkerung vor einem solchen Widerling zu beschützen. Also macht sich von Maug mit Unterstützung seines Adjutanten Heiliger sowie dem französischen Ermittler Perreau ans Werk … Torrecks Stärke liegt in erster Linie in der Stimmung, die sein Roman erzeugt. Es gelingt ihm mittels eines eher reduzierten, sachlichen Stils eine düstere Atmosphäre zu erzeugen, die der Roman über seine gesamte Länge halten kann und die dazu führte, dass vor meinem inneren Auge seltsamerweise immer eine Art Schwarz-Weiß-Film ablief. Der reduziert-sachliche Ton erstreckt sich auch auf die Charaktere des Romans. Torreck zeichnet keine komplizierten Psychogramme – das passiert tatsächlich nur im Hinblick auf die Frage nach der Urheberschaft der Mordserie -, aber seine Charaktere wirken stimmig und lebendig. Der einzige kleine Kritikpunkt, den ich hierbei anbringen möchte, liegt in der Person des Protagonisten Carl von Maug. Jener von Maug ist, ich erwähnte es, stark alkoholsüchtig. Irgendwann jedoch beschließt er, die Sauferei sein zu lassen. Löblich! Nur gelingt ihm das verdächtig einfach. Vor dem Hintergrund der sonstigen Atmosphäre wäre es viel passender gewesen, die mit dem Entzug verbundenen Schwierigkeiten stärker in den Vordergrund zu stellen. Das ist aber letztlich Jammern auf hohem Niveau. Die Geschichte bezieht ihre Spannung zu großen Teilen aus der Frage, was man aus den Einlassungen des Carl von Maug nun glauben kann und was nicht. Vor dem Hintergrund entwickelt sich eine spannende Mörderjagd, bei der man als Leser nie so ganz sicher sein kann, ob das alles nun tatsächlich so stattgefunden hat, wie von Maug das behauptet. Eine Mörderjagd übrigens, bei der ich natürlich auch mitgeraten und auf die wirklich größtmögliche Art danebengelegen habe … Nicht, dass das neu wäre, aber so daneben lag ich selten. Lediglich habe also eigentlich nur den eingangs erwähnten Gewaltgrad zu kritisieren. Ich muss nicht unbedingt in allem Detailreichtum lesen, wie ein Mörder seine Opfer zu bizarren Bildkompositionen drapiert. Oder wie er einzelne Körperteile seiner Opfer zu aussagekräftigen Formen und Bildern anordnet bzw. zusammenfügt. Für mich ist das einfach eine Nummer obendrüber und die Handlung hätte auch gut funktioniert, wenn man das etwas weniger plastisch geschildert hätte. Das ist allerdings mein persönliches Problem, weil ich eben Gewaltdarstellung in Büchern, bei der ich das Gefühl habe, dass sie eben um ihrer selbst Willen eingearbeitet ist, nicht sonderlich mag. Wer damit kein Problem hat, bekommt einen spannenden Roman mit einem Handlungsrahmen, der vergleichsweise unverbraucht ist.

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Zeit der Mörder wird in zwei Zeitebenen erzählt. Da gibt es einmal das Jahr 1947, den vermeintlichen Fall von Notwehr und das Verhör oder Gespräch zwischen jungen Inspector Lynch und dem Maler Claas Straatmann, der ja nach eigener Aussage eigentlich Carl von Maug heisst. Dessen Erzählung oder Erinnerung bildet die zweite Zeitebene. Paris 1943 Bei dieser handelt es sich um Paris im Jahre 1943. Carl von Maug war Obersturmbannführer bei den Nazis und sollte ein Auge auf die französische Polizei haben, zog es aber vor, dem schönen und lasterhaften Leben zu frönen. Doch dann treibt sich eine grausamer Serienkiller in Paris herum und alles kommt anders. Düster Insgesamt hat das Buch eine sehr düstere Atmosphäre. Zum einen weil es natürlich einfach eine sehr düstere Zeit war, zum anderen, weil Carl von Maugs Alkoholsucht alles, einschließlich der Suche nach dem Serienkiller, überschattet. Wie beinahe jeder Alkoholiker will er immer wieder aufhören, kommt aber nicht wirklich gegen seine Sucht an. Ungeduld Manchmal möchte ich ihn schütteln, weil er oft die Ermittlungen durch seine Schwäche aufhält und ich unbedingt wissen will, wie es denn nun weitergeht - aber natürlich erfahre ich die Fortschritte dann doch noch :-) Ein bisschen hält mich aber auch das ständige wiederholen von Diensträngen und Titeln auf - vor allem bei der französischen Polizei war ich da hin und wieder etwas überfordert. Zeitsprünge Ziemlich unvermutet und überraschend switcht die Geschichte immer mal wieder von Paris 1943 nach Irland 1947 und gemeinsam mit Inspector Lynch versuche ich herauszufinden, was in dieser Geschichte stimmt und was nicht. Warum sollte ein französischer Polizist ausgerechnet einem ehemaligen Nazi helfen? Welches Geheimnis teilen diese Leute? Erfüllt Mein Eingangs erwähnten Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Erneut ist es Ulf Torreck gelungen, die Atmosphäre einer vergangenen Zeit mit einer sehr brutalen Kriminalgeschichte zu vermischen. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten und manchmal ganz vergessen, das ich gar nicht im besetzten Paris bin - so liebe ich Geschichte und Geschichten. Mein Fazit: Zeit der Mörder ist ein wahnsinnig spannender Krimi, eingebettet in einer sehr genau recherchierten, historischen Kulisse. Das Buch ist auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights und ich kann es nur jedem empfehlen.

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