Leserstimmen zu
Das Ende der Lügen

Sara Gran

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„Die Gesellschaft von Leuten, die ich irgendwie kannte, aber keinesfalls näher kennenlernen wollte, hätte mich noch einsamer gemacht als das Alleinsein.“ (S. 58) Bei weitem ist „Das Ende der Lügen“ kein klassischer Kriminalroman, wie auch die Vorgängerbücher um die Privatdetektivin Claire DeWitt. Auch wenn es das Label auf dem Cover trägt. Es gibt sogar nicht nur einen Fall den man mit Claire DeWitt verfolgt, aber löst sich am Ende auch nicht alles auf. Und das mag einen durchschnittlichen Krimileser enttäuschen. Wer allerdings eher zum Lesen guter Literatur neigt und ab und an einen Krimi einschiebt, der wird mit dieser Claire-DeWitt-Reihe und ganz besonders mit diesem Krimi seine Freude haben. Es hat etwas dunkles, eine poetische Erzählweise, die einen in ein schwarzes Loch zieht in dem es nach kaltem Rauch stinkt und mehr Nacht als Tag herrscht. Großartig wie die Autorin Sara Gran ihrem eigensinnigen Stil treu bleibt und damit die bekannten Roman-Schubladen sprengt. In diesem Claire DeWitt-Roman folgt man drei Zeitsträngen in denen wir mit Claire in ihrer eigenen Vergangenheit abtauchen. Wir durchleben Jahre ihrer Jugend in Brooklyn, anfängliche Jahre in Kalifornien in den 90er Jahren und der Startstrang um 2011. Wie sollte es anders sein – alles hängt zusammen! Ach und ein Buch das sich lohn in die Hände zu nehmen, denn die Haptik ist grandios. Erst denkt man es lag im Zucker oder Salz, dann merkt man es ist Teil des Covers. Abgefahren gut – wie das Buch selbst. Schwierig finde ich nur die Marke „Heyne Hardcore“, die mich oft abschreckt, aber in diesem Fall ignorierte. Denn Sara Gran war mir bereits ein Begriff. Hardcore klingt gleich nach Gemetzel und Splatter. Ja, es ist kein klassischer Krimi und eine Abgrenzung ist sinnvoll, aber Hardcore trifft es nicht. Assoziativ fallen mir eher Begriffe ein wie „Speziell“, „Unusal“, „Herausfordernd“…aber ist halt kein griffiges Brandlabel. Nun gut, weil es das einzige ist was stört, sehe gerne darüber hinweg. „Wir alle sind befleckt und verseuchen einander. […] Es gibt kein Entkommen vor dem Schmerz, den die anderen uns zufügen. Sie machen uns kaputt, und wir sie.“ (S. 204) Fazit: Gerne folge ich diesem anarchischen Charakter, der mich in seinen Bann zieht und mich aus meiner doch sehr geordneten Welt entführt.

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Langatmig und konfus

Von: Dani

22.05.2019

Mir hat das Buch gar nicht gefallen. Es fehlt eine nachvollziehbare Handlung. Der Schreibstil wirkt konfus. Nach den ersten 40 Seiten habe ich das Buch zur Seite gelegt und nur mit Widerwillen später weitergelesen. Es wirkt eher wie eine Biografie als ein Krimi.

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„Tötet alle weisen Männer. Verbrennt alle Bücher. Das Königreich der Wahrheit ist dein Geburtsrecht, und zwischen dir und dem Königreich steht nur dein monströses, idiotisches Ich.“, Jacques Silette, Dètection. Die Ermittlerin Claire DeWitt ermittelt dieses Mal in ihrem eigenen Fall. Nach einem Anschlag auf sie nimmt sie die Spur des Attentäters auf und versucht das Rätzel zu lösen. Das Buch springt immer wieder durch verschiedene Fälle und verschiedene Zeiten was mir recht gut gefallen hat da man so die Zusammenhänge besser verstehen kann. Die Schreibweise von Sara Gran ist flüssig, spannend und verständlich. Ich finde den Krimiroman von Sara Gran fenomenal. Es ist mal ein anderer Art von Krimi mit einer starken, ehrlichen, philosophischen Protagonistin die ihre eigenen Dämonen bekämpft und die dämonischen Fälle von anderen. Ich habe die Seiten nur so verschlungen und an den spannenden Stellen die Luft angehalten. Absolut empfehlenswert!

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Kawumm – und schon ist man mitten im Geschehen. Claire DeWitt erwacht benommen und verletzt, nachdem ein Lincoln in ihr Auto gekracht ist. Kein Unfall, Absicht. Wer will Claire ermorden? Die Detektivin nimmt mit ihren ganz eigenen Methoden die Ermittlungen auf und wühlt sich durch Gegenwart und Vergangenheit. „… Detekteien waren nichts anderes als Informations-Inkassobüros, sie trieben ausstehende Wissensschulden ein und stöberten kautionsbrüchige Faktenflüchtlinge auf.“ (S. 225) Claire DeWitt, die bester Ermittlerin der Welt, ist anders. Anders als die anderen Kindern, äh, Detektive. Anders trifft es zwar, beschreibt es aber nicht gut. Claire DeWitt ist Silettistin. Sile-was? Genau. Bevor man Claire DeWitt versteht, muss man einiges erklären, doch selbst dann versteht man Claire DeWitt wohl nie zur Gänze. Die Grundregeln für ihr Detektivdasein basieren auf „Détection“, einem Buch veröffentlicht von Jacques Silette, einem großen Detektiv, dessen Anweisungen aber keineswegs genau, sondern esoterisch ungenau sind und einen Hauch von Glückskeks ausstrahlen. Silettisten sind in der Ermittlerszene geächtet, doch die Erfolgsquote der Silettisten ist beachtlich. Auch Claire DeWitt kann nur Erfolge vorweisen, außer in ihrem eigenen Fall, dem Fall ihrer verschwundenen besten Freundin. Ich warne mal vor – Claire DeWitt, aber auch den Stil der Autorin, den Aufbau des Buches, muss man mögen, denn ansonsten hasst man es vermutlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier Graustufen gibt – man liebt oder man hasst Claire DeWitt. Einfach macht es einem die Autorin auf keinen Fall. Mag man Claire, muss man sich hier noch durch drei verschiedene Fälle arbeiten, welche die Autorin so genial verschlungen gelungen verquickt, dass ich hin und wieder doch den Faden verloren habe. Manches muss man wirken lassen. Das Buch arbeitet in einem, unterbewusst finden die Stränge dann wieder zusammen, bevor sich natürlich wieder neue Fragen und offene Enden bilden. Angereichert wird mit Wissen aus Détection, Silettes Lebensgeschichte, Claires einzigem ungelösten Fall und einer Comicserie aus ihrer Kindheit um die Teenagerdetektivin Cynthia Silverton. Und was die Wabenstruktur und die Biene auf dem Cover zu suchen haben? Da könnt ihr raten so viel ihr wollt, da kommt ihr nie drauf! Noch nicht abgeschreckt, lieber Leser? Claire DeWitt ist eine Wucht. Sie ist eine Einzelgängerin, streift seit Jahren umher. Sie ist ohne festen Wohnsitz, Drogen nicht abgeneigt. Man könnte sie für depressiv halten, fragt sie sich doch oft, warum sie alleine ist. Sie biedert sich nicht an, sie ist, wie sie ist. Doch immer auf der Suche nach der Wahrheit, die Fälle werden gelöst, ohne Wenn und Aber, ob der Auftraggeber es nun hören möchte oder nicht. Ich könnte hier noch unendlich weitermachen, doch Claire muss man einfach erlebt haben – man kann nie genug erzählen, um zu zeigen, wie sie ist. Sie ist die beste Ermittlerin der Welt. „Später im Leben begriff ich, dass die meisten Leute glauben, sie würden von allen gehasst. Die Wahrheit ist noch schlimmer: An die meisten Leute verschwendet überhaupt niemand einen Gedanken.“ (S. 243) Ich liebe Claire. Ich mochte das Buch. Und trotzdem lässt sie mich ratlos zurück. Hat sie die Fälle nun geklärt? Nun ja, irgendwie, zum Teil. Vielleicht auch nicht. Ich denke immer noch darüber nach. Ach, aber das ist gar nicht so wichtig. Wichtig ist Claire DeWitt. Und wichtig ist mir, dass bald ein weiterer Teil mit ihr erscheint, aber da muss ich leider die Hoffnungen erst mal begraben – die Autorin arbeitet gerade an anderen Projekten. Auf den nächsten Claire DeWitt müssen ihre Fans wohl wieder eine Weile warten. Fazit: Ein Krimi, wie ein Autounfall – man kann einfach nicht aufhören und wegsehen. Claire DeWitt ist die beste Detektivin der Welt, aber sie wird die Leserschaft spalten, entweder man liebt oder man hasst sie. Und Lösungen bietet sie schon gar nicht. Nur die Wahrheit. Die kann Claire DeWitt dafür grandios gut.

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In Sara Grans neuestem Band untersucht die erfrischend unkonventionelle Privatermittlerin Claire DeWitt gleich mehrere Fälle. Claire DeWitt ist in keiner Weise eine normale Ermittlerin. Sie ist auch keine gewöhnliche Detektivin, sie ist Silettistin – eine Anhängerin des einst berühmten Detektivs Jacques Silette, dessen Leitfaden für Detektivinnen sie bereits als Jugendliche entdeckt hat und daraufhin ihre Berufung erkannt hat. Die Handlung wechselt zwischen zwei Fällen, die Claire in den Jahren 1985 und 1999 bearbeitet hat, und einem aktuellen Fall im Jahre 2011. Die Handlungen sind in sich schlüssig, jedoch ist es für den Leser manchmal schwierig, den verschiedenen Handlungssträngen zu folgen. Durch den stetigen Wechsel zwischen den Fällen, kommt zwischenzeitlich etwas Verwirrung auf, wenn man sich erst wieder bewusst machen muss, in welchem Jahr man sich gerade befindet. Trotzdem macht es viel Spaß, Claire DeWitt bei ihren Fällen zu begleiten, mitzudenken, mitzurätseln und sich auch immer wieder über die ungewöhnlichen Ermittlungs- und Verhaltensweisen der Protagonistin zu wundern. In ihrer nonchalanten Art, ihre gewöhnungsbedürftige aber dennoch gewissenhafte Arbeitsweise und ihren teilweise skrupellosen Methoden hebt Claire DeWitt sich von anderen Ermittlern in Kriminalromanen extrem ab und sorgt damit für eine willkommene Abwechslung in der Krimiwelt. Wir begleiten Claire DeWitt in „Das Ende der Lügen“, wie sie einem ihr geltenden Mordanschlag lebend entgeht und sich, stark verletzt, auf eigene Faust auf die Suche nach dem Täter macht. Wir sitzen mit Claire und ihren Freundinnen im Kinderzimmer und lösen die ersten Rätsel. Und wir ergründen zusammen mit Claire das Wesen der Kunst, während wir den Fall des verstorbenen Künstlers Merrit untersuchen. Wir genießen die abwechsungsreiche Unterhaltung, die diese gänzlich verschiedenen Zeitschienen uns bieten und beobachten, wie Claire DeWitt sich im Laufe der Zeit verändert und entwickelt. Die selbsternannte „beste Detektivin aller Zeiten“ zeichnet sich durch eine teils schroffe, teils einfühlsame Art aus. Während ihrer Ermittlungen nimmt sie gerne Alkohol, Drogen und andere Substanzen zu sich, es werden Polizisten bedroht, Autos geklaut und Menschen beraubt – jedes Mittel ist ihr recht, wenn es darum geht, ein Rätsel zu lösen. Und die Erfolgsquote gibt ihr recht. Nein, eine weiße Weste hat die Detektivin aus Leidenschaft nicht und sie bekommt auch sicher keinen Preis für die netteste Ermittlerin aller Zeiten. Doch ihr Erfolg gibt ihr recht. Und was ihren Mitmenschen meist verborgen bleibt, zeigt sich, wenn man als Leser ihren Gedanken zuhört: Wenn sie allein ist, zeigt sich eine ganz andere Claire DeWitt – eine verletzliche, nachdenkliche und einsame Person, die sich viele, oft scharfsinnige und philosophische, Gedanken über ihre Mitmenschen, die Welt, die Liebe, die Wahrheit und das Leben macht. Die weiche Seite an ihr, die sie durch ihre harte Schale im Alltag gern verdeckt. Ihre Ecken und Kanten machen sie glaubwürdig und menschlich. Ungewöhnlich und amüsant sind auch die Hinweise auf die Gruppe der Silettisten, ihre Einstellungen und Glaubenssätze. Sie lösen Fälle, die sonst niemand lösen kann. Fälle, bei denen alle anderen bereits aufgegeben haben. Hier ist nichts einfach, nichts normal. Die Ganze Welt erscheint als Rätsel, das zu lösen die Aufgabe der Menschen ist. Insgesamt ist dieses Buch ein sehr unterhaltsamer Kriminalroman, den ich jedem empfehlen würde, der sich einmal von den 08/15-Ermittlern entfernen will und etwas Abwechslung sucht. Die Ereignisse überschlagen sich hier nur selten, dennoch handelt es sich um ein spannendes und unterhaltsamer Roman, der auch zum Nachdenken anregt – wenn man sich darauf einlässt.

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Wie alle Detektive ist Claire de Witt daran Fälle zu lösen. Richtig spannend wird es für sie jedoch erst, wenn die sich als wahre Rätsel entpuppen. Dann läuft Claire zur Hochform auf. In dem Buch "das Ende der Lügen" warten gleich drei unterschiedliche Erzählstränge auf den Leser, die sich erst auf den zweiten Blick als solche entpuppen. Claire hat einerseits eine Skrupellosigkeit an sich, die es ihr ermöglich obschon der kalkulierten Folgen für den ehemaligen Besitzer, Taschen mit Handy, Geldbörse etc. zu stehlen. Anderseits ist sie derart mitfühlend, wenn es um die Einzelschicksale ihrer Kunden oder Befragten geht. Sie ist geprägt von ihren zwischenmenschlichen Beziehungen, die im Wesentlichen auf Enttäuschungen beruhen und nach all den Jahren ist sie eine Einzelgängerin geworden. Aber im Räsel lösen ist Sie ein Profi. Selbst einen Fall, den eine große Renomierte Detektei nicht lösen konnte, löst sie noch über alle Anforderungen hinaus. Insgesamt ein gelungenes Buch, wenn auch eher eine Detektivgeschickte als ein Kriminalroman. Etwas schwer zu lesen innerhalb der drei Handlungsstränge.

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Wer etwas neues möchte, findet es hier

Von: Sabrina

10.04.2019

Viele Bücher habe ich schon gelesen oder gehört, aber dieses ist im positiven Sinne mal etwas ganz anderes. Durch die sich am Anfang immer wieder ändernden Zeitsträge, die alle kleine Geschichten enthalten, ist es zunächst etwas schwer in die Geschichte hineinzutauchen. Sobald man diesem aber eine Chance gibt und sich darauf einlässt, merkt man nach und nach wie alles zusammenpasst. Die Charaktere sowie die Handlungen werden ausführlich beschrieben, durchschaubar werden sie dadurch aber nicht. Nach und nach baut sich immer mehr Spannung auf bis am Ende das "Aha-Erlebnis" kommt. Fazit: Wer keine 08/15 Romane mag und sich in unterschiedlichen Zeit- und Handlungsstängen wieder finden kann, trifft mit diesem Buch eine gute Wahl.

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Spannend bis zum Schluss

Von: Steffis Schreibsicht

09.04.2019

Schlägt man das Buch „Das Ende der Lügen“ von Sara Gran auf, befindet man sich direkt mitten im Geschehen. Die Detektivin Claire DeWitt wird bei einem Autounfall schwer verletzt. Doch anstatt sich ärztlich versorgen zu lassen, flieht sie von der Unfallstelle und versucht den Unfallverursacher aufzuspüren. Handelt es sich wirklich um einen Unfall oder vielleicht doch um einen Mordanschlag? Es ist nicht der erste Kriminalroman mit Claire DeWitt, "der besten Detektivin der Welt", wie sie sich selbst nennt. Doch es ist der erste Fall, den ich von ihr gelesen habe. Obwohl es einige Anspielungen auf die vorherigen Bücher gibt, habe ich beim Lesen nicht das Gefühl gehabt, dass mir wichtige Informationen fehlen. Besonders gut gefällt mir an dem Buch, dass einer der drei Handlungsstränge in der Kindheit und Jugend der Hauptperson spielt und man Claire DeWitt so ein Stück weit besser kennenlernt und ihren Charakter mit der Zeit immer besser verstehen kann. Durch die verschiedenen Handlungsstränge, mit unterschiedlichen Zeitebenen, wird für den Leser besonders stark die Spannung aufgebaut. Dies ist seit langem mal wieder ein Buch, dass ich nur schwer zur Seite legen konnte. Ich mag den schnellen Schreibstil von Sara Gran und auch die eigenwillige Detektivin Claire DeWitt sehr und bin überzeugt davon, dass ich noch mehr Fälle von ihr Lesen werde.

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