Leserstimmen zu
Wir hätten gewarnt sein können

Brendan Simms, Charlie Laderman

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Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite): „Die europäischen Politiker irren sich, was die Tiefe seiner Überzeugungen angeht. Nachdem er die NATO für 'obsolet' erklärt und gedroht hatte, Strafzölle auf ausländische Autos zu erheben, sagte Frank-Walter Steinmeier, der gerade an einem EU-Außenministertreffen teilnahm, die Äußerungen hätten bei seinen Kollegen für 'Verwunderung und Aufregung' gesorgt. Aber Trump hatte diese Dinge nicht nur schon im Wahlkampf von 2016, sondern, wie in diesem Buch gezeigt, bereits in zahlreichen Interviews in den letzten drei Jahrzehnten gesagt. Gewiss haben weltbewegende Ereignisse bisherige Präsidenten dazu gebracht, ihre Positionen zu ändern. George W. Bush zum Beispiel lehnte, als er Anfang 2001 sein Amt antrat, das Nationbuilding ab und erklärte seine Absicht, amerikanische Truppen möglichst nicht in Regionalkonflikte zu entsenden. Doch nach den beispiellosen Terroranschlägen vom 11. September 2001 änderten er und seine Regierung ihre außenpolitischen Prioritäten von Grund auf. Es könnte sein, dass unvorhergesehene Ereignisse in den nächsten vier Jahren selbst die plausibelsten Voraussagen hinfällig machen. Niemand kann die Zukunft sicher voraussagen. Dennoch ist klar, dass Trump mit einer Weltsicht ins Weiße Haus eingezogen ist, die er in den letzten drei Jahrzehnten ständig vorgetragen und relativ beständig in zahllosen Äußerungen formuliert hat. Man sage nicht, dass er uns nicht gewarnt hat.“ Meine Meinung: Die Autoren haben die bisherigen Verlautbarungen von Donald Trump zusammengetragen und nach den immer gleichen Aussagen analysiert, die er in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit / bei Interviews von sich gegeben hat. Sie stellen seine Aussagen jeweils in den Zeitzusammenhang und den breiteren politischen Hintergrund. Das ein oder andere Mal wurde auch die menschliche Seite Trumps mitgeschildert. Trumps einzelne Kernaussagen bzw. Sammelthesen möchte ich hier nicht näher wiedergeben, da sonst zu viel aus dem Inhalt des Buches verraten wäre. Hier dennoch einige interessante Auszüge: „... was große strategische Herausforderungen angeht, wird er weder auf Experten noch auf Parteigrößen hören.“ (S. 119) „Seine Entscheidung, die Geheimdienst-Briefings des Präsidenten nicht mehr täglich, wie es bisher üblich war, sondern wöchentlich entgegenzunehmen … offenbart, dass seine Weltanschauung ziemlich feststeht und sich kaum ändern wird“ (S. 123) Fazit: Interessantes kleines Büchlein.

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