Leserstimmen zu
Ich und meine Mutter

Vivian Gornick

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Die Journalistin Vivian Gornick erzählt ihre Lebensgeschichte. Sie wächst als Kind einer jüdischen Arbeiterfamilie in Brooklyn auf. Über ihren Vater (er starb, als sie 13 war) und ihren Bruder erfährt man nicht viel. Die Frauen in ihrer Umgebung prägen Vivian sehr. Nach dem Tod ihres Vaters fällt ihre Mutter in eine langanhaltende Depression, die Vivian extrem zusetzt und nicht nur das. Auch die permanente Unzufriedenheit ihrer Mutter belastet sie sehr. Sie unternimmt mit ihrer Mutter sehr viele Spaziergänge durch New York, auch noch als ihre Mutter schon sehr alt ist. Das Verhältnis der beiden kann man nicht unbedingt harmonisch und liebevoll bezeichnen. Auseinandersetzungen und Streitereien sind eher die Regel. Die Art, wie sie über das Mutter-Tochter-Verhältnis schreibt ist reflektiert und schonungslos. Es ist ein sehr gutes und für mich wichtiges Buch und ich bin froh, dass es nach so vielen Jahren ins Deutsche übersetzt wurde. Für mich war es noch ein kleiner Bonus, dass ich durch diese Spaziergänge, auch in New York sein konnte.

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"Ein amerikanischer Klassiker. Kaum in Worten zu sagen, wie überragend gut dieses Buch ist." (The Washington Post) Und wie recht sie haben! Ich habe das Buch von Anfang bis Ende genossen. Die Autorin beschreibt hier eine Mutter-Tochter-Beziehung in allen Facetten. Laut, leise, wütend, liebevoll, sprudelnd und still. Vivian Gornick erzählt die Geschichte ihres Lebens in so phänomenalen Worten und schafft auf diese Weise Bilder beim Leser, die er kaum für möglich hielt. Eine so glaubwürdige und unkonventionelle Autobiografie habe ich noch nie gelesen. Prima! Ganz klare Leseempfehlung!

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Wow

Von: Wiener Buchwurm

15.11.2019

Wow! Was für ein Buch! Vivian erzählt von ihrem Leben, ihren Liebhabern, ihrer Familie und viel von ihrer Mutter. Die Beziehung zu ihrer Mutter ist eine sehr innige, wenn auch wahnsinnig komplizierte und zu einem großen Teil sehr mühsame. Trotz aller Probleme, die die zwei ihr Leben lang miteinander haben und sie vor sich hin schieben, können sie nicht ohne einander. Dieses Buch ist sooooo GROSSARTIG!!!!! Der Schreibstil und die Sprache von Vivian haben mich total in ihren Bann gezogen. Ich habe das Buch mit Absicht ganz langsam gelesen um wirklich jedes Wort auf mich wirken lassen zu können. Und ich weiß jetzt schon, dass ich es mindestens noch drei Mal lesen werde. Ich glaube manches habe ich dann doch nicht genug auf mich wirken lassen. :-D Vivian ist eine beeindruckende Frau. Manchmal tat sie mir leid, weil ihre Mutter sehr anstrengend und auch beleidigend ihr gegenüber war. Im Grunde war Vivian nie gut genug für ihre Mutter und dieses Gefühl hat sie leider ihr ganzes Leben lang begleitet. Blöderweise hat sie es auch selbst geglaubt. Ihre Beziehungen zu Männern waren auch durchaus geprägt von ihrem Gefühl nicht genug zu sein. Freud hätte echt seine Freude mit ihr gehabt. J Andererseits dachte ich mir manchmal auch: Jetzt mach mal den Mund auf und sag ihr was du denkst. Reiß dich los von ihr und geh! Ja eh, wenn es einen selbst nicht betrifft kann man ja auch leicht reden. Schließlich glaube ich, dass die Mutter-Tochter-Beziehung eine sehr eigene ist und in vielen Fällen leider auch eine sehr komplizierte. Für Außenstehende nie ganz verständlich und für die teilnehmenden Personen noch viel weniger. J Von mir gibt´s eine Riesenempfehlung für das Buch, weil es mich völlig umgehauen hat und ich jetzt schon weiß, dass ich es noch einige Male lesen werden! Es ist ein kleines, literarisches Meisterwerk.

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Ein jüdisches Mutter-Tochter-Gespann aus der Bronx erzählt sich beim Spaziergehen durch die New Yorker Straßen ihre gemeinsame Geschichte. Doch das Wort „gemeinsam“ ist an dieser Stelle trügerisch. Zwar teilen sie ihre Geschichte, haben diese jedoch ganz anders erlebt, ganz anders empfunden. Das Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse der jeweils anderen fehlt. Mutter und Tochter bleiben dennoch Gefährtinnen. Oft wütend, selten versöhnlich, aber untrennbar miteinander verbunden. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ich habe dieses Buch im Sprint angelesen und bin nur selten über ein Steinchen gestolpert, nur selten ging mir meine Lesedynamik verloren. Es fühlt sich an, als hätte jedes Wort seinen Platz, feingliedrig greifen die gezeichneten Bilder ineinander. Mal mehr, mal weniger subtil schwingt die Frage danach mit, wem oder was eine Frau ihr Leben zu widmen hat. Gornick skizziert, welchen Einfluss das Leben einer Mutter auf das der Tochter hat, welchen Platz der Mann im Leben einer Frau bekommt. „Ich und meine Mutter“ ist ein exaktes Kunstwerk, elegant und unterhaltsam.

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Mütter und Töchter, ein wohl Bände füllendes Thema. Vivian Gornick hat in ihrem autobiografischen Roman „Ich und meine Mutter“ nicht nur ihre Kindheit und Jugend in den 1940ern bis 50ern aufgerollt, sondern auch ihrer Mutter literarisch ein Denkmal gesetzt. Schon vor dreißig Jahren ist der Roman in den USA erschienen, 2019 liegt er nun auch in deutscher Übersetzung vor. Vivian wächst in einem jüdischen Arbeiterviertel New Yorks auf. Sie ist 13 Jahre alt, als ihr Vater 50-jährig verstirbt. Die Mutter verfällt in eine lebenslange Depression. Wir begegnen den beiden Protagonistinnen auf zwei Zeitebenen, in der Vergangenheit und im New York Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre, wenn Vivian mit der mittlerweile hochbetagten Mutter durch die Straßen Manhattans spaziert. „Ich bin jetzt das Archiv deines Lebens, Ma.“ Es ist eine komplizierte Beziehung zwischen Mutter und Tochter, beide können die Erwartungen der anderen nicht erfüllen. Die Mutter, die all ihre Liebe auf den Vater ausgerichtet hat, verliert ihren Lebensmittelpunkt, die Tochter kann und will der Mutter nicht alles recht machen. Vivian studiert, heiratet trotzig einen Nichtjuden, den sie nicht liebt und der sie nicht versteht. Später hat sie Affären, die die Mutter nicht billigt. Vivians Leben passt nicht in das Schubladendenken der Mutter, und diese hatte viele Laden. Es ist nahezu ein Wunder, dass Vivian als Kind von den Glaubenssätzen der Mutter unbeeindruckt Freundschaften pflegen konnte, mit Marilyn, der Mutter eine „Verrückte“ war, mit der Nachbarin Nettie, eine „Schlampe“ und „unkultiviert“. Nicht so zu werden, wie die Mutter, frei von der Abhängigkeit zu einem Mann, selbstbestimmt zu leben und zu lieben, sind Vivians Ziele. Dabei sind sich die Frauen viel ähnlicher als sie wahrhaben möchten. Sie waren sich die längsten Vertrauten und im Alter beginnt die Mutter, sich von ihrem Denken zu befreien. In einem Interview sagt Vivian Gornick über ihre Mutter: „Im Alter hat meine Mutter ihre Meinung dazu aber noch mal geändert. Generell hatte ich den Eindruck, dass sie ihr Leben nie richtig verstehen konnte. Dabei habe ich lange mit ihr darüber geredet, dass das Frausein sie mehr festgeschrieben hat als alles andere. Am Ende hat sie verstanden, was ich damit meine. Sie ist mit 94 Jahren gestorben, zu dem Zeitpunkt war sie selbst Feministin.“ Ich und meine Mutter ist ein kluges und reflektiertes Memoir und zu Recht ein Klassiker der US-amerikanischen feministischen Literatur.

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Die 1935 als Tochter einfacher jüdischer Einwanderer in der Bronx geborene Autorin Vivian Gornick schreibt in „Ich und meine Mutter“ autobiographisch über ihr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter und über Höhen und Tiefen ihres Lebens. Bereits 1987 hat die amerikanische Journalistin, Schriftstellerin und Feministin Vivian Gornick ihre Geschichte in den USA veröffentlich. Sie schreibt über ihre Kindheit, über den Verlust ihres Vaters, über ihr Glück studieren zu dürfen und über die Beziehung zu ihrer Mutter. Vivians Mutter, eine dominante und doch depressive Frau beherrscht das Leben von Vivian. Vor allem als Vivians Vater stirbt und ihre Mutter durch den Verlust ihrer großen Liebe und ihrem einzigen Halt zusammenbricht, wird das Verhältnis zwischen den beiden immer komplizierter. Bis ins hohe Alter der Mutter diskutieren die beiden auf kilometerlangen Fußmärschen durch New York über ihr Leben, über ihre Träume und über die Liebe. Und für Vivian ist es stets zerstörerisch und lähmend, wenn sie die Unzufriedenheit, die Ängste, die Depressionen ihrer Mutter miterleben muss. Sehr offen schreibt die Autorin über ihr Gefühlsleben und die Intimität ihrer Mutter-Tochter-Beziehung. „Wann lernt eine Frau, ihre Mutter zu verstehen, wann hören Mütter auf, falsche Erwartungen auf ihre Töchter zu projizieren“ (Zeit.de) Das Thema gefällt mir sehr gut. Die Abhängigkeit von Mutter und Tochter. Der Einfluss auf Leben und Gedanken. Trotzdem hat mich die Geschichte nicht gänzlich mitreißen können. Einige Passagen waren für mich zu langgezogen und ich bin beim Lesen mit den Gedanken abgeschweift. Trotzdem ist das Buch lesenswert und ich vergebe 4 Sterne.

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Mütter und Töchter – eine lebenslang schwierige Beziehung. Autorin Vivian Gornick schildert eine dieser „Sie lieben und sie hassen sich“- Geschichten, die ihrer eigenen Biografie entsprungen ist. Während der gemeinsamen Spaziergänge durch New York lässt sie in herrlich bösartigen Dialogen die Lebensentwürfe von sich und ihrer Mutter aufeinanderprallen. Ein Minenfeld voller spitzzüngiger Gemeinheiten. Gornicks Mutter muss in den 30er Jahren ihren Beruf für ihre beiden Kinder aufgeben – der Ehemann wollte es so – und hasst fortan ihre eintönige Existenz als Hausfrau. Den Frauen in ihrem Häuserblock intellektuell überlegen, findet sie in Klatsch und Besserwisserei bald ihre neue Bestimmung. Tochter Vivian hingegen lebt ein völlig anders Leben als Journalistin und Schriftstellerin, finanziell unabhängig, ohne Mann und Kinder. Zwischen Neid und Bewunderung für das Leben der jeweils anderen schwankend, können die beiden nicht mit- und nicht ohne einander leben. Am Ende müssen beide erkennen, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie wahrhaben wollen. In wundervollen, fast schon poetischen Szenen, schildert die Autorin ihre Kindheit im New Yorker Stadtteil Bronx in den 40er Jahren. Die Vierteil sind in jüdische, italienische und irische Einwanderer gegliedert, die Familien teilen nicht nur das Badezimmer am Ende des Flurs, sondern auch das Leben der anderen miteinander. Hier charakterisiert die Autorin verschiedene Frauenbilder, darunter auch Nachbarin Nettie, die einzige Nichtjüdin im Block, die nach dem Tod ihres Mannes ihre Sexualität frei auslebt. Gornick zeichnet das Bild von verwirrten, verlorenen, achtbaren und klatschsüchtigen Frauen mit Akzent, die nicht am wahren Leben da draußen in New York teilnehmen können, weil ihnen Geld, Erfahrung und Möglichkeiten fehlen. Gefesselt an ihren Block bauen sie sich einen eigenen Mikrokosmos auf. Schnell spürt die Autorin, dass ihre Mutter diesen Mikrokosmos hasst und sich stattdessen hinter der Rolle der liebenden Ehefrau sowie später hinter der trauernden Witwe versteckt. Gornick erarbeitet sich Stück für Stück ein anderes Leben, zum Beispiel durch den Besuch des City-College. Sie wählt die Welt des Geistes, die Welt des Herzens erschließt sich ihr lange Zeit nicht. Ihre erste Ehe zerbricht. Spät folgt die Erkenntnis, dass sie das Grundgerüst der mütterlichen Beziehung auch auf ihre Beziehung zu Männern überträgt. Die Streitigkeiten, die bei ihrer Mutter allgegenwärtig sind, sucht sie unbewusst auch bei ihren Partnern. Sie wählt Männer, an denen sie sich intellektuell reiben kann inklusive stundenlanger Diskussionen. So wie sie ihrer Mutter niemals ganz nahe sein kann, hält sie auch die Männer auf Distanz, führt Affären, teilt Zeitfenster, aber kein Leben. An ihren gemeinsamen Spaziergängen halten Mutter und Tochter jedoch fest – egal, wie sehr sie einander auch an die Gurgel springen. Nach und nach nehmen die Spitzen ab, Annäherung, Versöhnung, ja sogar Verständnis scheinen möglich… Der 1987 erschienene Roman gilt zurecht als ein amerikanischer Klassiker. Zwar mögen die Gräben zwischen den Generationen heute nicht mehr ganz so tief sein, dennoch sind insbesondere Frauenrollen einem ständigen Wandel unterzogen. Jede Generation hat ihre eigenen Ideale, jede Generation definiert die Rolle der modernen Frau neu. Es wird wohl kaum eine Leserin geben, die sich nicht in der einen oder anderen Situation wiederfindet. Die Abnabelung der Eltern gestaltet sich für Söhne und Töchter gleichfalls diffizil, doch kommt für Frauen erschwerend hinzu, dass sie sich den gewählten Weg oft aus eigener Kraft ebnen müssen. „Männer haben die Möglichkeit, sich vor ihren Ängsten in eine bereits vorgefertigte Identität zu flüchten. Frauen hatten nicht so viel Glück. Mit wem sollten sie sich identifizieren?“ beklagt Gornick. Die vielfach ausgezeichnete Autorin Vivian Gornick hat ein Buch voller Lebensklugheit, bemerkenswerter Charaktere und weiser Beobachtungen geschrieben. Auch die Liebe zu New York ist zwischen den Zeilen deutlich spürbar und erinnert fast ein wenig an Woody Allans „Stadtneurotiker“. Neurotisch sind mehr oder weniger alle Beziehungen in diesem Buch. Aber dies macht sie nicht weniger liebenswert.

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Vivian Gornick ist eine Journalistin und Autorin, die als Tochter jüdischer Einwanderer in der Bronx aufwuchs. In ihrem berührenden Roman Ich und meine Mutter schreibt sie sehr reflektiert über die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter. Statt einem roten Faden gibt es Ausschnitte und Anekdoten aus ihrem Leben. Die Geschichte deckt die aktuelle Zeit ab, in der Gornick mit ihrer Mutter durch New York spaziert und über gegenwärtiges und Vergangenes redet, arbeitet aber auch mit Rückblenden, die Gornicks Jugend, den Tot ihres Vaters und ihre vergangenen Beziehungen beleuchten. Wer Action sucht oder eine Geschichte mit klarem Aufbau, die auf ein Finale zusteuert, wird enttäuscht werden. Das Buch ist Reflektion, wohl ein Stück weit Selbsttherapie, ein Werk über Beziehungen und deren Höhen und Tiefen. Der frühe Tod des Vaters ist ein zentrales Element, genauso wie die Nachbarin Nettie und deren kompliziertes Verhältnis zu Gornick selbst und deren Mutter. Es geht um Liebe, Familie und Freundschaft. In erster Linie geht es aber um facettenreiche Frauen, unperfekte Geschöpfe mit Makeln, gefangen in sozialen Konventionen. Gornick hat einen sehr eingängigen Schreibstil. Sie tritt im Buch oft als Beobachterin auf, die die Personen um sie herum betrachtet und versucht, deren Verhalten zu verstehen. Doch auch sich selbst analysiert sie, beleuchtet reflektiert ihre eigene Gefühlswelt und die daraus resultierenden Handlungen. Ich und meine Mutter ist ein lesenswerter Roman über ambivalente Gefühle und schwierige Beziehungen, ein Ausschnitt aus dem Leben der Autorin.

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