Leserstimmen zu
Lichte Momente

Otto A. Böhmer

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Erhellendes Buch mit einem Schönheitsfehler

Von: Michael Lausberg aus Doveren

21.12.2018

In diesem Buch stellt der Schriftsteller und Literaturkritiker Otto A. Böhmer die Erkenntnis- und Inspirationsmomente von bekannten Schriftstellern und Philosophen quer durch die Geistesgeschichte vor. Angefangen von der Antike (Platon) bis in die Gegenwart (Sloterdijk) werden die lichten Momente und Augenblicke der Erkenntnis in der Rückschau präsentiert. „Die lichten Momente (…) fallen allerdings eher unspektakulär aus, sie ergeben sich wie beläufig und sind, bei geneigter Betrachtung oft erst im Rückblick zu erkennen, so dass wie sie, zusammengefasst und im Nachklang, als Lebensgeschichte erzählen können, die wechselndes Personal aufbieten, aber eben auch das Positive und Grundvertrauen ansprechen, in dem wir uns wiedererkennen.“ (S. 17) Es werden 30 Porträts bekannter Dichter und Denker aus den unterschiedlichsten Zeitepochen und deren Augenblicken der Erkenntnismomente vorgestellt. So zum Beispiel werden die Liebe und Gefühlswallungen Goethes als Erfolgsgarant seiner berühmten Werke wie „Die Leiden des jungen Werther“ und „Faust“ und die unmittelbare Wirkung auf seine Leser gezeigt. Oder die Erkenntnis aus einer Wanderung für Friedrich Nietzsche über das Dasein des Menschen auf Erden und die Offenbarung der Natur. Oder die Offenbarung von Walter Benjamin über die alltägliche Gegenstandswelt bei einer Fahrt mit der Berliner Stadtbahn im Jahre 1929. Diese lichten Momente, die für die Entwicklung von Anschauungen, Theorien und Lehren individuelle Gültigkeit besitzen, werden in die Lebens- und Wirkungsgeschichte der Porträtierten eingebettet. Die Erkenntnismomente werden dabei in der Primärquelle zitiert. Ein spannendes Buch, das nur einen Makel hat: Es umfasst nur Persönlichkeiten der abendländischen Geistesgeschichte, dieser schon überwunden geglaubte Eurozentrismus spiegelt bei weitem nicht die gesamte Vielfalt der weltweiten Geistesgeschichte wider.

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