Leserstimmen zu
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers

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Hach, was soll ich euch etwas vormachen? Meine Vorliebe für fantastische Bücher von Walter Moers nimmt momentan einfach kein Ende, weshalb ich nun mit „Prinzessin Insomnia“ Zamonienroman Nummer 4 dieses Jahr gelesen habe. Und nachdem ich vom Bücherdrachen nicht ganz so begeistert war, hat er mit der Prinzessin wieder ganz viel wett gemacht. Auch wenn Prinzessin Insomnia zum Zamonien-Universum gehört, so hat dieser Roman ziemlich wenig mit dem fantastischen Kontinent zu tun. Ohne zu viel verraten zu wollen kann man doch sagen, dass man den Kontinent an sich in diesem Roman nicht weiter kennen lernt, dafür jedoch mehr über seine Bewohner herausfindet. Diese stellt Walter Moers erneut so detailreich vor, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Das schließt nicht nur wie immer eine detaillierte Beschreibung des Aussehens (inklusive zahlreicher Illustrationen) ein, sondern vor allem ihr Denken, Handeln und Träumen. Denn in Prinzessin Insomnia nimmt uns der Autor mit auf eine Reise die uns zeigt, wie es im Kopf von zamonischen Bewohnern aussehen kann. Lydia Rode hat die dazu passenden Illustrationen angefertigt, die in ihrer Sorgfältigkeit und Ausführlichkeit denen des Autors in nichts nachstehen, jedoch wesentlich farbenfroher gestaltet sind. Das macht das Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu einem wahren Genuss. Wer Walter Moers oder Phantasmik allgemein mag wird Prinzessin Insomnia lieben. Erneut stellt der Autor unter Beweis, wie fantasievoll und sprachgewandt er ist. Anagramme, Neologien und ein unglaublicher Wortwitz machen das Buch zu einem wahren Lesegenuss.

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„Sieh es doch einfach philosophisch: Ich ängstige dich – also bin ich!“ (S. 82) Walter Moers‘ Roman „Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr“ setzt genau diese Tatsache außer Kraft, denn Dylia kann nicht schlafen. Eine seltsame Krankheit hat sie befallen, die Schlaf oft für lange Zeiträume unmöglich macht. Zum Startzeitpunkt des Buches ist sie bereits seit achtzehn Nächten schlaflos und entwickelt dabei besondere Fähigkeiten: Sie kann das Gras wachsen hören, die Emotionen von Pfirsichen ertasten, Zwielichtzwerge sehen und Farben riechen! „Meine Gedanken sind meine Freunde“, dachte die Prinzessin. (S. 14) Obwohl sich diese Fähigkeiten alle ein wenig kurios anhören, ist es Dylias Art mit ihrer Krankheit umzugehen. Sie nutzt ihren Verstand als letzte Rettung vor den physischen Auswirkungen ihrer Schlaflosigkeit, weswegen sie auch sehr gebildet ist. In ihren Gedanken erdenkt sie sich Regenbogenerfindungen, studiert Zwielichtzwerge und lernt verschiedene Sprachen und Dialekte. Eine ihrer lustigsten Angewohnheiten sind die Pfauenwörter. Diese Sammlung von dreizehn komplexen (und unnötigen) Fachbegriffen stellen Dylias persönliche Herausforderung des Tages dar, währenddessen sie versucht, jedes in ihre Konversationen unterzubringen. Im Laufe der Geschichte gelingt es Dylia tatsächlich viele der Worte unterzubringen, was auf mich zuerst komplett unmöglich gewirkt hat – schon alleine, weil ich nur wenige davon aussprechen konnte. Ein Beispiel hierfür wäre „Hoyotojokomeshi“ – einen Baumstamm durch einen Strohhalm trinken. Alles in allem ist Dylia absolut mental fähig. Sie hat sehr bestimmte Vorstellungen darüber, wie es in ihrem Gehirn so zu- und hergeht, was sie meiner Meinung nach sehr sympathisch macht. Ihre praktische veranlagte und logische Art zu Denken wirkt sehr freundlich und bedacht, wobei sie nie ihren Palast verlässt und deswegen auch sehr eingeschränkt ist. Zum einen ist sie königlich stolz und zum anderen liegt da ihre verletzliche Seite, die sie aber nicht zulassen möchte, um ihrer Krankheit keine Macht über sich selbst zu geben. Verständlicherweise ist sie nicht überzeugt von dem Nachtmahr, als er urplötzlich bei ihr auftaucht. Stattdessen glaubt sie, er sei eine ihrer schlaflosen Erscheinungen, was Opal durchweg sehr nervt – ihre Dialoge aber auch sehr spannend und unterhaltsam macht. Natürlich ist Dylia nicht begeistert, dass er sie in den Wahnsinn treiben möchte, da sie sehr an ihrer geistigen Gesundheit hängt. Leider kann man einen Nachtmahr aber nur sehr schwer wieder loswerden, nämlich eigentlich gar nicht. Er sieht seine persönliche Berufung darin, Dylia in den Wahnsinn (und damit in den Tod) zu treiben – wobei er das keineswegs persönlich meint, sondern einfach nur als seinen Job sieht. Dafür bringt er Dylia in ihr eigenes Gehirn, um mit ihr nach Amygdala (auch ein Pfauenwort), dem Angstzentrum des Cortex zu kommen. Dort soll sie dann von ganz alleine verrückt werden. Was mir zuerst sehr abstrakt vorkam, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer wunderbaren, faszinierenden und träumerischen Reise durch Dylias Gehirn. Dort lernt sie ihre persönliche Erinnerungsspinne, ihr Oberüberwort, die Bedeutung der Zwielichtzwerge und ihren Friedhof des Humors kennen. Dabei begegnet sie den Zergessern und ihren Egozetten, die im Thalamus arbeiten. Immer an ihrer Seite ist dabei Opal, den sie zuerst kaum ausstehen kann, da seine Absicht der Reise natürlich auch alles andere als ehrenhaft ist. Mit der Zeit merkt man als Leser aber, dass Prinzessin Dylia ihn immer sympathischer und netter findet und auch Opal wird immer offener, obwohl er Dylia immer noch viel verschweigt und sie belügt. Mir gefiel Dylias Art zu Denken und Dinge anzugehen und wie sie schlussendlich eine Lösung für ihr Problem mit Opal findet soll natürlich ein Geheimnis bleiben. Ich war am Ende sehr traurig und gleichzeitig sehr berührt vom Ende und hätte gerne noch mehr über Dylia gelesen. Ihre Begeisterung für die kleinsten Dinge und ihr Ideenreichtum waren sehr ansteckend, sodass ich sie mir gut als eine Freundin hätte vorstellen können. „Dies ist die Welt des Geistes! Das bedeutet aber nicht, dass es deshalb keine brutale und ungerechte Welt ist.“ (S. 117) Fazit: Abschließend kann ich nur sagen, dass mir „Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr“ wirklich sehr gefallen hat, ich wollte Dylia und Opal am Ende gar nicht mehr verlassen müssen. „Wenn die Minuten durch die Jahre rufen Erhebt sich der ewige Träumer Über seine irdische Last Und reist mitten hinein Ins dunkle Herz der Nacht“ (Anonymer Autor) Dylia ist der kreativste, mutigste und geduldigste Buchcharakter den ich kenne – sie hat wirklich Stehvermögen, um es mit ihren eigenen Worten auszudrücken. Sie hat Pfauenworte, Lieblingsworte, Erinnerungsspinnen und sogar einen eigenen Krankheitsplaneten, auf dem sie gegen ihre Schlaflosigkeit kämpft. Sie gibt nie auf und sucht sich tapfer einen Weg durch ihr eigenes Gehirn, ohne den Verstand zu verlieren. Auch Opal ist einfach nur toll gewesen: Zu anfangs ist er wahnsinnig unhöflich zu Dylia und ein gemeiner Schwindler, aber sogar ein albtraumfarbener Nachtmahr hat scheinbar ein Herz und kann jemanden darin einschließen. Ergänzend zu dieser tollen Geschichten muss auch Walter Moers hervorragende Übersetzungsfähigkeit von dieser zamonischen Geschichte erwähnt werden. Sie hat mich wie immer in ihren Bann gezogen, sodass ich gar nicht mehr aufhören wollte, über Dylias Reise zu lesen. Ergänzend dazu waren die wunderschönen Illustrationen von Lydia Rode (die ganz ähnlich wie Dylia heißt und auch an Schlaflosigkeit leidet), deren farbiges Wesen perfekt zu Dylias eigenen Gedanken passt. Alles in allem kann ich diesen Roman jedem empfehlen, der einer abenteuerlichen Reise ins eigene Gehirn und viele philosophische Gedanken mag. Vielen, vielen Dank nochmal an das Bloggerportal von Randomhouse und an den Penguin Verlag für das freundliche Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars. Diese Tatsache hat meine Meinung und Wertung in keiner Weise beeinflusst. [Werbung, Rezensionsexemplar, alle Cover- und Zitatrechte liegen beim Penguin Verlag] Bibliographische Angaben: Autor: Walter Moers Seitenanzahl: 352 Seiten Verlag: Penguin Verlag Genre: Phantastik

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Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr – Inhalt Prinzessin Dylia, die sich selbst Prinzessin Insonia nennt, leidet an einer seltenen Krankheit, durch die sie teilweise wochenlang nicht schlafen kann. Die durch den Schlafmangel gewonnene Zeit nutzt sie, indem sie neue Wörter und Sprachen lernt. Eines Nachts jedoch, als sie gerade versucht einzuschlafen, erhält sie Besuch von dem Nachtmahr Havarius Opal. Dieser kündigt ihr an, sie in den Wahnsinn stürzen zu wollen. Vorher nimmt er sie jedoch mit in eine Reise in ihr Gehirn, in die Welt des Denkens und der Abgründe des Unterbewussten. Ziel der Reise ist das Dunkle Herz der Nacht – einer Region des Gehirns, in dessen Umgebung der Wahnsinn gedeiht. Über den Autoren (von amazon.de) Walter Moers ist der Schöpfer vieler erfolgreicher Welten und Charaktere. Von ihm stammen unter anderem die Comicwelten um “Das kleine Arschloch” und dem “Alten Sack”, “Adolf, die Nazisau” und die Figur des Käpt`n Blaubär. Seit fast 20 Jahren schreibt er fantastische Romane, die auf dem Kontinent Zamonien spielen. Dazu gehören unter anderem die internationalen Bestseller “Die 13 ½ Leben des Käpt`n Blaubär”, “Die Stadt der Träumenden Bücher” und zuletzt “Das Labyrinth der Träumenden Bücher”. “Prinzessin Insomnia” ist der siebte Zamonienroman. Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr – Bewertung Eines vorweg, falls ihr noch nie ein Buch von Walter Moers gelesen habt: Durch die Wortschöpfungen etc. sind seine Bücher wohl nicht für jeden etwas. Um bei diesem Autoren richtig aufgehoben zu sein müsst ihr in der Lage sein, euch in seine Bücher einzufühlen und komplett in seiner Welt (in diesem Fall Zarmonien) versinken können. Kennt ihr seine Bücher schon? Auch in “Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr” bleibt Walter Moers seinem Stil und seiner skurrilen Welt treu – und genau das mag ich. Die Zeichnungen in diesem Buch sind diesmal nicht von ihm selbst, was dem Ganzen in meinen Augen aber keinen Abbruch tut. Abzug gibt es von mir, weil der Roman einen relativ gleichmäßigen Spannungsbogen hat, der nicht extrem ausschlägt. Gut, aber ohne extrem spannende Passagen. Von mir bekommt Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr 4 von 5 Sternen.

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Rezension

Von: sonesa.mue

31.03.2019

Meine Meinung: Mein erstes Walter Moers Buch und meine erste Reise in die zamonische Welt. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Ich habe die Wortspiele, die Leichtigkeit im Umgang mit Sprache und die Kreativität im Buch geliebt! Ich habe bisher noch nie ein ähnliches Buch gelesen und freue mich wahnsinnig mehr vom Autor zu lesen. Walter Moers spielt in seinem Buch mit der Sprache wie ich es bisher noch nie erlebt habe. Er beschreibt wunderbar, anschaulich und anspruchsvoll, auf eine sehr angenehme Weise. Die Illustrationen im Buch sind einfach perfekt! Ich liebe die Farben, die Formen, die Muster.. wirklich, wirklich sehr schön gemacht. Prinzessin Dylia und ihr Nachtmahr begeben sich im Buch auf eine waghalsige Reise durch Dylias’ Gehirn und erleben dort einiges zusammen. Dylia ist eigentlich nur auf der Suche nach Schlaf und ihre Gedanken sind ihre besten Freunde. Havarius Opal ist ihr persönlicher Nachmahr und seine Aufgabe ist es, sie in den Wahnsinn zu treiben. Ein Buch, das alles beschreibt. Träume, Fantasien, fremde Welten, Unmögliches und noch viel mehr! Fazit: Ein Buch, bei dem ich absolut nichts zu kritisieren habe! 5 von 5 möglichen Sternen, für dieses wunderschöne und beängstigende, humvorvolle, lustige und spannende Abenteuer in Dylias’ Gehirn und diesen phantastischen Schreibstil von Walter Moers den jeder, der Sprache schätzt, einfach vom Hocker haut.

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Prinzessin Dylia hat eine der seltensten Krankheiten, die es in ganz Zamonien gibt. Sie leidet an Schlaflosigkeit. Als sie eines Nachts auf den Nachtmahr Opal trifft nimmt dieser sie mit auf eine zauberhafte Reise durch die Welt der Träume. Auch ist das Buch mit wunderschönen Bildern von Lydia Rode illustriert. 🌸Es hat am Anfang etwas Zeit gebraucht bis ich mich an den Schreibstil von Walter Moers gewöhnt hatte, doch dann hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie hat von allem etwas. Mal spannend, mal zauberhaft und mal faszinierend. Toll! 🌸Die einzelnen Charakter haben mir alles in allem gefallen. Der Nachtmahr hat es mir besonders angetan. Seine mürrische und unheimliche Art hat mich sofort angesprochen. 🌸Die Zeichnungen passen immer perfekt zum Inhalt der Textstelle. Fast auf jeder Doppelseite findet sich eine der farbenfrohen Illustrationen. . 🌸Eine faszinierende und traumhafte Geschichte. Ich werde mir auf jeden Fall noch mehr Bücher von Walter Moers ansehen.

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Rezension : Wenn Buchlinge dich begleiten, Laubwölfe, Berghutzen und Rübenzähler deine Wege kreuzen, wenn Bulloggs Angst und Schrecken verbreiten, dann ist es gewiss das dich deine Reise nach Zamonien geführt hat. Einem Kontinent den sich nur der kühnste aller Träumer erdenken konnte. Voller Geheimnisse, phantastischer Wesen und einer vielschichtigen, feingemeißelten Landschaft. Wo die Wüste aus Zuckerstaub und das Riesenhafte Gebirge aus nichts anderem als glattem, Nachtschwarzem Gestein besteht. Auf dem es einen Wald, so groß wie ein ganzes Land gibt, dass durchzogen wurde von den Halluzinogenen Netzen der Waldspinnenhexe, die alles Leben darin vernichten. Wo Mumien und Moorleichen die weitläufigen Sumpflandschaften bevölkern und Städte die absonderlichsten Bewohner beherbergen. Doch dies ist nur eine winzige Ecke aus der wilden Moers’schen Phantasiewelt. Vieles mehr gibt es in Zamonien zu entdecken, so auch in „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“. Doch die Reise führt nicht etwa durch einen Landstrich, sondern durch ein Gehirn, genauer gesagt durch das von Prinzessin Dylia. Prinzessin Dylia leidet an einer der seltensten Krankheiten in ganz Zamonien. Sie ist so selten das sie nicht einmal einen Namen hat. Die Ärzte nennen sie nur „Die Krankheit“. Es ist eine Form der Schlaflosigkeit, bei der die Prinzessin mehrere Tage, manchmal sogar Wochen in einem schlaflosem Zustand verbringt. Nichts kann ihre Ruhelosigkeit lindern, doch Dylia, ganz Optimistin, kann sogar ihrer Krankheit gutes und nützliches abgewinnen. Da sie ihre Zeit nicht mit schlafen verplempert, lernt und denkt sie mehr als andere. Ihre Sinne schärfen sich, auch ihre Phantasie wird durch die ziellosen Spaziergänge durch das Schloss beflügelt und erreicht einzigartige Sphären. „Nach nur drei Tagen Schlafentzug hörte Prinzessin Dylia bereits das Gras wachsen. Nach sechs Tagen konnte sie die Gefühle eines Pfirsichs ertasten, wenn sie über seine samtige Schale strich. Nach neun Tagen konnte sie Farben schmecken. Und nach elf Tagen schärfte sich ihr Sehvermögen so sehr, dass sie ihre eigene Hand röntgen konnte. So wäre ihr ohne Schlafentzug auch niemals die Existenz von Zwielichtzwergen aufgefallen.“ Während sie durch die Gänge wandelt, gehen ihr tausenderlei Gedanken durch den Kopf, meistens haben sie etwas mit Wörtern, Wortneuschöpfungen, oder der Sprache selbst zu tun. Denn Dylia liebt Wörter, liebt es langweilige, durch besser klingende zu ersetzen, oder eines ihrer exotischen Pfauenwörter in ihren Wortschatz einzugliedern. Am liebsten hätte sie die Sprache an sich erfunden, doch da dies nun nicht mehr möglich ist begnügt sie sich mit dem übersetzen von unterschiedlichen Texten aus den verschiedensten Regionen. Eines Nachts, die Prinzessin möchte sich gerade in ihrem Schlafzimmer ausruhen, setzt sich ein, in allen Farben schimmernder Gnom auf ihren Brustkorb und raubt ihr die Luft. Er stellt sich der verdutzten Prinzessin als Havarius Opal vor. Einen Nachtmahr der sie auserwählt hat, um sie in den Wahnsinn zu treiben. „‚Ich bin die Biene, die hundertmal hintereinander sticht‘, begann er leise und wurde dann langsam immer lauter. ‚Ich bin der Hai, der nicht weiterzieht. Ich bin der Sturm, der dein Schicksal durcheinander wirbelt, bis kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Ich bin der Blitz, der wieder und wieder in dieselbe Stelle einschlägt. Ich bin der Nachtmahr, der nicht mehr weggeht.‘“ Dylia hält es zunächst für einen ihrer Klarträume, eine typische Folge bei einem Schlafentzug von mittlerweile achtzehn Tagen. Allerdings bleibt ein leiser Zweifel bestehen, denn für einen Traum ist dieser unverschämte Gnom mit dem monströsen Selbstbewusstsein seltsam real. Opal will sie allerdings nicht sofort in die geistige Umnachtung geleiten, er bietet ihr zunächst an, Teil von etwas aussergewöhnlichem zu werden, etwas schier unmögliches zu tun - wie etwa einen Baumstamm durch einen Strohalm zu trinken. Es soll eine Reise ins Reich ihrer Gedanken werden, zu dem Ort wo die Angst regiert, nach Amygdala, hinein ins dunkle Herz der Nacht. Um nichts in der Welt würde Dylia etwas ablehnen das sie an Erfahrung und Wissen bereichen könnte und noch bevor die Prinzessin sich’s versieht ist sie auch schon mittendrin, in ihrem eigenen Selbst. Doch bis nach Amygdala ist es anscheinend ein weiter und gefährlicher Weg. Dennoch, Opal hat ihr nicht zu viel versprochen, sie sieht Dinge die sie sich in ihren wildesten Träumen nicht hätte ausmalen können. So beobachten sie Gedanken bei ihrer Entstehung, wie sie vom Entschluss zum festen Plan werden, wie sie in Zweifelpfützen geraten und auf Gegenargumente treffen. Dylia durchquert zusammen mit dem Gnom die große Fissur, begleitet von Irrschatten, den Parasiten ihres Gehirns, die sich von der Lebensfreude ernähren und in Schwärmen für Depressionen sorgen. Sie treffen auf Zergesser und Grillos, die morbiden und schlechten Gedanken ihres Ichs. Als sie drohen in die Tiefen ihres Unterbewusstseins gesogen zu werden, scheint ihre Reise ein jähes Ende zu finden. Beide würden von da an dazu verdammt sein bis in alle Ewigkeit in Ihrem Geist festzustecken. Hätte ich einen Wunsch frei, dann wäre es, dass dieses Buch niemals endet. Ich mache keinen Hehl darum, das ich der Moers’schen Phantasiewelt mit Haut und Haar verfallen bin und mit niemandem lieber auf Traumreisen gehe, als mit seinen Werken. Es war unglaublich mitreißend, zusammen mit der komplexen Heldin Prinzessin Dylia und dem kruden und impertinenten Nachtmahr Havarius Opal einen Abstecher durch ihr nebulöses und verflochtenes Gehirn zu machen. Verwirrend, knallbunt und wunderbar erheiternd war es in jedem Fall. Einige mir fremd vorkommende Vokabeln wollte ich tatsächlich Nachgeschlagen nur um dann feststellen zu müssen, dass sie einzig in einem Zamonischen Wörterbuch zu finden sind. Nach den ersten fünf Seiten habe ich mir die Mühe dann komplett gespart. Ich frage mich wirklich, woher in aller Welt nimmt Walter Moers seinen immensen Schöpfergeist? Stilistisch ist „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ auf der selben Ebene wie seine Vorgänger, der Text ist gespickt mit Wortspielen, Anagrammen und Anspielungen - hier unter anderem auf die knöcherne und denkfaule Bürokratie. Als Typographisches Mittel wählt er verschiedene Schriftarten, sowie Schriftfarben, um bestimmte Textabschnitte oder einzelne Wörter hervorzuheben. Einzig die äußerst schönen Illustrationen in „Prinzessin Insomnia & der alptraufarbene Nachtmahr“ stammen nicht von ihm selbst, sondern von Lydia Rode, einer jungen Frau die auch Inspirationsquell für dieses Werk war. Walter Moers macht seinem Ruf als experimentellen Romancier erneut alle Ehre und verbindet Ideenreichtum, Emotionen und ein Hauch von Grusel in einem Werk.

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Die schlaflose Prinzessin Dylia und ihr alptraumfarbener Nachtmahr habe ich in zwei Varianten genossen. Zuerst habe ich mir über audible.de das Hörbuch gekauft und es über viele Nächte zum Einschlafen gehört. Die Stimme und Interpretation vom Sprecher Andreas Fröhlich war so angenehm, dass mir die Geschichte nie langweilig wurde. Das wunderschöne Buch habe ich im Nachgang als Rezensionsexemplar über Randomhouse zur Verfügung gestellt bekommen. Daher kann ich die teilweise negativen Stimmen über die Geschichte von Dylia und Havarius Opal aus Zamonien von Walter Moers nicht nachvollziehen. Prinzessin Dylia ist eine außergewöhnlich komplizierte philosophische Denkerin und der Nachtmahr Havarius ein sonderbarer alter Stinkstiefel, den man irgendwie lieb gewinnt. Die Geschichte ist sicherlich nichts für eilige Leser. Ja es zieht sich. Aber genau das macht auch die Reise durch das zamonische Märchen voller verschiedener Welten aus. Im Nachwort des Buches hält der Autor fest, wie es zu der Zusammenarbeit der Illustratorin Lydia Rode und ihm gekommen ist und dies berührt mich wirklich sehr. Walter Moers sagt über die Entstehung: „Beide hatten wir dabei nie das Gefühl, an einer Geschichte über die lähmenden Auswirkungen einer Krankheit zu arbeiten, sondern über die beflügelnde Kraft der Kreativität.“ Das wunderschön gestaltete Buch von Lydia Rode und dem Autor ist ein optischer und fantasiereicher Schatz in unserer Familienbibliothek. Ich danke Randomhouse und dem Knaus Verlag für das schöne Rezensionsexemplar. Dies hatte keinen Einfluss auf meine Meinung! Für das Hörbuch ist der Sprecher Andreas Fröhlich mit dem deutschen Hörbuchpreis 2018 ausgezeichnet worden – zu Recht!

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Prinzessin Dylia leidet an Schlaflosigkeit, die sie wochenlang wachhalten kann. Es ist die seltenste Krankheit in Zamonien und keiner kann sie heilen. Eines nachts erscheint ihr ein Nachtmahr, der sich als ihr schlimmster Alptraum vorstellt und sie auf eine abenteuerliche Reise mitnimmt. Das Buch ist von Lydia Rode mit schönen Bildern illustriert worden. Auf nahezu jeder Seite findet man passend zur Geschichte bunte Darstellungen, die den Lesespaß noch vergrößern! Die Kombination von Bildern und Geschichte ist typisch für Walter Moers. Der Autor lädt den Leser mit seinem flüssigen und bildlichen Schreibstil erneut ein, an einem zauberhaften Abenteuer teilzunehmen. Neben tollen Wortspielen, lassen sich Neologismen und kaum aussprechbare Wörter erkennen, passend zu der nicht realen Welt Zamoniens. Der Charakter der Prinzessin ist wirklich gelungen dargestellt. Sie wirkt manchmal verwirrt, verspielt, aber in anderen Momenten auch sehr klar und gewissenhaft. Opal, der Nachtmahr, scheint mürrisch und böse, was jedoch in seiner Natur liegt. Der Leser wird in eine tolle Gedankenreise mitgerissen und vergisst so alles um ihn herum! Walter Moers erschafft mit diesem Roman aus der Zamonien-Reihe eine weitere wundervolle und abenteuerliche Welt!

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