Leserstimmen zu
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers

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Hörbuch MP3-CD
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Hach, was soll ich euch etwas vormachen? Meine Vorliebe für fantastische Bücher von Walter Moers nimmt momentan einfach kein Ende, weshalb ich nun mit „Prinzessin Insomnia“ Zamonienroman Nummer 4 dieses Jahr gelesen habe. Und nachdem ich vom Bücherdrachen nicht ganz so begeistert war, hat er mit der Prinzessin wieder ganz viel wett gemacht. Auch wenn Prinzessin Insomnia zum Zamonien-Universum gehört, so hat dieser Roman ziemlich wenig mit dem fantastischen Kontinent zu tun. Ohne zu viel verraten zu wollen kann man doch sagen, dass man den Kontinent an sich in diesem Roman nicht weiter kennen lernt, dafür jedoch mehr über seine Bewohner herausfindet. Diese stellt Walter Moers erneut so detailreich vor, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt. Das schließt nicht nur wie immer eine detaillierte Beschreibung des Aussehens (inklusive zahlreicher Illustrationen) ein, sondern vor allem ihr Denken, Handeln und Träumen. Denn in Prinzessin Insomnia nimmt uns der Autor mit auf eine Reise die uns zeigt, wie es im Kopf von zamonischen Bewohnern aussehen kann. Lydia Rode hat die dazu passenden Illustrationen angefertigt, die in ihrer Sorgfältigkeit und Ausführlichkeit denen des Autors in nichts nachstehen, jedoch wesentlich farbenfroher gestaltet sind. Das macht das Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu einem wahren Genuss. Wer Walter Moers oder Phantasmik allgemein mag wird Prinzessin Insomnia lieben. Erneut stellt der Autor unter Beweis, wie fantasievoll und sprachgewandt er ist. Anagramme, Neologien und ein unglaublicher Wortwitz machen das Buch zu einem wahren Lesegenuss.

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„Sieh es doch einfach philosophisch: Ich ängstige dich – also bin ich!“ (S. 82) Walter Moers‘ Roman „Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr“ setzt genau diese Tatsache außer Kraft, denn Dylia kann nicht schlafen. Eine seltsame Krankheit hat sie befallen, die Schlaf oft für lange Zeiträume unmöglich macht. Zum Startzeitpunkt des Buches ist sie bereits seit achtzehn Nächten schlaflos und entwickelt dabei besondere Fähigkeiten: Sie kann das Gras wachsen hören, die Emotionen von Pfirsichen ertasten, Zwielichtzwerge sehen und Farben riechen! „Meine Gedanken sind meine Freunde“, dachte die Prinzessin. (S. 14) Obwohl sich diese Fähigkeiten alle ein wenig kurios anhören, ist es Dylias Art mit ihrer Krankheit umzugehen. Sie nutzt ihren Verstand als letzte Rettung vor den physischen Auswirkungen ihrer Schlaflosigkeit, weswegen sie auch sehr gebildet ist. In ihren Gedanken erdenkt sie sich Regenbogenerfindungen, studiert Zwielichtzwerge und lernt verschiedene Sprachen und Dialekte. Eine ihrer lustigsten Angewohnheiten sind die Pfauenwörter. Diese Sammlung von dreizehn komplexen (und unnötigen) Fachbegriffen stellen Dylias persönliche Herausforderung des Tages dar, währenddessen sie versucht, jedes in ihre Konversationen unterzubringen. Im Laufe der Geschichte gelingt es Dylia tatsächlich viele der Worte unterzubringen, was auf mich zuerst komplett unmöglich gewirkt hat – schon alleine, weil ich nur wenige davon aussprechen konnte. Ein Beispiel hierfür wäre „Hoyotojokomeshi“ – einen Baumstamm durch einen Strohhalm trinken. Alles in allem ist Dylia absolut mental fähig. Sie hat sehr bestimmte Vorstellungen darüber, wie es in ihrem Gehirn so zu- und hergeht, was sie meiner Meinung nach sehr sympathisch macht. Ihre praktische veranlagte und logische Art zu Denken wirkt sehr freundlich und bedacht, wobei sie nie ihren Palast verlässt und deswegen auch sehr eingeschränkt ist. Zum einen ist sie königlich stolz und zum anderen liegt da ihre verletzliche Seite, die sie aber nicht zulassen möchte, um ihrer Krankheit keine Macht über sich selbst zu geben. Verständlicherweise ist sie nicht überzeugt von dem Nachtmahr, als er urplötzlich bei ihr auftaucht. Stattdessen glaubt sie, er sei eine ihrer schlaflosen Erscheinungen, was Opal durchweg sehr nervt – ihre Dialoge aber auch sehr spannend und unterhaltsam macht. Natürlich ist Dylia nicht begeistert, dass er sie in den Wahnsinn treiben möchte, da sie sehr an ihrer geistigen Gesundheit hängt. Leider kann man einen Nachtmahr aber nur sehr schwer wieder loswerden, nämlich eigentlich gar nicht. Er sieht seine persönliche Berufung darin, Dylia in den Wahnsinn (und damit in den Tod) zu treiben – wobei er das keineswegs persönlich meint, sondern einfach nur als seinen Job sieht. Dafür bringt er Dylia in ihr eigenes Gehirn, um mit ihr nach Amygdala (auch ein Pfauenwort), dem Angstzentrum des Cortex zu kommen. Dort soll sie dann von ganz alleine verrückt werden. Was mir zuerst sehr abstrakt vorkam, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer wunderbaren, faszinierenden und träumerischen Reise durch Dylias Gehirn. Dort lernt sie ihre persönliche Erinnerungsspinne, ihr Oberüberwort, die Bedeutung der Zwielichtzwerge und ihren Friedhof des Humors kennen. Dabei begegnet sie den Zergessern und ihren Egozetten, die im Thalamus arbeiten. Immer an ihrer Seite ist dabei Opal, den sie zuerst kaum ausstehen kann, da seine Absicht der Reise natürlich auch alles andere als ehrenhaft ist. Mit der Zeit merkt man als Leser aber, dass Prinzessin Dylia ihn immer sympathischer und netter findet und auch Opal wird immer offener, obwohl er Dylia immer noch viel verschweigt und sie belügt. Mir gefiel Dylias Art zu Denken und Dinge anzugehen und wie sie schlussendlich eine Lösung für ihr Problem mit Opal findet soll natürlich ein Geheimnis bleiben. Ich war am Ende sehr traurig und gleichzeitig sehr berührt vom Ende und hätte gerne noch mehr über Dylia gelesen. Ihre Begeisterung für die kleinsten Dinge und ihr Ideenreichtum waren sehr ansteckend, sodass ich sie mir gut als eine Freundin hätte vorstellen können. „Dies ist die Welt des Geistes! Das bedeutet aber nicht, dass es deshalb keine brutale und ungerechte Welt ist.“ (S. 117) Fazit: Abschließend kann ich nur sagen, dass mir „Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr“ wirklich sehr gefallen hat, ich wollte Dylia und Opal am Ende gar nicht mehr verlassen müssen. „Wenn die Minuten durch die Jahre rufen Erhebt sich der ewige Träumer Über seine irdische Last Und reist mitten hinein Ins dunkle Herz der Nacht“ (Anonymer Autor) Dylia ist der kreativste, mutigste und geduldigste Buchcharakter den ich kenne – sie hat wirklich Stehvermögen, um es mit ihren eigenen Worten auszudrücken. Sie hat Pfauenworte, Lieblingsworte, Erinnerungsspinnen und sogar einen eigenen Krankheitsplaneten, auf dem sie gegen ihre Schlaflosigkeit kämpft. Sie gibt nie auf und sucht sich tapfer einen Weg durch ihr eigenes Gehirn, ohne den Verstand zu verlieren. Auch Opal ist einfach nur toll gewesen: Zu anfangs ist er wahnsinnig unhöflich zu Dylia und ein gemeiner Schwindler, aber sogar ein albtraumfarbener Nachtmahr hat scheinbar ein Herz und kann jemanden darin einschließen. Ergänzend zu dieser tollen Geschichten muss auch Walter Moers hervorragende Übersetzungsfähigkeit von dieser zamonischen Geschichte erwähnt werden. Sie hat mich wie immer in ihren Bann gezogen, sodass ich gar nicht mehr aufhören wollte, über Dylias Reise zu lesen. Ergänzend dazu waren die wunderschönen Illustrationen von Lydia Rode (die ganz ähnlich wie Dylia heißt und auch an Schlaflosigkeit leidet), deren farbiges Wesen perfekt zu Dylias eigenen Gedanken passt. Alles in allem kann ich diesen Roman jedem empfehlen, der einer abenteuerlichen Reise ins eigene Gehirn und viele philosophische Gedanken mag. Vielen, vielen Dank nochmal an das Bloggerportal von Randomhouse und an den Penguin Verlag für das freundliche Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars. Diese Tatsache hat meine Meinung und Wertung in keiner Weise beeinflusst. [Werbung, Rezensionsexemplar, alle Cover- und Zitatrechte liegen beim Penguin Verlag] Bibliographische Angaben: Autor: Walter Moers Seitenanzahl: 352 Seiten Verlag: Penguin Verlag Genre: Phantastik

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Prinzessin Dylia hat eine der seltensten Krankheiten, die es in ganz Zamonien gibt. Sie leidet an Schlaflosigkeit. Als sie eines Nachts auf den Nachtmahr Opal trifft nimmt dieser sie mit auf eine zauberhafte Reise durch die Welt der Träume. Auch ist das Buch mit wunderschönen Bildern von Lydia Rode illustriert. 🌸Es hat am Anfang etwas Zeit gebraucht bis ich mich an den Schreibstil von Walter Moers gewöhnt hatte, doch dann hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie hat von allem etwas. Mal spannend, mal zauberhaft und mal faszinierend. Toll! 🌸Die einzelnen Charakter haben mir alles in allem gefallen. Der Nachtmahr hat es mir besonders angetan. Seine mürrische und unheimliche Art hat mich sofort angesprochen. 🌸Die Zeichnungen passen immer perfekt zum Inhalt der Textstelle. Fast auf jeder Doppelseite findet sich eine der farbenfrohen Illustrationen. . 🌸Eine faszinierende und traumhafte Geschichte. Ich werde mir auf jeden Fall noch mehr Bücher von Walter Moers ansehen.

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Rezension : Wenn Buchlinge dich begleiten, Laubwölfe, Berghutzen und Rübenzähler deine Wege kreuzen, wenn Bulloggs Angst und Schrecken verbreiten, dann ist es gewiss das dich deine Reise nach Zamonien geführt hat. Einem Kontinent den sich nur der kühnste aller Träumer erdenken konnte. Voller Geheimnisse, phantastischer Wesen und einer vielschichtigen, feingemeißelten Landschaft. Wo die Wüste aus Zuckerstaub und das Riesenhafte Gebirge aus nichts anderem als glattem, Nachtschwarzem Gestein besteht. Auf dem es einen Wald, so groß wie ein ganzes Land gibt, dass durchzogen wurde von den Halluzinogenen Netzen der Waldspinnenhexe, die alles Leben darin vernichten. Wo Mumien und Moorleichen die weitläufigen Sumpflandschaften bevölkern und Städte die absonderlichsten Bewohner beherbergen. Doch dies ist nur eine winzige Ecke aus der wilden Moers’schen Phantasiewelt. Vieles mehr gibt es in Zamonien zu entdecken, so auch in „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“. Doch die Reise führt nicht etwa durch einen Landstrich, sondern durch ein Gehirn, genauer gesagt durch das von Prinzessin Dylia. Prinzessin Dylia leidet an einer der seltensten Krankheiten in ganz Zamonien. Sie ist so selten das sie nicht einmal einen Namen hat. Die Ärzte nennen sie nur „Die Krankheit“. Es ist eine Form der Schlaflosigkeit, bei der die Prinzessin mehrere Tage, manchmal sogar Wochen in einem schlaflosem Zustand verbringt. Nichts kann ihre Ruhelosigkeit lindern, doch Dylia, ganz Optimistin, kann sogar ihrer Krankheit gutes und nützliches abgewinnen. Da sie ihre Zeit nicht mit schlafen verplempert, lernt und denkt sie mehr als andere. Ihre Sinne schärfen sich, auch ihre Phantasie wird durch die ziellosen Spaziergänge durch das Schloss beflügelt und erreicht einzigartige Sphären. „Nach nur drei Tagen Schlafentzug hörte Prinzessin Dylia bereits das Gras wachsen. Nach sechs Tagen konnte sie die Gefühle eines Pfirsichs ertasten, wenn sie über seine samtige Schale strich. Nach neun Tagen konnte sie Farben schmecken. Und nach elf Tagen schärfte sich ihr Sehvermögen so sehr, dass sie ihre eigene Hand röntgen konnte. So wäre ihr ohne Schlafentzug auch niemals die Existenz von Zwielichtzwergen aufgefallen.“ Während sie durch die Gänge wandelt, gehen ihr tausenderlei Gedanken durch den Kopf, meistens haben sie etwas mit Wörtern, Wortneuschöpfungen, oder der Sprache selbst zu tun. Denn Dylia liebt Wörter, liebt es langweilige, durch besser klingende zu ersetzen, oder eines ihrer exotischen Pfauenwörter in ihren Wortschatz einzugliedern. Am liebsten hätte sie die Sprache an sich erfunden, doch da dies nun nicht mehr möglich ist begnügt sie sich mit dem übersetzen von unterschiedlichen Texten aus den verschiedensten Regionen. Eines Nachts, die Prinzessin möchte sich gerade in ihrem Schlafzimmer ausruhen, setzt sich ein, in allen Farben schimmernder Gnom auf ihren Brustkorb und raubt ihr die Luft. Er stellt sich der verdutzten Prinzessin als Havarius Opal vor. Einen Nachtmahr der sie auserwählt hat, um sie in den Wahnsinn zu treiben. „‚Ich bin die Biene, die hundertmal hintereinander sticht‘, begann er leise und wurde dann langsam immer lauter. ‚Ich bin der Hai, der nicht weiterzieht. Ich bin der Sturm, der dein Schicksal durcheinander wirbelt, bis kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Ich bin der Blitz, der wieder und wieder in dieselbe Stelle einschlägt. Ich bin der Nachtmahr, der nicht mehr weggeht.‘“ Dylia hält es zunächst für einen ihrer Klarträume, eine typische Folge bei einem Schlafentzug von mittlerweile achtzehn Tagen. Allerdings bleibt ein leiser Zweifel bestehen, denn für einen Traum ist dieser unverschämte Gnom mit dem monströsen Selbstbewusstsein seltsam real. Opal will sie allerdings nicht sofort in die geistige Umnachtung geleiten, er bietet ihr zunächst an, Teil von etwas aussergewöhnlichem zu werden, etwas schier unmögliches zu tun - wie etwa einen Baumstamm durch einen Strohalm zu trinken. Es soll eine Reise ins Reich ihrer Gedanken werden, zu dem Ort wo die Angst regiert, nach Amygdala, hinein ins dunkle Herz der Nacht. Um nichts in der Welt würde Dylia etwas ablehnen das sie an Erfahrung und Wissen bereichen könnte und noch bevor die Prinzessin sich’s versieht ist sie auch schon mittendrin, in ihrem eigenen Selbst. Doch bis nach Amygdala ist es anscheinend ein weiter und gefährlicher Weg. Dennoch, Opal hat ihr nicht zu viel versprochen, sie sieht Dinge die sie sich in ihren wildesten Träumen nicht hätte ausmalen können. So beobachten sie Gedanken bei ihrer Entstehung, wie sie vom Entschluss zum festen Plan werden, wie sie in Zweifelpfützen geraten und auf Gegenargumente treffen. Dylia durchquert zusammen mit dem Gnom die große Fissur, begleitet von Irrschatten, den Parasiten ihres Gehirns, die sich von der Lebensfreude ernähren und in Schwärmen für Depressionen sorgen. Sie treffen auf Zergesser und Grillos, die morbiden und schlechten Gedanken ihres Ichs. Als sie drohen in die Tiefen ihres Unterbewusstseins gesogen zu werden, scheint ihre Reise ein jähes Ende zu finden. Beide würden von da an dazu verdammt sein bis in alle Ewigkeit in Ihrem Geist festzustecken. Hätte ich einen Wunsch frei, dann wäre es, dass dieses Buch niemals endet. Ich mache keinen Hehl darum, das ich der Moers’schen Phantasiewelt mit Haut und Haar verfallen bin und mit niemandem lieber auf Traumreisen gehe, als mit seinen Werken. Es war unglaublich mitreißend, zusammen mit der komplexen Heldin Prinzessin Dylia und dem kruden und impertinenten Nachtmahr Havarius Opal einen Abstecher durch ihr nebulöses und verflochtenes Gehirn zu machen. Verwirrend, knallbunt und wunderbar erheiternd war es in jedem Fall. Einige mir fremd vorkommende Vokabeln wollte ich tatsächlich Nachgeschlagen nur um dann feststellen zu müssen, dass sie einzig in einem Zamonischen Wörterbuch zu finden sind. Nach den ersten fünf Seiten habe ich mir die Mühe dann komplett gespart. Ich frage mich wirklich, woher in aller Welt nimmt Walter Moers seinen immensen Schöpfergeist? Stilistisch ist „Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr“ auf der selben Ebene wie seine Vorgänger, der Text ist gespickt mit Wortspielen, Anagrammen und Anspielungen - hier unter anderem auf die knöcherne und denkfaule Bürokratie. Als Typographisches Mittel wählt er verschiedene Schriftarten, sowie Schriftfarben, um bestimmte Textabschnitte oder einzelne Wörter hervorzuheben. Einzig die äußerst schönen Illustrationen in „Prinzessin Insomnia & der alptraufarbene Nachtmahr“ stammen nicht von ihm selbst, sondern von Lydia Rode, einer jungen Frau die auch Inspirationsquell für dieses Werk war. Walter Moers macht seinem Ruf als experimentellen Romancier erneut alle Ehre und verbindet Ideenreichtum, Emotionen und ein Hauch von Grusel in einem Werk.

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Die schlaflose Prinzessin Dylia und ihr alptraumfarbener Nachtmahr habe ich in zwei Varianten genossen. Zuerst habe ich mir über audible.de das Hörbuch gekauft und es über viele Nächte zum Einschlafen gehört. Die Stimme und Interpretation vom Sprecher Andreas Fröhlich war so angenehm, dass mir die Geschichte nie langweilig wurde. Das wunderschöne Buch habe ich im Nachgang als Rezensionsexemplar über Randomhouse zur Verfügung gestellt bekommen. Daher kann ich die teilweise negativen Stimmen über die Geschichte von Dylia und Havarius Opal aus Zamonien von Walter Moers nicht nachvollziehen. Prinzessin Dylia ist eine außergewöhnlich komplizierte philosophische Denkerin und der Nachtmahr Havarius ein sonderbarer alter Stinkstiefel, den man irgendwie lieb gewinnt. Die Geschichte ist sicherlich nichts für eilige Leser. Ja es zieht sich. Aber genau das macht auch die Reise durch das zamonische Märchen voller verschiedener Welten aus. Im Nachwort des Buches hält der Autor fest, wie es zu der Zusammenarbeit der Illustratorin Lydia Rode und ihm gekommen ist und dies berührt mich wirklich sehr. Walter Moers sagt über die Entstehung: „Beide hatten wir dabei nie das Gefühl, an einer Geschichte über die lähmenden Auswirkungen einer Krankheit zu arbeiten, sondern über die beflügelnde Kraft der Kreativität.“ Das wunderschön gestaltete Buch von Lydia Rode und dem Autor ist ein optischer und fantasiereicher Schatz in unserer Familienbibliothek. Ich danke Randomhouse und dem Knaus Verlag für das schöne Rezensionsexemplar. Dies hatte keinen Einfluss auf meine Meinung! Für das Hörbuch ist der Sprecher Andreas Fröhlich mit dem deutschen Hörbuchpreis 2018 ausgezeichnet worden – zu Recht!

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Prinzessin Dylia leidet an Schlaflosigkeit, die sie wochenlang wachhalten kann. Es ist die seltenste Krankheit in Zamonien und keiner kann sie heilen. Eines nachts erscheint ihr ein Nachtmahr, der sich als ihr schlimmster Alptraum vorstellt und sie auf eine abenteuerliche Reise mitnimmt. Das Buch ist von Lydia Rode mit schönen Bildern illustriert worden. Auf nahezu jeder Seite findet man passend zur Geschichte bunte Darstellungen, die den Lesespaß noch vergrößern! Die Kombination von Bildern und Geschichte ist typisch für Walter Moers. Der Autor lädt den Leser mit seinem flüssigen und bildlichen Schreibstil erneut ein, an einem zauberhaften Abenteuer teilzunehmen. Neben tollen Wortspielen, lassen sich Neologismen und kaum aussprechbare Wörter erkennen, passend zu der nicht realen Welt Zamoniens. Der Charakter der Prinzessin ist wirklich gelungen dargestellt. Sie wirkt manchmal verwirrt, verspielt, aber in anderen Momenten auch sehr klar und gewissenhaft. Opal, der Nachtmahr, scheint mürrisch und böse, was jedoch in seiner Natur liegt. Der Leser wird in eine tolle Gedankenreise mitgerissen und vergisst so alles um ihn herum! Walter Moers erschafft mit diesem Roman aus der Zamonien-Reihe eine weitere wundervolle und abenteuerliche Welt!

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Walter Moers hat mit seinem neuen Roman „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ seinen selbst geschaffenen Kontinent Zamonien wiederentdeckt und endlich wieder das getan, was er am besten kann: Eine Geschichte erzählen. Dieses Talent hat er bereits mit der Schaffung Zamoniens in seinem wundervollen ersten Roman „Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär“ hinreißend bewiesen. Darauf folgten fünf Zamonien-Romane, die zwar immer phantasievollere Lebewesen und eine stetig anwachsende Anzahl an Anagrammen enthielten, aber immer weniger erzählte Geschichte. So wurden die Bücher eher durch Moers´ Wortschöpfungen und Zeichnungen getragen. Auf Dauer ist das zu wenig und so waren die Romane kaum noch etwas Besonderes. Statt des geplanten „Das Schloß der träumenden Bücher“ erschien Ende des letzten Jahres im Knaus Verlag überraschenderweise das Märchen „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“. Als erstes fällt auf, das Moers die Bilder nicht selber gezeichnet hat. Die schönen Illustrationen stammen von Lydia Rode und sind nicht mehr so comicesk, bunt statt schwarz-weiß , passen aber hervorragend zur Geschichte und zu Zamonien. Auch bei der Entwicklung der Geschichte um Dylia, der schlaflosesten Prinzessin Zamoniens die sich zusammen mit dem Nachtmahr Havarius Opal auf eine wilde Reise durch die Nacht in ihr eigenes Gehirn begibt, trägt Lydia Rode einen wesentlichen Anteil. Das hat dem Buch wahrlich gut getan und trotzdem braucht man auf einzigartige Wort- und Figurenschöpfungen nicht zu verzichten. Aber trotz der Wortakrobatik vergisst Moers dieses Mal nicht das eigentliche Märchen ruhig und intensiv zu erzählen. So erfüllt „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ genau das, was einen lesenswerten Roman ausmacht: Ein schlafloses Traumerlebnis für den Leser.

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Erst dieses Jahr habe ich mein erstes Buch von Walter Moers gelesen und damit auch meinen Weg nach Zamonien gefunden. Noch immer ärgert es mich, diese Bücher nicht vorher für mich entdeckt zu haben, da sie mich in eine Welt ziehen, in der ich am liebsten hängen bleiben würde. Nachdem sich meine ersten beiden Walter Moers-Bücher um Hildegunst von Mythenmetz drehten, hat man es diesmal mit einem Buch zutun, welches vom fiktiven Charakter selbst geschrieben wurde. Die unglaubliche Reise durch das menschliche Gehirn schaffte es dabei mich zu überraschen, zu unterhalten und ein wenig zu gruseln. Die Geschichte um Dylia wirkte leider etwas übertrieben, da man ihr Schlafproblem wirklich bis ins grenzenlose ausdehnte. 20 Tage ohne Schlaf? Das muss man immerhin erst einmal schaffen. Trotzdem nahm ich es hin, da ich mir immer sagte, das es halt Fantasy ist. Schlimmer wurde es dann bei der Reise durch den Kopf der Prinzessin, da Wörter wie Gehirn oder Gehirnwasser, mich einfach aus dieser Fantasiewelt warfen. Sie waren zu real und erweckten nicht gerade schöne Bilder. War man dann allerdings einmal drin, sprühte das Buch wieder seine Fantasien und Ideen in alle Richtungen und man wollte wissen, was noch so alles in Dylia´s, als auch, vielleicht, in unseren Köpfen vorging. Die Kapitelunterteilung war auch etwas besonders, da sie in lateinisch erfolgte und dabei stets farbig hervorgehoben wurde. Wenn wir schon beim Thema Farbe sind, muss ich natürlich die Illustrationen erwähnen, welche man über das Buch verteilt findet. Diese waren sehr dezent und in Pastelltönen gehalten und wirkten dadurch wirklich wie erträumt. Besonders schön war auch, das einige Wörter im Buch coloriert waren. Diese hatten dann meist eine größere Bedeutung, wie z.B. die Pfauenwörter der Prinzessin. Nachdem ich mit dem Buch durch war, hatte ich das Gefühl wirklich etwas gelernt zu haben, da man ja eigentlich ein Sachbuch gelesen hatte. Es zeigte abstrakte Vorgänge, vereinfacht und wahnsinnig fantasievoll, so das wenn ich heute eine Idee habe, sofort an die Stelle im Buch husche und daran denke, wie eine Idee im meinem Kopf entsteht. Fangen wir mit Prinzessin Dylia an, welche mir leider nur selten sympathisch war. Sie tat mir zwar wegen ihres Schlafproblems sehr leid, das sie aber deswegen den ganzen Hofstaat auf Trab hielt, fand ich dann schon recht egoistisch. Trotzdem empfand ich die Beschreibungen ihrer Sichtungen sehr unterhaltsam, da sie einfach Spaß machten und leicht vor zu stellen waren. Während der Reise durch ihren Kopf, zeigte sie sehr viel Mut und ließ sich einfach auf alles ein, weshalb ich genauso angstfrei durch das Buch ging. Havarius Opal, der Nachtmahr, war da schon eine Persönlichkeit, die ich gerne einmal treffen würde, zumal im Buch verraten wird, wie man sie wieder los wird. Es war erstaunlich wie er sein Leben verbringt und was er schon alles erlebt hat. Dabei wirkte er anfangs sehr schaurig und angsteinflößend, verliert dies aber bald, da das was er erzählt, einfach zu spannend ist. Dies war mein erstes Buch außerhalb der Lindwurmfeste und ich fand es vollkommen ok. Es war halt ein Reich in Zamonien mit einer Prinzessin. Dies allein haute mich nicht wirklich um. Allein Dylias Art und Weise sorgte dafür das sie als Prinzessin hervorstechen konnte, zumal sie Sachen tat, an die ich alleine wohl nie gekommen wäre. Oder erstellt ihr für den Tage eine Liste mit Fremdwörtern, die ihr dann auch in euren Sätzen unterbringen wollte? Ich zumindest nicht, obwohl es bestimmt eine interessante Erfahrung wäre. So wirklich packen konnten mich die Figuren jedoch nicht. Teilweise trottete ich mit ihnen durch den Kopf und konnte mich für das was gezeigt wurde, nur mäßig begeistern. Auch wenn Dylia mal nicht die perfekte Prinzessin war, hatte sie mir doch zu viele Ecken und Kanten, die es einfach nicht möglich machten, einen Weg zu ihr zu finden. Als großer Hardcover-Fan ließ dieses Buch mein Herz schneller schlagen. Denn nicht nur der Umschlag war liebevoll und sehr detailgetreu bedruckt sondern auch das Buch selbst. Dies war zwar nicht so farbenfroh, beeindruckte mich aber dadurch, das man die Schuppen auf dem Buch erfühlen konnte. Der Schriftstil ist wieder sehr fantasievoll und die unterschiedliche Farbgebung der Namen passt und wirkt nicht orientierungslos. Auch wenn mich die Geschichte nicht so packen konnte, wie ich es gerne gehabt hätte, wird sie mir in Erinnerung bleiben. Die teilweise schwierigen Charaktere machten es mir schwer, die Reise durch den Kopf zu genießen und mich ihr ganz hin zu geben.

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