Leserstimmen zu
Ein notwendiges Übel

Abir Mukherjee

Sam-Wyndham-Serie (2)

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Wie schon sein Debütroman „Ein angesehener Mann“ (2017), der in Großbritannien zum Bestseller wurde, bestätigt auch der kürzlich als Heyne-Taschenbuch veröffentlichte zweite Band „Ein notwendiges Übel“ des indisch-stämmigen Briten Abir Mukherjee (44) seiner Krimireihe um den britischen Kriminalbeamten Sam Wyndham etwas Besonderes. Zwar geht es wieder um Mord, doch ist die Ermittlungsarbeit eher Mittel zum Zweck. Einen klassischen Krimi oder gar Thriller darf man nicht erwarten. Denn „Ein notwendiges Übel“ ist viel mehr! Es ist ein wirklich lesenswerter, höchst interessanter Kultur- und Reisebericht über Land und Leute in Britisch-Indien um das Jahr 1920, wo modernes europäisches Denken und Handeln auf Jahrtausende alte indische Kultur und Tradition prallt. Nach einjährigem Aufenthalt in Kalkutta hat sich Sam Wyndham allmählich in der britischen Kolonie eingelebt, und doch lernt er – und mit ihm wir Leser – nun eine neue Facette des auch unter den Briten noch von superreichen Maharadschas beherrschten Indiens kennen. Prinz Adhir, Thronfolger des an Diamantenvorkommen reichen Fürstentums Sambalpur, wird in Kalkutta am Rande einer vom britischen Vizekönig einberufenen Versammlung ermordet. Bei der Festnahme des als Mönch gekleideten Mörders begeht dieser vor Sams Augen unerwartet Selbstmord. Damit wäre der Mordfall eigentlich abgeschlossen. Doch Sam will die Hintergründe dieser Tat aufklären. Waren es religiöse oder politische Motive? Da die Kolonialregierung in dem unabhängigen Fürstenstaat über keine polizeilichen Befugnisse verfügt, reisen er und sein indischer Sergeant Surendranath Banerjee, von seinen britischen Polizeikollegen Surrender-not genannt, als verdeckte Ermittler ins kleine Fürstentum. Auch im zweiten Band schildert Autor Abir Mukherjee, dessen indische Eltern in den 1960er Jahren nach England einwanderten und der selbst erst als Erwachsener das Land seiner Vorfahren kennenlernte, auf höchst unterhaltsame und ironische Art die politisch und gesellschaftlich schwierige Situation des einst von den britischen Kolonialherren besetzten Teils Indiens. Die Ermittlungen um die drei Mordfälle nur als roten Faden nutzend, beschreibt Mukherjee eindrücklich und in schillernden Einzelheiten das Land in seiner für uns so exotischen Kulisse sowie dessen Einwohner, lässt sowohl das Leben am Hof des fünftreichsten Maharadschas mit seinen Palästen und dem ansatzweise europäisch beeinflussten Leben am Fürstenhof als auch das ärmliche Alltagsleben der indischen Bevölkerung mit ihren uns fremden Sitten und Gebräuchen lebendig werden. Das Bemerkenswerte dieser Romanreihe ist die Tatsache, dass der indisch-stämmige Autor uns europäische Leser nicht etwa aus indischer Sicht, sondern durch die Augen des jungen Briten Sam Wyndham als Erzähler in Indiens Kolonialgeschichte blicken lässt. Dadurch erreicht Mukherjee den Eindruck einer scheinbaren Objektivität. Wieder geht es um die Unterschiede der Kulturen: Während es den Indern völlig ausreicht, die Wahrheit zu kennen, fordert der Brite Wyndham die Einhaltung britischen Rechts - für den Europäer eine Notwendigkeit, für die Inder ein zu vernachlässigendes Übel. Sie regeln solche Fälle lieber intern nach alter Tradition und Sitte. Auch wenn dies bereits der zweite Band der lesenswerten Sam-Wyndham-Reihe ist, hat er eine in sich abgeschlossene Handlung. Vorher den ersten Band „Ein angesehener Mann“ gelesen zu haben, ist deshalb nicht zwingend erforderlich. Besser sollte man sich schon auf den dritten Band „Eine Handvoll Asche“ im Mai 2019 freuen.

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Wie schon sein Debütroman „Ein angesehener Mann“ (2017), der in Großbritannien zum Bestseller wurde, bestätigt auch der kürzlich als Heyne-Taschenbuch veröffentlichte zweite Band „Ein notwendiges Übel“ des indisch-stämmigen Briten Abir Mukherjee (44) seiner Krimireihe um den britischen Kriminalbeamten Sam Wyndham etwas Besonderes. Zwar geht es wieder um Mord, doch ist die Ermittlungsarbeit eher Mittel zum Zweck. Einen klassischen Krimi oder gar Thriller darf man nicht erwarten. Denn „Ein notwendiges Übel“ ist viel mehr! Es ist ein wirklich lesenswerter, höchst interessanter Kultur- und Reisebericht über Land und Leute in Britisch-Indien um das Jahr 1920, wo modernes europäisches Denken und Handeln auf Jahrtausende alte indische Kultur und Tradition prallt. Nach einjährigem Aufenthalt in Kalkutta hat sich Sam Wyndham allmählich in der britischen Kolonie eingelebt, und doch lernt er – und mit ihm wir Leser – nun eine neue Facette des auch unter den Briten noch von superreichen Maharadschas beherrschten Indiens kennen. Prinz Adhir, Thronfolger des an Diamantenvorkommen reichen Fürstentums Sambalpur, wird in Kalkutta am Rande einer vom britischen Vizekönig einberufenen Versammlung ermordet. Bei der Festnahme des als Mönch gekleideten Mörders begeht dieser vor Sams Augen unerwartet Selbstmord. Damit wäre der Mordfall eigentlich abgeschlossen. Doch Sam will die Hintergründe dieser Tat aufklären. Waren es religiöse oder politische Motive? Da die Kolonialregierung in dem unabhängigen Fürstenstaat über keine polizeilichen Befugnisse verfügt, reisen er und sein indischer Sergeant Surendranath Banerjee, von seinen britischen Polizeikollegen Surrender-not genannt, als verdeckte Ermittler ins kleine Fürstentum. Auch im zweiten Band schildert Autor Abir Mukherjee, dessen indische Eltern in den 1960er Jahren nach England einwanderten und der selbst erst als Erwachsener das Land seiner Vorfahren kennenlernte, auf höchst unterhaltsame und ironische Art die politisch und gesellschaftlich schwierige Situation des einst von den britischen Kolonialherren besetzten Teils Indiens. Die Ermittlungen um die drei Mordfälle nur als roten Faden nutzend, beschreibt Mukherjee eindrücklich und in schillernden Einzelheiten das Land in seiner für uns so exotischen Kulisse sowie dessen Einwohner, lässt sowohl das Leben am Hof des fünftreichsten Maharadschas mit seinen Palästen und dem ansatzweise europäisch beeinflussten Leben am Fürstenhof als auch das ärmliche Alltagsleben der indischen Bevölkerung mit ihren uns fremden Sitten und Gebräuchen lebendig werden. Das Bemerkenswerte dieser Romanreihe ist die Tatsache, dass der indisch-stämmige Autor uns europäische Leser nicht etwa aus indischer Sicht, sondern durch die Augen des jungen Briten Sam Wyndham als Erzähler in Indiens Kolonialgeschichte blicken lässt. Dadurch erreicht Mukherjee den Eindruck einer scheinbaren Objektivität. Wieder geht es um die Unterschiede der Kulturen: Während es den Indern völlig ausreicht, die Wahrheit zu kennen, fordert der Brite Wyndham die Einhaltung britischen Rechts - für den Europäer eine Notwendigkeit, für die Inder ein zu vernachlässigendes Übel. Sie regeln solche Fälle lieber intern nach alter Tradition und Sitte. Auch wenn dies bereits der zweite Band der lesenswerten Sam-Wyndham-Reihe ist, hat er eine in sich abgeschlossene Handlung. Vorher den ersten Band „Ein angesehener Mann“ gelesen zu haben, ist deshalb nicht zwingend erforderlich. Besser sollte man sich schon auf den dritten Band „Eine Handvoll Asche“ im Mai 2019 freuen.

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In Bildern erzählt

Von: Verena

10.09.2018

Abir Mukherjee versteht es, den Leser in den Bann zu ziehen. Sein Schreibstil verschmilzt mit einer bildlichen Ebene. Selten habe ich eine solchen Erzählstil erlebt, detailliert, facettenreich und strukturiert. Namen und Begriffe aus der Kolonialzeit werden in einem Glossar erklärt. Ab dem 2. Kapitel erhöht sich die Spannung, die bis zum letzten Wort gehalten wird, so dass man das Buch kaum weglegen kann. Eine Empfehlung für jeden Krimileser.

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Interessanter Roman

Von: Helge1234

07.09.2018

Die Geschichte ist spannend und nicht vorhersehbar. Ich wurde gut unterhalten, auch wenn die vielen Figuren teilweise etwas verwirrend waren.

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Der zweite Band um Sam mit seinem Kollegen Surrender-Not in Britisch-Indien während der goldenen 20er. Das Buch hat mir persönlich gut gefallen und ich habe es innerhalb von 4 Tagen 'weg-gelesen'. Besonders schön fand ich die detaillierten und liebevollen Beschreibungen des Autors. Wenn eine neue Person auftaucht, wird nicht sachlich das Äußere sondern dessen Ausstrahlung beschrieben. Auch Orte werden durch ihre Atmosphäre charakterisiert. Durch diesen sehr charmanten Schreibstil musste ich immer wieder schmunzeln. Auch die Worte sind sehr genau gewählt und angeordnet worden, wodurch die Sätze ineinander fließen. Man hat das Gefühl, dabei zu sein. Kein sachlicher Krimi, sondern eine farbenfrohe Geschichte! Wunderschön zu lesen! Der Ich-Erzähler hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist kein Stereotyp, sondern hat viele Facetten, sowohl Stärken als auch Schwächen. Dabei lässt er viele Einblicke in das gesellschaftliche Leben zu, sodass man einen Eindruck davon bekommt, wie es in der damaligen gespaltenen Welt zuging. Der Autor hat sich bemüht die Voreingenommenheit und Intoleranz der damaligen Zeit zu erklären, weswegen man die Einstellung der indischen Bevölkerung und der weißen Sahibs vielleicht nicht verstehen, aber doch irgendwie nachvollziehen kann. Trotz der ganzen geschichtlichen Hintergrundinformationen verliert man nicht den Überblick über die Handlung, was bei einigen historischen Romanen ja schnell mal passiert. Historie und Handlung gehen Hand in Hand. Allerdings hätte ich mir für einen 'Wahrheitssuchenden' gewünscht, mehr Informationen zu erhalten. Einige Aspekte werden nicht aufgeklärt. Ich möchte nicht zu viel von der Handlung verraten, aber z.B. das Schicksal einiger Personen bleibt zum Ende offen. Es gibt viele Wendungen, welche manchmal vorhersehbar sind, manchmal aber auch überraschen. Dadurch werden nicht alle Ansätze, die im Buch vorkommen, genauer verfolgt und teilweise bleibt eine kleine Lücke offen. Auch hätte ich gerne mehr zu dem vergangenen Jahr zwischen dem ersten und zweiten Band erfahren. Ist dort überhaupt etwas passiert? Die ein, zwei Stellen, in denen etwas erwähnt wurde, hätte auch in zwei Wochen geschehen können. Auch einen Unterschied in dem Umgang miteinander von den beiden Mitbewohnern oder anderen Personen habe ich nicht bemerken können. So hätte Band zwei auch direkt an den ersten anknüpfen können. Fazit: Ein wunderbarer Schreibstil, exotische Orte, ein sympathischer Ich-Erzähler, aber ein paar Mängel in der Handlung. Wer gerne historische Romane liest und wem der Schreibstil am Herzen liegt, der sollte das Buch lesen. Wer allerdings Lücken in einem Krimi nicht ausstehen kann und immer alles ganz genau wissen will, der wird am Ende unzufrieden sein.

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Bewertung

Von: Andreas Bey

03.09.2018

Ein rundum gelungenes Buch in dem es nur auf ein paar Seiten einen leichten Spannungsabfall gibt(der sich aber innerhalb ca.10 seiten wieder legt).Sehr verständlicher und für mich spannender Schreibstil. Werde Abir Mukherjee aufjedenfall weiter in mein Leserepertoire im Auge behalten.

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Ein notwendiges Übel, der 2. Teil um Captain Sam Wyndham spielt in Britisch-Indien (1920) - der Roman ist allerdings auch ohne seinen Vorgänger verständlich - wobei das Ermittlerduo Wyndham und Banerjee den Anschlag auf den Thronprinzen Sambalpurs untersucht. Dafür reisen sie nach Sambalpur an den Hof des dortigen Maharadschas, wo jeder ein Motiv zu haben scheint und das Land noch mehr indisch als britisch ist. Man erfährt viel über das Leben in der damaligen Zeit, insbesondere über das Leben am Hofe und den Prunk einer Fürstenfamilie, die von den einfachen Bewohnern wie Götter verehrt werden. Aus britischer Sicht erzählt, werden einige Vorurteile aufgezeigt, teils auch schockierend gut. Es ist ein Roman, der Lust auf eine Indienreise macht, um die genannten Schauplätze auch mit eigenen Augen zu sehen, aber vielleicht nicht unbedingt in der Monsunzeit. Mir hat der Schreibstil Mukherjees gut gefallen, er lässt sich viel Zeit, um die Szenerie zu beschreiben, wunderbar detailreich und auch die Handlung nimmt nur langsam Fahrt auf, das Ende hingegen ist sehr schnell und plötzlich erzählt und kommt etwas abrupt. Es enthält schöne Wendungen, die zwar teils vorhersehbar sind, aber meinen Lesegenuss nicht allzu sehr störten. Mir hat das Buch gefallen und ich habe Lust bekommen, auch noch Teil 1 zu lesen.

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Im Bann zweier Welten

Von: Angela

20.08.2018

Abir Mukherjee zieht den Leser mit seinem Kriminalroman in die Welt Britisch-Indiens des frühen 20. Jahrhunderts. Die einzigartigen Charaktere, sowie die vielfach vorkommenden Landesausdrücke, die in den Fließtext eingebaut sind, lassen in der Leservorstellung ein faszinierendes, farbenprächtiges Indien entstehen - mit all der Flora und Fauna, den Gesellschaftsstrukturen und Feiertagen, der landestypischen Mystik und Religion und natürlich der Politik der Briten und den Höfen der Maharadschas. Die Verwurzelung der Geschichte innerhalb realer Historie lässt die Handlung umso glaubwürdiger und fesselnder erscheinen - und das über ganze 500 Seiten! Die detaillierten Charaktere flößen der Geschichte Leben ein und bieten außerdem - v.a. durch Einblicke in die Gedankenwelt des Scotland-Yard-Ermittlers Sam Wyndham - spannende Nebenhandlungen in Sachen Liebe und Kulturschock. Gerade letzterer beschäftigt diesen Charakter hauptsächlich und lässt den Leser umso mehr in die Welt Indiens und deren Geschichte, die eng mit Großbritannien verknüpft ist, einfühlen - auch über die Grenzen des Buchs hinaus. Wer also gerne fesselnde Kriminalromane liebt und darüber hinaus Interesse für das Reisen und die Historie anderer Länder birgt für den ist dies das perfekte Buch. Für alle anderen sei gesagt: Die höfischen und politischen Intrigen und Ränke, eingebettet in der faszinierenden Welt Indiens, bieten spannende Abwechslung und haben allemal das Zeug zu 500 Seiten purem Lesegenuss. Da kann man auch gerne über kleine Ungereimtheiten in der Story hinweg sehen, zumal sich diese auf ein Minimum beschränken. Tipp: Nützlich zu wissen: Am Ende des Buches werden landestypische Begriffe im Glossar erklärt. (Für alle Lesewütigen, die dazu neigen sich sofort in die Geschichte zu stürzen. Fußnoten gibt es nämlich leider keine.) Und zum Schluss: Das Cover macht sich außerdem wunderbar im Buchregal ;)

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