Leserstimmen zu
Nicht weg und nicht da

Anne Freytag

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Loslassen... Anne Freytags Bücher sind ein Phänomen für sich. Sie gehören zu den Büchern, die man am liebsten sofort verschlingt, aber gleichzeitig auch noch gerne aufhebt, damit man sie immer noch vor sich hat. Nicht weg und nicht da ist genauso so ein Buch. Ich habe es mir lange aufgehoben und auf den passenden Moment gewartet. Ich wusste nämlich, dass diese Geschichte sehr ans Herz geht. Nun aber war meine Zeit gekommen, Luise, Jacob und Kristopher endlich kennenzulernen. In Nicht weg und nicht da, lernen wir zu Beginn die 15 jährige Luise kennen, die ihren Bruder kurz zuvor verloren hat. Wütend und voller Trauer versteckt sie ihr Inneres hinter einer Mauer und ganz viel Sarkasmus. Dabei lässt sie kaum Jemanden an sich ran. Ihr Äußeres wirkt auf Manche provokant und auf andere verletzlich oder mitleiderregent, denn sie hat sich nach dem Tod ihres Bruders, die Haare komplett abrasiert. An ihrem 16. Geburtstag bekommt sie eine email von ihrem toten Bruder, worin er erklärt, er sei in einer Art Zwischenwelt und nur sie könne ihm helfen, den Weg dort heraus zu finden. Kurz zuvor lernte Luise Jacob kennen und sie verbringt gerne die Zeit mit ihm. Das wiederum bringt sie in eine Art Gewissenskonflikt, denn auf der einen Seite möchte sie trauern und auf der anderen Seite fühlt sie sich glücklich. Wieder einmal hat Anne Freytag bewiesen, was sie kann. Nämlich Geschichten schreiben! Sie gehen ans Herz und vermitteln einem das Gefühl, als wäre man Teil des Ganzen. Was auch dafür sorgt, dass man, auch nach Beenden des Buches, noch lange an die Personen zurückdenkt, die darin eine Rolle spielten. Ganz besonders hier. Ich habe die drei Hauptcharaktere so sehr lieb gewonnen, allen voran Kristopher, mit seinen Schwächen und seinen Stärken. Und obwohl der nicht da war, war er nicht weg. Immer präsent! Stück für Stück verblasst er aber, wie ein Stern am Himmel, kein Wunder, dass da kein Auge trocken blieb. Aber auch Luise & Jacob haben mich begeistert, mit ihrer verletzlichen Art. Ich konnte zuschauen, wie sie gewachsen und gereift sind, sodass ich sie am Ende, mit einem guten Gefühl, gehen lassen konnte, auch wenn es schwer fiel. "Loslassen" ist hier das große Thema. Wie soll man aber jemanden verabschieden, der plötzlich nicht mehr da ist und es zudem auch nicht versteht, warum er gegangen ist? Fragen, die Luise, aber auch der Leser, nach und nach beantwortet bekommt. Fazit: Anne Freitag hat wieder mal, auf sehr einfühlsame Weise, eine Geschichte mit warmherzigen Charakteren geschrieben, die nicht nur traurig und nachdenklich macht, sondern auch positiv nach vorne schauen lässt.

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Rührend und wunderschön!!!

Von: Lina Franke aus Delmenhorst

24.10.2019

Eigentlich kann ich zu diesem Buch nur eins sagen, "Wow". Mir wurde noch nie zuvor eine Liebesgeschicbte auf diese Art und Weise beschrieben. So zärtlich und wunderschön. Die Charaktereigenschaften sind total ausgeprägt, sodass man ein direktes Bild von den Protagonisten hat. Ich kann nur empfehlen, dieses Buch zu lesen, allerdings ist es nichts fürn schwache Nerven, da einige sehr traurige Momente vorkommen. In diesem Sinne kann ich nur sagen, habt immer eine Packung Taschentücher neben euch liegen, wenn ihr dieses Buch lest ; )

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Ich habe 'Mein bester letzter Sommer' von Anne Freytag gelesen und danach war klar, dass ich aich ihre anderen Bücher lesen würde, also habe ich ganz schnell zu 'Nicht weg und nicht da' gegriffen. Nachdem ihr Bruder gestorben ist, rasiert sich Luise all ihre Haare und trennt sich auch von der Person, die sie mal war. Sie trifft auf Jacob und auch wenn Luisa ihn nicht an sich heranlassen möchte, entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen. Dann bekommt Luise E-Mails von ihrem toten Bruder und entdeckt das Leben ganz neu. Luise ist sehr verschlossen und hat sich von allen abgekapselt. Sie versucht zu verstehen, was mit ihrem Bruder war und war ein wirklich toller Charakter. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung durch und wirkt zwischendurch viel reifer als ihre 16 Jahre. Ich mochte sie sehr gerne und habe ihre distamzierte Art gegenüber Jacob nachvollziehen können. Jacob fand ich wirklich klasse und er war mir schon zu Beginn sehr sympathisch. Obwohl er nicht genau wusste, wie er Luisa helfen soll, war er ihr doch eine Stütze und für sie da. Manchmal reicht nämlich genau das. Ich habe mich zu Beginn sehr schwer damit getan Luisas Bruder zu verstehen und seine Handlungen nachzuvollziehen. Doch dann kam die erste Mail und die war so wundervoll geschrieben, dass man langsam anfing ihn zu verstehen und mit jeder Mail wurde es leichter. Man konnte langsam nachvollziehen wieso er tat, was er tat. Es war nicht so emotional wie 'Mein bester letzter Sommer' und hat mich auch nicht zu Tränen gerührt. Aber das hat bisher auch nur ein Buch geschafft und 'Nicht weg und nicht da' war trotzdem ein unglaublich tiefgründiges und wundervolles Buch. Es war berührend, traurig, dramatisch, aber zeitgleich auch einfach wunderschön. Ich liebe den Schreibstil von Anne Freytag, denn trotz des schweren Themas findet sie eine Leichtigkeit und macht jedes ihrer Bücher zu etwas besonderem. Ihre Bücher gehören zu den wenigen Büchern, in die ich Post Its klebe, da es so viele schöne Momente und Zitate gab. Das Cover passt sehr gut zur Geschichte und der Titel sogar noch umso mehr. Ich liebe es, wenn Cover und Titel zur Geschichte passen und hier hätte man nichts besseres finden können. Dezent, aber ausdrucksstark und voller Tiefe.

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Informationen zum Buch: Titel: Nicht weg und nicht da Autorin: Anne Freytag 480 Seiten 16,00 Euro (Deutschland) Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag Erschienen am 19. März 2018 Empfohlen ab 14 Jahren Heyne fliegt Verlag ISBN: 978-3-453-27159-3 Über die Autorin: Name: Anne Freytag Geboren: 1982 Weitere Bücher von Anne Freytag: Mein bester letzter Sommer, Den Mund voll ungesagter Dinge Anne Freytag ist eine deutsche Autorin. Sie studierte International Management und arbeitete als Grafikdesignerin und Desktop-Publisherin bevor sie mit dem Schreiben begann. Ihre ersten beiden Jugendbücher wurden für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Klappentext: Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihren sechzehnten Geburtstag eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt- die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern des Lebens wiederzufinden... Meine Buchrezension: Nachdem ich schon mehrere Bücher von Anne Freytag gelesen habe stand für mich schon klar, dass ich auch dieses Buch lesen werde. Und wer es noch nicht gelesen hat sollte das auf jeden Fall schnell ändern! :) Das Cover ist wunderschön gestaltet! Darauf sieht man den dunkelblauen Sternenhimmel bei Nacht und unten am Rand Luise und Jacob in Hand in Hand stehen. Das passt finde ich sehr gut zur Geschichte. Der Schreibstil hat mir auch wie in den vorherigen Büchern von Anne Freytag von Anfang an sehr gut gefallen. Da die Kapitel alle überhaupt nicht lang waren, kam man viel schneller mit dem Lesen vorran, als man eigentlich wollte. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr leicht und flüssig geschrieben. Mit den Charakteren kam ich auch sehr schnell ganz gut klar. Anfangs war ich etwas skeptisch, was Jacob betraf, aber schnell merkte ich, dass er doch ein total netter Junge war. Nur Luises Mutter war mir weiterhin ein Dorn im Auge... Während des Lesens der Geschichte konnte ich mich sehr gut in die Situation von Luise hineinversetzen, da es alles so realistisch erschien. Ich stelle es mir wahnsinnig schwierig vor über den Tod des eigenen Bruders hinwegzukommen. Luise war für mich in meinen Augen ein sehr starkes Mädchen, dass versuchte das irgendwie zu bewältigen. Und selbstverständlich ist das nicht gerade einfach wenn man seinen Bruder verloren hat. Da fand ich es auch wichtig, dass Luise in eine Therapie geht und ihre Gedanken und Gefühle freien Lauf lassen konnte. Das ist in so einer Situation verdammt wichtig, dass da jemand ist, der dir zuhört und dir Hilfe anbietet. Achtung! In den nächsten Abschnitten können SPOILER enthalten sein! Die Nachrichten von Kristopher haben selbst mich etwas geschockt, aber es war ja auch irgendwie eine besondere Art von Kristopher sich von seiner Schwester Luise endgültig zu verabschieden. Was ich bemerkenswert gut fand, war dass Luise sich an Kristophers Worte in den E-Mails gehalten hat, also z.B. ihren Geburtstag feiern, ein Hobby suchen, und vieles mehr. Ich glaube, an ihrer Stelle hätte ich in der Zeit andere Dinge im Kopf gehabt anstatt Geburtstag zu feiern oder mir ein Hobby zu suchen... Daran merkte man wieder wie viel ihr Kristopher einfach bedeutet hat! Die erste Begegnung zwischen Jacob und Luise fand ich ein wenig seltsam, aber wenn man sich in Luise hineinversetzt, konnte man völlig nachvollziehen, warum sie auf der Treppe fast zusammengebrochen wäre. Ich fand es einfach total lieb von Jacob, dass er Luise in sein Herz schloss und sich daraus bald eine dicke Freundschaft entwickelte. Er war für sie da und hatte immer ein offenes Ohr. Und das war einfach schön! Ich hatte oft das Gefühl dass Luise dringend jemanden brauchte, der einfach für sie da war. Und zu ihrer Mutter hatte sie ja nicht gerade das beste Verhältnis, wenn sie fast nie da war. Schon bald hatte man auch gemerkt, dass sich zwischen Luise und Jacob mehr entwickelte als bloß eine Freundschaft. Das merkte man da ran, dass auch Jacob sich nach und nach gegenüber Luise öffnete und ihr Dinge erzählte, die er sonst nur verheimlichte. Dass die beiden es tatsächlich schafften, dass Luise den Tod ihres Bruders Kristopher weitestgehend positiv verarbeiten konnte, hätte ich niemals gedacht! Natürlich wird Luise ihren Bruder immer lieben und niemals vergessen. Aber nun ist sie sich sicher, dass es nicht ihre Schuld war, dass sich Kristopher umgebracht hat. Fazit: Anne Freytag hat es geschafft dieses ernste Thema richtig realistisch rüberzubringen und dem Leser das Gefühl zu geben, als wäre man selbst betroffen. Das Buch ist definitiv lesenswert! Es behandelt ein wichtiges Thema, dass nicht einfach so verdrängt werden sollte, da solche Vorfälle ja leider doch immer häufiger vorkommen.

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"Nicht weg und nicht da" ist ein absolut einzigartiges und berührendes Buch, welches man unbedingt lesen sollte. Wenn das Leben einfach weitergeht, obwohl du dich dafür weder gewappnet, noch bereit fühlst. Wenn du das Gefühl hast, als würdest du nicht mehr dazugehören. Wenn alles an dir vorbeizieht und du einfach stehen bleibst. Luise ist völlig durch den Wind und überfordert. Ihr geliebter Bruder ist einfach weg, fort, tot. Den einzigen Ausweg, den sie sieht, ist, sich von ihrem alten Leben zu trennen. Also rasiert sie sich den Kopf und zieht ihre innere Mauer höher, als es gut für sie ist. Als Jacob auf Luise trifft, erkennt er sofort die Faszination ihres Seins. Doch von ihrer Seite kommt gar nichts. Sie möchte lieber auf Abstand bleiben - bis sie eine E-Mail von ihrem verstorbenen Bruder erhält. Luise versteht die Welt nicht mehr und die Trauer scheint sie zu übermannen. Und langsam bröckelt die Mauer, hinter der sie sich versteckt, vor allem Jacob gegenüber. Gemeinsam mit ihm und weiteren E-Mails ihres Bruders versucht Luise, sich wieder ins Leben zu kämpfen. Das Cover ist in einem dunklen Blau gehalten und zeigt den Sternenhimmel in einer tiefdunklen Nacht. Am unteren Rand stehen Jacob und Luise, Hand in Hand und schauen in den Himmel hinauf. Dort sieht man Kristopher, der wie ein Sternbild aussieht. Es scheint, als würde er die Sterne, die am Firmament stehen als eine Art Kletterwand benutzen, um für sich einen Weg aus dem tristen Leben zu finden. Für mich passt das Cover nicht nur perfekt zum Buch selbst, sondern sagt auch einfach so viel aus, was ich wirklich toll finde. Luise wird von der Trauer und Einsamkeit übermannt, seit ihr Bruder nicht mehr bei ihr ist. Er war ihr bester Freund, ihr Fels in der Brandung. Nun fühlt sie sich komplett verlassen und scheint sich vor der Welt und dem Leben verstecken zu wollen. Erst als sie auf Jacob trifft, scheint die Fassade ganz langsam zu bröckeln. Luise muss sehr stark sein, um die Trauer um ihren Bruder zu verwinden, Jacob zu vertrauen und auch, um weiterzuleben. Doch in Jacob hat sie einen tollen Begleiter für diesen steinigen Weg gefunden. Die Mails von ihrem Bruder lassen einerseits die Trauer um ihn wieder extrem aufleben, doch sie helfen ihr auch, ihren Weg im Leben zu finden. Luise ist eine wunderbare Protagonistin, die ich von Beginn an super verstanden habe und die ich einfach nur erstaunlich finde. Jacob wirkt sehr einsam, verschlossen und geheimnisvoll. Er lässt nur sehr selten wirklich jemanden an sich heran. Doch Luise hat direkt ein Gefühl in ihm geweckt, weshalb er sie unbedingt näher kennenlernen möchte. Er ist ein toller Freund und eine große Stütze für Luise, einfach weil er so liebevoll und auch verständnisvoll ist. Von sich selbst jedoch gibt er nicht wirklich viel preis, was ihn einerseits sehr geheimnisvoll macht, andererseits aber auch einen Keil zwischen eine neue und zarte Freundschaft treiben kann. Ich finde Jacob bewundernswert. Er ist ein Freund, den man sich an seiner Seite wünscht, weil er immer da ist, wenn man ihn braucht und man ihm blind vertrauen kann. Kristopher ist ein Charakter, den wir leider nur aus seinen E-Mails kennenlernen dürfen, doch diese sagen unglaublich viel über ihn aus. Vor allem erkennt man, wie sehr er seine Schwester liebt und wie wichtig sie ihm ist. Außerdem war er sehr wissbegierig und intelligent. "Nicht weg und nicht da" ist bewegend, aufwühlend und eine Liebeserklärung an das Leben. Der Schreibstil von Anne Freytag ist absolut fesselnd und einnehmend. Das Buch hat mich direkt überzeugt und in einen Bann genommen, der mich tief mit der Geschichte verbunden hat. Die Protagonisten erscheinen so echt, so real, fast als würden sie direkt vor einem stehen und mit einem sprechen. Dies hat mich dazu gebracht, zu 100% mit ihnen mitfühlen zu können und es hat sich angefühlt, als wäre ich mit ihnen befreundet. Ich habe mit ihnen gelitten, gelacht, geweint und getrauert. Ich kann das Buch komplett und absolut weiterempfehlen und es hat sich seinen Platz in meinen Lese-Highlights redlich verdient.

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Allgemeine Infos: Autorin: Anne Freytag Seitenanzahl: 480 Verlag: Heyne Verlag Preis: 16,00 Euro ISBN: 978-3453271593 Inhalt: Wie geht man mit dem Tod der Person um, die dir am nächsten stand? Nach dem Selbstmord ihres Bruders weiß Luise nicht mehr weiter: ihre Eltern leben getrennt, ihre Mutter ist wegen ihrer Arbeit fast nie zu Hause und Luise verbringt einen Großteil des Tages zu Hause. Bis sie Jacob trifft, der etwas anderes in ihr sieht, als das ‚gesunde‘ Mädchen, dessen kranker Bruder sich umgebracht hat. Ab der ersten Begegnung ist er fasziniert von Luise, ihrer zurückhaltenden, verschlossenen Art, ihren Augen und ihren radikal kurzgeschnitten Haaren. An ihrem sechszehnten Geburtstag bekommt sie die erste Mail von ihrem toten Bruder. Viele weitere Mails folgen, jede mit Geschichten aus der Vergangenheit oder Aufgaben für Luise. Gemeinsam mit Jacob beginnt sie diese Aufgaben zu erfüllen – Aufgaben aus dem Jenseits, die Luises Leben verändern… Erster Satz: „Ich halte noch immer den Langhaarrasierer in der Hand.“ Meinung: Wir haben das Buch netterweise als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen also erst einmal ein ganz großes Dankeschön an das Bloggerportal und den Heyne Verlag! Es geht los mit dem Cover: Das Cover hat mich schon begeistert, als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe! Ich liebe Sterne sowieso schon, aber kennt man die Geschichte hinter dem Cover, bekommt dieses nochmal eine ganz andere Bedeutung! Die Kapitel sind wechselnd aus Luises und Jacobs Sicht geschrieben und haben pro Tag eine Art „Titelseite“ mit dem Datum und einer kleinen Zeichnung passend zum jeweiligen Tag. Auch die Innenseite des Buchdeckels ist mit Definitionen von Begriffen und Notizen besonders gestaltet. Und es gibt eine Playlist!! Ich liebe Bücher mit einer Playlist, die zum Buch passt! In Nicht weg und nicht da werden im Buch immer wieder Lieder erwähnt, die man am Ende alle in einer Liste findet – im Design der Playlists bei Spotify: einfach wunderschön!!! Nach dem Lesen habe ich mir sofort eine Playlist mit allen Liedern erstellt und sie einmal durchgehört! Klappt man das Buch auf, fällt zuerst die Innenseite des Buchdeckels auf, die wie ein Notizblatt mit handgeschriebenen Wörtern und ihren Definitionen gestaltet ist. Auch darauf bezieht sich die Autorin im Buch und obwohl man sich vor dem Lesen noch fragt, was es mit der Liste wohl auf sich hat, versteht man sie, wenn man das Buch nach dem Lesen zuklappt! Mit wunderschön kann man auch den Schreibstil von Anne Freytag beschreiben!!! Ich habe soo viele Klebezettelchen in das Buch geklebt, um mir wenigstens die schönsten Zitate zu markieren, obwohl eigentlich fast jede Seite ein Zettelchen verdient hätte! Besonders Luises Gedanken enthielten so viele nachdenkliche Stellen, in denen sie über die Folgen und Ursachen des Selbstmords ihres Bruders nachdenkt, sogar die ein oder andere von Luise gehasste Therapiestunde hat einen Klebezettel verpasst bekommen! „Ich frage mich, warum es im Deutschen nur ein Wort für Himmel gibt. Man kommt in den Himmel, und der Himmel ist blau. Im Englischen kann man unterscheiden. Es gibt sky und heaven. Als wären es ganz klar verschiedene Dinge.“ (S. 385) Der Schreibstil ist unglaublich detailliert und auch alltägliche Details, wie der Name einer Pizzeria oder z.B. Spotify werden erwähnt, die das Buch lebendiger und persönlicher machen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin wirklich eine wahre Geschichte wiedergibt, weil Details genannt wurden, wie die aktuelle Reklame an der Bushaltestelle oder der Name einer aktuellen Serie, die nicht notwendigerweise erwähnt werden müssen, aber den Schreibstil ausmachen. Mir kam es so vor, als hätte Anne Freytag wirklich Themen in ihr Buch eingebaut, die sie beim Schreiben alltäglich beschäftigt haben! Auch die Charaktere sind sehr ausgeprägt und umfangreich beschrieben, sodass ich am Ende des Buches das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen! Sowohl Luise als auch Jacob haben beide Probleme in ihrer Vergangenheit gehabt, die sich bis auf die Zukunft auswirken und sie haben gleichzeitig eine ähnliche und unterschiedliche Art, diese zu verarbeiten. Besonders die Kapitel aus Luises Sicht habe ich förmlich verschlugen – ich mochte sie wirklich gerne und sie war mir sofort sympathisch. Ihre Erzählungen und Gedanken über ihren Bruder sind so lebendig und detailliert, dass ich sogar das Gefühl hatte, ihn zu kennen, obwohl er tot ist. „Denk immer an die Person, die du warst, bevor die Welt dir beigebracht hat, wer du sein sollst.“ (S. 56) Besonders bei Nicht weg und nicht da sind auf jeden Fall auch die Mails, die Luise von ihrem Bruder nach seinem Tod bekommt. Jede dieser Mails hat mich berührt, sowohl beim Lesen der Mails als auch beim Lesen von Luises Reaktion darauf und auch hier habe ich einige Stellen mit Zettelchen markiert. Gestaltet sind die Mails wie im echten Mailprogramm mit Absender etc. – wieder ein Detail, dass das Buch so speziell und wunderschön macht! Nur die späte Auflösung von Jacobs Vergangenheit hat mich etwas gestört. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das auch schon ein bisschen früher passieren können. Fazit: Das Buch hat mich in allen Punkten begeistert: Schreibstil, starke Charaktere, Handlung, Emotionen – Nicht weg und nicht da ist ein Buch, das man nicht so schnell vergisst und worüber man noch lange nachdenkt! Ich habe vorher schon so oft gehört, dass Anne Freytags Bücher ganz besonders und wunderschön sind: Nicht weg und nicht da ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und es hat meine hohen Erwartungen zu 100% erfüllen können! Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher der Autorin lesen! Lieblingszitat: „Meine Welt funktioniert nicht ohne Kristopher. Es ist wie bei einer Gleichung. Wenn er fehlt, komme ich nicht weiter. Man kann nicht einfach auf der einen Seite etwas wegnehmen, ohne es auf der anderen anzupassen. Ich bin unvollständig. Und ich werde niemals herausfinden, was x ist.“ (S. 39) Bewertung: 5/5 Sternen

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Kurzbeschreibung: Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken ... Cover: Das Cover ist wunderschön und absolut passend für diese Geschichte. Es ist dezent und doch aussagekräftig und stark. Und auch bei der Innengestaltung spürt man die große Liebe zum Detail. Meine Meinung: Anne Freytag ist zurzeit eine wirklich gefeierte Autorin, deshalb gehe ich an ihre Bücher doch mit einem höheren Anspruch heran. Von "Mein bester letzter Sommer" war ich zwar berührt, aber nicht umgehauen worden. Aber mit diesem Buch hat die Autorin mich. "Nicht weg und nicht da" transportiert eine Geschichte, die sensibel und emotional ist. Die einen berührt - zutiefst. Es geht neben Verlust und Trauerarbeit auch um Themen wie psychische Störungen und Selbstmord. Es geht nicht nur um die Situation nach dem Freitod von Luises Bruder, sondern auch um seine inneren Beweggründe. Kristophers E-Mails erzählen seine ganz eigene Geschichte. Die Liebe zu seiner kleinen Schwester spürt man in jeder Zeile. Und Stück für Stück bringt er Luise ins Leben zurück. Eine ebenso große Rolle bei Luises Trauerarbeit spielt Jacob. Der stille, schweigsame Jacob. Zeit mit ihm zu verbringen, sich zu öffnen und mit ihm zu reden, bringt wieder kleine Lichtblicke in Luises Leben. Es entsteht langsam eine innige Liebe, geprägt von Vertrauen, Hoffnung, Verlust und Schmerz. Anne Freytags wunderbarer leichter Schreibstil führt uns dabei durch die verschiedenen Phasen der Trauer. Die Autorin schafft es, in ihren kurzen Sätzen und Kapiteln mehr Tiefe und Bedeutung unterzubringen, als andere in ganzen Kapiteln. Sie scheint bei ihrer detailgetreuen Beschreibung immer den Fokus auf die wirklich wichtigen Details zu legen. Man steckt gefühlstechnisch mitten im Geschehen. Man fühlt, was Luise fühlt. Man weint, wenn Luise weint. Taschentücher sollte man sich definitiv bereitlegen. Diese Geschichte ist sanft, aber gewaltig. Fazit: Anne Freytag erzählt eine Geschichte von Trauer, Schmerz und Hoffnung. Man erlebt Luise in den Phasen der Wut, des Abschieds und des Loslassens. Man schöpft mit ihr neuen Mut, um wieder ins Leben zurückzufinden. Berührend, emotional, intensiv. Ein großartiges Jugendbuch und eine bewegende Geschichte.

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Mit dem Tod ihres Bruders bricht für Luise eine Welt zusammen. Wütend und ängstlich schottet sie sich ab – bis sie eines Tages eine E-Mail bekommt. Eine E-Mail von Kristopher, ihrem toten Bruder. Nun beginnt eine Reise: aus ihr selbst, zu ihr selbst und zu Jacob, dem Jungen mit dem ernsten Blick, dem sie zufällig begegnet ist und den sie nicht vergessen kann. Anne Freytag ist ja bereits seit einiger Zeit in aller (Blogger-)Munde, nun wollten wir uns selbst ein Bild machen. Thematisch erinnert es uns an "Und wenn die Welt verbrennt" und "All die verdammt perfekten Tage". Der Autorin gelingt es, die beiden jungen Erwachsenen einzufangen, ohne zu viel preiszugeben. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven von Luise und Jacob geschrieben. Zu Beginn kann die Kürze der Kapitel etwas irritieren, aber wir waren schnell "im Flow" und damit mitten in der Story gefangen. Sehr einfühlsam erzählt Anne Freytag von Luises Schmerz und balanciert dabei gekonnt zwischen den emotionalen Polen. Kristophers Krankheit wird beeindruckenderweise weder zu groß noch zu klein geredet. Auch Luises Schuldgefühle und die Abgrenzung zur Welt thematisiert sie nachvollziehbar und ohne Übertreibungen. Als Gegenpart lernen wir Jacob kennen, der jedoch selbst kein unbeschriebenes Blatt ist – zum Glück! So wird das Klischee des rettenden Helden und der Jungfrau in Not zwar leicht gestreift, dann aber durch eine Beziehung auf Augenhöhe umschifft. Auch Jacobs Geschichte hat es in sich, wenn auch auf eine andere Art als die von Luise. Hier werden weitere Probleme aufgenommen, mit welchen sich junge Menschen konfrontiert sehen können, hierbei spielen vor allem Machtlosigkeit, Nähe und die Suche nach dem eigenen Weg eine zentrale Rolle. Aber wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten und verzichten darum lieber auf Details. Die Geschichte berührt viele Themen, die grade in der Jugend wichtig sind, auch wenn der Umgang mit diesen zum Teil doch etwas "zu schön, um wahr zu sein" erscheint. Aber wenn man dies als Motivation und Hoffnung betrachtet, tut es dem Ganzen keinen Abbruch. "Nicht weg und nicht da" ist ein zarter, schöner Roman für Jugendliche und junge Erwachsene über die Liebe, das Sterben und das Leben. An einigen Stellen hat uns das Buch sehr berührt, an anderen war die Geschichte etwas zu glücklich und positiv. Von uns erhält der Roman 3 1/2 von 5 Sternen für eine emotionale Geschichte, die sich schnell liest und neben den "krassen" Erlebnissen der Protagonisten auch einige typische Problematiken des Erwachsenwerdens mit einschließt. Protipp: Nicht unterwegs lesen, es kann zu Tränen kommen.

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