Leserstimmen zu
Nicht weg und nicht da

Anne Freytag

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Hardcover
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Informationen zum Buch: Titel: Nicht weg und nicht da Autorin: Anne Freytag 480 Seiten 16,00 Euro (Deutschland) Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag Erschienen am 19. März 2018 Empfohlen ab 14 Jahren Heyne fliegt Verlag ISBN: 978-3-453-27159-3 Über die Autorin: Name: Anne Freytag Geboren: 1982 Weitere Bücher von Anne Freytag: Mein bester letzter Sommer, Den Mund voll ungesagter Dinge Anne Freytag ist eine deutsche Autorin. Sie studierte International Management und arbeitete als Grafikdesignerin und Desktop-Publisherin bevor sie mit dem Schreiben begann. Ihre ersten beiden Jugendbücher wurden für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Klappentext: Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihren sechzehnten Geburtstag eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt- die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern des Lebens wiederzufinden... Meine Buchrezension: Nachdem ich schon mehrere Bücher von Anne Freytag gelesen habe stand für mich schon klar, dass ich auch dieses Buch lesen werde. Und wer es noch nicht gelesen hat sollte das auf jeden Fall schnell ändern! :) Das Cover ist wunderschön gestaltet! Darauf sieht man den dunkelblauen Sternenhimmel bei Nacht und unten am Rand Luise und Jacob in Hand in Hand stehen. Das passt finde ich sehr gut zur Geschichte. Der Schreibstil hat mir auch wie in den vorherigen Büchern von Anne Freytag von Anfang an sehr gut gefallen. Da die Kapitel alle überhaupt nicht lang waren, kam man viel schneller mit dem Lesen vorran, als man eigentlich wollte. Die Geschichte ist auf jeden Fall sehr leicht und flüssig geschrieben. Mit den Charakteren kam ich auch sehr schnell ganz gut klar. Anfangs war ich etwas skeptisch, was Jacob betraf, aber schnell merkte ich, dass er doch ein total netter Junge war. Nur Luises Mutter war mir weiterhin ein Dorn im Auge... Während des Lesens der Geschichte konnte ich mich sehr gut in die Situation von Luise hineinversetzen, da es alles so realistisch erschien. Ich stelle es mir wahnsinnig schwierig vor über den Tod des eigenen Bruders hinwegzukommen. Luise war für mich in meinen Augen ein sehr starkes Mädchen, dass versuchte das irgendwie zu bewältigen. Und selbstverständlich ist das nicht gerade einfach wenn man seinen Bruder verloren hat. Da fand ich es auch wichtig, dass Luise in eine Therapie geht und ihre Gedanken und Gefühle freien Lauf lassen konnte. Das ist in so einer Situation verdammt wichtig, dass da jemand ist, der dir zuhört und dir Hilfe anbietet. Achtung! In den nächsten Abschnitten können SPOILER enthalten sein! Die Nachrichten von Kristopher haben selbst mich etwas geschockt, aber es war ja auch irgendwie eine besondere Art von Kristopher sich von seiner Schwester Luise endgültig zu verabschieden. Was ich bemerkenswert gut fand, war dass Luise sich an Kristophers Worte in den E-Mails gehalten hat, also z.B. ihren Geburtstag feiern, ein Hobby suchen, und vieles mehr. Ich glaube, an ihrer Stelle hätte ich in der Zeit andere Dinge im Kopf gehabt anstatt Geburtstag zu feiern oder mir ein Hobby zu suchen... Daran merkte man wieder wie viel ihr Kristopher einfach bedeutet hat! Die erste Begegnung zwischen Jacob und Luise fand ich ein wenig seltsam, aber wenn man sich in Luise hineinversetzt, konnte man völlig nachvollziehen, warum sie auf der Treppe fast zusammengebrochen wäre. Ich fand es einfach total lieb von Jacob, dass er Luise in sein Herz schloss und sich daraus bald eine dicke Freundschaft entwickelte. Er war für sie da und hatte immer ein offenes Ohr. Und das war einfach schön! Ich hatte oft das Gefühl dass Luise dringend jemanden brauchte, der einfach für sie da war. Und zu ihrer Mutter hatte sie ja nicht gerade das beste Verhältnis, wenn sie fast nie da war. Schon bald hatte man auch gemerkt, dass sich zwischen Luise und Jacob mehr entwickelte als bloß eine Freundschaft. Das merkte man da ran, dass auch Jacob sich nach und nach gegenüber Luise öffnete und ihr Dinge erzählte, die er sonst nur verheimlichte. Dass die beiden es tatsächlich schafften, dass Luise den Tod ihres Bruders Kristopher weitestgehend positiv verarbeiten konnte, hätte ich niemals gedacht! Natürlich wird Luise ihren Bruder immer lieben und niemals vergessen. Aber nun ist sie sich sicher, dass es nicht ihre Schuld war, dass sich Kristopher umgebracht hat. Fazit: Anne Freytag hat es geschafft dieses ernste Thema richtig realistisch rüberzubringen und dem Leser das Gefühl zu geben, als wäre man selbst betroffen. Das Buch ist definitiv lesenswert! Es behandelt ein wichtiges Thema, dass nicht einfach so verdrängt werden sollte, da solche Vorfälle ja leider doch immer häufiger vorkommen.

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"Nicht weg und nicht da" ist ein absolut einzigartiges und berührendes Buch, welches man unbedingt lesen sollte. Wenn das Leben einfach weitergeht, obwohl du dich dafür weder gewappnet, noch bereit fühlst. Wenn du das Gefühl hast, als würdest du nicht mehr dazugehören. Wenn alles an dir vorbeizieht und du einfach stehen bleibst. Luise ist völlig durch den Wind und überfordert. Ihr geliebter Bruder ist einfach weg, fort, tot. Den einzigen Ausweg, den sie sieht, ist, sich von ihrem alten Leben zu trennen. Also rasiert sie sich den Kopf und zieht ihre innere Mauer höher, als es gut für sie ist. Als Jacob auf Luise trifft, erkennt er sofort die Faszination ihres Seins. Doch von ihrer Seite kommt gar nichts. Sie möchte lieber auf Abstand bleiben - bis sie eine E-Mail von ihrem verstorbenen Bruder erhält. Luise versteht die Welt nicht mehr und die Trauer scheint sie zu übermannen. Und langsam bröckelt die Mauer, hinter der sie sich versteckt, vor allem Jacob gegenüber. Gemeinsam mit ihm und weiteren E-Mails ihres Bruders versucht Luise, sich wieder ins Leben zu kämpfen. Das Cover ist in einem dunklen Blau gehalten und zeigt den Sternenhimmel in einer tiefdunklen Nacht. Am unteren Rand stehen Jacob und Luise, Hand in Hand und schauen in den Himmel hinauf. Dort sieht man Kristopher, der wie ein Sternbild aussieht. Es scheint, als würde er die Sterne, die am Firmament stehen als eine Art Kletterwand benutzen, um für sich einen Weg aus dem tristen Leben zu finden. Für mich passt das Cover nicht nur perfekt zum Buch selbst, sondern sagt auch einfach so viel aus, was ich wirklich toll finde. Luise wird von der Trauer und Einsamkeit übermannt, seit ihr Bruder nicht mehr bei ihr ist. Er war ihr bester Freund, ihr Fels in der Brandung. Nun fühlt sie sich komplett verlassen und scheint sich vor der Welt und dem Leben verstecken zu wollen. Erst als sie auf Jacob trifft, scheint die Fassade ganz langsam zu bröckeln. Luise muss sehr stark sein, um die Trauer um ihren Bruder zu verwinden, Jacob zu vertrauen und auch, um weiterzuleben. Doch in Jacob hat sie einen tollen Begleiter für diesen steinigen Weg gefunden. Die Mails von ihrem Bruder lassen einerseits die Trauer um ihn wieder extrem aufleben, doch sie helfen ihr auch, ihren Weg im Leben zu finden. Luise ist eine wunderbare Protagonistin, die ich von Beginn an super verstanden habe und die ich einfach nur erstaunlich finde. Jacob wirkt sehr einsam, verschlossen und geheimnisvoll. Er lässt nur sehr selten wirklich jemanden an sich heran. Doch Luise hat direkt ein Gefühl in ihm geweckt, weshalb er sie unbedingt näher kennenlernen möchte. Er ist ein toller Freund und eine große Stütze für Luise, einfach weil er so liebevoll und auch verständnisvoll ist. Von sich selbst jedoch gibt er nicht wirklich viel preis, was ihn einerseits sehr geheimnisvoll macht, andererseits aber auch einen Keil zwischen eine neue und zarte Freundschaft treiben kann. Ich finde Jacob bewundernswert. Er ist ein Freund, den man sich an seiner Seite wünscht, weil er immer da ist, wenn man ihn braucht und man ihm blind vertrauen kann. Kristopher ist ein Charakter, den wir leider nur aus seinen E-Mails kennenlernen dürfen, doch diese sagen unglaublich viel über ihn aus. Vor allem erkennt man, wie sehr er seine Schwester liebt und wie wichtig sie ihm ist. Außerdem war er sehr wissbegierig und intelligent. "Nicht weg und nicht da" ist bewegend, aufwühlend und eine Liebeserklärung an das Leben. Der Schreibstil von Anne Freytag ist absolut fesselnd und einnehmend. Das Buch hat mich direkt überzeugt und in einen Bann genommen, der mich tief mit der Geschichte verbunden hat. Die Protagonisten erscheinen so echt, so real, fast als würden sie direkt vor einem stehen und mit einem sprechen. Dies hat mich dazu gebracht, zu 100% mit ihnen mitfühlen zu können und es hat sich angefühlt, als wäre ich mit ihnen befreundet. Ich habe mit ihnen gelitten, gelacht, geweint und getrauert. Ich kann das Buch komplett und absolut weiterempfehlen und es hat sich seinen Platz in meinen Lese-Highlights redlich verdient.

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Allgemeine Infos: Autorin: Anne Freytag Seitenanzahl: 480 Verlag: Heyne Verlag Preis: 16,00 Euro ISBN: 978-3453271593 Inhalt: Wie geht man mit dem Tod der Person um, die dir am nächsten stand? Nach dem Selbstmord ihres Bruders weiß Luise nicht mehr weiter: ihre Eltern leben getrennt, ihre Mutter ist wegen ihrer Arbeit fast nie zu Hause und Luise verbringt einen Großteil des Tages zu Hause. Bis sie Jacob trifft, der etwas anderes in ihr sieht, als das ‚gesunde‘ Mädchen, dessen kranker Bruder sich umgebracht hat. Ab der ersten Begegnung ist er fasziniert von Luise, ihrer zurückhaltenden, verschlossenen Art, ihren Augen und ihren radikal kurzgeschnitten Haaren. An ihrem sechszehnten Geburtstag bekommt sie die erste Mail von ihrem toten Bruder. Viele weitere Mails folgen, jede mit Geschichten aus der Vergangenheit oder Aufgaben für Luise. Gemeinsam mit Jacob beginnt sie diese Aufgaben zu erfüllen – Aufgaben aus dem Jenseits, die Luises Leben verändern… Erster Satz: „Ich halte noch immer den Langhaarrasierer in der Hand.“ Meinung: Wir haben das Buch netterweise als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen also erst einmal ein ganz großes Dankeschön an das Bloggerportal und den Heyne Verlag! Es geht los mit dem Cover: Das Cover hat mich schon begeistert, als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe! Ich liebe Sterne sowieso schon, aber kennt man die Geschichte hinter dem Cover, bekommt dieses nochmal eine ganz andere Bedeutung! Die Kapitel sind wechselnd aus Luises und Jacobs Sicht geschrieben und haben pro Tag eine Art „Titelseite“ mit dem Datum und einer kleinen Zeichnung passend zum jeweiligen Tag. Auch die Innenseite des Buchdeckels ist mit Definitionen von Begriffen und Notizen besonders gestaltet. Und es gibt eine Playlist!! Ich liebe Bücher mit einer Playlist, die zum Buch passt! In Nicht weg und nicht da werden im Buch immer wieder Lieder erwähnt, die man am Ende alle in einer Liste findet – im Design der Playlists bei Spotify: einfach wunderschön!!! Nach dem Lesen habe ich mir sofort eine Playlist mit allen Liedern erstellt und sie einmal durchgehört! Klappt man das Buch auf, fällt zuerst die Innenseite des Buchdeckels auf, die wie ein Notizblatt mit handgeschriebenen Wörtern und ihren Definitionen gestaltet ist. Auch darauf bezieht sich die Autorin im Buch und obwohl man sich vor dem Lesen noch fragt, was es mit der Liste wohl auf sich hat, versteht man sie, wenn man das Buch nach dem Lesen zuklappt! Mit wunderschön kann man auch den Schreibstil von Anne Freytag beschreiben!!! Ich habe soo viele Klebezettelchen in das Buch geklebt, um mir wenigstens die schönsten Zitate zu markieren, obwohl eigentlich fast jede Seite ein Zettelchen verdient hätte! Besonders Luises Gedanken enthielten so viele nachdenkliche Stellen, in denen sie über die Folgen und Ursachen des Selbstmords ihres Bruders nachdenkt, sogar die ein oder andere von Luise gehasste Therapiestunde hat einen Klebezettel verpasst bekommen! „Ich frage mich, warum es im Deutschen nur ein Wort für Himmel gibt. Man kommt in den Himmel, und der Himmel ist blau. Im Englischen kann man unterscheiden. Es gibt sky und heaven. Als wären es ganz klar verschiedene Dinge.“ (S. 385) Der Schreibstil ist unglaublich detailliert und auch alltägliche Details, wie der Name einer Pizzeria oder z.B. Spotify werden erwähnt, die das Buch lebendiger und persönlicher machen. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Autorin wirklich eine wahre Geschichte wiedergibt, weil Details genannt wurden, wie die aktuelle Reklame an der Bushaltestelle oder der Name einer aktuellen Serie, die nicht notwendigerweise erwähnt werden müssen, aber den Schreibstil ausmachen. Mir kam es so vor, als hätte Anne Freytag wirklich Themen in ihr Buch eingebaut, die sie beim Schreiben alltäglich beschäftigt haben! Auch die Charaktere sind sehr ausgeprägt und umfangreich beschrieben, sodass ich am Ende des Buches das Gefühl hatte, sie wirklich zu kennen! Sowohl Luise als auch Jacob haben beide Probleme in ihrer Vergangenheit gehabt, die sich bis auf die Zukunft auswirken und sie haben gleichzeitig eine ähnliche und unterschiedliche Art, diese zu verarbeiten. Besonders die Kapitel aus Luises Sicht habe ich förmlich verschlugen – ich mochte sie wirklich gerne und sie war mir sofort sympathisch. Ihre Erzählungen und Gedanken über ihren Bruder sind so lebendig und detailliert, dass ich sogar das Gefühl hatte, ihn zu kennen, obwohl er tot ist. „Denk immer an die Person, die du warst, bevor die Welt dir beigebracht hat, wer du sein sollst.“ (S. 56) Besonders bei Nicht weg und nicht da sind auf jeden Fall auch die Mails, die Luise von ihrem Bruder nach seinem Tod bekommt. Jede dieser Mails hat mich berührt, sowohl beim Lesen der Mails als auch beim Lesen von Luises Reaktion darauf und auch hier habe ich einige Stellen mit Zettelchen markiert. Gestaltet sind die Mails wie im echten Mailprogramm mit Absender etc. – wieder ein Detail, dass das Buch so speziell und wunderschön macht! Nur die späte Auflösung von Jacobs Vergangenheit hat mich etwas gestört. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte das auch schon ein bisschen früher passieren können. Fazit: Das Buch hat mich in allen Punkten begeistert: Schreibstil, starke Charaktere, Handlung, Emotionen – Nicht weg und nicht da ist ein Buch, das man nicht so schnell vergisst und worüber man noch lange nachdenkt! Ich habe vorher schon so oft gehört, dass Anne Freytags Bücher ganz besonders und wunderschön sind: Nicht weg und nicht da ist das erste Buch der Autorin, das ich gelesen habe und es hat meine hohen Erwartungen zu 100% erfüllen können! Ich werde auf jeden Fall noch andere Bücher der Autorin lesen! Lieblingszitat: „Meine Welt funktioniert nicht ohne Kristopher. Es ist wie bei einer Gleichung. Wenn er fehlt, komme ich nicht weiter. Man kann nicht einfach auf der einen Seite etwas wegnehmen, ohne es auf der anderen anzupassen. Ich bin unvollständig. Und ich werde niemals herausfinden, was x ist.“ (S. 39) Bewertung: 5/5 Sternen

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Kurzbeschreibung: Nach dem Tod ihres Bruders macht Luise einen radikalen Schnitt: Sie trennt sich von ihrem mausgrauen Ich und ihren Haaren. Übrig bleiben drei Millimeter und eine Mauer, hinter die niemand zu blicken vermag. Als Jacob und sie sich begegnen, ist er sofort fasziniert von ihr. Doch Luise hält Abstand. Bis sie an ihrem sechzehnten Geburtstag aus heiterem Himmel eine E-Mail von ihrem toten Bruder bekommt – es ist die erste von vielen. Mit diesen Nachrichten aus der Zwischenwelt und dem verschlossenen Jacob an ihrer Seite gelingt es Luise, inmitten dieser so aufwühlenden wie traurigen Zeit das Glitzern ihres Lebens zu entdecken ... Cover: Das Cover ist wunderschön und absolut passend für diese Geschichte. Es ist dezent und doch aussagekräftig und stark. Und auch bei der Innengestaltung spürt man die große Liebe zum Detail. Meine Meinung: Anne Freytag ist zurzeit eine wirklich gefeierte Autorin, deshalb gehe ich an ihre Bücher doch mit einem höheren Anspruch heran. Von "Mein bester letzter Sommer" war ich zwar berührt, aber nicht umgehauen worden. Aber mit diesem Buch hat die Autorin mich. "Nicht weg und nicht da" transportiert eine Geschichte, die sensibel und emotional ist. Die einen berührt - zutiefst. Es geht neben Verlust und Trauerarbeit auch um Themen wie psychische Störungen und Selbstmord. Es geht nicht nur um die Situation nach dem Freitod von Luises Bruder, sondern auch um seine inneren Beweggründe. Kristophers E-Mails erzählen seine ganz eigene Geschichte. Die Liebe zu seiner kleinen Schwester spürt man in jeder Zeile. Und Stück für Stück bringt er Luise ins Leben zurück. Eine ebenso große Rolle bei Luises Trauerarbeit spielt Jacob. Der stille, schweigsame Jacob. Zeit mit ihm zu verbringen, sich zu öffnen und mit ihm zu reden, bringt wieder kleine Lichtblicke in Luises Leben. Es entsteht langsam eine innige Liebe, geprägt von Vertrauen, Hoffnung, Verlust und Schmerz. Anne Freytags wunderbarer leichter Schreibstil führt uns dabei durch die verschiedenen Phasen der Trauer. Die Autorin schafft es, in ihren kurzen Sätzen und Kapiteln mehr Tiefe und Bedeutung unterzubringen, als andere in ganzen Kapiteln. Sie scheint bei ihrer detailgetreuen Beschreibung immer den Fokus auf die wirklich wichtigen Details zu legen. Man steckt gefühlstechnisch mitten im Geschehen. Man fühlt, was Luise fühlt. Man weint, wenn Luise weint. Taschentücher sollte man sich definitiv bereitlegen. Diese Geschichte ist sanft, aber gewaltig. Fazit: Anne Freytag erzählt eine Geschichte von Trauer, Schmerz und Hoffnung. Man erlebt Luise in den Phasen der Wut, des Abschieds und des Loslassens. Man schöpft mit ihr neuen Mut, um wieder ins Leben zurückzufinden. Berührend, emotional, intensiv. Ein großartiges Jugendbuch und eine bewegende Geschichte.

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»Denk immer daran, Lise, man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt.« **Rezensionsexemplar Diesem Buch liegt eine schwere Thematik zugrunde: Selbstmord. Als Kristopher sich das Leben nimmt, reißt er auch einen Teil von seiner Schwester Luise mit in den Abgrund. Normalerweise ergreifen mich solche Geschichten immer. Ich liebe es, wenn mir traurige Geschichten unter die Haut gehen. Doch hier war das leider nicht der Fall. Nicht weg und nicht da konnte mich irgendwie nicht berühren, emotional einfach nicht zu mir durchdringen, was ich sehr verwunderlich finde. Wie gesagt, normalerweise schlagen solche Themen sofort bei mir an. Wahrscheinlich hängt dies ein wenig mit dem Schreibstil zusammen. Die Sätze sind kurz, wirken stellenweise abgehackt. Gepaart mit den kurzen Kapiteln habe ich den Text einfach als sehr unverbindlich empfunden. Okay, von Kapiteln kann hier mit 2-3 Seiten auch nicht wirklich die Rede sein. Es handeln sich hierbei eher um einzelne Fragmente, einzelne Szenen aus dem Leben von Luise und Jacob. Es lässt sich prima lesen, keine Frage, und lädt auch zum Weiterlesen ein, aber es hat mir persönlich einfach nicht so gefallen, auch wenn es immer wieder echt schöne Zeilen gibt. »Vielleicht sind manche Seelen nicht für diesen Ort gemacht. Vielleicht sind sie nur auf der Durchreise und gehören in Wirklichkeit ganz woanders hin.« Luise und Jacob. Zwei einzigartige Charaktere, die beide ihre Ecken und Kanten haben. Sie sind interessant und es ist spannend ihre Entwicklung zu verfolgen, aber ich konnte mich weder mit ihnen identifizieren, noch mich wirklich in sie reinfühlen. Schade. Ich finde es echt schade, dass mich die Geschichte so wenig berühren konnte. Für mich waren die Gefühle einfach nicht greifbar. Woran das jetzt genau gelegen hat, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht hatte ich auch einfach aufgrund der vielen sehr guten Bewertungen zu hohe Erwartungen. Am besten ihr schaut mal selbst in die Leseprobe hinein. ♥ **An dieser Stelle möchte ich mich beim Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken! Meine Meinung bleibt dennoch stets ehrlich und unverfälscht, versprochen.

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Die Geschwister Luise und Kristopher sind seit jeher, aufgrund ihrer jeweils schwierigen Lebensumstände, eng miteinander verbunden. Es ist ein tolles, ein wichtiges Buch; damit nicht nur ein Buch für Jugendliche, weil die Charaktere, insbesondere Luise, ihre Mutter und Jacob authentisch, auch in ihrer jeweiligen Zerrissenheit, als sehr stark gezeichnet sind; eine grundsätzliche Stärke der Autorin. Es ist beklemmend, aktuell und gleichzeitig wichtig, wegen seines Themas. Die zwei geschickt miteinander verwobenen Geschichten ziehen das Lesepublikum hinein, was durch die differenzierte, niemals aufgesetzte Sprache, unterstützt wird. Der fortwährende Wechsel der Erzählstränge hat den Lesefluss gleichermaßen unterbrochen wie die durchaus aussagestarken Innenzeinungen. Ich finde zwei getrennte, aber durchgehende Erzählstränge angenehmer, zwei verknüpfte Geschichten in einem Roman. Dies wäre natürlich entgegen dem literarischen Modetrend. Die zweite „Kritik“ macht den Roman dicker, das gebundene Buch für sein Publikum zusätzlich teurer. Trotz dessen ein sehr empfehlenswerte Roman.

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Ein Kleinod bei den Jugendbüchern gefunden

Von: Dea aus Hilden

13.07.2018

Ich habe dieses Buch heute ausgelesen und bin angenehm erschöpft nach meiner mentalen Begleitung von Lises Schritten in Ihrem plötzlich leeren Leben nach dem Freitod des Bruders, der bisher ihre ganze Welt verkörpert hat. Zum Teil musste ich Rotz und Wasser heulen, aber ich empfinde dies nichts als Manko, sondern eher als befreiend. Ich bin so richtig schön ein- und abgetaucht in die Geschichte, habe mitgelitten, mitgeweint und bin jetzt zwar etwas mitgenommen... aber gerade das letzte Wort sagt so viel mehr: ich bin MIT genommen worden in diese Gefühlswelt, die traurig und auch hoffnungsvoll ist, zart aufblühende Gefühle und Stärken und auch voller Lebenslust auf das Leben an sich. Das Einzige was mir nicht gefällt ist, dass dieser tolle Roman nur in der Jugendbuchabteilung meiner Stadtbücherei eingeordnet ist; da werd ich mal bei der Rückgabe meine Empfehlung auch für das "Erwachsenen Regal" abgeben. Wäre echt schade, wenn das Buch den Ü18 vorenthalten bliebe. NS: sehr schön finde ich die hinten im Buchdeckel angedruckte Playliste... ich hab mir die Playliste gerade angelegt und lasse mich von der Musik noch etwas länger in der schönen Stimmung dieses Romans einhüllen. Wer Musik im Hintergrund mag, während er ließt, sollte sich die Playliste vielleicht direkt anlegen und während dessen abspielen lassen - es lohnt sich!

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Trauer braucht keine vielen Worte.  Meine Meinung. Wir haben das ideale Sommerwetter. Bevor ich in's Schwimmbad gehe, möchte ich mit diesem Buch beginnen. Das war war vor drei Tagen. Ich war nicht im Schwimmbad. Ich war auf meinem Balkonstuhl wie festgetackert. Ich habe diese Geschichte auf einen Nachmittag gelesen. Das hab ich nicht zum ersten mal mit einem Buch der Autorin erlebt. Aber nun möchte ich Euch berichten warum das so war. Der Klappentext verrät eine traurige Geschichte. Sie ist wirklich bittersüß. Luise ist ein junges Mädchen, die ihrer Trauer Ausdruck verleiht. Sie rasiert sich die Haare vom Kopf, lässt sich ein Lippenpircing verpassen und schweigt ihren Therapeuten an. Sie kann mit dem Tod ihres Bruders Kristopher nicht umgehen. Ihre Eltern sind geschieden. Ihre Mutter macht Überstunden ohne Ende. Sie ist die meiste Zeit allein daheim. Ihre beste Freundin Ming lebt nun in Berlin. Jetzt ist sie allein in München. Luise begegnet nach einer Therapiesitzung dem Mädchenschwarm Jacob. Jacob fühlt sich sofort von dem Mädchen mit den traurigen großen Augen angezogen.  In dieser Geschichte wird deutlich, dass man die Formulierung "Der Tod meines Bruders Kristopher" gerne mit anderen Worten umgeht. Möchtest du "Darüber" reden? Luise muss lernen, "Damit" umzugehen. Luise kann einfach nicht in Worte fassen, wie es in ihr aussieht. Die Autorin konnte jedoch das Geschehen wunderbar in Worte fassen. Ich weiß nicht, wie sie das wieder geschafft hat, dass ich mehrmals geweint habe. Noch dazu bin ich kein Mensch, der nah am Wasser gebaut hat. Ich konnte mit Luise mitfühlen. Habe eine große Sympathie für Jacob entwickelt. Konnte sogar ihre Mutter gut verstehen, von der ich Anfangs dachte: >>Du machst es dir aber einfach. Geh wenigstens ein paar Wochen mal eher von der Arbeit heim, und steh deiner Tochter bei. Sie braucht dich!<< Viel zu schnell vergisst man, dass jeder mit seiner Trauer anders umgeht.  In einer wunderschönen Sprache begleitet man zwei junge Menschen, die sich gegenseitig Balsam für die Seele sind. Jedes Kapitel beginnt mit einem Datum und einer passenden Zeichnung. Luise und Jacob kommen sich näher. Jacob lebt mit seinem Halbbruder zusammen. Jacob ist ein begnadeter Hobbykoch. Luise meint das solle er beruflich machen. Doch auch Jacob hat ein schweres Päckchen zu tragen. Lange Zeit verschließt er sich vor Luise, wenn es um sein früheres Leben geht. Er, der für Luise das Leben wieder lebenswert macht. Der Bad Boy, der seit er Luise kennt, keine oberflächlichen Affären mehr mag. Der hübsche Junge, der so gut Luises kranke Seele zu heilen vermag. Zwei Jugendliche, mit schwierigen familiären Hintergrund, haben mich die Zeit vergessen lassen. Ich habe mich mit der bipolaren Störung befasst. Ich wollte wissen, was einen so jungen tollen Menschen dazu bringt, aus dem Leben zu verschwinden. Fazit Wenn ich ein besonders intensives Erlebnis beim Lesen möchte, dann bin ich mit Anne Freytags Büchern gut beraten. Bei dieser Geschichte habe ich nicht gelesen. Ich habe mitgelebt. Weinend, lachend und oftmals unheimlich traurig, bin ich durch die Seiten geflogen. Im nächsten Moment wurde mein Gaumen mit leckeren Gerichten verwöhnt. In einem Moment total verzweifelt-, im nächsten voller Hoffnung! Alles wird gut. Und das wird es wirklich! VERSPROCHEN! Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Ich sage nur: Phlegmarion! Wer und was das ist? Ja, habe ich vergessen, Euch etwas über die Stiefmutter von Luise zu erzählen? Seid bitte so nett. Lest es selber. Danke Anne Freytag Lieblingszitate Nun muss ich aus unzähligen wunderschönen Zitaten drei heraussuchen. Über die Freundin Ming: Sie ist der eine Mensch, der weiß, wie es hinter meiner Maske aussieht - der andere, der das wusste, ist tot. Seite 19. Wenn jemand sich das Leben nimmt, nimmt er auch ein Stück von deinem. Seite 90. Zeit bleibt nicht stehen, nur weil wir es tun. Vielleicht heißt es deswegen: Das Leben geht weiter. Seite 196. ..... es ist nicht schwach, eine Schwäche für jemanden zu haben. Seiten 270. .... und auf einmal waren es vier! Wir sind aus der Realität ausgebrochen, aber sie hat uns eingeholt. Das hat sie so an sich, die blöde Kuh. Nun ist aber endgültig Schluss!!!

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