Leserstimmen zu
Die neuen Paten

Jürgen Roth

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Dieses Werk soll aufzeigen, wie Trump, Putin, Erdogan, Orbán & Co als die "neuen Paten" regelrechte "Mafia-Staaten" errichten. So bedienen sich die autoritären Machthaber mafiöser Strategien um den Staatsapparat nicht nur zu infiltrieren und zu schwächen, sondern letztlich ganz zu übernehmen. Dabei ist jeder, der die Herrschaft bedroht, als Feind zu betrachten und zu behandeln. Das Buch ist in Kapitel zu den jeweiligen Politikern unterteilt. Im Anschluss daran findet sich auf den Seiten 271 bis 304 das Quellenverzeichnis. Auf mich machte es den Eindruck, als sollte jede Aussage gut belegt werden - auch wenn dies zum Teil mithilfe von anderen Werken des Autors, Bild-Artikeln sowie Facebook-oder YouTube-Links geschieht. In meinen Augen ist dies etwas schade, da ich mich mehr über weniger und dafür durchweg seriöse Quellen gefreut hätte. Generell, empfand ich das Buch als anstrengend zu lesen, obwohl mich die Thematik sehr reizte. Oft beeinhaltete ein einzelner Abschnitt bereits derart viele, mir nicht geläufige Namen (über die ich mich vorm Weiterlesen dann erst etwas informieren wollte), dass von einem Lesefluss kaum zu sprechen war. Auch erdrückten mich die vielen Hochrechnungen (oder besser Schätzungen...?) passagenweise. Gerade in dem Kapitel zu Donald Trump bestand ein großer Teil aus Informationen, die - zumindest in groben Zügen - mittlerweile geläufig sein sollten (Stichwort Beton). Oder - egal ob es nun letztendlich gänzlich stimmt -, dass Trump "nach Recherchen [der Washington Post] in diesen einhundert Tagen 492 Mal falsche oder irreführende Aussagen gemacht hat. [...] Nur an zehn von hundert Tagen habe Trump keine falschen oder irreführenden Aussagen von sich gegeben. An sechs dieser zehn Tagen soll er übrigens Golf spielen gewesen sein" (S. 39). Dennoch gab es auch einige sehr interessante Informationen. Besonders bemerkenswert waren einige Zitate, beispielsweise eines von Seehofer, der über Trump lobend sagte: "Er setzt mit Konsequenz und Geschwindigkeit seine Wahlversprechen Punkt für Pukt um. In Deutschland würden wir da erst mal einen Arbeitskreis einsetzen, dann eine Prüfgruppe und dann noch eine Umsetzungsgruppe" (S.16). Bei manchen, nicht vom Autor getroffenen, Aussagen hätte ich am liebsten aufgeschrien. Auch, etwas genauer den schier überall praktizierten Nepotismus vor Augen geführt zu bekommen, war beeindruckend. Denn dieser findet sich keineswegs nur bei Trump, der öffentlich bekennt, Vetternwirtschaft zu mögen (S.42). Mich lässt das Buch zwiegespalten zurück, da ich einerseits die Thematik als äußerst wichtig, die Umsetzung aber zum Teil als nicht gelungen erachte. Sehr dichte Passagen wechseln sich mit eher lockeren und weniger wissenschaftlichen Abschnitten ab.

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„Die neuen Paten“ ist ein Sachbuch aus der Feder des Autors Jürgen Roth. Im Großen und Ganzen ist das Buch eine Zusammenfassung von Ereignissen, die man eigentlich schon mal irgendwo gehört haben kann. In dem Buch werden keine Geheimnisse an sich offenbart. Zu jeder Aussage gibt es eine Fußnote, mit der man hinten in den letzten 30 Seiten des Buches die jeweilige Quelle finden kann. Wenn man ein aufmerksamer Verfolger der Medien und Politik ist, wird in dem Werk bestimmt nicht so viel Neues zu finden sein. Das Trump, Putin, Erdogan, Orban und Konsorten keine Engel sind, war mir auch schon vor dem Lesen des Buches klar. Dass hier alle gewaltigen Dreck am Stecken haben, wusste ich bereits. Auch war mir einiges aus den Medien bekannt und nicht neu. Doch dass die Herren solche Machenschaften verfolgen, war mir wirklich neu. Klar, dass man, wenn man so viel Macht und Geld hat, nicht legal arbeitet. Allerdings ist es ist wirklich erschreckend, über welche und wie viele Leichen diese Herren für ihr Geld und ihre Macht gehen. Eigentlich habe ich in dem Buch mehr erfahren, als ich jemals wissen wollte. Auch frage ich mich, wie viele Millionen und Milliarden ein Mensch wirklich haben muss, um den Rachen endlich voll zu bekommen. Die Zahl muss wahrscheinlich unendlich sein. Jürgen Roth schafft es auf jeden Fall, dass die Tatsachen, die er aufgelistet hat objektiv bleiben. Er erzählt lediglich nur, was offiziell und nachweisbar ist. Er versucht den Leser nicht, mit eigenen Meinungseinwürfen in eine bestimmte Richtung zu ziehen. Das hat mir sehr gut gefallen, da sich der Leser hier wirklich selbst eine Meinung bilden kann. Zwar wird die trotz all der Objektivität des Autors nicht die Beste sein, aber es ist trotzdem die Meinung des Lesers selbst. Vielleicht findet der ein oder andere Leser auch Beziehungen zu Mafia Clans durchaus positiv, wer weiß. Mir hat das Buch auf jeden Fall die Augen ein wenig mehr geöffnet. Die Geldgier, die Abgründe des Menschen und die endlose Gier nach Macht sind wirklich unendlich. Man mag es als „normaler“ Mensch kaum glauben. Der Text an sich ist zwar ab und zu etwas schwer zu lesen oder zu verstehen, jedoch konnte ich kaum das Buch zur Seite legen. Trotzdem kann ich das Buch wirklich weiter empfehlen.

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Wenn ich morgens nach dem Aufstehen die neuesten Nachrichten verfolge, lese ich oft von den neusten negativen politischen Ereignissen, die Trump, Putin, Erdogan und Orban. Die Art und Weise der Staatsoberhäupter, zu regieren und mit den Menschen umzugehen machen mich betroffen und lassen mich oft ratlos zurück. Deswegen habe ich mich sehr über das Rezensionsexemplar aus dem heyne-Verlag gefreut. Wie ich es mir fast schon gedacht habe, lässt mich das Buch von Jürgen Roth, der schon einige Bücher über das politische System unserer Welt geschrieben hat, noch trauriger und hoffnungsloser zurück, als ich es vorher war. Trotzdem ist es mir wichtig, zu wissen, wie es um die Welt steht, in der ich lebe. Ich möchte nicht wie viele Menschen sagen müssen "Davon habe ich nichts gewusst". Ich will meine Augen vor diesen Dingen nicht verschließen, sondern mir ist es wichtig, über solche Dinge Bescheid zu wissen, ich will die Zusammenhänge verstehen. Verdrängen können andere Menschen, das ist nicht mein Ding. Es geht hier, wie man unschwer erkennen kann um Donald Trump, den aktuellen Präsidenten der USA, um Vladimir Putin, den mächtigen rechtspopulistischen Politiker der russischen Föderation, Viktor Orban, Politiker und Mitbegründer der Partei ungarischer Bürgerbund in Ungarn und Recep Tayyip Erdogan, der Präsident der türkischen Republik. Wir haben hier also drei Präsidenten und einen Ministerpräsidenten, deren Gemeisamkeit ihr autokratischer Stil und ihre rechtspopulistische Neigung ist. Ich habe hier einen schwierigen, vor Fakten triefenden Schreibstil erwartet, habe aber glücklicherweise das Gegenteil bekommen. Jürgen Roth beschreibt sehr spannend die aktuelle politische Entwicklung. Beim Lesen habe ich oft gedacht und mir auch gewünscht, dass ich einen Politthriller lese, doch leider sind die Figuren echt. In den Texten werden zwar auch Zahlen und Daten genannt, was bei einem solchen Buch auch natürlich unumgänglich ist, und trotzdem liest sich das Buch wie eine schockierende Geschichte. Wieder einmal erfahren wir, dass die Herrschaft vieler und gerade der vier Politiker, die hier die Hauptrolle spielen, auf familiären Beziehungen beruht, die eine Krähe kratzt der anderen kein Auge aus und eine Hand wäscht die andere. Phrasen, die hier nicht hohl sind, sondern belegt werden. Medien werden zensiert, damit die Bevölkerung die Wahrheit garnicht erst erfährt, Journalisten werden verhaftet und weg gesperrt. Loyalität dagegen wird belohnt, oft auch erzwungen, da ist gerade Russlands Regierung berühmt für. Aber auch bei den drei anderen Herrschaften sieht es nicht viel besser aus. Die Demokratie wird aufs Übelste verurteilt, rechtsextreme Ideologien werden verbreitet und Verschwörungstheorien werden an den Mann und die Frau gebracht. Der Gedanke, den ich oft beim Lesen hatte, war dass wir das alle schonmal hatten und uns geschworen haben, dass sich solche Ereignisse nie wieder sein dürfen. Sind sie aber. Ich kann für dieses Buch nur eine klare Empfehlung für jeden aussprechen, der die Augen nicht verschließen möchte, frei nach dem Motto "Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen".

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Der bekannte Journalist und Autor Jürgen Roth schloss am 28. September 2017 für immer die Augen. Sarkastisch erscheint es, dass die Medien am Tag darauf berichteten, dass Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder Aufsichtsrat beim russischen Öl-Giganten Rosneft wird. Ausführlich berichtete Zeitonline von diesem umstrittenen Geschäft. Die Kritik von außen war groß. Dass der russische Staatspräsident Wladimir Putin ein guter Freund von Schröder ist, bleibt unumstritten. Freundschaft, das ist kein krimineller Akt, das ist eine Bande, die wirklich zählt und hilft. Die Rückmeldungen bis zum heutigen Tag, Jürgen Roth erlag eines natürlichen Todes, die Beschäftigung mit den Recherchen des Schriftstellers Jurij Felschtinskij lässt Zweifel offen. Aber das Netzwerk der Macht geht weiter. Als Aufsichtsrat bei Rosneft wird Schröder künftig formal die Aufsicht über den Vorstandschef Igor Setschin führen, der wie Schröder ein enger Weggefährte des russischen Präsidenten Wladimir Putins ist und als einer der mächtigsten Männer Russlands gilt. Setschin hat Rosneft mit umstrittenen Methoden zum größten Ölkonzern des Landes gemacht. Kritiker bemängeln, der Kreml nutze Rosneft und Gazprom als Druckmittel in seiner Außenpolitik. Im Bestechungsprozess gegen den ehemaligen russischen Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew soll Rosneft-Chef Igor Setschin als Zeuge aussagen. Das entschied ein Moskauer Gericht vor einigen Wochen laut DPA auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Rosneft, das führt auch zurück in die Uckermark. Im Januar 2017 wurde das Unternehmen Mehrteilseigner der PCK-Raffinerie in Schwedt. Laut der eigenen Homepage ist Rosneft das drittgrößte Unternehmen in der Mineralölverarbeitung. Diese aktuellen Entwicklungen werfen Licht auf das „Spinnennetz der Macht“, das Roth in seinem letzten Buch fokussiert und es macht mit aller Deutlichkeit auf die Aktualität der Recherchen aufmerksam. Jede Seite des letzten Buches von Jürgen Roth lässt einen stocken, und dieses Mal geht er mit aller Härte mit den neuen Paten dieser Welt ins Gericht. „Bestürzend für die demokratische Gesellschaft ist, dass in Frankreich, in der Slowakei, in Ungarn, Polen, Österreich, Serbien, Bulgarien, in den Niederlanden und auch in Deutschland Politiker im Aufwind sind, die wahlweise Putin in Russland, die neue US-Regierung unter Trump oder Viktor Orbán in Ungarn zu ihrem Vorbild auserkoren haben und die Demokratie zerschlagen wollen“, schreibt Jürgen Roth am Ende des Buches. Mit vielen Zitaten und Quellenangaben hinterlässt er als Erbe eine besondere Patenschaft und haucht den Phantasien, die man eigentlich nur in einem Bond-Thriller im Buch oder auf der Leinwand verfolgen kann, Leben ein. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Jürgen Roth mag das Story-Telling. Die eine Geschichte mitten aus Europa ist so berührend. Bis zu 1600 Menschen sollen in Budapest über Initiativen von lokalen Produzenten, Händlern und Zivilorganisationen unterstützt. Vom Staat sei nichts gekommen. „Dagegen brüstet Orbán sich damit, dass die Kinderarmut durch Einführung eines schulischen Essensprogramms, bei dem die Kinder zwischen Schulspeisung und Sozialhilfe für ihre Eltern wählen müssen, ,praktisch abgeschafft sei´. Die Zahlen von UNICEF sagen etwas anderes. Angesichts der Tatsache, dass Ungarn zurzeit (2017) die Wachstumsrate in Europa hat, ist das Folgende nur schwer erträglich. So erhielten Familien mit einem Monatseinkommen von weniger als 25650 Forint (82 Euro) bisher eine Hilfszahlung von monatlich maximal 45568 Forint (146 Euro), sodass sie am Ende – bei abzugsfreier Auszahlung – mit 330 Euro ungefähr auf den gesetzlichen Bruttomindestlohn eines Arbeitnehmers kamen.“ Dies sei jedoch nur einer von vielen Indikatoren, die dokumentieren, dass die Neuen Paten keinerlei Interesse am Gemeinwohl haben, sondern lediglich ihre eigene Vermögensvermehrung im Blick hätten. Ein Fazit, das Jürgen Roth aus dem Herzen spricht, das nun nicht mehr schlägt.

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