Leserstimmen zu
Die Saat des Killers

Paul Cleave

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Paul Cleave ist und bleibt ein Top-Autor, der immer wieder neue Ideen in seine Plots einbringt und mit dem es nie langweilig wird. Ganz im Gegenteil - für "Die Saat des Killers" sollte man sich lieber einen Abend freinehmen, denn die Handlung reißt einen mit.

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Joshua ist 16 und geht auf eine Blindenschule. Sein Leben ist schwarz und das ist auch methaphorisch gemeint – denn er glaubt, dass seine Familie unter einem Fluch leidet. Seine Eltern sind beide tot, deshalb wohnt er bei seiner Tante und seinem Onkel. Da seine Eltern schon sehr lange tot sind, nennt er sie Mom und Dad. Doch jetzt schlägt der Familienfluch wieder zu und macht ihn abermals zum Halbwaisen – doch diesmal hinterlässt ihm sein zweiter etwas; nämlich seine Augen. Und so erfährt Joshua endlich, wie seine Mutter aussieht, wie Farben aussehen, er lernt lesen und will bald Autofahren lernen – doch er hat merkwürdige Träume und weiß nicht, was er davon halten, wie er damit umgehen soll. Zum zweiten Mal nach „Zerschnitten“ wählt Paul Cleave ein medizinisches Thema. Im Mittelpunkt des Buches steht das zelluläre Gedächtnis, das medizinisch umstritten ist. Das bestätigt auch der Wikipedia-Eintrag darüber, der sehr kurz ist. Dass in dem Buch Augen transplantiert werden und blinde Menschen sehend machen, führt uns dann vollends in die Welt der Fabelwesen, denn zum Thema Augentransplantation gibt Google nichts her. Aber die Idee an sich und die Umsetzung ist grandios. Alleine wie Cleave den Protagonisten Joshua beschreibt, wenn er vom Blinden zum Sehenden wird, wirkt grandios recherchiert. Wenn er beschreibt, wie Joshua plötzlich nicht mehr nur von Formen und Gerüchen träumt, sondern von Menschen, Farben, Gegenständen – oder wie er das Fernsehen entdeckt und die Hörbücher links liegen lässt; da kann einem schon die Gänsehaut kommen, weil allein die Vorstellung, dass es so etwas geben könnte, wunderschön ist. Zunächst lässt sich Cleave etwas Zeit mit dem Aufbau, führt neben Joshua unter anderem noch den Antagonisten Vincent ein, der der beste Freund von Simon Bower war, der nun tot ist – getötet von Joshuas Onkel-Vater Ben. Vincent heckt nun einen Plan aus, wie er nach dessen Leben trachten könnte. Das ist anfangs etwas zäh, weil Vincent davor das Leben von Simon aufarbeiten muss und dabei merkt, dass dieser ein ziemlich böser Bube war, was Vincent nicht klar war – aber nach ein paar Kapitel liest sich das Buch ziemlich flüssig und es macht ziemlich Spaß. Später stößt dann noch Olilia zum restlichen Ensemble hinzu, die sich wirklich sehr rührend Joshua – oder wie sie ihn nennt: „Junge, der früher mal blind war“ – annimmt. Gegen Ende gibt es dann eine Sequenz, bei der ich fünf Minuten Abstand vom Buch brauchte, weil sie einerseits so schrecklich ist, und andererseits, weil es das, was darin passiert, wirklich geben könnte. Da kann man schon mal anfangen, an der Menschheit zu zweifeln. Und eigentlich wäre das für mich das perfekte Ende gewesen, denn das hätte – vermutlich nicht nur bei mir – einen enormen Nachhall hinterlassen. Aber es geht weiter und damit verschlimmbessert Cleave das Ende leider etwas. Beim Showdown tritt der Protagonist für meine Begriffe für einen 16-jährigen viel zu souverän auf und auch generell übertreibt es Cleave etwas. Dazu kommt, dass man von ein paar Figuren nach dem Showdown überhaupt nicht mehr erfährt, was aus ihnen wurde – das macht die sonst wirklich großartige Geschichte leider etwas madig. Tl;dr: „Die Saat des Killers“ von Paul Cleave ist ein mitreißender Thriller über ein strittiges medizinisches Thema und der Frage, ob in menschlichen Zellen Erinnerungen gespeichert werden können. Der Autor beantwortet diese sehr deutlich anhand eines grundsympathischen Protagonisten, der nach einer Augentransplantation zum ersten Mal sehen kann. Hintenraus übertreibt es Cleave allerdings etwas und macht die sonst großartige Geschichte leider etwas kaputt.

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Joshuas Vater ist Polizist und wird bei einem Einsatz getötet. Für Joshua ändert sich mit einem Schlag sein Leben, weil ihm sein Vater ein Geschenk hinterlässt: Er spendet dem blinden Jungen seine Augen, damit er die Welt für sich entdecken kann. Allerdings ist bei der Operation ein Fehler passiert und Joshua wird das Auge eines Killers eingesetzt. Daraufhin hat er furchtbare Träume, die er sich nicht erklären kann. "Die Saat des Killers" musste ich unbedingt lesen, weil ich endlich mal wieder Lust auf Cleaves Christchurch hatte. Wer Paul Cleave bereits kennt, muss sich auf eine ungewöhnliche Geschichte einstellen, die mir dennoch ausgezeichnet gefallen hat. Joshuas Vater stirbt bei einem Einsatz, als er und sein Kollege Ben einen Mörder stellen. Nach dem Tod seines Dads ändert sich Joshuas Leben von Grund auf, weil der blinde Junge die Augen seines Vaters erhält. Gleich zu Beginn wird man in die Mordszene hineinmanövriert, und sieht, wie Joshuas Vater um's Leben kommt. Hier zeigt sich Cleave, wie man ihn kennt. Blutig, schnörkellos und knallhart leitet er den Tod der Figuren herbei, um im Anschluss Joshua aus der Blindenschule abzuholen. Bei einer Transplantation ist Zeit ein wichtiges Kriterium. Joshua kommt nicht einmal dazu, den Tod des Vaters zu realisieren, schon wird er operiert und findet sich mit einem Verband um die Augen im Krankenhaus wieder. Daraufhin findet sich der 16-Jährige in die Welt der Sehenden ein. Nur diese grausamen Träume suchen in heim, in denen er sieht, wie sein Vater getötet wird. Mit dem Polizeieinsatz hat mich Cleave sofort wieder nach Neuseeland gezogen. Ich mag sein Christchurch und wie die polizeilichen Ermittlungen in dieser Stadt laufen. Doch dann sieht der Autor vom Ermittlungsstrang ab, und wendet sich in erster Linie Joshua zu. Für Joshua öffnet sich eine neue Welt, was sehr interessant zu lesen ist. Er war sein bisheriges Leben lang blind. Jetzt kann er sogar auf eine normale Schule gehen, und sehenden Auges die Zukunft planen. Zudem ist Joshua verwirrt, weil er eben den Tod des Vaters und die neue Lebenssituation verkraften muss. Außerdem wird er von merkwürdigen Visionen geplagt, die er sich nicht erklären kann. Gerade dieser Part um Joshua hat mir enorm gefallen, weil Cleave damit zeigt, dass er nicht nur mit den bösen Jungs kuscheln kann. Der jugendliche Protagonist nimmt zwar oftmals den Thrill aus der Handlung raus, gibt dafür aber fesselnden Raum für die Entwicklung der Story her. Thematischer Hintergrund des Romans ist zelluläres Gedächtnis. Es gibt die Annahme, dass sich transplantierte Organe an ihre biologischen Eigentümer erinnern, und es deshalb bei Organempfänger manchmal zu merkwürdigen Anwandlungen kommt. Beispielhaft werden die plötzliche Vorliebe für deutsches Bier oder der unabdingbare Drang, Klavier zu spielen, angeführt, obwohl der Empfänger vor der Operation niemals damit in Berührung kam. Und nun stelle man sich vor, man bekommt das Herz eines Serienkillers eingesetzt … Die Handlung ist für einen Cleave relativ ruhig, wird dennoch sehr fesselnd erzählt. Es gibt einen blutigen Rachefeldzug, der meiner Ansicht nach genau im richtigen Maß gewählt wurde, die Polizei hat Dreck am Stecken und das Tempo zum Ende hin wird stetig erhöht. Insgesamt ist „Die Saat des Killers“ ein großartiger Roman, für Cleave aber mit wenig Thrill, in dem der Autor jedoch neue Facetten zeigt. Rahmenthema und Handlung haben mich fasziniert, daher ist es ein Thriller, den ich durchaus empfehlen kann.

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Packend

Von: My book world

21.07.2018

Joshuas Vater ist bei einem Polizeieinsatz gestorben. Da Joshua blind ist bekommt er die Augen von seinem Vater transplantiert. Er kann wieder sehen doch er bekommt unheimliche Bilder uns Erinnerungen. Ihm wird klar, dass er bei dem Eingriff nicht die Augen seines Vaters sondern die eines Serienkillers bekommen hat.... 🌸Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Es bleibt bis zum Ende spannend und obwohl es an manchen Stellen fast schon in Fiktion überschwappt war es doch sehr realitätsnah. 🌸Der Charakter Joshua ist sehr sympathisch. Seine Handlungen wurden immer sehr anschaulich erzählt und so fühlte man sich so als ob man selbst dabei wäre. . 🌸Ein sehr spannender und packender Thriller.

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Klappentext Für Joshua bricht eine Welt zusammen, als sein Vater Mitchell bei einem Einsatz getötet wird. Doch der Polizist hinterlässt seinem Sohne etwas, das dessen Leben für immer verändern wird: seine Augen. Die Transplantation gelingt, und Joshua kann wieder sehen. Aber seitdem träumt er von einer einsamen Hütte, von Frauen in Todesangst, von entstellten Leichen. Joshua wird klar, dass bei dem Eingriff ein verheerender Fehler passiert ist. Eines der transplantierten Augen stammt von dem Serienmörder, der seinen Vater getötet hat. Ohne es zu wollen, ist Joshua dem Erbe des unheimlichen Killers auf der Spur - und gleichzeitig mit ihm verbunden ... Einstieg ins Buch Das Büro der Baufirma war früher ein alter Frachtcontainer, die zerkratzten, eingedellten und angerosteten Wände wurden grau übertüncht, um ihm einen offiziellen Charakter zu geben. ... Meine Meinung Joshua ist ein normaler Junge, bis auf den Umstand, dass er blind ist. Als sein Vater Mitchell bei einem Einsatz ums Leben kommt, erfüllt Dr. Toni Mitchells letzten Wunsch: Joshua soll endlich sehen können - ihm werden die Augen seines toten Vaters transplantiert. Doch kurz danach beginnt Joshua zu träumen. Er sieht darin Orte, an denen er nie war und Menschen, die er nicht kennt. Nach und nach findet er den Zusammenhang zwischen dem Tod seines Vaters und anderen Morden heraus und gerät damit selbst ins Visier eines Mörders. Während alle um ihn herum in schreckliche Unfälle verwickelt werden, muss Joshua nicht nur lernen, die Welt von nun an mit seinen Augen zu sehen, sondern auch, dass die Welt viele böse Überraschungen bereit hält. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Wird er am Ende den Mut und die Kraft aufbringen um das Böse rechtzeitig aufzuhalten? Ich habe schon ein paar Bücher von Paul Cleave gelesen und fand sie alle gut - mal sehr gut, mal durchschnittlich, aber immer lesenswert. Da war ich natürlich auf sein neuestes Werk gespannt. Dieser Thriller hatte für mich eine sehr interessante Basis. Das zelluläre Gedächtnis, das über Transplantationsorgane vom Spender an den Empfänger weitergegeben wird und dadurch weiß der Empfänger dann plötzlich Dinge, die er gar nicht wissen kann oder entwickelt besondere Vorlieben. Dieses Thema wurde gut recherchiert von Paul Cleave und auch sehr gut in die Geschichte mit eingebunden. Der einfache und flüssige Schreibstil haben es mir leicht gemacht, das Buch schnell durchzulesen. Paul Cleave schreibt in jedem seiner Bücher sehr direkt und schont den Leser nicht - so auch in diesem Buch. Tatorte, Opfer und Kampfszenen weiß der Autor detailliert und bildlich zu beschreiben, sodass der Leser Teil der Szene wird. Der Plot ist gut erzählt und es werden immer mal wieder Spannungsmomente aufgebaut. Die Spannung nicht durchweg gehalten. Es gibt ein paar wenige Passagen, die den Leser in eine sehr entspannte Stimmung versetzen. Doch die schmälern den Unterhaltungswert nicht. Gut finde ich, dass es kurz vor dem Finale sogar noch ein paar Überraschungsmomente gibt. Die Charaktere hat Paul Cleave stark aufgebaut. Vor allem Joshua, der fast von Beginn am im Fokus steht, entwickelt sich sehr schnell weiter. Auch wenn einige Charaktere wegsterben, führt Joshua als Protagonist den roten Faden immer weiter. Ich fand es interessant zu sehen, wie er vom unsicheren, blinden Jungen zur Kämpfernatur wurde und der Welt mit Mut und Trotz entgegen getreten ist. Etwas weniger gut hat mir das Ende gefallen. Für mich fehlten ein paar Bausteine, um die Geschichte wirklich rund werden zu lassen. Es hatte den Eindruck, als hätte der Autor etwas zu viel Zeit in den ersten zwei Dritteln verbraucht. Das Ende wirkte zwar plausibel, aber auch irgendwie gehetzt. Vielen Dank an das Team vom bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar! Zitat Er holt tief Luft. Er darf nicht die Beherrschung verlieren. Er ruft sich in Erinnerung, was ihn hergeführt hat. (Seite 15) Fazit "Die Saat des Killers" ist ein Thriller, der den Leser zwar nicht dazu bringt sich die Fingernägel abzukauen, aber dennoch durchweg gut unterhält. Von mir gute Leseempfehlung.

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Paul Cleave ist ein mir bisher unbekannter Autor aus Neuseeland. Er hat bereits viele erfolgreiche Thriller auf den Markt gebracht und als ich nun über sein neuestes Werk „Die Saat des Killers“ stolperte, wunderte ich mich ein wenig, dass seine Bücher scheinbar so sehr an mir vorbei gegangen sind. Es wurde also Zeit, ein Werk von ihm zu testen! In „Die Saat des Killers“ begleiten wir hauptsächlich Joshua. Joshuas Vater kommt bei einem Polizeieinsatz ums Leben und sein größter Wunsch war es, dass im Todesfall sein blinder Sohn Joshua seine Augen transplantiert bekommt. Als Joshua mit den neuen Augen aufwacht ist er zunächst vollkommen fasziniert von der Welt, die er nun sehen kann. Doch schon bald beginnt Joshua Dinge zu sehen, und weiß Sachen, die er gar nicht wissen könnte. Hat er mit den Augen seines Vaters auch ein Stück seiner Erinnerung transplantiert bekommen? Doch leider stellt sich auch bald heraus, dass mit seinen Augen irgendetwas nicht stimmt… Zunächst habe ich aufgrund der Beschreibung geglaubt, dass das Buch ein wenig ins mystische und übernatürliche Genre abdriften könnte, jedoch wurde hier stattdessen mit äußerst interessanten wissenschaftlichen Theorien gespielt, so dass es für alles eine „natürliche“ Begründung gab. Der Einstieg ins das Buch war zunächst etwas holprig, denn ich hatte erwartet, aus der Sicht von Joshua zu lesen. Das machen wir auch hauptsächlich, doch wir lesen immer wieder aus der Sicht von anderen Personen und haben auch so gestartet. In diesen Wechsel kommt man jedoch recht gut rein nach ein paar Seiten und auch der wichtige Personenkreis hält sich in Grenzen. Insgesamt liest sich die Story sehr flüssig, denn der Autor verwendet eine sehr eingängige Sprache und versteht es mit der Spannung zu spielen. Es war schön Joshua dabei zu begleiten, wie er langsam seine Welt erforscht, nachdem er endlich sehen kann. Er hat sich fast ein bisschen schnell an all die neuen Eindrücke gewöhnt, so dass seine neue Sehkraft schnell alltäglich wurde. Die eigentliche Geschichte um die Augen steht jedoch nicht alleine. Bedingt durch die Transplantation setzen sich Dinge in Bewegung, die wohl keiner geahnt hat. Joshua beginnt also auf eigene Faust zu ermitteln und ist bald mitten drin. Wie bereits erwähnt lesen wir auch viel aus der Sicht von anderen Personen, was wirklich sehr gut zur Geschichte gepasst und Spaß gemacht hat. Für mich ist es also definitiv nicht der letzte Thriller, den ich von Paul Cleave gelesen haben werde.

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Mit den Augen des Mörders

Buchhandlung LeseZeit

Von: Petra Baumhof aus Schwarzenbek

20.06.2018

Mitchell ist als Polizist bei der Kripo in Christchurch, Neuseeland, immer wieder bei gefährlichen Einsätzen dabei. Endlich haben er und sein Partner einen lange gesuchten Serienmörder gestellt, doch bei der Verhaftung geht etwas schief: Nicht nur der Mörder, sondern auch Mitchell kommt ums Leben. Für seinen Sohn Joshua, der von Geburt an blind ist, ist es der schrecklichste Tag in seinem Leben, als er von dem Unglück erfährt. Doch Mitchell hatte verfügt, dass er Joshua seine Augen für eine Transplantation zur Verfügung stellt. Die komplizierte Operation gelingt, Joshua kann sehen. Doch sein Leben verändert sich nicht nur zum Positiven. Seine alten Freunde aus der Blindenschule wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben, in der neuen Schule wird er als Freak beschimpft. Nur Olillia, eine Klassenkameradin steht ihm bei. Und noch etwas passiert mit Joshua: Seit der Transplantation träumt er von Gewalttaten und sieht sowohl seinen Vater als auch den Mörder sterben. Langsam wird ihm klar, dass es bei der Operation eine Verwechslung gegeben haben muss: Eines der Augen stammt vom Täter und Joshua sieht mehr als er verkraften kann aus der Sicht des Täters. Ein hochspannender Thriller mit interessanten Wendungen, der den Leser nicht mehr loslässt. Gibt es das zelluläre Gedächtnis wirklich? Die Forschung hat noch kein eindeutiges Ergebnis. Paul Cleave spielt mit dieser Möglichkeit und lässt ein Szenario entstehen, dass auch viele moralische Fragen aufwirft.

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Detective Inspector Mitchell Logan wird bei einem Einsatz getötet. Seine Augen spendet er seinem 16jährigen blinden Sohn Joshua. Mitchell konnte nicht wissen, was er mit dieser Spende seinem Sohn antut. Denn Joshua erhält durch die Spende nicht nur das Augenlicht wieder, sondern auch Träume und Erinnerungen, die eindeutig nicht dem Jungen gehören. Zelluläres Gedächtnis nennt man diesen unerforschten Bereich, der, dank Cleave, richtig erschreckend werden kann. Ein ganz großes Sonderpaket steckt in diesem Thriller. Es geht nicht nur um Organspenden, sondern auch um die Frage, ob es zelluläres Gedächtnis wirklich gibt und wenn ja, welche unabsehbaren Folgen das haben kann. Natürlich hat Paul Cleave diese Idee ans Limit geschrieben, denn was passiert, wenn Organspenden von Mördern transplantiert werden und damit auch Erinnerungen, Neigungen, Träume? Es geht auch um Rache, Selbstjustiz, vermeintlich ausgleichende Gerechtigkeit. Denn oft stehen hinter guten Taten böse Handlungen. Und Cleave kann wirklich böse schreiben, wir wir aus anderen Thrillern schon wissen. Es wäre auch kein Cleave-Thriller, wenn es gegen Ende nicht richtig sadistisch zur Sache geht. Bis kurz vor dem Ende könnte man den Thriller wirklich jedem Leser in die Hand drücken. Verhältnismäßig harmlos liest sich die Geschichte um Joshua, eher bedrückend, denn Joshua scheint mit seiner Annahme eines Familienfluchs wirklich gar nicht weit weg zu liegen. Der Junge hat es einfach schwer. Und verdammt viel Pech. Aber gegen Ende drückt Cleave nochmals auf die Tube, verspritzt sadistische Fantasien und lässt natürlich mehr als eine böse Figur auf der Bildfläche erscheinen, sodass man als Leser schon etwas abgehärtet sein sollte. Den Mix finde ich gut. Sadistischer Mainstream-Thrill mit viel kritischen Hinterfragen in Bezug auf Organspende, die Einteilung der Menschen in gut und böse, Freundschaften, die zerbrechen, aber auch den Weg eines Blinden zum Sehenden. All das hat er gut verpackt und liest sich interessant. Nur Herr Cleave, einen Hinweis möchte ich hinterlassen: Organe kann man von Toten auch heute noch nicht transplantieren, dazu muss der Körper noch am Leben sein bzw. erhalten werden. Ein wirklich guter Thriller, mehr als nur Unterhaltung, und auch wenn am Ende dann doch Cleaves Fantasie ihre Grenzen sprengt, absolut lesenswert.

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