Leserstimmen zu
Der zauberhafte Sauerteig der Lois Clary

Robin Sloan

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Wer sich schon einmal mit dem Brot backen beschäftigt hat, weiß, dass der Sauerteig ein ganz spezieller Ansatz ist. Er will gehegt und gepflegt werden, möchte möglichst jeden Tag gefüttert werden und ständigen Ortswechsel mag er auch nicht so gern. Da muss dann wenigstens das Brot nach dem Backen einfach nur genial sein - leider auch das nicht immer. Und so geht es auch Lois, die einfach mal gar keine Ahnung von Kochen oder Backen hat. Sie weiß, dass sie eine Küche hat, aber wie man sie nutzt, weiß sie nicht. Dafür kennt sie die Telefonnummer eines speziellen Lieferservices auswendig und ernährt sich ausschließlich von deren Speisen - Suppe und Sauerteigbrot. Doch dann wird die kleine illegale Garküche geschlossen und ihr Seelenstreichler, das Sauerteigbrot, verschwindet. Bevor sie verzweifelt, bekommt sie, die beste Esserin, von ihren Lieferanten einen Sauerteigansatz und muss nun lernen, damit umzugehen. Die Geschichte beginnt witzig und ironisch. Sie macht Spaß und Lois sowie die Brüder Beo und Chaiman sind einfach nur unterhaltsam und sympathisch. Doch dann kippt die Geschichte. Lois darf in einem sehr speziellen Markt ihre Brote verkaufen. Die Charaktere auf dem Markt und besonders ihre Speisen sind sehr eigen und teilweise wenig ansprechend. Der Autor verliert sich dann etwas in der sehr detaillierten Beschreibung von Lebensmitteln, die nicht jeder mögen wird. Es wird zu skurril und abgedreht - zumindest für mich und zum Ende des Buches wurde es etwas anstrengend. Einzig, die kleinen Einschübe in Form von E-Mails von Beo an Lois, lockerten das Ganze noch etwas auf. Guter und unterhaltsamer Start, aber zum Ende zu leider immer abstruser und langatmiger.

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Mit einem wunderbar sanften Schreibstil und einer ordentlichen Prise subtilen Humors entführt uns der Autor in die Szene der Food Start-up‘s und erzählt die Geschichte einer Frau, die den Spagat zwischen moderner Technik und alter Backtradition wagt. Hinsichtlich seiner Figuren bleibt er dabei aber tendenziell eher oberflächlich, weshalb ich nur schwer in die Geschichte abtauchen konnte. Dies setzt sich auch in der Handlung selbst fort: Das Fehlen eines zentralen Handlungskonflikts, um den herum sich die Handlung abspielt, verstärkte diesen Effekt. Zumindest konnte mich als Leser weder das grundlegende Problem, geschweige denn die Innovation der Idee wirklich erreichen. Von Spannung konnte daher in meinem Fall leider keine Rede sein. So blieb das Buch allenfalls unterhaltsam und am Ende ohne Kernaussage. Mein Fazit: Trotz des angenehmen Schreibstils blieb das Buch am Ende in meinen Augen leider nichtssagend.

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