Leserstimmen zu
Hör auf zu lügen

Philippe Besson

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Sehr bewegend lesen wir hier von einem Jugendlichen der mit seiner Identität als homosexueller junger Mann, in einem sehr konservativen Dorf hadert. Ein wunderschöner Schreibstil trägt die teilweise autobiographische Geschichte nah an den Leser. Wirklich toll

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Eigentlich wollte ich in der Buchhandlung nur mal kurz reinlesen. Aber dieser mit nur 156 Seiten relativ kurze Roman hat mich von der ersten Seite an so gepackt, dass ich ihn nicht mehr aus der Hand legen konnte. An nur einem Abend war ich durch mit dieser besonderen Liebesgeschichte, die mir am Ende fast das Herz gebrochen hat. In der französischen Provinz wird der 17-jährige Philippe als hochbegabter Sohn des Schuldirektors von seinen Mitschülern ausgegrenzt. Schon früh entdeckt er seine Homosexualität und weiß, dass er anders ist. Eines Tages lädt ihn sein heimlicher Schwarm aus der Parallelklasse, Thomas, zu einem Treffen an einem versteckten Ort ein. Nach anfänglichem Misstrauen beginnen die beiden eine Beziehung im Geheimen und werden ein Paar. Doch nach und nach wird deutlich, dass Thomas seine Gefühle nicht öffentlich zeigen kann und will. So verlieren sich die beiden nach dem Abitur aus den Augen und schlagen unterschiedliche Lebenswege ein. Philippe hat andere Beziehungen, bei denen seine Gefühle aber nie an die für Thomas heranreichen. 23 Jahre später, Philippe ist mittlerweile erfolgreicher Autor, trifft er zufällig auf Lucas, der Thomas zum Verwechseln ähnlich sieht und wird mit den Lügen des Lebens konfrontiert… Philippe Besson gewährt mit „Hör auf zu Lügen“ einen tiefen und äußerst berührenden Einblick in sein Leben und lässt den Leser an seiner ersten großen Liebe teilhaben. Dieser Roman erzählt aber nicht nur die Liebesgeschichte von Philippe und Thomas, sondern zeigt auf, wie unterschiedlich die beiden Protagonisten mit ihrer Homosexualität umgehen und warum sie lieber lügen, als ihre Liebe öffentlich zu leben. Es ist durchweg zu spüren, wie viel diese Erinnerungen dem Autor bedeuten und mit welcher Hingabe er jeden Gedanken und jedes Gefühl beschreibt. Es ist unglaublich, wie sehr ein Mensch leiden kann, wenn er sich selbst verleugnet und sein Leben auf Lügen aufbauen muss. Besonders Bessons spezieller und intensiver Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Durch seine klare und präzise Sprache versteht er es mit wenig Worten Emotionen und Bilder zu wecken, die das Lesen zur wahren Freude machen. Dieser besondere Roman über Liebe und Identitätsfindung wird mir noch lange in Erinnerung bleiben!

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Inhalt: Philippe ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Als hochbegabter Sohn des Schuldirektors, der wenig Kontakt zu den Mitschülern hat, lebt er in einem französischen Provinznest. Er fühlt sich von seinem Klassenkameraden Thomas, einem geheimnisvollen und charismatischen Winzersohn, angezogen und ist ganz verblüfft, als dieser sein Interesse erwidert. Thomas wird seine erste und große Liebe. Eine Liebe, die nur im Verborgenen gelebt werden darf und die für Thomas tragisch endet, weil er, geprägt durch die ländlichen Konventionen, seine sexuelle Identität sein Leben lang verleugnen wird. Ein authentischer und tief berührender Roman über Liebe und Identitätsfindung. Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Der Klappentext dieses Romans hat mich total angesprochen, sodass ich ihn selbstverständlich gerne lesen wollte. Da das Buch nur wenige Seiten hat, habe ich es in einem Rutsch in nur wenigen Stunden durchgelesen. Das lag aber nicht nur an der geringen Seitenzahl, sondern auch daran, dass die Geschichte mich unglaublich gefesselt hat. Von der ersten bis zur letzten Seite wurde ich von der Liebesgeschichte des Protagonisten gefangen genommen. Beeindruckend war dabei auch, dass es sich um eine wahre Geschichte, also die Geschichte des Autors handelt, der aus seiner Jugend und seinem weiteren Leben erzählt. Es gefällt mir auch, dass der Großteil von „Hör auf zu lügen“ in der Ich-Perspektive und vor allem auch in der Gegenwart verfasst ist, sodass ich mich noch besser in das Geschehen vertiefen konnte. Protagonist Philippe war mir, genau wie Thomas sehr sympathisch, auch wenn mir letzterer teilweise etwas abweisend vorkam. Positiv aufgefallen ist mir außerdem Ort und Zeit der Handlung, es spielt im Westfrankreich der 80er-Jahre. Mir wurde außerdem auf keiner einzigen Seite langweilig, es blieb die ganze Zeit spannend. Humor kommt in der Geschichte nicht viel vor, das hat mich aber nicht wirklich gestört, weil das ganze so noch an Dramatik gewonnen hat. An der ein oder anderen Stelle war der Schreibstil nahezu poetisch, sodass sehr zum Nachdenken angeregt wurde. Die Geschichte an sich hat mich wirklich berühren können, auch, weil der Protagonist sich als homosexuelle Person Mitte der 80er Jahre in einer so schwierigen Lage befand. Zum Ende möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht Zuviel sagen, dass müsst ihr selber herausfinden. ;) Mein Fazit: Ein sehr gefühlvoll geschriebener Roman nach einer wahren Geschichte, der kaum aus der Hand zu legen ist. Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar! Hör auf zu lügen bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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Story: Der 17-jährige Philippe lebt in einem französischen Provinzdorf und ist als hochbegabter Sohn des Schuldirektors eher ein Außenseiter. Zudem erkennt er frühzeitig, dass er mit Mädchen nichts anfangen kann und wirft ein Auge auf den stillen Winzersohn Thomas. Dass dieser seine Gefühle erwidern könnte, hält er für absolut unmöglich, bis Thomas ihm eines Tages eine Nachricht zukommen lässt und die beiden eine heimliche, aber leidenschaftliche Beziehung beginnen. Sie hält nur wenige Monate, bis Thomas das Dorf verlässt und auch Philippe andere Wege beschreitet. Erst Jahre später erfährt Philippe – inzwischen bekannter Autor – was aus seiner ersten Liebe geworden ist und welchen Weg Thomas eingeschlagen hat. Eigene Meinung: Der knapp 160 Seiten starke Roman „Hör auf zu lügen“ stammt aus der Feder Philippe Bessons und basiert auf seiner eigenen Lebensgeschichte. Der Autor ist in Frankreich sehr bekannt, seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Man braucht ein wenig, um in die Lebensgeschichte von Philippe Besson einzutauchen, denn gerade der verschachtelte Anfang (der Prolog geht über zwei Seiten und besteht aus einem Satz, was Leser von klassischer Literatur an Hermann Hesse erinnert), die gelegentliche Sprünge in der Zeit und die Abschweifungen erschweren dem Leser zunächst den Einstieg. Das gibt sich glücklicherweise schnell, sobald man sich an die Sprache des Autors gewöhnt und sich gänzlich auf die ruhig erzählte, schnörkellose Geschichte eingestellt hat. Danach fällt es schwer das eindringliche Buch über die erste, in den 80er Jahren unmögliche Liebe zweier Jungen aus den Händen zu legen. Man ist hautnah dabei, als sie sich näher kommen und ihre Gefühle füreinander entdecken – Philippe, der sich jeder Regel unterwirft, die Thomas ihm auferlegt; und Thomas, der alles daran setzt seine Sehnsüchte im Verborgenen auszuleben und der keine Möglichkeit sieht seine Homosexualität öffentlich auszuleben, sein Leben lang nicht. Da die Geschichte in mehreren Zeitebenen spielt, erfährt man, was aus den beiden Männern geworden ist, welche Lebenswege sie eingeschlagen haben. Das Ende erschüttert und berührt, regt zum Nachdenken an und hallt lange nach. „Hör auf zu lügen“ ist authentisch, emotional und berührend, ohne jemals kitschig oder klischeehaft zu sein. Stattdessen bekommt man die Geschichte einer bittersüßen ersten Liebe, die allein wegen der herrschenden Sitte und Moral in den ländlichen Provinzen zum Scheitern verurteilt war. Die ganze Zeit hindurch dreht sich Philippe Besson um das Thema „Lüge“ – es wird zum Leitmotiv der Novelle, denn es zieht sich durch alle Etappen der Geschichte – Thomas hält sein Leben lang eine Lüge aufrecht, indem er sich und seine Neigungen verleugnet; Philippe Besson ebenso, denn er verschweigt diesen Lebensabschnitt. Lediglich in seinen Romanen baut er Elemente ein, die teils autobiografisch sind und immer wieder zu Thomas zurückführen – was er sich erst in „Hör auf zu lügen“ eingesteht. Erst zum Ende hin, reißt er die Lügengebilde ein, die Thomas und indirekt auch ihn ein Leben lang begleitet haben. Die Figuren sind klar gezeichnet und authentisch – man kann sich sehr gut mit Philippe identifizieren, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Man lernt durch ihn den Autor Philippe Besson auf eine direkte, intime Art und Weise kennen, erfährt wahrscheinlich mehr über ihn als durch alle Interviews vorher. Thomas ist ein sehr stiller, junger Mann, der wenig über sich preisgibt. Er hat sich entschieden, sein Leben so zu gestalten, wie die Gesellschaft es für ihn vorsieht – was für ihn den Untergang bedeutet. Philippe Besson hat einen sehr klaren, direkten Stil – er vermag es mit wenigen Worten mehr auszudrücken als mancher Autor mit mehreren Seiten. Er verzichtet vollkommen auf Dialoge, um sich gänzlich auf die Erzählung und die Gefühle der beiden Jungen zu konzentrieren. Im Grunde sind auch keine Gespräche notwendig für das, was der Autor dem Leser näherbringen will – die Ausweglosigkeit, die die Gesellschaft für diejenigen bedeutet, die anders sind, die Zwänge, denen sich jeder auf die ein oder andere Art ausgesetzt sieht. Es berührt und erschüttert, bewegt und stimmt nachdenklich. 160 Seiten sind vollkommen ausreichend, um all die Emotionen auszulösen und die Thomas‘ Geschichte zu erzählen, denn letztendlich geht es hauptsächlich um ihn. Fazit: „Hör auf zu lügen“ ist ein kleines Meisterwerk, das durch schlichte, stilistisch perfekte Klarheit und eine berührende, autobiografische Lebensgeschichte besticht. Philippe Besson gibt einen sehr intimen Einblick in sein eigenes Leben und nachdem man das Buch beendet hat, weiß man, dass er dieses Buch vorwiegend für Thomas und sich geschrieben hat – als Leser darf man glücklicherweise ebenfalls daran teilhaben. „Hör auf zu lügen“ ist ein herausragendes Buch, das lange nachhallt und jeden bestärken sollte, zu sich selbst zu stehen. Unbedingt lesen.

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Als ich das Cover und den Titel gesehen habe, dachte ich zuerst, dass dieses Buch in Richtung Jugendbuch geht. Aber ich habe mich geirrt. Es geht zwar auch im ersten Kapitel um Jugendliche, aber es ist nicht klassisch als Jugendbuch erzählt. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn dass Buch ist trotzdem gut. Aber nochmal zurück zu den Kapiteln : Es gibt drei. Kapitel eins spielt in der Jugendzeit, in Kapitel zwei trifft Philippe dann Thomas Sohn und dann gibt es noch Kapitel drei. Wie man schon an dem Klappentext erkennt, geht es vor allem ums Thema schwul sein und auch um das Thema Verdrängung der Identität. Um das zu verdeutlichen, schreibt der Autor teilweise über autobiografische Erfahrungen und über realitätsnahe Zustände in konservativen Dörfern. Das hilft diesem Roman noch einmal, um das Thema zu verdeutlichen. Das die wichtigen Themen in diesem Buch beleuchtet werden, ist sehr gut, da es meines Erachtens leider viel zu wenige Bücher über dieses Thema gibt. Verstärkt wird dieses Thema dadurch, dass das Buch in einem relativ kleinem Ort spielt, in dem sich Gerüchte rasend schnell verbreiten und der sehr konservativ geprägt ist. Dadurch weiß nämlich fast der komplette Ort, dass Philippe schwul ist, deshalb möchte Thomas nicht so gerne mit ihm gesehen werden. Auch das spricht ein Problem an : Viele Orte auf der ganzen Welt sind noch viel zu konservativ. Zum Glück macht dieses Buch darauf aufmerksam! Wie ich schon geschrieben habe, ist das Buch teilweise autobiografisch. Das ist nicht schlecht, da das Buch durch diese Perspektive noch realer wird, noch besser, man hat noch mehr Glauben in das Buch. Auch der Schreibstil unterstützt noch einmal die Realität dieses Buches und sorgt dafür, dass der Leser das Buch eigentlich erst einmal nicht weglegen will. Allerdings finde ich, dass es teilweise etwas zu ausschweifend war. Das ist schade, denn dadurch ist das Buch für mich teilweise etwas langweiliger geworden.

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„Hör auf zu lügen“ ist ein sehr intimer, aber unsentimentaler Roman. Der Autor nimmt eine ungeschönte Analyse vor, ohne dabei unangemessen hart ins Gericht zu gehen. Er lamentiert und klagt auch nicht, oder wird rührselig. Alles wirkt genau richtig, wohldurchdacht, aber nicht konstruiert. Ich habe das Buch gern gelesen, auch, weil es auf zahlreiche Filme, Persönlichkeiten und andere Bücher Bezug nimmt. Gelungen finde ich persönlich bereits den Einstieg in den Roman, eine Art Prolog über knapp zwei Seiten, der aus einem einzigen Satz besteht. Er gibt den Ereignis- und Gedankenstrudel wieder, mit dem der Lebensbericht seinen Anfang nimmt. Das einzige, worüber ich mich vielleicht beklagen könnte, wäre, dass der Roman schneller zuende ist, als man möchte. Aber letztlich hat er dann doch genau den richtigen Umfang: nichts ist zu viel und nichts zu wenig – alles ist wohldosiert.

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Sehr berührend

Von: Leo

03.12.2018

Inhaltsangabe 📚 : "Brokeback Mountain" aus Frankreich: Die tragische Geschichte einer homosexuellen Liebe - authentisch und zutiefst berührend Philippe ist 17 Jahre alt und ein Außenseiter. Als hochbegabter Sohn des Schuldirektors, der wenig Kontakt zu den Mitschülern hat, lebt er in einem französischen Provinznest. Er fühlt sich von seinem Klassenkameraden Thomas, einem geheimnisvollen und charismatischen Winzersohn, angezogen und ist ganz verblüfft, als dieser sein Interesse erwidert. Thomas wird seine erste und große Liebe. Eine Liebe, die nur im Verborgenen gelebt werden darf und die für Thomas tragisch endet, weil er, geprägt durch die ländlichen Konventionen, seine sexuelle Identität sein Leben lang verleugnen wird. Ein authentischer und tief berührender Roman über Liebe und Identitätsfindung. Meinung 📖: Diese recht kurze Autobiografie erzählt von einer heimlichen Liebe zwischen 2 jungen Männern. Beide gehen jedoch komplett unterschiedlich mit der eigenen Sexualität um. Philippe Besson schafft es mit wenigen Worten eine intensive und ausdrucksstarke Geschichte zu erzählen.📚⬅️ Fazit: Sehr intensive, bildhafte und nostalgische Geschichte  4.5/5 🌟

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Der erste Teil gibt den für den Gesamtzusammenhang des Buches wichtigsten Inhalt wieder. Besson berichtet mit einer außerordentlich literarischen Leichtigkeit von einem ernstlichen Thema: Gleichgeschlechtliche Liebe zu einer schweren Zeit und an einem unpassenden Ort. Obwohl es nur kurze Momentwiedergaben sind, gelingt dem Autor die glaubhafte Demonstration einer einzigartigen Liebe, die von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden hat und für die es leider nie ein Happy End geben durfte. Nach der unvermeidbaren Trennung gingen Philippe und Thomas ihre eigenen Wegen, ohne den anderen jemals ganz zu vergessen. Während Thomas Andrieu heiratete und ein Kind mit seiner Frau bekam, bliebt Besson ein ewiger Junggeselle mit vielen Männerbekanntschaften, von denen keine einzige so magisch wie seine erste, richtige Liebe war. Besson lebt seine Homosexualität entsprechend offen aus, wie es sich gehört, während Andrieu höchstens hinter den verschlossenen Türen an vergangene Zeiten denkt. Ich würde alles dafür geben um zu erfahren, wie es Thomas genau erging. Am Ende von Hör auf zu lügen steht ein Brief, den Thomas an Philippe geschrieben, jedoch nie abgesendet hat. In den Teilen zwei und drei erscheint ein weiterer Mann auf den Seiten von Bessons Werk: Es ist der Sohn von Thomas! Durch ihn erfährt Philippe Besson, wie es Thomas in der Zeit seit ihrer Trennung ergangen ist. Dem Leser vermittelt der Autor dadurch, welche Schwere auf Thomas’ Seele gelastet haben muss, dass er sich dazu entschied, seine sexuellen Präferenzen zu verleugnen. Eines der traurigsten und gleichzeitig wichtigsten Bücher, die ich in meinem Leben gelesen habe! Hör auf zu lügen: Ein Appell an alle, die nicht sie selbst sein können, sich größte Mühe geben, ihr wahres Ich zu verstecken. Der Fall Andrieu ist eines von vielen Beispielen dafür, die vor Augen führen, dass das Leben zu kurz ist, um es nicht in vollen Zügen zu genießen.

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