Leserstimmen zu
Der Verräter

Paul Beatty

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Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch und damit auch an mich. Wachrütteln soll es, schockieren. Nach ein paar Artikeln über den Auto und das Buch war ich mir sicher: das muss ich lesen! Lasst mich ehrlich sein, es scheiterte an mir. Denke ich zumindest. Ich bin nicht rein gekommen in die Geschichte. Was sind die möglichen Gründe? Leider bzw. glücklicherweise kann ich mich absolut gar nicht mit den Personen identifizieren. Als 0815 weißes Kind in Mitteleuropa habe ich nie mit echter Armut, Gangs, Rassismus (mit gegenüber) oder dergleichen zu tun gehabt. Mir fehlte die Vorstellungskraft für die Geschichte. An dieser Formulierung saß ich lange und bin noch immer nicht ganz zufrieden. Aber irgendwie ist genau das der Fall, ich konnte das Bild in meinem Kopf quasi nicht scharf stellen. Das Grundkonstrukt der Geschichte ist unglaublich interessant. Ein Sklave in der heutigen Zeit. Jemand der auch noch glücklich ist mit Rassentrennung und Peitsche. Unvorstellbar (wortwörtlich für mich). Doch irgendwie habe ich mich in der Erzählung verloren und nicht mehr wieder gefunden. Bis zum Schluss bin ich wie ein Nicht-Schwimmer durch dieses Buch geschwommen und hab am Ende nur noch nach Luft schnappen können. Auf jeden Fall ein Erlebnis, keins was ich so schnell wieder bräuchte. Keine Ahnung wie ich das Buch bewerten soll, es ist irgendwie gut, irgendwie verwirrend, irgendwie schwer lesbar. Jedem Leser kann ich nur empfehlen die Leseprobe in Anspruch zu nehmen! Schaut ob ihr mit den ersten Seiten gut zurecht kommt (hätte ich machen sollen!). Die Optik des Buches bekommt allerdings 100%! Wie toll sieht es bitte aus? Harter Tobak! Nicht für jeden Leser. Irgendwie zwischen genial und schwerlesbar.

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Paul Beatty schreibt in seinem Buch "Der Verräter" auf kluge, sarkastische und auch bittere Weise, wie gespalten die Menschheit bezüglich Ethnie noch immer ist. Das Buch erschien 2018 im Luchterhand Verlag. Der Erzähler lebt in Dickens, einem Vorort von Los Angeles, welches einen Brennpunkt darstellt. Die fast ausnahmslos schwarzen Bewohner von Dickens sind stolz auf ihre Herkunft und auf Dickens. Sie zelebrieren ihr Leben dort und sehen sich als einheitliche Macht gegen die Weißen. Der Erzähler lebt ein friedliches Leben, bis sein Vater, ein Bürgerrechtler durch Polizeigewalt stirbt. Plötzlich ändert sich alles. Die Grundidee des Buches ist ohne Frage genial. Den deutschen Titel finde ich wenig gelungen, was mir leider häufig so geht. Ich muss sagen, dass mir der Anfang gut gefiel, ich dann aber immer mehr Schwierigkeiten hatte, mich dem Buch zu widmen. Es wird immer anstrengender und die gut konzipierte Story verliert an Reiz. Der Erzählstil ist angenehm und verständlich, der Inhalt durchaus anspruchsvoll (was die Thematik vorgibt). Beatty schreibt rau und launisch, erbarmungslos und sarkastisch. Die vielen Details und die Fülle an Ereignissen führten dazu, dass ich immer wieder aus dem Konzept gebracht wurde und es einem Kampf glich, beim Lesen alles immer wieder von Neuem aufzuarbeiten. Dennoch wollte ich die Geschichte unbedingt zu Ende lesen und wissen, was mich noch erwartet. Der sarakstische Unterton war für meinen Geschmack hier und da überflüssig, bisweilen nicht angebracht. Ungeschönt und ehrlich beschreibt Beatty die Lücke, die noch heute zwischen Schwarz und Weiß klafft. Ein zuweilen axnstrengendes aber ein sehr wichtiges Buch!

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