Leserstimmen zu
Amundsens letzte Reise

Monica Kristensen

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Als Roman und Bettlektüre ist „Amundsens letzte Reise“ nicht zu empfehlen – dafür ist die Kost zu schwer. Wer aber mehr über die dramatischen Expeditionen des Jahres 1928 ins arktische Eismeer erfahren möchte, der sollte unbedingt zugreifen. Für ein Sachbuch ist das Werk sehr zugänglich, dafür sorgen die gelegentlichen erzählerisch eingebrachten, atmosphärischen Szenerien - und am Ende steht das noch immer ungelöste Rätsel, was mit den verschollenen Expeditionsteilnehmern geschehenen ist, die niemals gefunden wurden.

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Der Ruhm dieses legendären Entdeckungsreisenden ist noch lange nicht verhallt, seine Taten und Erfolge bleiben unvergessen. In Norwegen ist er ein wahrer Volksheld, der schon längst zu einem Teil der nationalen Identität wurde: Jedes Kind kennt seinen Namen, Statuen und Plaketten in verschiedenen Städten beweisen, dass Norwegen seinen berühmten Sohn noch immer in Ehren hält. Roald Engelbregt Gravning Amundsen war ein Polarforscher, der auf seinen Expeditionen ein ruhmreiches Ziel nach dem anderen erreichte. So durchfuhr er als Erster die Nordwestpassage, erreichte als Erster den geographischen Südpol und war mit hoher Wahrscheinlichkeit der erste Mensch, der den Nordpol mit dem Flugzeug erreichte. Kurz gesagt war Amundsen ein Mensch wie einem Roman von Jules Verne entsprungen: wagemutig, entschlossen, ein Held alter Schule. Und so liest sich auch dieser Bericht seiner letzten Reise wie eine Abenteuergeschichte – fast zu abenteuerlich, um wahr zu sein. Erzählt werden die Umstände der Rettungsexpedition, die tragischer Weise zu Amundsens Schwanengesang wurde, von Monica Kristensen. Manchen Lesern ist sie vielleicht als Autorin von Kriminalromanen bekannt, die auf Spitzbergen spielen – wo viele der Ereignisse dieses Buches angesiedelt sind. Was Kristensen jedoch als geradezu perfekte Autorin für dieses Sachbuch empfiehlt, sind zwei Polarexpeditionen, die sie 1986/87 und 1993 leitete, um Amundsens Reise zum Südpol nachzuverfolgen. Wandelte sie auf diesen Experditionen noch im wahrsten Sinne des Worte auf Amundsens Spuren, zeichnet sie in “Amundsens letzte Reise” ein sehr vielschichtiges literarisches Porträt des Polarforschers und gibt einen ungemein detaillierten Einblick in die Umstände seines Verschwindens. Und es geht nicht nur um Amundsen, sondern allgemein um die verschiedenen Expeditionen und Aktionen, die 1928 zur Rettung von Umberto Nobile organisiert wurden. Die Unterzeichnung des Spitzbergenvertrags, der Norwegen die Souveränität über Spitzbergen einräumte, war erst wenige Jahre her, und diverse Länder, wie Italien, Schweden, Finnland und Russland, hatten ein Interesse daran, sich als nicht zu unterschätzende Macht im Polargebiet zu etablieren. Die Rettung Umberto Nobiles wurde daher quasi zu einem Wettlauf, in dem es nicht mehr ausschließlich um die Rettung von Menschenleben ging – zu einer Zurschaustellung der besten Pilote und Kapitäne, der arktistauglichsten Schiffe und Flugzeuge. Es wirkt in manchen Passagen etwas ermüdend, dass alles bis ins kleinste Detail aufgelistet wird: technische Spezifikationen der Schiffe und Flugzeuge, Funkfrequenzen, mitgeführter Proviant, die Namen zahlreicher Menschen, die in irgendeiner Form beteiligt waren… Da ist nicht immer einfach, das Gesamtbild im Blick zu behalten. Andererseits möchte ich die Gründlichkeit der Darstellung grundsätzlich nicht missen – diese ermöglicht es jedem Leser, so tief in die Materie einzutauchen, wie er das wünscht. Die Person Amundsens gerät dahinter jedoch nie verloren. Man gewinnt als Leser den Eindruck, dass Amundsens Stern damals bereits im Sinken begriffen war, dass sein Tod möglicherweise sogar den Abstieg in das Vergessenwerden verhinderte. Bewog ihn das dazu, sein Leben für Nobile zu riskieren, mit dem er sich unbestritten verfeindet hatte? Seine Persönlichkeit ist schwer zu erfassen, aber was einen starken Nachhall in mir hervorrief, war seine unbestreitbare große Liebe zur Arktis. »Oh! Wenn Sie nur wüssten, wie großartig es dort oben ist! Dort wünsche ich zu sterben, aber ich möchte, dass der Tod auf eine ritterliche Art und Weise zu mir kommt, dass er mich bei der Erfüllung einer großen Aufgabe holt, schnell und ohne viel zu leiden.« [ Ausschnitt aus dem letzten Interview, das Amundsen gab.]

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Sein Name verbindet jeder unweigerlich mit der weißen Welt, dem Ewigen Eis. Seine Entdeckungsreisen haben seinen Weltruhm begründet. Er durchfuhr als erster Mensch die Nordwestpassage, erreichte als erster den Südpol, er war auch einer der ersten, die zum geografischen Nordpol kamen. Der Norweger Roald Amundsen (1872 – 1928), nach dem das neueste Schiff der legendären Hurtigruten-Flotte benannt ist, ist bis heute verbunden mit Entdeckermut und Wagnis, aber auch einem ungeheuren Wissensschatz rund um die Polargebiete. Die Norwegerin Monica Kristensen hat über Amundsens letzte Reise, von der er nicht mehr zurückgekommen ist, einen Band geschrieben, der Maßstäbe setzt. Kristensen ist selbst untrennbar mit den Polarregionen unserer Erde verbunden. Sie zählt zu den bekanntesten Polarforscherinnen ihres Landes. Als Tochter einer Schwedin und eines Norwegers 1950 im schwedischen Torsby geboren, leitete sie mehrere Expeditionen in die eisigen Welten. Für ihr Wirken wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 1989 mit der Founder’s Medal der Royal Geographical Society. Hierzulande wurde sie mit ihrem Kriminalroman „Suche“ bekannt, dessen Geschehen auf der zu Norwegen zählenden Inselgruppe Spitzbergen – die Norweger nennen sie Svalbard – angesiedelt ist. Spitzbergen steht auch im Zentrum des aktuellen Sachbuches. Von hier startet der italienische Luftschiffpionier Umberto Nobile seine Nordpol-Tour, die in einer Katastrophe endete. Das Schiff „Italia“ stürzte mit einer internationalen Crew an Bord am 25. Mai 1928 auf der Rückfahrt ab. Mehrere Länder entsanden Rettungsexpeditionen. Auch Norwegen. Doch in der offiziellen Rettungsmannschaft des nordischen Landes erhielt Roald Amundsen keinen Platz. Er versuchte, selbst ein Team und vor allem die notwendige technische Ausstattung zusammenzustellen, was nicht leicht war, da Amundsen knapp bei Kasse war und die einstigen Kontakte wie zu dem Amerikaner Lincoln Ellsworth nicht mehr fruchteten. Schließlich bestieg Amundsen, der einst mit Nobile im Luftschiff „Norge“ die nördliche Polarregion bereist hatte, ein Flugboot des Typs Latham 47 mit zwei französischen Piloten an Bord. Es sollte eine Reise ohne Wiederkehr werden, seitdem gilt der große norwegische Polarentdecker als verschollen. Bis heute ist unklar, warum und vor allem wo die Mission scheiterte. Inhaltlich setzt die Wissenschaftlerin und Autorin den Fokus indes nicht nur auf Amundsen und seine Pläne. Vielmehr richtet sie einen weiten und vielschichtigen Blick auf sowohl die tragische Reise Nobiles als auch auf die zahlreichen Rettungsaktionen, die in ihrer Ausstattung und Bemannung nicht unterschiedlicher sein konnten. Neben Schiffen kommen mehrere Flugzeuge verschiedener Bauart und Leistung zum Einsatz. Die Russen leisteten mit Krassin, dem damals größten, mit Kohle angetriebenen Eisbrecher der Welt, eine besondere Unterstützung im Ringen um die Rettung der Männer um Nobile. Der Leser springt während der Lektüre des Buches zwischen den einzelnen Protagonisten, ihren Pläne, ihren Erfolgen und ihrem Scheitern. Sogar von dem unermesslichen Leid der verunglückten Crewmitglieder angesichts der unwirtlichen Verhältnisse und Einsamkeit auf einer Eisscholle berichtet Kristensen. Es ist erschütternd zu lesen, wie der italienische Funker Guiseppe Biagi immer wieder versucht, Notsignale abzusetzen, wie der schwedische Wissenschaftler Finn Malmgren in eisiger Kälte auf seinen Tod wartet, wie ein Teil der Mannschaft bereits während und kurz nach dem Absturz ihr Leben verliert. Kristensen schildert nicht nur, akribisch mit zahlreichen Fakten und Daten unterlegt, die damaligen Ereignisse und ihre Protagonisten, darunter auch Amundsens Weggefährten. Sie berichtet vor allem von einem extremen Zeitenwandel: Setzte Amundsen bei seiner Südpol-Expedition auf die Hilfe von Schlittenhunden, steigen nun Flugzeuge und Luftschiffe in die Höhe. Interessant auch – die Ausführungen zur Rolle Spitzbergens und der Bedeutung der Arktis für Norwegen und andere Länder. Ein regelrechter Wettstreit entbrennt, um Nobile und später Amundsen zu retten, wobei sich das faschistische Italien sich zuerst weigerte, sich mit einer Mission zu beteiligen und später Nobiles Scheitern drastisch verurteilte. Zudem gibt die Autorin Einblicke in das zwiespältige Wesen Amundsens, dessen Stern am Sinken war, der zu jener Zeit bereits viele Freundschaften aufgrund seines schwierigen Charakters verloren hatte und der auch gesundheitlich sehr angeschlagen war. Wer mehr über ihn erfahren will, sollte zu der wunderbaren Biografie des Norwegers Tore Bomann-Larsen (mare Verlag) greifen. Nie wird dabei der Leser indes diesem Detailreichtum überdrüssig, denn der Stil der Norwegerin ist anschaulich und an einigen Stellen durchaus auch atmosphärisch zu nennen. Kristensens Akribie und ihre aufwendige Recherche verlangen höchsten Respekt ab und ist diesem Werk deutlich anzumerken – wie auch das umfassende Wissen und die Leidenschaft der Autorin für dieses spannende Thema. Wer sich mit diesem Kapitel der Wissenschaftsgeschichte und generell mit dem Ewigen Eis beschäftigt, wird an diesem herausragenden Band, der Zeitdokumente sowie eine umfangreiche Literaturliste und eine Übersicht der einzelnen Expeditionen enthält, einfach nicht vorbeikommen.

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Der Ruhm dieses legendären Entdeckungsreisenden ist noch lange nicht verhallt, seine Taten und Erfolge bleiben unvergessen. In Norwegen ist er ein wahrer Volksheld, der schon längst zu einem Teil der nationalen Identität wurde: Jedes Kind kennt seinen Namen, Statuen und Plaketten in verschiedenen Städten beweisen, dass Norwegen seinen berühmten Sohn noch immer in Ehren hält. Roald Engelbregt Gravning Amundsen war ein Polarforscher, der auf seinen Expeditionen ein ruhmreiches Ziel nach dem anderen erreichte. So durchfuhr er als Erster die Nordwestpassage, erreichte als Erster den geographischen Südpol und war mit hoher Wahrscheinlichkeit der erste Mensch, der den Nordpol mit dem Flugzeug erreichte. Kurz gesagt war Amundsen ein Mensch wie einem Roman von Jules Verne entsprungen: wagemutig, entschlossen, ein Held alter Schule. Und so liest sich auch dieser Bericht seiner letzten Reise wie eine Abenteuergeschichte – fast zu abenteuerlich, um wahr zu sein. Erzählt werden die Umstände der Rettungsexpedition, die tragischer Weise zu Amundsens Schwanengesang wurde, von Monica Kristensen. Manchen Lesern ist sie vielleicht als Autorin von Kriminalromanen bekannt, die auf Spitzbergen spielen – wo viele der Ereignisse dieses Buches angesiedelt sind. Was Kristensen jedoch als geradezu perfekte Autorin für dieses Sachbuch empfiehlt, sind zwei Polarexpeditionen, die sie 1986/87 und 1993 leitete, um Amundsens Reise zum Südpol nachzuverfolgen. Wandelte sie auf diesen Experditionen noch im wahrsten Sinne des Worte auf Amundsens Spuren, zeichnet sie in “Amundsens letzte Reise” ein sehr vielschichtiges literarisches Porträt des Polarforschers und gibt einen ungemein detaillierten Einblick in die Umstände seines Verschwindens. Und es geht nicht nur um Amundsen, sondern allgemein um die verschiedenen Expeditionen und Aktionen, die 1928 zur Rettung von Umberto Nobile organisiert wurden. Die Unterzeichnung des Spitzbergenvertrags, der Norwegen die Souveränität über Spitzbergen einräumte, war erst wenige Jahre her, und diverse Länder, wie Italien, Schweden, Finnland und Russland, hatten ein Interesse daran, sich als nicht zu unterschätzende Macht im Polargebiet zu etablieren. Die Rettung Umberto Nobiles wurde daher quasi zu einem Wettlauf, in dem es nicht mehr ausschließlich um die Rettung von Menschenleben ging – zu einer Zurschaustellung der besten Pilote und Kapitäne, der arktistauglichsten Schiffe und Flugzeuge. Monica Kristensen stützt sich auf zahlreiche Quellen in diversen Sprachen, um ein möglichst umfassendes Bild zu zeichnen und das gelingt ihr zweifellos. Manchmal wäre für die Lesbarkeit weniger vielleicht mehr gewesen. Es wirkt in manchen Passagen etwas ermüdend, dass alles bis ins kleinste Detail aufgelistet wird: technische Spezifikationen der Schiffe und Flugzeuge, Funkfrequenzen, mitgeführter Proviant, die Namen zahlreicher Menschen, die in irgendeiner Form beteiligt waren… Da ist nicht immer einfach, das Gesamtbild im Blick zu behalten. Andererseits möchte ich die Gründlichkeit der Darstellung grundsätzlich nicht missen – diese ermöglicht es jedem Leser, so tief in die Materie einzutauchen, wie er das wünscht, denn im Zweifelsfall kann man über Einiges, was einen persönlich nicht interessiert, auch hinweglesen. Besonders interessant fand ich Monica Kristensens Einschätzung und Bewertung der bekannten Tatsachen. Die Person Amundsens gerät dahinter jedoch nie verloren. Man gewinnt als Leser den Eindruck, dass Amundsens Stern damals bereits im Sinken begriffen war, dass sein Tod möglicherweise sogar den Abstieg in das Vergessenwerden verhinderte. Bewog ihn das dazu, sein Leben für Nobile zu riskieren, mit dem er sich unbestritten verfeindet hatte? Seine Persönlichkeit ist schwer zu erfassen, aber was einen starken Nachhall in mir hervorrief, war seine unbestreitbare große Liebe zur Arktis. »Oh! Wenn Sie nur wüssten, wie großartig es dort oben ist! Dort wünsche ich zu sterben, aber ich möchte, dass der Tod auf eine ritterliche Art und Weise zu mir kommt, dass er mich bei der Erfüllung einer großen Aufgabe holt, schnell und ohne viel zu leiden.« [ Ausschnitt aus dem letzten Interview, das Amundsen gab. Diese Aussage wird ihm oft als Todessehnsucht ausgelegt, da sich dieser Wunsch nur wenig später erfüllte, als er auf der Suche nach Nobile im ewigen Eis sein Leben ließ. ] Auch ansonsten behält Monica Kristensen die menschlichen Tragödien und Triumphe im Blick. Es ist unglaublich, was Menschen alles ertragen und überleben können, und die verschiedenen Schicksale haben mich geradezu ans Buch gefesselt. FAZIT Monica Kristensen erzählt eine wahre Geschichte, wie sie auch in einem Abenteuerroman von Jules Verne nicht fehl am Platz wäre: Edle Forscher, wagemutige Piloten, und als der italienische Polarforscher Umberto Nobile im Eis verschollen geht, wird dies zum Auftakt für eine Reihe von spektakulären Rettungsaktionen, in deren Verlauf der norwegische Volksheld Roald Amundsen, eigentlich ein Rivale von Nobile, sein Leben riskiert – und verliert. Monica Kristensen beschreibt die Ereignisse sehr ausführlich und detailliert, und dennoch bleibt dieses Sachbuch sehr spannend.

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Minutiös geht Kristensen einem Geschehen nach, das bereits Stoff für Filme, vor allem aber ein einschneidendes Erlebnis für die Welt der Erforschung rauer Gegenden gewesen ist. Jene Suchaktion nach dem, in Nordpolnähe gestrandeten, italienischem Luftschiff „Italia“ im Jahr 1928, welches eine große Rettungs- und, zu nächst, natürlich Suchaktion ausgelöst hat. Während derer auch Roald Amundsen sich, müde, aber mit all seiner Erfahrung, von Norwegen aus mit alten Vertrauten und Forschungskameraden an Bord des Flugboots Latham 47-II aufmachte. Eine Reise ohne Wiederkehr und ein bis heute nicht gelöstes Rätsel, was genau wo mit der Gruppe geschehen ist und warum Wrackteile der Latham 47-II an recht unwahrscheinlich wirkenden Stellen im Meer und angespült an Land wiederauftauchten. Unter Einbeziehung der verfügbaren Quellen, durchaus aber auch mit Intuition und sachlichen Überlegungen wendet sich Kristensen im Buch dieser Suchaktion zu, führt die zwei wahrscheinlichsten (aber nicht nur diese) Theorien in ein mögliches Gesamtbild ein und macht zum Ende der Lektüre hin durchaus deutlich, welcher der vorhandenen Erklärungen des Vorfalls sie selbst am deutlichsten zuneigt. Das ganze schreibt Kristensen flüssig und in einer dokumentarischen Erzählform, die flüssig voranschreitet, auch wenn man sich hier und da in Kleinigkeiten (wie die Frage, mit welchem Fluggerät der notorisch verschuldete Amundsen die Suche antreten wollte und welche Schwierigkeiten es auf dem Weg der Beschaffung eines passenden Fluggerätes gab. Ebenso muss der Leser sich, natürlich, immer wieder angesichts der zwingend wirkenden Darstellung Kristensens daran erinnern, dass auch diese Autorin vermutet und nicht genau weiß, wie alle, die sich mit dem Thema dieses Verschwindens der Rettungsmannschaft beschäftigen. Was ebenso, hier aber auf Tatsachen und Augenzeugenberichten beruhend, in bester Form mit der Geschichte der Gestrandeten Besatzung der „Italia“ korrespondiert, deren Not Kristensen überaus lebendig und plakativ schildert. Was in andern Überlegungen und Nebensträngen der Autorin im gesamten dann auch dazu führt, ganz andere Sichtweisen noch in den Blick zu nehmen, die Frage nach Amundsens innerer Verfassung mit aufwirft, Kleinigkeiten ins rechte Licht rückt wie das Geschenk, das Amundsen einem Freund vor der Abreise überreicht hat und von dem er sich bis dato nie getrennt hätte. War da eine Todesahnung? War da eine Todessehnsucht gar? Vermutungen und Gerüchte, die Kristensen aufnimmt, ihnen nachgeht und klare Stellung bezieht bis hin zu einem möglichen Ablauf, der in seiner inneren Logik bestechend einsichtig am Ende im Raum verbleibt. Egal nun, wie man als Leser am Ende zu den Ereignissen stehen mag und was man selbst für die wahrscheinlichste Ursache des Verschwindens Amundsens betrachtet, was die Fakten und die zeitlichen Abläufe angeht legt Kristensen einen umfassenden und fundierten Bericht vor, der den Leser mitten hineinnimmt in eine Mentalität des forschenden Abenteuertums und eine Zeit, in der eine solche Mentalität noch vielfache „unbekannte Orte“ zum Bereisen vorgefunden hat. Gefährliche und unwirtliche Orte, die Kristensen für den Leser erlebbar schildert.

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Ich muss vorab sagen, das ich aufgrund der Beschreibung etwas anderes erwartet habe. Mehr Spannung vielleicht, da es als "dramatisch und unglaublich" bezeichnet wurde. Es ist aber ein reines Sachbuch. Sehr detailreich und ausgiebig wird die Geschichte um Amundsen erzählt. Bis ins kleinste Detail wird sowohl er als auch alle anderen Beteiligten beschrieben. Das gibt tiefe Einblicke in die Gedanken und Gefühlswelt um eine dramatische Rettungsaktion. Es erscheint mir äußerst gut recherchiert und die zusätzlichen Seiten mit Fotos von damals runden das Ganze wirklich gut ab. Schade das es kein Lesebändchen hat. Trotzdem ist hier ein wirklich gutes Buch entstanden, das einen intimen Einblick in das Leben von Polarforscher Roald Amundsen gibt. Fünf von fünf Sternen.

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In "Amundsens letzte Reise" erzählt die norwegische Polarforscherin und Schriftstellerin Monica Kristensen von einer abenteuerlichen Rettungsaktion am Nordpol. Das biografische Buch über Roald Amundsen erscheint am 21.01.2019 im btb Verlag. Die Übersetzung aus dem Norwegischen wurde von Christel Hildebrandt vorgenommen. Der Norweger Roald Amundsen (1872 - 1928) war der erfolgreichste Entdeckungsreisende in Arktis und Antarktis. Er erreichte als erster den Südpol, durchquerte als erster die Nordwestpassage und die Nordostpassage und war als einer der ersten Menschen mit dem Luftschiff Norge am Nordpol. Amundsen kam 1928 bei einem Rettungsflug für den in Not geratenen italienischen Polarforscher Umberto Nobile ums Leben. Am 18. Juni 1928 besteigt Roald Amundsen in Tromsö ein französisches Flugboot, eine Latham 47, mit Ziel Spitzbergen. Der norwegische Nationalheld macht sich auf zu einer Rettungsktion des italienischen Polarforschers Umberto Nobile. Dieser hatte zwei Jahre vorher mit ihm bereits mit der Norge den Nordpol angeflogen. Bei Nobiles eigener Arktis-Expedition stürzte das Luftschiff, die Italia, auf dem Rückflug vom Nordpol ab, die Mannschaft trieb tagelang hilflos auf einer Eisscholle. Die Rettungsaktion Nobiles war erfolgreich, Amundsen und seine Leute verloren allerdings dabei ihr Leben. Ein letzter Funkspruch war zugleich auch ihr letztes Lebenszeichen. Was passierte damals tatsächlich und ging der erfahrene Experte ein Risiko ein? "Ein Spaziergang über das Eis konnte den sicheren Tod bedeuten, weil das Eis durch die Gezeitenströmung aufbrechen könnte. Die unerfahrenen Alpenjäger würden somit riskieren, sich plötzlich auf auseinandergebrochenen Eisschollen mit breiten Wasserspalten dazwischen zu befinden. Sie konnten Richtung Norden weit außer Reichweite des Jahdbootes getrieben werden und wären somit hoffnungslos verloren." Zitat Seite 116 In diesem Buch vereinen sich Tatsachen, überlieferte Berichte aus verschiedenen Quellen und die daraus gezogenen Schlüsse der Autorin Monica Kristensen, die als Polarexpertin die Vorgänge und Abläufe fachgerecht einzuschätzen weiß und daraus ein Sachbuch der besonderen Art macht. Die Norweger gelten als führende Polarexperten und leiteten eine Suchaktion nach der verschollenen Mannschaft der Italia ein. Ihr Nationalheld Roald Amundsen unternahm mit dem französischen Flugzeug, der Latham 47 den Kurs auf die Bäreninsel. Es wurden Funksprüche von der Latham aufgezeichnet, ein Benzintank der Latham wurde gefunden, der auf etwaige Rettungsversuche hindeutete, doch weder das Flugzeug, noch Amundsen und die Mannschaft wurden jemals wieder gesehen. Sie verschwanden 1928 für immer im Eis. Monica Kristensen schreibt hier eine Ode an den großen Polarforscher Amundsen, der sein Leben diesen unwirklichen Eisregionen der Erde verschrieb. Er wurde für seine Erfolge groß gefeiert, liebte trotz seiner besonnenen Art die Herausforderung, informierte die Öffentlichkeit über seine Ergebnisse und ließ am Ende sein Leben im ewigen Eis. Dieses Buch liest sich teilweise wie ein Tatsachenbericht, man erlebt die Rettungsvorgänge mit, wird über die Schwierigkeiten von Forschungsreisen im Eis informiert. Überaus deutlich wird beschrieben, welche Probleme mit schmelzendem Eis, Wasserspalten und den tiefen Minusgraden für die Teilnehmer von Expeditionen und Rettungstrupps vorherrschen. Die Krankheitslage der Männer der Italia ist katastrophal. Von Salzwasser und verrottetem Bärenfleisch als Nahrung wurden sie krank, hohes Fieber und Brüche machen ihnen zu schaffen. Die Verzweiflung der Männer muss groß gewesen sein. Auch wenn man von manchen Technikangaben und Mengen an verheizter Kohle für die Schiffe als Laie sicherlich völlig überfordert ist, macht dieses Buch sehr betroffen und zeigt, welches mutige Kalkül die Forscher haben und welche Hintergründe hinter den Expeditionen stecken. Es mussten Gelder beschafft werden, um die nötigen Dinge bereitzustellen, der Proviant, die Versorgungszelte, die Luftschiffe, bzw. die mit damals noch mit Kohle betriebenen Eisbrecher. Wenn man dieses Buch liest, wird man unweigerlich Zeuge von den abenteuerlichen und gefährlichen Einsätzen auf dem Eis. Die Autorin ist als Polarforscherin mit der Materie vertraut und erzählt sehr detailliert die Vorgänge der vorangegangenen Italia-Expedition und der groß angelegten Rettungsaktion. Es ist ein eher sachlich geführter Erzählstil, informativ und mit reichlich technischen Details versehen, bei denen man als Laie ein wenig überfordert wird. Doch sie bringt die wesentlichen Dinge der Vorgänge zur Sprache, beschreibt das Geschäft mit dem Ruhm der Expeditionen und erwähnt auch eine interessante These, die den Fall Amundsen von einer anderen Seite zeigt. Es ist ein spannendes Buch, das sich teilweise wie ein Augenzeugenbericht liest. Mich begleiteten während der Lektüre stets schauerliche Gedanken bei der Vorstellung, was die Forschungsreisenden damals alles erleiden mussten, wie sie sich im Nebel nicht mehr zurecht fanden, Erfrierungen erlitten, krank wurden oder sogar dort verstarben. Ein interessant geschriebenes Sachbuch über die Wagnisse und Gefahren von Forschungsreisen und Rettungsaktionen im ewigen Eis. , In "Amundsens letzte Reise" erzählt die norwegische Polarforscherin und Schriftstellerin Monica Kristensen von einer abenteuerlichen Rettungsaktion am Nordpol. Das biografische Buch über Roald Amundsen erscheint am 21.01.2019 im btb Verlag. Die Übersetzung aus dem Norwegischen wurde von Christel Hildebrandt vorgenommen. Der Norweger Roald Amundsen (1872 - 1928) war der erfolgreichste Entdeckungsreisende in Arktis und Antarktis. Er erreichte als erster den Südpol, durchquerte als erster die Nordwestpassage und die Nordostpassage und war als einer der ersten Menschen mit dem Luftschiff Norge am Nordpol. Amundsen kam 1928 bei einem Rettungsflug für den in Not geratenen italienischen Polarforscher Umberto Nobile ums Leben. Am 18. Juni 1928 besteigt Roald Amundsen in Tromsö ein französisches Flugboot, eine Latham 47, mit Ziel Spitzbergen. Der norwegische Nationalheld macht sich auf zu einer Rettungsktion des italienischen Polarforschers Umberto Nobile. Dieser hatte zwei Jahre vorher mit ihm bereits mit der Norge den Nordpol angeflogen. Bei Nobiles eigener Arktis-Expedition stürzte das Luftschiff, die Italia, auf dem Rückflug vom Nordpol ab, die Mannschaft trieb tagelang hilflos auf einer Eisscholle. Die Rettungsaktion Nobiles war erfolgreich, Amundsen und seine Leute verloren allerdings dabei ihr Leben. Ein letzter Funkspruch war zugleich auch ihr letztes Lebenszeichen. Was passierte damals tatsächlich und ging der erfahrene Experte ein Risiko ein? "Ein Spaziergang über das Eis konnte den sicheren Tod bedeuten, weil das Eis durch die Gezeitenströmung aufbrechen könnte. Die unerfahrenen Alpenjäger würden somit riskieren, sich plötzlich auf auseinandergebrochenen Eisschollen mit breiten Wasserspalten dazwischen zu befinden. Sie konnten Richtung Norden weit außer Reichweite des Jahdbootes getrieben werden und wären somit hoffnungslos verloren." Zitat Seite 116 In diesem Buch vereinen sich Tatsachen, überlieferte Berichte aus verschiedenen Quellen und die daraus gezogenen Schlüsse der Autorin Monica Kristensen, die als Polarexpertin die Vorgänge und Abläufe fachgerecht einzuschätzen weiß und daraus ein Sachbuch der besonderen Art macht. Die Norweger gelten als führende Polarexperten und leiteten eine Suchaktion nach der verschollenen Mannschaft der Italia ein. Ihr Nationalheld Roald Amundsen unternahm mit dem französischen Flugzeug, der Latham 47 den Kurs auf die Bäreninsel. Es wurden Funksprüche von der Latham aufgezeichnet, ein Benzintank der Latham wurde gefunden, der auf etwaige Rettungsversuche hindeutete, doch weder das Flugzeug, noch Amundsen und die Mannschaft wurden jemals wieder gesehen. Sie verschwanden 1928 für immer im Eis. Monica Kristensen schreibt hier eine Ode an den großen Polarforscher Amundsen, der sein Leben diesen unwirklichen Eisregionen der Erde verschrieb. Er wurde für seine Erfolge groß gefeiert, liebte trotz seiner besonnenen Art die Herausforderung, informierte die Öffentlichkeit über seine Ergebnisse und ließ am Ende sein Leben im ewigen Eis. Dieses Buch liest sich teilweise wie ein Tatsachenbericht, man erlebt die Rettungsvorgänge mit, wird über die Schwierigkeiten von Forschungsreisen im Eis informiert. Überaus deutlich wird beschrieben, welche Probleme mit schmelzendem Eis, Wasserspalten und den tiefen Minusgraden für die Teilnehmer von Expeditionen und Rettungstrupps vorherrschen. Die Krankheitslage der Männer der Italia ist katastrophal. Von Salzwasser und verrottetem Bärenfleisch als Nahrung wurden sie krank, hohes Fieber und Brüche machen ihnen zu schaffen. Die Verzweiflung der Männer muss groß gewesen sein. Auch wenn man von manchen Technikangaben und Mengen an verheizter Kohle für die Schiffe als Laie sicherlich völlig überfordert ist, macht dieses Buch sehr betroffen und zeigt, welches mutige Kalkül die Forscher haben und welche Hintergründe hinter den Expeditionen stecken. Es mussten Gelder beschafft werden, um die nötigen Dinge bereitzustellen, der Proviant, die Versorgungszelte, die Luftschiffe, bzw. die mit damals noch mit Kohle betriebenen Eisbrecher. Wenn man dieses Buch liest, wird man unweigerlich Zeuge von den abenteuerlichen und gefährlichen Einsätzen auf dem Eis. Die Autorin ist als Polarforscherin mit der Materie vertraut und erzählt sehr detailliert die Vorgänge der vorangegangenen Italia-Expedition und der groß angelegten Rettungsaktion. Es ist ein eher sachlich geführter Erzählstil, informativ und mit reichlich technischen Details versehen, bei denen man als Laie ein wenig überfordert wird. Doch sie bringt die wesentlichen Dinge der Vorgänge zur Sprache, beschreibt das Geschäft mit dem Ruhm der Expeditionen und erwähnt auch eine interessante These, die den Fall Amundsen von einer anderen Seite zeigt. Es ist ein spannendes Buch, das sich teilweise wie ein Augenzeugenbericht liest. Mich begleiteten während der Lektüre stets schauerliche Gedanken bei der Vorstellung, was die Forschungsreisenden damals alles erleiden mussten, wie sie sich im Nebel nicht mehr zurecht fanden, Erfrierungen erlitten, krank wurden oder sogar dort verstarben. Ein interessant geschriebenes Sachbuch über die Wagnisse und Gefahren früherer Polarforschungsreisen.

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