Leserstimmen zu
Pechmaries Rache

Carla Berling

Die Wittekind-Serie (5)

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Eigentlich will Lokalreporterin Ira Wittekind, 54, auf dem Hellberger Hof in Bad Oeynhausen nur einen jungen Mann interviewen, der ein stillgelegtes Sägewerk zu einem Innovationszentrum umbauen möchte. Das Gespräch mit ihm und seiner Mutter, der Möbelrestauratorin Marilena Heiland, verläuft angenehm und unauffällig – bis Ira ein Foto von der Stelle machen möchte, an der der Borstenbach unter dem Sägewerk durchfließt. Das lehnt Simon Heiland vehement ab. Ähnlich massiv wird er, als Ira mit seiner Mutter, der Besitzerin des Hofs, sprechen möchte. Nein, das gehe nicht. Lilo Wolf sei krank, da könnten sie jetzt nicht hin. Diese übertriebenen Reaktionen machen die routinierte Reporterin stutzig. Irgendwas stimmt hier nicht! Dass Lilo Wolf schwer krank war, hat offenbar der Wahrheit entsprochen. Am selben Tag wie Iras Artikel über Simon erscheint die Todesanzeige seiner Großmutter in der Zeitung. Wenige Tage darauf wird Marilena tot im Borstenbach gefunden. Suizid, heißt es. Das hält Ira Wittekind aus nachvollziehbaren Gründen für vollkommen ausgeschlossen. Statt sich um die Vorbereitungen für ihre Hochzeit zu kümmern, verbeißt Ira sich in den „Fall Bachleiche“ und dreht die Vergangenheit der bis aufs Blut zerstrittenen Familie Heiland auf links. Und wie das so ist bei verkorksten Familiengeschichten: Je tiefer man gräbt und je genauer man hinschaut, desto gruseliger und unappetitlicher wird es. Die düstere Familiengeschichte wird aufgelockert durch die markigen Sprüche der beiden alten Tanten. Sophie und Frieda Weyer rauchen Zigarre, trinken Schnäpschen, lieben deftiges Essen und sind in ihrer Wortwahl nicht zimperlich. Diese zwei bodenständigen Frauen sind nicht nur wegen ihres umfassenden Hintergrundwissens über die einheimischen Familien ein unverzichtbares Element in den Ira-Wittekind-Krimis. Ich mag Ira Wittekind, weil sie so normal ist. Sie recherchiert und schreibt über Personen im Ausnahmezustand und gibt keine Ruhe, bis sie „die Geschichte hinter der Geschichte“ gefunden und verstanden hat. Oberflächliche Berichterstattung ist ihre Sache nicht. Stets will sie genau wissen, wie alles zusammenhängt und was die Menschen zu ihren Taten getrieben hat. Aber wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, ist Familienleben (mit Hund) angesagt und zum Glück keine depressive Nabelschau wie bei vielen anderen Krimi-Ermittler*innen. Als Reporterin, die diesen Job seit 30 Jahren macht, weiß sie, wie sie die Leute nehmen muss, um ihr Vertrauen zu gewinnen und ihnen Informationen zu entlocken, die sie eigentlich nicht preisgeben möchten. Dass sie es dabei mit der Wahrheit und den Vorschriften nicht immer so genau nimmt, gehört zum Job. Aber wenn das Jagdfieber sie mal gepackt hat, dann gibt’s eben kein Halten mehr. Ich glaube, so taff wie in diesem Band haben wir Ira Wittekind noch nie erlebt. Aber eigentlich dürfte uns nicht überraschen, dass sie die gesamte Klaviatur ihres Jobs beherrscht. Wie sonst hätte sie sich 3 Jahrzehnte lang erfolgreich ihrem Beruf halten können? Der Krimi ist spannend, weil man, genau wie die Reporterin, herausfinden will, was in dieser schrecklichen Familie vor sich gegangen ist und was schließlich zum Tod von Marilena Heiland geführt hat. Lustig wird’s, sobald die zwei betagten Tanten auf den Plan treten und im Dialekt ihren Senf zu Iras Recherchen geben. Ein bisschen ärgerlich ist’s, dass man ab gut der Hälfte des Buchs ahnt, wie der Hase läuft, weil der Buchtitel spoilert. Sobald im Roman das Wort „Pechmarie“ fällt, ist im Grunde klar, was passiert sein muss. Es bleibt jedoch die Frage offen, ob dieser Plan auch wunschgemäß aufgeht. Deswegen lohnt sich das Weiterlesen auf jeden Fall. Mir liegt dieser Mix aus Spannung, Tragik und Humor, und ich würde mich freuen, wenn es ein Wiedersehen mit Ira gäbe. Aber jetzt lassen wir sie erst mal in Ruhe ihren Andy heiraten.

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Meine Meinung: Als Serienjunkie war für mich klar, dass ich auch den 5. Fall von Ira Wittekind lesen wollte. Inzwischen kenne ich sie ja sehr gut. Ich freute mich auch schon sehr darauf, die Tanten ihres künftigen Mannes wieder zu treffen. Ja, Ira wird bald heiraten und ist mit Vorbereitungen beschäftigt, als in ihrer Nachbarschaft eine ältere Frau stirbt, was ihr komisch vorkommt. Als kurz danach eine weitere Tote auf dem Hof stirbt, will Ira wissen, ob das alles mit rechten Dingen zugeht. Gemeinsam mit Ira erfahre ich vieles über die Familie der Verstorbenen und ich muss gestehen, da tun sich Abgründe auf. Ich bin natürlich sehr gespannt, ob der Verdacht zurecht besteht, den Ira hat. Irgendwann habe ich selber eine Vermutung, wo ich eigentlich sehr sicher bin und nun mit Spannung verfolge, wie das denn wohl geschehen ist. Am Ende des Buches komme ich in einen echten Gewissenskonflikt, ähnlich wie Coco, der Freundin von Ira. Carla Berling hat sich wieder einiges einfallen und mich ein weiteres Mal begeistert. Die Tanten befinden sich immer noch in meinem Leserherzen. Bei der Hochzeit wäre ich zu gerne dabei gewesen. Aber mehr werde ich nun nicht verraten. Das Cover gefällt mir sehr gut, es fühlt sich außerdem schön an. Der Buchtitel gefällt mir überhaupt nicht. Dafür aber die Inhalte der Umschlagklappen. Vorne werden die wichtigsten beteiligten Personen aufgeführt und hinten befindet sich eine kleine Landkarte. Sehr hilfreich, wenn eine gewisse Zeit zwischen den Erscheinungsterminen liegt. Fazit: Natürlich hat das Buch eine abgeschlossene Geschichte. Es ist nicht erforderlich, die anderen Bücher zu kennen. Aber es macht halt mehr Spaß, wenn sie in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden können. Ich empfehle also nicht nur dieses Buch, sondern auch die vorherigen Bücher dieser Serie.

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Reporterin Ira Wittekind bekommt es in ihrem 5. Fall mit einem kniffeligen Fall zu tun. Eigentlich steckt sie mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen und möchte einen Artikel über den Hellberger Hof schreiben, als sie auf einen mysteriösen Unfall stößt. Die dreijährige Angelina ist im Bach ertrunken, weil ihre Großmutter nicht richtig aufgepasst hat. Seit diesem Ereignis herrscht Streit zwischen den Bewohnern des Hofes, alles Familienmitglieder verschiedener Generationen. Als zwei weitere Bewohner vom Hellberger Hof sterben, beginnt Ira zu recherchieren, was da denn genau passiert ist .. Auch der 5. Fall von Ira Wittekind beginnt von Anfang an spannend und fesselnd. Wir erfahren viel Privates von Ira Wittekind und ihrer Sippe, da die Reporterin gerade ihre Hochzeit plant und natürlich sämtliche Familienmitglieder bei ihren Ermittlungen helfen. Ihre beiden Tanten bieten auch diesmal wieder köstlichen Schlagabtausch. Der Fall ist verzwickt und obwohl ich schon ahnte, was da denn genau passiert ist, war es dennoch sehr spannend und interessant zu lesen, wie diese Familientragödie aufgedröselt wird. Wer auf spannende Krimis mit Humor und gut gezeichnete Charaktere steht, sollte diesen Krimi lesen. Man kann diesen Krimi zwar lesen, ohne die Reihe zu kennen, möchte man Ira Wittekind und ihre Familie näher kennenlernen, würde ich allerdings beim ersten Band beginnen. Die Reihe lohnt sich.

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Auf dem Hellberger Hof passieren seltsame Dinge - lesenswert!

Von: dreamlady66 aus Leonberg

03.01.2020

(Inhalt, übernommen) Auf dem Hellberger Hof regiert der Hass: Alle Familienmitglieder sind bis aufs Blut zerstritten - spätestens seit die dreijährige Angelina im Bach ertrunken ist, weil ihre Großmutter nicht richtig aufgepasst hat. Reporterin Ira Wittekind, die eigentlich mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt und einen Artikel über den Hof schreiben will, hat von Anfang an ein merkwürdiges Gefühl. Dann sterben zwei weitere Menschen. Und als Ira gemeinsam mit Kommissar Brück recherchiert, stellt sich schnell heraus, dass die Ursachen für die Streitigkeiten auf dem Hof eine Grausamkeit besitzen, die sie sich niemals hätte vorstellen können... Zur Autorin: Carla Berling, geboren 1960 als Peggy Wehmeier, wuchs auf einem westfälischen Bauernhof auf. In der Babypause ihres ersten Kindes begann sie mit ersten Schreibversuchen und fand dann den Quereinstieg als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung. Auch als Moderatorin fürs Fernsehen war sie schon tätig. Inzwischen hat Carla Berling mehrere Bücher veröffentlicht darunter Romane, Satiren und Kurzprosa. Sie lebt und arbeitet mit ihrer Familie im Rheinland. Gesamteindruck/Schreibstil/Fazit: Danke an den Heyne-Verlag für dieses Rezensionsexemplar, ich freute mich! Die mir bislang unbekannte Autorin hat einen wirklich spannenden Krimi geschrieben. Sie beschreibt mit viel Gefühl, wie Hass die Leute verändert und zu welchen Taten sie dann fähig sind... Ausserdem werden die Handlungsorte dem Leser wirklich gut und anschaulich geschildert. Die Charaktere der Protagonisten wirken allesamt authentisch. Ganz zum Schluss wird der besondere Fall erst geklärt, so dass die Spannung eines guten Krimis durchgehend dem Leser erhalten bleibt :) Ein Dank an Carla Berling für diesen Superkrimi mit wirklich tollem Cover inklusive wunderbarer Haptik! Von mir eine unbedingte Leseempfehlung für alle Krimi-Fans mit 5*-Bewertung, überzeugt Euch gerne selbst...

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Ira Wittekind (54) ist Reporterin bei der Bad Oeynhausener Tageszeitung „Tag 7“ und will einen Artikel über den Hellberger Hof schreiben. Dort wohnen die verwitwete Besitzerin Lilo Wolf, deren Tochter Marilena sowie Enkel Simon mit seiner schwangeren Lebensgefährtin und Enkelin Sissy mit Mann und drei kleinen Töchtern. Die Mitglieder der Familie sind zerstritten. Es regieren Missgunst, Hass und Intrigen – erst recht, seit Sissys dreijährige Tochter Angelina vor etlichen Jahren im nahen Bach ertrunken ist, weil Marilena angeblich nicht gut genug auf sie aufgepasst hat. Kurz nach dem ersten Besuch der Reporterin auf dem Hof stirbt die alte Lilo Wolf, und kurz nach der Beerdigung deren Tochter. Ira Wittekind ist geschockt, kann nicht glauben, dass auch Marilena tot sein soll: Im Interview sprach sie von vielen Plänen und wirkte gar nicht krank. Die Polizei geht bald von einem Suizid aus – hat die psychisch labile Frau vielleicht den Tod der Mutter nicht verkraftet? Eigentlich hat Ira genug um die Ohren, denn sie steckt mitten in den Vorbereitungen für ihre Hochzeit. Doch die Ereignisse auf dem Hellberger Hof lassen ihr keine Ruhe, und sie fängt an zu recherchieren. Dabei kommt sie einer Familiengeschichte auf die Spur, die der reinste Horror ist. Resümee: Die Lebensgeschichte der Bewohner des Hellberger Hofes ist ein wahrer Krimi. Reporterin Ira Wittekind schaut hinter die Kulissen und trägt peu à peu Schichten der ohnehin schon angekratzten Fassade ab. Die Infos, die sie durch ihre Recherche zutage fördert, erschrecken den Leser und machen ihn fassungslos darüber, zu wieviel Hass und Grausamkeit die eigenen Familienmitglieder untereinander fähig sind. Dieses Maß an Unmenschlichkeit geht weit über das physisch und psychisch Erträgliche hinaus. Dabei ist alles sehr glaubhaft geschrieben – eins folgt aus dem anderen – und zieht einen in den Bann. Man fragt sich ständig, was wohl als nächstes ans Tageslicht kommen mag. Vor allem kann man sich immer mehr vorstellen, dass die alte Lilo Wolf und kurz darauf deren Tochter Marilena keines natürlichen Todes gestorben sind. Die Frage, ob das stimmt und ob es sich dann um Mord oder Selbstmord handelt, bleibt aber bis zum Schluss offen. Die Autorin hat die Handlung als eine Eskalationsspirale angelegt, in die Ira Wittekind mit ihren engagierten Nachforschungen immer mehr hineingezogen wird. Erholung wird ihr – und auch dem Leser – gewährt, wenn sie mit ihrer zukünftigen Verwandtschaft auf dem eigenen Hof ist. Dort geht es sehr fürsorglich, unterhaltsam und humorvoll zu, vor allem, wenn die beiden Tanten ihres Zukünftigen ins Spiel kommen mit ihrem ostwestfälischen Sprachgebrauch und Wesen. Die Handlungsorte werden sehr anschaulich geschildert, und auch sämtliche Charaktere sind überzeugend gestaltet. Fazit: ein spannender und sehr unterhaltsamer Krimi!

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