Leserstimmen zu
Zusammen ist der schönste Ort

Judith Knigge

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Judith Knigge entwirft eine schöne Geschichte, in der sich die unterschiedlichsten Personen tummeln. Bald schon hat Dagmar ein volles Haus. Da gibt es eine Schwangere, die niemanden in ihre Schwangerschaft eingeweiht hat, einen Mann, der von seiner Familie verfolgt wird und der untertauchen muss, einen abgehalfterten Schlagerstar, der überraschend einen Hund mit in die WG bringt. Und eine Frau, die schon sehr bald einen Rollstuhl brauchen wird. So viel Durcheinander hätte Dagmar wohl nicht erwartet. Die Geschichte ist insgesamt gut zu lesen, bleibt aber doch an der Oberfläche. Es springen einfach zu viele Personen herum, als dass man sich mit einer von ihnen intensiver auseinandersetzen könnte. Der Gesamteindruck bleibt dennoch positiv, denn „Zusammen ist der schönste Ort“ ist angenehme Lektüre, sogar etwas anrührend und alles in allem unterhaltsam. Wer keinen tiefgründigen Roman erwartet und lediglich gut unterhalten werden will, der ist hier genau richtig!

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Dagmar verliert mit 48 Jahren ihren Mann. Bisher haben sie ein sehr gutes Leben geführt. Doch nach seinem Tod wird klar, dass er ihr jahrelang verschwiegen hat, dass sie hohe Schulden haben. Um seine Firma zu retten, hat er sogar das Haus belastet. Ihr Finanzberater rät ihr zu verkaufen und ein neues Leben zu beginnen. Doch das kann und will sie nicht. Das Haus ist alles, was ihr von ihrem gewohnten Leben und ihrem Mann geblieben ist. Schließlich beschließt sie einen - für alle anderen - völlig irrsinnigen Weg zu gehen. Sie will die leerstehenden Zimmer in ihrem in einer Parkanlage und am See gelegenen Anwesen vermieten. Fünf fremde und komplett unterschiedliche Personen ziehen ein und stellen ihr Leben gehörig auf den Kopf. Es ist ein interessanter Mix aus jung und alt. Jeder kommt natürlich mit einigen Problemen und vielleicht auch Geheimnissen daher. Es ist toll zu beobachten, wie sich in der kleinen Gruppe schnell eine neue und eigene Dynamik entwickelt und sie mit der Zeit zueinander finden, Vertrauen fassen und zu einer Art kleinen Familie zusammen wachsen. Dabei begegnen sie der ein oder anderen Komplikation, welche sie versuchen zu lösen. Es zeigt sich, wie wichtig es für die sechs ist, dass sie plötzlich nicht mehr alleine sind, denn jeder von ihnen war vorher auf seine Weise einsam. Das Buch bedient auch einige Klischees, wie zum Beispiel den jungen türkischen Mann, der sich von seiner Frau getrennt hat und sich jetzt davor fürchtet, wie insbesondere die Männer ihrer Familie reagieren werden. Schön fand ich auch, dass jedem neuen Bewohner ein kleines Kapitel gewidmet wurde, in dem seine aktuelle Lebensgeschichte und Gefühlswelt kurz geschildert wurde. Außerdem werden auch die Briefe abgedruckt mit denen sie sich bei Dagmar um das Zimmer beworben haben. Tolle Idee. Die Charaktere gefallen mit allesamt sehr gut, sie sind liebenswürdig, haben ihre besonderen Eigenheiten und man schließt sie direkt ins Herz. Für mich ist es ein richtiges Wohlfühl-Buch. Es hat ein schönes, vielleicht leicht überspitztes und kitschiges Ende. Auf der einen Seite ist es teilweise auch wirklich traurig und oft emotional, andererseits aber auch sehr humorvoll.

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