Leserstimmen zu
Gwendys Wunschkasten

Stephen King, Richard Chizmar

(17)
(12)
(1)
(3)
(0)
€ 10,00 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Meinung: Ich habe bislang noch keine Kurzgeschichte von Stephen King gelesen und war natürlich sehr gespannt, wie so eine Kurzgeschichte von ihm sein wird. In der Geschichte geht es um Gwendy. Sie ist 12 Jahre alt und eines Tages bekommt sie von einem unbekannten Mann einen Wunschkasten. Mit diesem kann sie gewisse Dinge tun und sollte ihn auch immer wohlüberlegt einsetzen. Gwendy ist natürlich total verdutzt und kann es kaum fassen, was sie jetzt in den Händen hält. Sie geht damit wohlüberlegt um und ihr Leben verändert sich radikal durch den Wunschkasten. Die denkt über einige Dinge mehr nach und will nur das beste daraus machen. Sie hat auch Angst, was noch so passieren wird aber auch eine gewisse Freude daran. Ich bin gut in die Geschichte gestartet und fand die ganze Thematik unglaublich interessant. Mir hat auch Gwendy zugesagt. Sie hat sich in dieser kurzen Geschichte weiterentwickelt und das Ganze seinen Lauf nahm, war sehr spannend. Allerdings finde ich, hätte man daraus locker ein Buch von so ca. 300 Seiten schreiben können. Mir war leider viel zu wenig. Vor allem sind mir ein paar Dinge einfach ungeklärt geblieben. Fazit: Eine Thematik die unglaublich interessant ist. Einiges wurde gut umgesetzt aber vieles wurde für mich einfach nicht angesprochen. Man hätte hier auf jeden Fall ein Buch von so 300 Seiten verfassen können.

Lesen Sie weiter

Um ehrlich zu sein, ist diese Neuerscheinung total an mir vorbeigegangen, aber als ich dann aus Zufall darauf gestoßen bin war klar, dass sie einziehen muss. Zur Abwechslung handelt es sich mal um eine eher kurze Geschichte, doch klingt der Klappentext genauso vielversprechend wie die restlichen Werke des Autors. Kurzgeschichten sind eigentlich nicht mein Fall. In der Regel habe ich das Gefühl gar nicht erst richtig in die Geschichte reinzukommen und somit die Seiten ausgelesen zu haben, bevor ich überhaupt etwas erlebt habe. Doch hier beweisen die Autoren auf jeden Fall ihr können, gleich zu Beginn rutscht man in eine unangenehme Atmosphäre und landet an Gwendys Seite in einer Situation, der man schleunigst wieder entkommen möchte. Angetrieben durch die menschliche Neugier und vielen verborgenen Sehnsüchten kann man hier erleben, zu welch unbedachten Handlungen ein Mensch bereit ist. Doch beweist Gwendy ebenso außerordentliche Charakterstärke, indem sie versucht gegen die Versuchungen anzukämpfen. Was das jedoch zur Folge haben kann steht auf einem anderen Blatt und zunehmend spinnt sich ein Konstrukt zusammen, dass man nicht erwartet hätte. Die Geschichte ist nicht wirklich gruselig, eher sogar ruhig gehalten und dennoch verspürt man einen gewissen Nervenkitzel. Ich habe bereits aus anderen Meinungen zu dem Buch herausgehört, dass einige enttäuscht waren, dass nicht mehr aus dieser Geschichte rausgeholt wurde. Mir persönlich hat sie aber wirklich gut gefallen, mir gefällt es, dass es immer Aspekte gibt, die teilweise offen bleiben und der Fantasie des Lesers überlassen wurden. Somit war es für mich zwar auch nicht unbedingt ein Highlight und bestimmt nicht die Bestleistung von Stephen King, allerdings beweist Gwendys Wunschkasten einen ganz eigenen Charme, dem man schnell erlegen ist. FAZIT Gwendys Wunschkasten überzeugt durch eine tiefgehende Atmosphäre, die zum Denken anregt und viele Überraschungen der menschlichen Psyche bereithält. Perfekt für einen ruhigen Abend, zur kalten Jahreszeit, auf der Couch, wenn man gerne mit einem beklemmendem Gefühl ins Bett gehen möchte. Für mich als Anti-Kurzgeschichten Fan definitiv ein gelungenes Werk, das ich nur empfehlen kann.

Lesen Sie weiter

Eine kleine wundervolle Geschichte mit einer Message die noch ein paar Seiten mehr hätte haben dürfen! 125 Seiten lassen sich schnell lesen, so schnell wie die Jahre darin vergehen. Gwendy ist zwölf als Mr. Farris und sie sich zum ersten Mal begegnen und sie ist zweiundzwanzig als sie sich zum letzten Mal sehen. Jede Begegnung hinterlässt in unserem Leben Spuren – ob kleine oder große – bei Gwendy ist diese erste Begegnung mit dem Mann mit Hut jedoch Lebensverändernd. Doch ist dieser Veränderung positiv oder negativ zu bewerten? Das ist die große Frage, die sich auch nach dem Lesen des Büchleins nicht klar beantworten lässt. Ein Wunschkasten klingt (im ersten Moment) nach etwas, das wir alle vielleicht gerne hätten … aber würden wir damit umgehen können? Und ist es wirklich ein erstrebendes Ziel das alle Wünsche in Erfüllung gehen? Auch hier blieb ich als Leserin misstrauisch zurück. Definitiv verändert sich Gwendys Leben, in bestimmten Lebensbereichen positiv, andere hingegen werfen lange Schatten. Ob es nun ein typischer King ist oder nicht, können andere besser beurteilen. Ich für meinen Teil kann sagen, das Gwendys Geschichte und die Bedeutung des Wunschkastens zwar greifbar sind, dennoch weitaus mehr Seiten verdient hätten! Es ist nun mal eine kleine Kunst auf wenigen Seiten eine einnehmende Tiefe zu schaffen, dies ist King und Chizmar nicht gänzlich gelungen, was sehr schade ist! Der Wunschkasten hat seinen Reiz, ebenso wie seine Geheimnisse. Mr. Farris deutet seine Funktion nur an, eben diese klingen verlockend, wie gemacht für Gwendy und ihre Wünsche. Was dieser Kasten für Auswirkungen, welchen Einfluss dieser über Gwendy hinaus hat, wird von Seite zu Seite deutlicher. Doch eben diese werden nur im kleinen beschrieben und gerade die Erkenntnis hätte mehr in den Fokus rücken dürfen. Wofür steht der Wunschkasten, welche Bedeutung hat Mr. Farris und was sind die Konsequenzen der Besitzer? Viel Interpretationsfreiraum, dem ich grundlegend nicht abgeneigt bin. Wenn aber doch vieles vorgegeben wird, darf es dann auch gerne intensiver ausgeführt werden. Und nach diesen wenigen Worten bin ich auch schon an dem Punkt angelangt nicht mehr dazu schreiben zu können. Die wenigen Seiten sind schnell gelesen und dieses kurze Leseerlebnis möchte ich Euch nicht durch zu viele Worte verderben. Abschließend kann ich nur sagen, das ich die Kurzgeschichte trotz meiner Kritik sehr gerne gelesen habe. --> Coververgleich zum Original und der deutschen Ausgabe findet Ihr hier: http://kejas-blogbuch.de/gwendys-wunschkasten-stephen-king-richard-chizmar/ Mir kam beim Lesen die Geschichte erschreckend bekannt vor und im Anschluss fiel mir auch ein, warum dies so ist. Der Mann mit Hut und der Kasten sind in ähnlicher Form – aber anderen Voraussetzungen – im Film „The Box“ von Richard Kelly und Richard Matheson (Autor der Kurzgeschichten „Button, Button„, welche als Grundlage für den Film diente) ebenfalls zu finden.

Lesen Sie weiter

Klappentext Die kleine Stadt Castle Rock in Maine hat die seltsamsten Vorkommnisse und ungewöhnlichsten Besucher erlebt. Warum sollte es der 12-jährigen Gwendy anders ergehen? Eines Tages tritt ein schwarz gekleideter Unbekannter an sie heran und macht ihr ein Geschenk: einen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Wozu er dient? Gwendy probiert es aus, und ihr Leben verändert sich von Grund auf. Inhalt In fast jeder Stadt und auf fast jeder Schule gibt es diese eine Person. Die Person, die immer wieder gehänselt und verspottet wird, mit der keiner so richtig spielen mag und von der man lieber Abstand nimmt. Genau so ergeht es der 12-jährigen Gwendy aus der kleinen Stadt Castle Rock. Eher etwas pummelig und schüchtern dient sie immer wieder als Zielscheibe gehässiger Worte ihrer Mitschüler. Doch das soll sich nun ändern und so beschließt Gwendy mehr Sport zu machen. Auf einer ihrer Joggingrunden wird sie überraschend von einem ihr fremden, dunkel gekleideten Mann mit schwarzem Hut angesprochenen. Er überreicht ihr ein Kästchen aus braunem Holz und erklärt ihr, das sie von nun an die neue Besitzerin sei. Vorsichtig aber fasziniert nimmt Gwendy den mit diversen Hebeln und Tasten ausgestatteten Kasten entgegen und erfährt, dass dieser Wünsche erfüllen kann. Doch mit dem Besitz geht auch große Verantwortung einher und es vergehen Jahre des Glücks, bis Gwendy große Schuld auf sich lädt… Meine Meinung "Machen wir mal eine Bestandsaufnahme: Ich hab meine Laufsaison vergeigt, im letzten Halbjahr zwei Zweien bekommen, ich habe fast drei Kilo zugenommen - und trotzdem bin ich so glücklich wie noch nie." Auch wenn das Buch mit seinen gerade mal 128 Seiten eher einer Kurzgeschichte gleicht, war ich sofort fasziniert von der Story rund um den seltsamen kleinen Wunschkasten. Die Hauptprotagonistin Gwendy war mir durch ihre wundervoll nette und zuvorkommende Art sofort sympathisch und gerade die kleine Massage, dass man durchaus auch ohne Wünsche und Wunschbox glücklich leben kann, haben die Story für mich perfekt abgerundet. Stephen King schlägt in diesem Roman erneut ruhigere Töne an. Wer auf Horrorszenarien oder actionreiche Handlungen hofft, wird hier enttäuscht, denn das Grauen lauert eher zwischen den Zeilen und der Frage “Was wäre, wenn…“. Dennoch bin ich der Meinung, dass die Geschichte auch locker dreihundert oder mehr Seiten vertragen hätte, denn die sonst so ausschweifende und bildhafte Schreibweise des Autors fehlt mir doch etwas. Fazit “Gwendys Wunschkasten" ist eine spannende und unterhaltsame Kurzgeschichte für zwischendurch. Definitiv lesenswert und sollte in keiner King-Sammlung fehlen.

Lesen Sie weiter

Cover: Das Cover gefällt mir wirklich sehr gut. Es hat den Look einer Holzkiste und ist garniert mit kleinen Details, die im Buch vorkommen. Meinung: Da es schon einige Jahre her war, seit ich zuletzt einen King gelesen hatte, habe ich mit diesem Buch einen kurzen Neueinstieg gewählt. Diese fantasievolle Kurzgeschichte hat mich gleich zu Beginn gepackt und dank des geringen Umfangs und der flüssigen Schreibweise nicht mehr losgelassen, so dass es schnell gelesen war. Dieses Buch ist sicher kein typischer King. Ich empfand die Story zwar als spannend, aber auf eine eher ruhige Art und Weise. Im Zentrum steht das Mädchen Gwendy, das in den Besitz eines mysteriösen Kastens gelangt. Wie es dazu kam, was damit passiert und ob sie ihn wieder hergeben muss bzw. will, ist auf den wenigen Seiten sehr mitreißend erzählt. Gwendy ist zudem ein sympathischer und angenehmer Charakter und ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Der Leserwird förmlich hineingesogen in diese Kurzgeschichte. Man fliegt durch die kurzen Kapitel und am Ende bleiben zwar ein paar Fragen zurück, die sich aber jeder selbst beantworten kann - mit ein wenig Fantasie. 😉 Fazit: "Gwendys Wunschkasten" ist eine gelungene Fantasy-Kurzgeschichte, die nicht nur eingefleischte King-Fans abholen kann. Ein kurzweiliges Lesevergnügen, bei dem man sich am Ende die Frage stellt: Was würde ich mit einem Wunschkasten tun?

Lesen Sie weiter

„Gwendys Wunschkasten“ ist eine Kurzgeschichte, die Stephen King gemeinsam mit Richard Chizmar geschrieben hat und für die er sich ein findiges was-wäre-wenn Szenario ausgedacht hat. Der Kurzgeschichte fehlt zwar eine Prise Substanz und eine wohl gesetzte Schlusspointe, dennoch bin ich voll auf meine Kosten gekommen bin, was nicht nur an der spannenden Idee lag, sondern vor allem an Sprecherin Anna Thalbach, die mit ihrer mädchenhaft rauhkratzigen Klangfarbe dem Plot auf die Sprünge hilft und für mich alleine schon Grund genug gewesen wäre zu „Gwendys Wunschkasten“ zu greifen. Freunde origineller Mysterien werden vor allem mit der ersten Hälfte ihren Spaß haben, die mit einer unheilvollen Atmosphäre überzeugen kann: Die 12jährige Gwendy lebt in der Kleinstadt Castle Rock und muss auf ihrem Schulweg jeden Tag an der Selbstmördertreppe vorbei. Eines Tages erwartet sie dort oben ein schwarz gekleideter Mann, der ihr ein seltsames Geschenk macht: einen Kasten mit verschiedenfarbigen Tasten und Hebeln. Ein Wunschkasten angeblich - allerdings ohne Bedienungsanleitung, denn wozu die Knöpfe im Einzelnen gut sind, das muss Gwendy selbst herausfinden. Aus großer Macht erwächst große Verantwortung. Das wussten schon Spiderman und Frodo und auch Gwendy wird eine Bürde auferlegt, die zwischen Missbrauch und Redlichkeit viele Versuchungen schafft. Wird Gwendy den Kasten benutzen? Und wenn ja, um welchen Preis? Himmel, was genau kann das Ding überhaupt? Mit diesen Fragen begleitet man die Protagonistin durch eine Handlung, die zeitlich einen Bogen von etwa zehn Jahren schlägt, zunächst gekonnt das Spannungsfeuer schürt, aber größtenteils eher feine Höhepunkte setzt. Gwendy ist ein kluges, umsichtiges, aber auch neugieriges Mädchen. Eine Heldin, wie man sie sich wünscht, eine Heldin, die Vertrauen aufbaut, aber gleichzeitig einen menschlichen Anteil Unberechenbarkeit in sich trägt. Ihr Hang zur Vorsicht bringt es leider mit sich, dass der wundersame Kasten nicht unbedingt DIE Rolle spielt, die ich erwartet hatte und vieles der Fantasie überlassen bleibt. Trotzdem war Gwendy eine sehr angenehme Erzählstimme für mich. Es mag am geringen Umfang der Geschichte liegen, aber die übrigen Charaktere sind eher dünn gezeichnet. Fiesling Frankie, der es von Anfang an auf Gwendy abgesehen hat, kommt gegen Ende eine wichtige Rolle zu, wird aber insgesamt zu halbherzig in den Plot eingebaut, so dass der Schluss zwar logisch an die Figur anknüpft, im Grunde aber auch völlig anders denkbar gewesen wäre. Es bleibt das Gefühl einer tollen Idee aber einer etwas kraftlosen Umsetzung, die mein Gedankenkarussell jedoch durchgehend in Gang halten konnte und mit der unkomplizierten Erzählweise und dem märchenhaften Unterton trotz kleiner Schreckmomente jugendfrei ist. Kurzweilig waren die zweieinhalb Stunden auf jeden Fall. Und neben Anna Thalbachs toller Sprecherleistung, waren die Metaphern zu politischen Befugnissen ein zusätzliches Schmankerl... denn eine rote Taste besitzt bekanntlich nicht nur der Wunschkasten. Die Kleinstadt Castle Rock dürfte King-Kennern übrigens ein Begriff sein. Sie spielt in Kings Büchern eine wesentliche Rolle und ist Handlungsort einer neuen Serie, die das Schaffensuniversum des Autors ins Fernsehen bringt. Möglicherweise gibt es dort auch ein Wiedersehen mit Gwendy und ihrem schwarzen Mann und - wer weiß - vielleicht sogar die ersehnte Schlusspointe. Fazit: Wer eine deftige Horrorgeschichte sucht, darf „Gwendys Wunschkasten“ gerne auslassen, wem nach einer sanften Schauerbrise ist, dem kann ich diese Novelle guten Gewissens trotz einiger Kritikpunkte ans Herz legen. Handlung: 3,5 Punkte Sprecherin: 5 Punkte insgesamt: 4 Punkte

Lesen Sie weiter

Ich habe die Novelle Gwendy's Button Box von Stephen King und Richard Chizmar zuerst als Original-Hörbuch kennengelernt und wurde von der Leserin förmlich in die Handlung hineingesogen. Das Wiedersehen mit Castle Rock ist ein Leckerbissen, vor allem, weil es Hintergründe zu dem oft erwähnten, aber nie besuchten Castle View und ein nettes Cameo von Sheriff George Bannerman zu bieten hat. Die Geschichte ist eine derjenigen, die einen Protagonisten über mehrere Jahre hinweg begleiten, was mir bei kürzeren Werken in der Regel nicht so gefällt, hier aber notwendig ist, um die Auswirkungen des Wunschkastens auf das Leben von Gwendy Peterson zu untermalen. Diese Auswirkungen sind eine Mischung aus faszinierend und spannend, wobei es den Autoren gelingt, sowohl deren Schattenseiten als auch deren Vorzüge ausbalanciert darzustellen. Die Auftritte des Mannes in Schwarz (vor allen Dingen von dessen Hut!) sind ebenso beklemmend wie spannend, doch verzichten die Autoren leider darauf, dessen Motivation zu beleuchten. So bleiben sehr viele Fragen offen, allen voran die, warum der Mann in Schwarz den Kasten nicht selbst behält und woher dieser Kasten wohl ursprünglich stammt. Fazit: Ein sehr interessantes Konzept, das bis zum Ende gut zu unterhalten weiß und dem Leser/Hörer immer wieder die Frage aufdrängt, wie er an Gwendys Stelle gehandelt hätte. Am Ende aber blieb ich mit zu vielen unbeantworteten Fragen zurück, um eine 5 rechtfertigen zu können.

Lesen Sie weiter

Ein vollkommen in schwarz gekleideter Mann namens Farris schenkt der zwölfjährigen Gwendy einen kleinen Kasten mit lauter Schaltern und Hebeln. Auf die Schnelle bekommt Gwendy gesagt, was der Kasten machen kann und was sie mit ihm nicht machen soll. Dann ist Farris verschwunden und Gwendy versucht natürlich herauszufinden, was die Hebel und Knöpfe an dem geheimnisvollen Kasten alles bewirken. Es passieren schöne Dinge, aber auch unschöne und der Kasten beginnt, Gwendys Leben komplett zu verändern. . „Gwendys Wunschkasten“ ist nichts Ganzes und nichts Halbes. Was zwar keineswegs heißen soll, dass die kurze Geschichte nicht gut ist, aber es wäre durchaus mehr drin gewesen als die knapp hundertdreißig Seiten. Der Plot liest sich wie eine Kurzgeschichte, die eigentlich ein Roman hätte werden sollen. Zu viel Potential liegt in der Geschichte, so dass sie jetzt nur grob gesponnen als kleines Kind das Licht der Literaturwelt erblickt, obwohl sie eigentlich das Leben als erwachsener Roman verdient hätte. Stephen King kehrt mit seinem Co-Autor Richard Chizmar, der eigentlich Verleger und Herausgeber von Anthologien ist und nur selten Kurzgeschichten selbst schreibt, in das Universum von Castle Rock zurück. Sieben Romane und acht Kurzgeschichten sind es, die den sogenannten Castle Rock-Zyklus umfassen. (Romane: The Dead Zone, Cujo, Stark, Needful Things, Das Spiel, Sara und Love. Kurzgeschichten: Die Leiche (Stand By Me), Zeitraffer, Nona, Onkel Ottos Lastwagen, Mrs. Todds Abkürzung, Es wächst einem über den Kopf, Sunset, Premium Harmony (nur im Internet bisher veröffentlicht)). Sämtliche dieser Romane und Kurzgeschichten sind allerdings in sich abgeschlossen, so wie nun auch „Gwendys Wunschkasten.“ Keine Frage: Die Atmosphäre, die in dieser Geschichte herrscht, ist sehr schön und stimmig. Allerdings könnte dieser Plot auch in jeder anderen Stadt spielen, denn Castle Rock wird nicht wirklich oft erwähnt oder spielt eine nennenswert große Rolle. Dennoch kann der eingeschworene King-Fan einige Anspielungen, wie zum Beispiel auch an „Es“ entdecken, wenn er nur aufmerksam genug liest. Es ist eine liebevoll konstruierte Geschichte, die, wie gesagt, bedeutend mehr hätte hergeben können und man fragt sich unweigerlich, warum das nicht geschehen ist. So ein klein wenig denkt man auch an „Needful Things“, wenn man zusammen mit dem Mädchen an dem geheimnisvollen Wunschkasten herumdrückt. Es macht Spaß, den Weg von Gwendy mitzuverfolgen und einige Querverweise auf andere Werke Kings zu entdecken, doch das Vergnügen ist nicht von langer Dauer. Man fliegt, wie man es von King gewohnt ist, durch das Buch und findet sich nach weniger als zwei Stunden mit dem Ende konfrontiert, obwohl man schlichtweg mehr erwartet hätte. Vielleicht war es nur eine Idee von Stephen King, die er zwar nicht weiter ausbauen, aber auch nicht komplett verwerfen wollte. Zumindest macht es den Anschein, wenn man das verschenkte Potential näher betrachtet. Aber genug auf hohem Niveau gejammert. „Gwendys Wunschkasten“ ist ein Büchlein, das in keiner King-Sammlung fehlen darf, weil es eben ein King ist (auch wenn er sich einen Co-Autor mit an Bord geholt hat). Man mag den Preis für so ein dünnes Buch überteuert finden, aber eines muss man dem Heyne-Verlag lassen. Man hat sich nämlich wirklich sehr viel Mühe mit dem gebundenen (!) kleinen Büchlein gegeben, das optisch wirklich was hermacht und aus meiner Sicht den Preis absolut gerechtfertigt. Der Einband wirkt leicht gummiert und verschafft dem Ganzen einen leicht edlen Eindruck. Ich persönlich finde den Preis durchaus angebracht. Wie gesagt, ein wenig mehr Seiten hätten dem Werk gut getan und ich bin sicher, dass sich daraus sogar ein wirklich epischer Plot hätte entwickeln können. So aber wird die Geschichte von Gwendy eher oberflächlich erzählt und der Leser muss sich in Gedanken praktisch selbst „weiterhelfen“. Insgesamt regt der kurze Ausflug nach Castle Rock aber definitiv zum Nachdenken an und bekommt wohl im Kopf des Leser bedeutend mehr Gewicht, als im ersten Moment auf den wenigen Seiten. . Fazit: Lesenswerte Kurzgeschichte mit interessantem Plot, die leider durch ihre Kürze leidet und großes Potential verschenkt. © 2017 Wolfgang Brunner für Buchwelten

Lesen Sie weiter