Leserstimmen zu
Tool

Paolo Bacigalupi

Schiffsdiebe-Trilogie (3)

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Tool ist das große Finale der Trilogie, die mit Schiffsdiebe und Versunkene Städte schon zwei großartige Romane geliefert hatte. Bacigalupi ist ein Meister der Near-Future, seine Romane sind weder ausgemachte Dystopien noch reine Utopien, er schreibt spannende, fesselnde, oft sehr intensive Romane über eine der möglichen Zukünfte, die auf uns Menschen wartet. Tool kann unabhängig von den Vorgängern gelesen werden und bietet tadellose Unterhaltung. Will man einen richtigen Action-Roman lesen, bitte sehr. Möchte man darüber grübeln, was die Menschen aus der Welt gemacht haben, bitte sehr. Will man sich aufbauen, bitte sehr. Will man seine schlimmsten Befürchtungen über die Zukunft bestätigt sehen, bitte sehr. Bacigalupi schafft es, Widersprüche zu vereinen und aus diesem Konglomerat von inkompatiblen Eindrücken einen runden, in sich ruhenden Roman mit dichter Handlung, Charakteren, die bewegen und sehr viel oftmals brutaler Gewalt zu kreieren. Das gelingt nur, weil der Autor über den Weg dieser drei Romane sehr sorgfältiges World-Building betrieben und damit ein rundum glaubwürdiges Szenario erschaffen hat. Darin ist Bacigalupi wirklich gut. Die Widersprüche verkörpert und schildert der Roman über seine gleichnamige Hauptfigur, das Konstrukt, dieses genetische Chaos, dessen Bestimmung es ist, dem Menschen zu Willen zu sein und als Kanonenfutter herzuhalten. In dieser Hinsicht gleicht Tool den Replikanten aus Blade Runner, doch im Gegensatz zu diesen ist nicht einmal sein Erscheinungsbild menschlich, obwohl er menschlicher agiert als seine Schöpfer. Bacigalupi schafft Charaktere, die bei der Lektüre nicht kalt lassen. Man mag sie oder nicht, man wünscht ihnen, heil davonzukommen oder man wünscht ihnen die Pest an den Hals. Und das Gefühl einer Figur gegenüber muss nicht gleichbleiben, kann im Lauf eines Romans wechseln. Und - man fürchtet um die Hauptfiguren, in diesem Fall um die Kreatur, das Konstrukt Tool, weil es bei diesem Autor nicht zwangsweise ein gutes Ende geben muss. Aber wie genau es kommt, ob positiv oder negativ, das findet man erst ganz zu Ende raus. Paolo Bacigalupi ist ein exzellenter Autor, der es genau versteht, dichte und bewegende Geschichten voller Farben und Gerüche zu erzählen. Ich mag ihn sehr.

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