Leserstimmen zu
Das Leuchten des Meeres

Liz Fenwick

(6)
(1)
(0)
(0)
(0)
€ 10,00 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 14,50* (* empf. VK-Preis)

Dieser Roman zeigt anhand einer fiktiven Liebesgeschichte die Hintergründe des tatsächlich stattgefundenen Militärmanövers Operation Tiger im April 1944 auf. Dort kam es während einer gemeinsamen Übung von Amerikanern und Engländern für die geplante Invasion Europas zu einem Angriff von deutschen Truppen, in deren Folge es viele Opfer auf beiden Seiten gab. Durch die Zwillingsschwestern nimmt man hautnah an ihrem Alltag in dieser Kriegszeit teil. Sie treffen junge Soldaten beim Tanz, verlieben sich und hören gleichzeitig von Kriegsopfern. Unter diesen Umständen können sie nicht einfach heiraten und eine Familie gründen. Der Krieg fordert viele Opfer von der Bevölkerung: Angst vor dem Tod, Entbehrung von Nahrungsmitteln und eine Zeit ohne Glück und Freiheit. Mit Adele und Amelia erscheinen in diesem Buch zwei Figuren, die sich als Zwillinge sehr eng und liebevoll verbunden fühlen. Als ihr Dienst bei den WRENS sie zu einer örtlichen Trennung zwingt, bleiben sie in ständigem Briefkontakt weiterhin miteinander verbunden. Beide Schwestern verlieben sich, doch beide gehen damit unterschiedlich um. Der zweite Handlungsstrang zeigt Lara, die 2015 durch die Briefe ihrer Urgroßmutter Amelia in Cornwall auf deren Geheimnis stösst. Diesem Roman liegt eine gründliche Recherche der Autorin der Zeit zugrunde, die sie durch Informationen von lebenden Zeitzeugen aus der eigenen Familie erhalten und zu einer Geschichte verwoben hat. Es geht um Kriegsopfer, Entbehrung und um die Liebe. Hier wird eine Generation gezeigt, die wenig Glück kannten und Stärke und Tapferkeit leben mussten. Daneben erscheinen durch Laras aktuell gehaltenen Cornwall Besuch auch wunderschöne Küstenbeschreibungen und die Verarbeitung ihrer eigenen Krise. Sie ist diejenige, die den Bezug der Zwillingsschwestern herstellt und ihrem tragischen Geheimnis auf die Schliche kommt. Mir gefällt der unterhaltsame Plauderton der Erzählung und die Schreibweise der etwas altmodischen Briefe, die dem damaligen Zeigeist der 40er Jahre entsprechen. Man erfährt neben dem Austausch von schwesterlicher Verbundenheit auch romantische Versprechungen von jung Verliebten, doch mehr noch bedrücken die Briefe über und von den Soldaten. Von Schwarzmarkt, Bombenhagel und Kriegseneinsätzen ist hier die Rede und machen den Krieg allgegenwärtig. Die Autorin kann sehr gut schreiben, gar keine Frage. Doch die Ausführlichkeit, mit der sich hier dem Geheimnis der Familie genähert wird, ist sehr umfangreich und weitschweifig und darunter leidet die Spannung. Längst ahnt man die Zusammenhänge und ich musste mich sehr zusammenreißen, das Buch auch angemessen zu beenden. Dieser Roman öffnet die Augen gegenüber einer Generation, deren Glück nicht so gelebt werden konnte, wie wir es heute kennen. Dieser dramatische Liebesroman lebt von den bewegenden Zeitbeschreibungen in den letzten Kriegsjahren, der sich auf wahre Tatsachen stützt. Ein emotionsauslösendes Buch für Zeitinteressierte.

Lesen Sie weiter