Leserstimmen zu
Das Böse, es bleibt

Luca D'Andrea

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Ein italienischer Thriller, der in Italien den Preis für den besten Krimi / Thriller erhalten hat, machte mich neugierig. Tirol, Bergwelt – und die Story fing spannend an. Spannung pur, daran gibt es nichts zu rütteln, bis zum Schluss. Leider hat mich der Autor im letzten Drittel verloren. Alles schon zig mal von anderen geschrieben und am Ende Showdown fürs Drehbuch, unglaubwürdig, literarisch nicht mein Geschmack. Den Film würde ich mir wahrscheinlich ansehen, das Setting stelle ich mir cool vor. Weiter: https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/das-bose-es-bleibt-von-luca-dandrea.html

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Ich kenne den Autor bereits von „Der Tod so kalt“. Bereits dieser Titel hat mir damals gut gefallen, daher war ich wirklich mehr als neugierig, was mich bei diesem Thriller erwarten würde. Als ich dann noch gesehen habe, das Matthias Koeberlin das Hörbuch eingesprochen hat, war alles klar , diesmal lasse ich lesen ;-). Ich darf hier schon mal ein riesiges Lob an den Sprecher ausrichten. Er macht seine Arbeit einfach nur erstklassig. Stimmlich immer genau auf den Punkt gebracht und dann noch die feinen Nuancen für die jeweilige Situation, einfach spitzenmässig! Das Titelbild sieht schon mal richtig klasse aus. Schwarz weiss gehalten und nur den Titel in auffälligem blau. Dies passt dann auch gut zu dem anderen Titel ins Regal, damals war der Titel in rot gehalten. Wenn man das Hörbuch gehört hat ist einem das Titelbild noch viel „näher“. So, und nun „Butter bei die Fische“! Wie cool ist das denn??? Gleich von der ersten Sekunde an, hat mich die Geschichte gefesselt, auch wenn man natürlich einige Minuten braucht um in die Geschichte ein zu tauchen. Natürlich weiss man ja bereits durch den ausführlichen Klappentext wohin die Reise geht. Besonders hat mich fasziniert, dass Marlenes Ehemann im Buch immer als Herr Wegener daher kommt. Nie ist die Rede von seinem Vornamen immer nur „Herr Wegener“. Aber nicht nur der Herr Wegener wurde als Figur richtig gut beschrieben und dargestellt. Auch die anderen Protagonisten offenbaren im Laufe der Geschichte ihre Persönlichkeit. Die Spannung steigert sich von Minute zu Minute und die Geschichte geht immer weiter in die Tiefe. Es gelingt Luca D’Andrea den Spannungsbogen auf einem ganz hohen Niveau zu halten. Ich habe richtig mit Marlene mitgefiebert. Dieser Titel hat mich echt geflasht, ich könnte mir vorstellen, das dies mein Hörbuchhighlight von 2018 werden könnte. Hier hat einfach alles zusammengespielt. Ein großartiger Sprecher und eine einfallsreiche und spannende Geschichte.

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Im eisigen Winter Südtirols ist Marlene auf der Flucht vor ihrem Mafia-Ehemann. Mit einer Tasche voller Edelsteine in einem Sportwagen fährt sie total gestresst und emotionenüberladen auf den glatten zugeschneiten Bergpässen der Alpen, bis der Worst Case eintritt und sie aus der Kurve fliegt. Aber anstatt bei den eisigen Temperaturen im Straßengraben zu erfrieren, wacht sie in einer wohlig warmen Berghütte bei einem traditionell geprägten Bauern auf. Dort oben, weit weg von ihrem Ehemann fühlt sie sich sicher. Fälschlicherweise. Denn ihr Ehemann ist nicht die einzige Person vor der sie sich hüten muss... Luca D'Andrea hat anscheinend vor "Das Böse, es bleibt" schon ein Buch geschrieben, jedoch war sein zweites ein totaler Erfolg. Ich muss sagen, dass sich der Umschlag extrem geil anfühlt und ich das Lesen extrem genossen habe mit so einem Schmöker in der Hand:). Aber nicht nur der Umschlag war toll, sondern das ganze Buch hat mich fasziniert. Ich habe es tatsächlich in einem Schwung durchgelesen und es war nervenzerfetzend spannend. Es hatte alles war ein guter Roman aus der Spannungskategorie braucht: Eine traumhafte Umgebung, die jedoch gleichzeitig beklemmend ist. Geheimnisvolle Figuren, die man nicht richtig zuteilen kann. Und ein Tempo, das einen förmlich mitreisst. Daher gebe ich dem Buch reinen Gewissens 5 von 5 Sternen.

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uca D'Andrea Das Böse, es bleibt Thriller #DVA Südtirol, im Winter. Marlene ist auf der Flucht, panisch steuert sie ihr Auto durch den Schneesturm. Im Gepäck: ein Beutel mit Saphiren, den sie ihrem skrupellosen Ehemann aus dem Safe entwendet hat. Wegener ist der Kopf einer mafiösen Erpresserbande, und Marlene weiß, dass er seine Killer auf sie hetzen wird. Da stürzt ihr Wagen in eine Schlucht. Marlene erwacht in einer abgelegenen Berghütte, gerettet von einem wortkargen Alter. Bei ihm und seinen Schweinen glaubt sie sich in Sicherheit vor ihrem Mann. Bald jedoch stellt sie mit Entsetzen fest, dass von dem Einsiedler eine noch größere Gefahr ausgeht … Nachdem ich vom ersten Buch "Der Tod so kalt" sehr begeistert war, habe ich mich gefreut, ein neues Werk von D´Andrea lesen zu können. Und wurde nicht enttäuscht. Der Autor hat eine ganz eigene Art zu schreiben, die mir wahnsinnig gut gefällt. Konstante Spannung und eine Handlung die einfach fließt. Diesmal befinden wir uns irgendwo im Nirgendwo in den Bergen Südtirols. Und hier werden Alpträume wahr. Eine Frau auf der Flucht, ein Unfall, ein Retter, ein Auftragskiller.... Und ein Schwein Namens Lissy. Ich werde Euch nichts weiter verraten, aber eines versprechen: Das Buch legt man nicht wieder aus der Hand. Der Schreibstil ist einfach fesselnd. Ich freue mich jetzt schon auf das hoffentlich nächste Werk von D´Andrea und gebe dicke fünf von fünf Sternen!

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Kleine Lissie

Von: wal.li

06.04.2018

Die junge Marlene flieht vor ihrem Mann. Im vereisten Winter des Jahres 1974 macht sie sich mit dem Auto auf durch eine unwirtliche Gegend in Südtirol. In dem beginnenden Schneesturm kommt sie mit ihrem Wagen von der Straße ab. Als Marlene wieder erwacht, findet sie sich auf dem Erbhof eines Bauern wieder, auf dem nur der Bauer Simon Keller lebt. Zunächst ist Marlene sehr erleichtert, dass ihr nicht mehr passiert ist und dass sie für ein paar Tage bei Simon unterkommen kann. Doch je länger sie sich in der Abgeschiedenheit aufhält, desto unheimlicher wird ihr der Gastgeber. Inzwischen hat auch ihr Mann den Auftrag gegeben, nach Marlene zu suchen. Hat Marlene nun Glück im Unglück gehabt? Zumindest sieht es erstmal so aus. Alles kann nur besser sein als die Ehe mit einem Mann, der ein Verbrecher ist. Auf diesem einsamen Hof wird sie nicht so schnell gefunden werden. Doch je länger sie mit Simon Keller unter einem Dach ist, desto mehr bekommt sie es mit der Angst zu tun. Oder ist es normal, dass der Bauer mit den Schweinen redet, ihnen Namen gibt und besonders der Sau Lissie zugetan zu sein scheint. Lissie, eine ausgesprochen große Sau, die immer Hunger hat nach ihrem durch Simon liebevoll zubereiteten Nahrungsbrei. Offensichtlich versteht sich Simon mit seinen Schweinen besser als mit den Menschen. Was recht harmlos mit einer durchaus verständlichen Flucht beginnt, wächst sich zu einem richtigen Schauerroman aus. Marlene muss in großer Gefahr bestehen und man empfindet mit ihr, wenn sie vor Unbehagen und Angst nicht mehr ein noch aus weiß. Gleichzeitig verfolgt man die Suche, die ihr Mann in Auftrag gegeben hat. Und man fragt sich, wie Marlene der Bedrohung entkommen soll. Von allen Seiten scheint Gefahr zu drohen. An einem Punkt wünscht man fast, der Sucher würde der Retter sein, auch wenn er ein Mann des Vertrauens ist, der für seine Kunden abschließende Regelungen herstellt. Sehr gut gelingt es dem Autor, die Spannung langsam aufzubauen. Immer wenn die Rettung nah scheint, tut sich eine neue Gefahr auf, und wenn man meint, nun ist es aus, bietet sich doch ein Ausweg an. Allerdings wird man von diesem Spannungsroman erst gegen Ende hin wirklich gepackt. Wie gewohnt liest Mathias Koeberlin gekonnt, seine „Süße Lissie, kleine Lissie“ ist schon allein des Hörens wert. 3,5 Sterne

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"Wird man das Schwein am Ende erledigen?" Das ist hier die richtige Frage, passend zu einem Krimi, und doch führe ich Sie damit völlig in die Irre. Luca D'Andrea - das heißt Spannung, Nervenkitzel, Bergwelt, Schnee und Eis. "Das Böse, es bleibt" ist auch ein Märchen und eine psychologische Studie. Selten liest man so viele Charakterstudien so nebenbei. D'Andrea schafft es, dass man jede Figur mag, selbst wenn es sich um eiskalte Mörder handelt. Ein Phänomen, das ich so nicht nicht erlebt habe. Das unterstützt die Spannung bis zuletzt, da man eigentlich mit jeder Figur mitfiebert und ihr eine gute Wendung des Geschehens wünscht oder den betrauert, der auf der Strecke bleibt. Der Text des ersten Kapitels lautet "Süße Lissy, kleine Lissy." Mehr nicht. Klingt erst mal harmlos. Ein Kinderlied? Wir wissen es nicht. Aber es wird uns durch das Buch begleiten. Und dann ist man schon bei Marlene, der ersten Hauptfigur. Sie verlässt heimlich ihren Mann, älter als sie und sehr reich. Sie hat alles gut geplant, sie nimmt nur wenig mit, darunter die Diamanten aus dem Safe ihres Mannes und ein Märchenbuch aus ihrer Kindheit. Das Auto tauscht sie in einer Werkstatt gegen ein anderes, so dass ihre Spur schwer zu verfolgen ist. Es ist Winter in Südtirol in den siebziger Jahren des 20. Jahrhundert. Marlene verfährt sich im Dunklen in einem abgelegenen Seitental, kommt von der Straße ab und prallt gegen einen Baum. Sie erwacht in einem fremden Bett in einem abgelegenen Bauernhof hoch oben in den Bergen. Simon, schon älter aber immer noch kräftig und von der harten Abend in und mit der Natur gestählt, hat sie gefunden und auf seinen Schultern hoch auf den Erbhof geschleppt. Hier ist sie erst einmal in Sicherheit, während man im Tal nach ihr sucht. Wird ihr Mann, der tief gekränkt ist, dass ihn seine junge Frau verlassen hat, sie finden? Er setzt seine engsten Vertrauten auf ihre Spur und holt sich sogar im geheimen Konsortium, einer einflussreichen mafiaähnlichen Gemeinschaft, Hilfe. Soweit der Rahmen einer weit verzweigten Story. Wir verfolgen die Suche im Tal und erleben die märchenhaften Geschehnisse auf dem Berg. Die Geschehnisse reichen zurück in die Vergangenheit. Wir schließen verwundert und sehr gut unterhalten das Buch nach dem letzten Kapitel, das nur aus den Worten "Süße Lissy, kleine Lissy" besteht. Simon Keller spense la lucerna. Lo sfrigolio del lume a olio che si smorzava divenne lo spazio bianco fra un tic e un tac e l'immaginazione di Marlene trasfigurò la realtà in qualcosa di diverso.Durò un secondo, forse due. In quell'attimo la giovane donna scorse qualcosa muoversi. Nell'oscurità. Tic... Una visione fugace, con la coda dell'occhio e la mente sottosopra per colpa del caldo e della puzza, mentre il buio ghigliottinava la porcilaia. Fu come durante l'incidente. La sua vista si acuí e Marlene vide (immaginò) ogni dettaglio. Lissy. Das klingt in der Übersetzung von Susanne Van Volxem und Olaf Matthias Roth so: "Simon Keller machte die Lampe aus. Das verhallende Zischen des Dochts wurde zu dem leeren weißen Raum zwischen einem Tick und einem Tack, und Marlenes Famtasie verwandelte die Realität. Es dauerte eine Sekunde, vielleicht zwei. Plötzlich sah die junge Frau, wie sich in der Dunkelheit etwas bewegte. Tick... Ein flüchtiges Bild aus den Augenwinkeln, während die Dunkelheit sich über den Schweinestall legte. Es war genau wie bei dem Unfall: Mit einem Mal sah Marlene alles viel schärfer und nahm jedes kleinste Detail wahr. Lissy."

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Habt ihr schon mal etwas Böses getan oder könntet euch vorstellen etwas Böses zu tun? _________________ *** REZENSION von ©Flotte Buchlotte*** _________________ Angaben zum Buch: Luca D`Andrea Das Böse es bleibt DVAVerlag 432 Seiten 26.02.2018 erschienen 978-3-421-04806-6 15,00 € TB Klappbroschur _________________ Angaben zum Cover: Das Cover lockt mit seinen verschneiten Bergen im Hintergrund und der kleinen hölzernen Almhütte davor. _________________ Angaben zum Autor: Luca D'Andrea wurde 1979 in Bozen geboren, wo er heute noch lebt. Er stieg mit seinem ersten Thriller sofort in die Riege der internationalen Top-Autoren auf: "Der Tod so kalt" erschien in rund 40 Ländern, wurde zum Bestseller und stand wochenlang unter den ersten 5 der Spiegel-Liste. Gegenwärtig wird "Der Tod so kalt" verfilmt. Sein zweites Buch, "Das Böse, es bleibt", ist seit Erscheinen in Italien auf der Bestsellerliste und wurde mit dem Premio Scerbanenco, dem renommiertesten italienischen Krimipreis, ausgezeichnet. Wie D'Andreas Erstling führt auch dieser Thriller in seine Heimat Südtirol. _________________ Klappentext: Südtirol, im Winter. Marlene ist auf der Flucht, panisch steuert sie ihr Auto durch den Schneesturm. Im Gepäck: ein Beutel mit Saphiren, den sie ihrem skrupellosen Ehemann aus dem Safe entwendet hat. Wegener ist der Kopf einer mafiösen Erpresserbande, und Marlene weiß, dass er seine Killer auf sie hetzen wird. Da stürzt ihr Wagen in eine Schlucht. Marlene erwacht in einer abgelegenen Berghütte, gerettet von einem wortkargen Alter. Bei ihm und seinen Schweinen glaubt sie sich in Sicherheit vor ihrem Mann. Bald jedoch stellt sie mit Entsetzen fest, dass von dem Einsiedler eine noch größere Gefahr ausgeht... _________________ Meine Meinung: Aufgrund des Klappentextes habe ich eigentlich einen Thriller erwartet, doch letztendlich entpuppte sich das Buch als Spannungsroman. Das störte mich allerdings nicht, denn die Geschichte fesselte mich von Anfang an. Da spielt es keine Rolle, welches Genre vorne auf dem Cover genannt wird. Der Aufbau der vielen kurzen Kapitel (insgesamt stolze 119) machten das Lesen entspannt und ich hatte Lust, immer weiter zu blättern. „Eins geht noch“, der typische Satz eines Buchliebhabers. Ebenso war die Schreibweise sehr angenehm. Das Buch las sich derart locker und flüssig, dass es schwer war, den Haushalt und andere Dinge nebenher noch zu meistern. Um was geht es? Marlene ist in diesem Roman die unverkennbare Hauptprotagonistin. Auf der überstürzten Flucht vor ihrem gewalttägigen Ehemann, verliert sie plötzlich die Kontrolle über ihr Auto und stürzt einen Abhang hinab. Ein Einsiedler, der in der Nähe des Unfallortes in einer abgeschiedenen Berghütte lebt, findet sie und nimmt sie mit zu sich. Im Laufe des Buches erfuhr ich viel über Marlene und ihren Lebensretter Simon. Zunächst freute ich mich für sie, dass jemand sie in dieser trostlosen, kalten Winterlandschaft gefunden hat und sich um sie kümmerte, doch irgendwann musste ich mir die interessante Frage stellen: War das wirklich pures Glück für Marlene an diesem stillen Ort ausgerechnet an IHN zu geraten? _________________ Fazit: Das bereits zweite Buch des Autors, was mich sehr begeistert und in seinen Bann gezogen hat. Das erste Buch werde ich auf jeden Fall noch (nach)lesen. Ganz bestimmt! --> 4 von 5 Sterne <--

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Diese Geschichte ist von der Sprache her kristallklar wie ein Bergsee und vom Inhalt her so eisig kalt wie ein Schneesturm. Es weht durch die Seiten, anfänglich noch zögerlich, doch dann wird es immer heftiger und ich musste mich mit dem Buch verkriechen um alles, wirklich alles was da stand und noch kam, in einem Stück zu erfahren. Spätestens als ich Lissy kennen lernte war mir bewusst wie bitterböse diese Geschichte ist und jede weitere Seite hat gezeigt dass da etwas schlummert, ganz tief in den eisigen Höhen dieser Bergwelt. Und es hat mich begeistert und in sich gezogen, so sehr das ein Tag reichte um alles zu lesen und doch wird es noch sehr lange in meinem Kopf und den Gedanken bleiben. "Das Schneetreiben wird zum Schneesturm. Dann die Dunkelheit. Und die Kälte." (S. 423) Nach “ Der Tod so kalt“ führt der Autor Luca D`Andrea einen wieder in die Bergwelt Südtirols. Er lässt einen teilhaben an der Lebensgeschichte des Herrn Wegeners und warum ein einzelner Buchstabe in dessen Nachnamen von so großer Wichtigkeit ist. Dabei verliert er sich nicht in Unzulänglichkeiten, sondern schildert präzise wie all das kam was kam und warum dieser Herr ausgerechnet von seiner Frau Marlene vorgeführt wird. Diese Hals über Kopf Flucht aus einem trauten Heim, das alles bietet und doch nichts hergibt. Marlene, Anfang 20, keine aus der Stadt, landet bei Baur Simon Keller. Ein Bergbauer, der freundlich daher kommt und der jungen Frau ein Obdach bietet, ohne Hintergedanken oder Fragen zu stellen. So kommt es, dass beide sich im Laufe der eingeschneiten Zeit öffnen und erzählen was an ihnen kratz und dabei immer wieder aufs neue alte Wunden aufreißt. Simon, der alte Baur, gequält von einem furchtbaren Trauma und den immer wiederkehrenden Erinnerungen. Ein guter Mann? Muss man sich erlesen, es polarisiert heftigst. "Hass gesellte sich zu Hass" (S.25) Wer glaubt es spielt sich alles in dieser Berghütte ab, liegt aber falsch. Denn es gibt schließlich noch den Ehemann, der seine Frau zurück haben will, weniger ihretwillen sondern wegen dem das sie mitgenommen hat. Zudem ist das sein kleinstes Problem, da ist noch das Konsortium. Leute mit Macht und mit ihnen verscherzt man es sich nicht. So schicken sie ihren besten Mann, er hat keinen Namen, man nennt ihn Mann des Vertrauens, und er versagt nie, vergibt nie und ist trotz aller guten Manieren ein Ungeheuer. Es ist eine Geschichte voller Kobolde und Märchen, Traditionen und altem Wissen. Eine Reise in Gedanken und Erinnerungen, in Träume und Wahnvorstellungen. "Entweder hatte man Vertrauen, oder man hatte es nicht. Etwas dazwischen gab es nicht." (S. 260) So bangt man mit Marlene, hofft das der Mann des Vertrauens einfach mal versagt und erlebt wie der alte Baur immer mehr und mehr seine Rolle ausfüllt. Ein Riese, ein einfacher Mensch, doch intelligent genug um zu wissen was er tun muss. Wäre da nur nicht Lissy gewesen. Wären da nur nicht die Geister der Vergangenheit. Die Genrezuordnung Thriller passt sehr gut. Denn es gibt alles im Buch was dazugehört. Spannung, Psychologie, Mord & Totschlag. Es wird blutig, aber eher zwischen den Zeilen, etwas das der Autor auch sehr gekonnt gemacht hat. Das Kopfkino, für das er sorgt, ist heftiger als das geschriebene Wort. Während in „Der Tod so kalt“ immer wieder das Brüllen der Bestie für eine Gänsehaut sorgte, ist es hier ein klitzekleiner Satz. Einer, der anfangs lieblich daher kommt und für Trauer und Erschütterung sorgt, dessen Wirkung aber mit jeder weiteren Seite umso grausamer und böser wird. „Süße Lissy, kleine Lissy.“ Solch starke Charaktere fesseln enorm. Eine Reise in die 1970er Jahre, mit kurzen Abstechern in die 1940er. Eine großartige Erzählkunst die menschliche Tragödien offenlegt und dabei ganz tief in die Seelen blicken lässt. Tiefer als einem vielleicht lieb ist und das trotz dieser eisigen Höhen. Eine absolute Leseempfehlung von mir! "Es war Wahnsinn. Nichts als Wahnsinn." Rezension verfasst von © Kerstin

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