Leserstimmen zu
Als Luca verschwand

Petra Hammesfahr

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eBook
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Verwirrend

Von: LeseSüchtig

02.09.2018

Das war mein erstes Buch der Autorin. Ich habe über dieses Werk schon viel Gutes gehört und war neugierig darauf. Leider sind meine Erwartungen an das Buch nicht erfüllt worden. An mehreren Stellen habe ich es als langatmig empfunden. Es passierte über Seite sowas wie Geplänkel, was aber nicht so richtig was mit der Geschichte zu tun hatte. Die Flut an Namen und Beziehungen von Personen die man am Anfang liest hat mich sehr verwirrt. Auch die Tatsache, dass die Lösung des Falls Luca schon früh absehbar war, hat mich persönlich enttäuscht. Details wurde mehr als genug beschrieben. Das Buch war nicht meins...

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Mel ist mit ihrem 3-jährigen Sohn Max in einem Drogeriemarkt; den Kinderwagen, in dem der 9 Monate alte Luca schläft, hat sie draußen gelassen. Als die junge Mutter nach einer ganzen Weile den Laden wieder verlässt, ist Luca aus dem Babyjogger verschwunden. Die Kollegen von Kommissar Arno Klinghammer übernehmen zunächst den Fall: Er selbst ist auf einer Besprechung und telefonisch nicht erreichbar. Außerdem stellt sich heraus, dass er die Familie des kleinen Luca gut kennt, den Einsatz wegen Befangenheit daher nicht leiten darf. Dennoch hält es ihn nach seiner Rückkehr nicht am Schreibtisch - er recherchiert privat und steht seinem Team mit Rat und Tat zur Seite. Zunächst gerät eine ältere Frau im Poncho, die sich zur fraglichen Zeit vor dem Drogeriemarkt aufgehalten hat, in den Verdacht, den Jungen entführt zu haben. Aber auch Großmutter Gabi hätte ein Motiv: Sie hat ihren jüngsten Enkel noch nie gesehen, gibt ihrer Schwiegertochter Mel die Schuld daran und will ihr möglicherweise einen Denkzettel verpassen. Oder hat Martin, Mels Ehemann und Lucas Vater, vielleicht einen Kidnapper angeheuert, um von seiner wohlhabenden Mutter ein Lösegeld zu erpressen? Aber vielleicht hatte Mel ihren kleinen Sohn auch gar nicht dabei und täuscht sein Verschwinden nur vor? Die Ermittler merken außerdem bald, dass es in der Ehe der jungen Eltern nicht zum Besten steht. Kommissar Klinghammer und seine Kollegen arbeiten unter Hochdruck daran, den Kleinen so schnell wie möglich zu finden. Resümee: Der Schreibstil dieses Romans ist zunächst gewöhnungsbedürftig - meist berichtartig und trocken. Besonders die Verwandtschafts-, aber auch die anderen Beziehungen waren für mich schwer zu behalten. Nach einer Lesepause musste ich mich immer wieder neu hineinfinden, in welchem Verhältnis die Akteure zueinander stehen. Ich habe mir schließlich einen entsprechenden Merkzettel geschrieben, hätte es natürlich gut gefunden, wenn die Autorin einen entsprechenden Anhang verfasst hätte. Abgesehen davon, dass Mel als Mutter ständig im Fokus steht, gibt es in dem Roman keine spezielle Hauptfigur. Die Protagonisten wechseln kapitelweise: Mal sind es Zeugen, die Frau im Poncho, der Vater oder diverse Ermittler und Verwandte. Solcherart können nicht nur von den Polizisten, sondern auch vom Leser verschiedene Theorien zu Lucas Verschwinden entwickelt - und ggf. modifiziert oder wieder verworfen - werden. Dieses Mitdenken und Kombinieren macht den Roman so fesselnd. Dabei ist es faszinierend, peu à peu aufzudecken, wie viele Leute einen Beweggrund hätten, Luca zu entführen. Vor allem durch Rückblenden in die Vergangenheit nehmen die jeweiligen Motive langsam immer mehr Gestalt an. Für mich mündete schließlich alles in einem wahren Horrorszenario: Es war, als wenn man Stück für Stück die verschiedenen Schichten einer ohnehin nicht ganz intakten Fassade abträgt und schließlich vor einer Ruine steht. Und bis zum Schluss bleibt es ein Rätsel, was wirklich mit Luca passiert ist. Das ganz große Thema, um das sich der Roman dreht, ist Verlust, vor allem der Verlust von Beziehungen und geliebten Personen. Wie gehen die Betroffenen damit um? Fazit: Das Buch ist eine Herausforderung. Man kann es nicht mal eben nebenbei lesen, sondern muss sich konzentrieren und mitdenken. Aber es lohnt sich!

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Kurzbeschreibung: Die junge Mel ist im Drogeriemarkt mit der Auswahl eines Lippenstiftes beschäftigt, als ihr kleiner Sohn Luca verschwindet. Hat ihn die merkwürdige Frau vor dem Schaufenster, die Lucas Bruder einen Lolli schenkte, aus dem Kinderwagen genommen? Warum ließ Mel ihr Baby an einem eisigen Januartag im Wagen draußen vor dem Laden stehen? Oder hatte sie Luca gar nicht dabei? Ein heikler Fall für Kommissar Klinkhammer, denn er kennt die Familie gut und weiß, dass es in Mels Ehe nicht zum Besten steht. Aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Lucas Verschwinden und den Problemen der Eltern? Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf. Und mit jeder Stunde, die vergeht, wird es unwahrscheinlicher, dass Luca überlebt. Zur Autorin: Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller »Der stille Herr Genardy« bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie aktuell »Die Sünderin«. Der Roman wurde unter dem Titel »The Sinner« mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche Netflix-Serie produziert. Meinung: Ich habe mich sehr auf eine neue Geschichte von Petra Hammesfahr gefreut, denn ihre Romane sind immer recht komplex aufgebaut und auch an Wendungen hapert es nie. Auch mit ihrem neuen Buch setzt sie ihre Tradition gut fort. Der 9 Monate alte Luca wird aus seinem Kinderwagen entführt, während seine Mutter Mel mit seinem Bruder Max in einer Drogerie einkauft. Auch nachdem sofort die Polizei informiert wird, bleibt Luca unauffindbar. Dies ist die Ausgangsgeschichte, die ohne großartige Vorworte sofort mit Lucas Verschwinden beginnt. Eine direkte Hauptfigur gibt es in diesem Roman nicht, denn bei Petra Hammesfahr bekommt noch der kleinste Nebencharakter seine Bühne. Die zahllosen Perspektivwechsel haben mich anfangs ein wenig überfordert, obwohl ich diesen Erzählstil sehr gerne mag und schon einige Bücher der Autorin gelesen habe. Aber ist man erst einmal in der Geschichte drin, lässt sie einen nicht mehr los, denn man will natürlich unbedingt wissen, was mit Luca passiert ist und ob er die Entführung überleben wird. Viele vermeintliche Theorien werden aufgebaut und wieder verworfen. Denn zunächst geht die Polizei davon aus, dass Anni Erzig, eine ältere Dame, die in ihrer Umgebung als ein wenig schrullig gilt, Luca mitgenommen hat. Sie spricht öfter kleine Jungen an und schenkt ihnen Lutscher. Warum dies so ist, wird aus ihrer Perspektive in Rückblenden erzählt und kann einem das Herz erweichen. Allerdings meldet sich bei Lucas Vater Martin bald noch ein Erpresser per Telefon, der ein Lösegeld fordert. Martin meint jedoch, dass seine Mutter Gabi, eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, Luca entführt hat, da ihre Schwiegertochter jeglichen Kontakt zu ihren Enkeln unterbindet. So bekommt der Leser eine Menge Eventualitäten präsentiert, die in geschickten Wendungen und Täuschungen verlaufen. Man erfährt viel Privates über das Ehepaar Mel und Martin, wo nicht alles Gold ist, was glänzt und auch die übrigen Verwandten haben ihre Geheimnisse. Bis zum Schluss ist nichts, wie es scheint. Petra Hammesfahr schafft es auch mit ihrem neuesten Roman wieder zu fesseln, obwohl keine zu große Spannung erzeugt wird. Gekonnt seziert sie jeden einzelnen Charakter des Buches mit einem Erzählstil, der fast schon als Gedächtnisprotokoll bezeichnet werden kann, da dieser sehr klar, ohne Schnörkel und mit einer gewissen Distanz zu den Personen ausfällt. Fazit: Ein Roman, der nicht durch seine Spannung lebt, sondern durch jede Menge Wendungen und Täuschungen, was Petra Hammesfahr wirklich meisterhaft beherrscht. Erstleser der Autorin könnten allerdings von den zahllosen und schnellen Perspektivwechseln anfangs etwas überfordert sein.

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Ein In den 1990er- Jahren (jaja, ich bin alt) habe ich zum ersten Mal ein Buch von Petra Hammesfahr gelesen und habe anschließend alles von ihr gelesen, was ich in die Studentenfinger bekommen habe. In den letzten Jahren habe ich die Autorin ein wenig aus den Augen verloren, aber das Cover und der Klappentext zu „Als Luca verschwand“ haben mich direkt sehr begeistert und das Buch hat mich nicht enttäuscht. Mel stellt ihren Säugling vor einer Drogerie ab, während sie ihren dreijährigen Sohn mit hinein nimmt. Säugling Luca wird entführt, doch bis auf eine halbherzige Lösegeldforderung hat die Polizei leider keinerlei Hinweise, wo der Junge stecken könnte. Für Kommissar Klinkhammer ist der Fall besonders schwierig, denn er kennt die Familie des Kindsvaters, weiß aber auch, dass Lucas Oma als erfolgreiche Autorin genug Geld hätte, um den Jungen auszulösen. Aber die Oma ist genauso verschwunden wie der Enkel, so dass Klinkhammer und sein Team an mehreren Fronten ermitteln müssen… Obwohl es fast 500 Seiten sind, die Petra Hammesfahr geschrieben hat, ist das Buch nicht eine Minute langweilig. Durch die verschiedenen Rätsel und die eingebauten Perspektivwechsel gibt es immer wieder unerwartete Wendungen und neue Erkenntnisse, die man als Leser den Ermittlern teilweise voraus hat. Das Miträtseln blieb während der Lektüre auch spannend, denn die Autorin versteht es geschickt, den Verdacht immer wieder umzulenken. Und am Ende wird man überrascht und ärgert sich, dass man nicht selbst schon viel eher auf die Lösung gekommen ist. Und jetzt weiß ich auch wieder, wieso ich damals die Bücher von Petra Hammesfahr so geliebt habe. Ich habe einiges aufzuholen und freue mich drauf. "Als Luca verschwand" ist meisterhaft geschrieben, denn genau so wünsche ich mir als Leserin einen Krimi!

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