Leserstimmen zu
Warten auf Kafka

Martin Becker

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„Seit einiger Zeit begrüßt die offizielle Tourismusagentur Besucherinnen und Besucher mit einer einfachen Botschaft: „Czech Republic – Land of Stories“. Was sind es nun für Geschichten, die das Land prägen? Wer sind die literarischen Köpfe der mitteleuropäischen Nation? Martin Becker begibt sich in „Warten auf Kafka“ (Luchterhand) auf Spurensuche. Das Buch selbst ist eine Hommage des deutschen Autors an die tschechische Literatur, an die Revolutionäre, an die Kneipen und insbesondere an die Goldene Stadt Prag, die Heimatort so vieler Erzählungen ist. Für Martin Becker beginnt alles mit einem mysteriösen Umschlag. Ein Zugticket nach Prag, eine Zimmerbuchung und ein Brief der „Organisation“, die ihn bittet, in ihrem Auftrag „Seelenkunde“ zu betreiben. Ein Jahr lang soll er die Tschechische Republik mittels Literatur erkunden und in ihr ganz eigene Botschaften finden. Und so begibt sich der Autor auf eine skurrile Reise … Klingt wie aus einem Kafka-Roman? Richtig! Doch was wäre schon ein ordentliches Buch über die tschechischen Geschichten ohne schräge Figuren und absurde Wendungen? Der Journalist und Literaturkritiker Martin Becker ist verliebt in Tschechien; in das Land, die Leute und die Literatur. Es sei ihm also verziehen, dass er sein Buch mit fantastischen Elementen „aufpeppt“, denn genau das ist es, was insbesondere Prag ausmacht. Die kleinen Gassen fernab von den Touristenströmen, die urigen Kneipen, in denen nur Einheimische „feiern“, die Orte, an denen sich Vergangenheit und Gegenwart vermischen. Sie alle vereinen ein ganz bestimmtes Lebensgefühl und diesem geht Martin Becker auf den Grund – literarisch natürlich. In seinem Buch versammelt er kurze Biografien der wichtigsten schriftstellerischen Vertreter des Landes und schafft es scheinbar mühelos, die Quintessenz ihrer Geschichten zu packen. „Warten auf Kafka“ macht Spaß, denn mit jedem Satz spürt man die Liebe und das Engagement des Autors für die tschechische Literatur. Und diese Liebe ist definitiv ansteckend, fast auf jeder Seite will man einen neuen Namen markieren und sofort in die Buchhandlung stürmen, um ein Buch der Autorinnen und Autoren zu erwerben. Božena Němcová, Milan Kundera, Jaroslav Hašek, Franz Kafka, Jaroslav Rudiš… einige von ihnen sind weltweit bekannt geworden, andere warten darauf, entdeckt zu werden. Die gemeinsame Reise mit Becker ist zwar nach knapp 200 Seiten zu Ende, aber in meinem Kopf geht sie weiter!

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Martin Becker bewegt sich in seiner Seelenkunde mit Passion und beinahe schon missionarischem Eifer durch die tschechische Literaturlandschaft. Assoziativ, unterhaltsam und nicht zuletzt informativ dringt er in diesen dichten Kosmos vor. Seine lebendigen Skizzen machen große Lust, sich in die literarische Arbeit der Porträtierten, ihr Leben und Wirken zu vertiefen. Und selbstverständlich macht "Warten auf Kafka" Lust auf Tschechien, was auch den vielen Assoziationen geschuldet ist, mit denen Becker arbeitet. So unterteilt er seine Essays in sieben Biere statt in Kapitel. Und tatsächlich liest sich "Warten auf Kafka" wie ein süffig-mildes Bier – natürlich und nicht zu herb.

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