Leserstimmen zu
Todesstrom

Dervla McTiernan

Die Cormac-Reilly-Serie (1)

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Die Autorin ist für mich eine Neuentdeckung. Mit „Todesstrom“ legt sie einen ruhigen Kriminalroman vor - ruhig, aber keine Sekunde langweilig. Im Gegenteil! Cormac Reilly war erfolgreicher Detective einer Sondereinheit in Dublin, kehrt aber aus Liebe zu Emmy in den normalen Polizeidienst nach Galway zurück. Dort holen ihn Erinnerungen aus seiner Anfangszeit als blutjunger Polizist ein, als er in einem heruntergekommenen Landhaus zwei völlig vernachlässigte, abgemagerte Kinder vorgefunden hatte. Maude war 15 und Jack 5 Jahre. Im Schlafzimmer lag die Mutter, tot, bereits halbverwest. Man ging von Selbstmord der drogensüchtigen Mutter aus und legte den Fall zu den Akten. Jetzt, 20 Jahre später, hat Reilly erhebliche Probleme mit seinen feindseligen Kollegen. Man bürdet ihm allerlei ungelöste frustrierende Fälle auf. Lediglich mit Danny, den er noch aus der Polizeischule kennt, verbindet ihn eine lose Freundschaft. Als aktuell ein Selbstmord eines jungen Mannes zu bearbeiten ist, der sich als der damals von Reilly aufgefundene 5-jährige Jack erweist, ergeben sich für Cormac Reilly merkwürdige, unerklärliche Verbindungen in die Vergangenheit einerseits, aber auch verworrene Verstrickungen in der Gegenwart andererseits. Nichts, aber auch gar nichts passt zueinander… Als erstes fiel mir, als ich das Buch in Händen hielt, die seltsame, samtig wirkende Haptik des Einbandes auf. Schön und absolut unempfindlich! Gleichermaßen fiel mir allerdings auch die schlechte Papierqualität auf. Dessen ungeachtet hat mich der Roman von der ersten Seite an gefesselt, und das bis zum Ende 460 Seiten später. McTiernan erzählt in ruhigem Fluss, aber eindringlich, mit lebendigen Interaktionen. Ihre Protagonisten werden in ihrer jeweiligen Individualität so plastisch vorgestellt, dass der Leser schnell Sympathien und Antipathien verteilt, aber immer wieder auch verunsichert wird, ob diese Gefühle richtig sind. Überhaupt wird man so ins Geschehen eingebunden, dass man ähnlich wie Reilly immer wieder ins Grübeln verfällt und doch keine schlüssigen Erklärungen findet, und dies bis zum fulminanten Ende, das schließlich alle losen Erzählfäden schlüssig verknüpft und so alle Unklarheiten einen Sinn im Gesamten finden. Fazit: Ein ruhiger Kriminalroman über Korruption und menschliche Verstrickungen mit gut ausgearbeiteten Charakteren, düster und sehr, sehr unterhaltsam.

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Seiner Frau zuliebe gibt Cormac Reilly seinen Posten bei der Spezialeinheit in Dublin für den normalen Polizeidienst in Galway auf. Das Team ist feindselig und man überlässt ihm nur ungelöste Altfälle. Nur mit Danny, den er auf der Polizeischule kennenlernte, versteht er sich einigermaßen, aber auch der kann sich keinen Reim darauf machen, weshalb man Cormac so kaltstellt. Ein Selbstmord weckt Erinnerungen an einen Fall 20 Jahre zuvor: Cormac war dem nun verstorbenen junge Mann damals begegnet, als dieser noch ein Kind war und er ihn und seine Schwester Maud aus unsäglichen Verhältnissen holte. Scheinbar hat die Gewalterfahrung aus der Kindheit doch ihre Spuren hinterlassen. Aber so einfach ist der Fall nicht, vor allem will Maud nicht an diese Theorie glauben. Zwei Jahrzehnte war sie spurlos verschwunden, doch nun ist sie wieder in Galway. Besteht zwischen dem Tod ihres Bruders und ihrem plötzlichen Auftauchen etwa ein Zusammenhang? Dervla McTiernan stellt gleich mit ihrem Debut unter Beweis, dass sie es mit den bekannten irischen Krimi Autoren aufnehmen kann und inzwischen auch bei uns bekannten Namen wie Adrian McKinty, John Banville/Benjamin Black, John Connolly oder Catherine Ryan Howard in nichts nachsteht. Nicht nur der Fall – oder besser die Fälle, die geschickt mit einander verwoben werden - hat es in sich, vor allem konnte die Autorin mich mit dem spannenden menschlichen Zusammenspiel innerhalb der Polizei überzeugen. Obwohl Galway die sechstgrößte Stadt Irlands ist, erweckt der Handlungsort doch eher den Eindruck eines Dorfes oder einer Kleinstadt. Alle kennen sich und jeder weiß irgendein schmutziges Geheimnis des anderen. In diesem Umfeld ist es nicht leicht für Außenseiter Fuß zu fassen und das Vertrauen zu gewinnen. Mit seinem Erfolg in der Hauptstadt sind die Schwierigkeiten für Cormac umso mehr vorprogrammiert. Die Atmosphäre, die McTiernan erschafft, legt sich über die ganze Handlung, ein ungutes Gefühl, dass noch irgendetwas im Busch ist, vom dem Cormac nichts ahnt, das aber entscheidend sein wird, lässt einem nicht los. Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie widersprüchlich und vielschichtig die Frauenfiguren in diesem Roman erscheinen. Statt auf plakative Schablonen zurückzugreifen, hat die Autorin sehr interessante Persönlichkeiten geschaffen, die den spannenden Krimi deutlich bereichern. Die Handlung wird geschickt aufgebaut und die Spannung steigert sich kontinuierlich bis zum großen Knall. Ein rundum überzeugender Auftakt für die Reihe um DI Cormac Reilly, bei dem die Autorin auf saubere Ermittlungen und nicht auf Technik oder Zufall bei der Lösung des Falles setzt.

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Nach einem sehr düsteren Einstieg im Jahre 1993 lande ich im Jahre 2013, wiederum bei Jack - dem kleinen Jungen aus der Vorgeschichte. Jacks Freundin Aisling ist angehende Ärztin und stellt plötzlich fest, dass die schwanger ist. In einer hitzigen Diskussion mit ihrem Freund Jack stellt sie fest, dass sie nicht bereit für eine Mutterschaft ist - Jack sieht das anders. Aber eine gemeinsame Lösung finden sie nicht mehr, denn am nächsten Tag findet man Jacks Leiche in den eisigen Fluten des Flusses Corrib. Galway Cormac Reilly, der mittlerweile ein erfahrener und beinahe altgedienter Polizist ist, ist auch wieder in Galway gelandet und wird mit diesem Fall betraut. Da er bis dato eher auf dem Abstellgleis in seiner neuen Dienststelle stand greift er gerne zu. Bald stellt er fest, dass es Ungereimtheiten in der Selbstmordtheorie gibt und dass Jack, das Selbstmordopfer, der Junge aus seinem allerersten Fall war. Vergangenheit Was ist wirklich in dem Haus passiert, in dem er Maude und Jack kennengelernt hat? Gemeinsam mit Aisling, Jacks Freundin und Maude, Jacks Schwester macht Cormac sich daran den alten Fall zu lösen, in der Hoffnung damit auch den neuen Fall zu klären. Während er sich dafür durch die Polizeipolitik und die Geister der Vergangenheit bewegt, deckt Detective Reilly schockierende Geheimnisse auf und stellt sich die Frage, wem unter seinen Kollegen er vertrauen kann. Cold Cases Ich mag diese Cold Cases und vor allem mag ich Geschichten, in denen ich immern ur so viel weiß, wie der ermittelnde Polizist. Das gibt mir die Gelegenheit zu raten, zu schlussfolgern und meine ganz eigene Liste Verdächtiger anzulegen :-) Genau das hat Dervla McTiernan mir geboten, zusammen mit einer gewissen leicht unheimlichen Grundgeschichte, die dem Ganzen eine gewisse Würze gab Stimmig Noch viel mehr aber haben mich ihre Charaktere überzeugt. Allen voran Cormac Reilly als unterstützender Ehemann, der vollkommen normal ist. Er trinkt nicht, hat keine Traumata, besitzt ein ausgeglichenes Wesen und eine freundliche Art. Wie schön, auch mal wieder so einen Polizisten zu treffen :-) Aber auch alle anderen Charaktere sind sehr glaubwürdig und stimmig beschrieben, so dass ich schnell ein Bild von ihnen vor meinem inneren Auge habe. Mein Fazit: Todesstrom ist ein ebenso spannendes wie stimmiges Krimidebüt mit einem wirklich interessanten Protagonisten. Ich hoffe, da kommt noch sehr viel mehr von der Autorin - gerne mit demselben Ermittler. Ein sehr empfehlenswerter Krimi!

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Todesstrom Wenn alte Geheimnisse ans Licht kommen, wirst du sterben. Während seiner ersten Wochen als junger Detektive wird Cormac Reilly zu einem heruntergekommenen Landhaus gerufen. Dort findet er zwei stille, vernachlässigte Kinder vor – die 15-jährige Maude und den 5-jährigen Jack. Ihre Mutter liegt tot und der Verwesung nahe im ersten Stock. Ihr Tod wird nie aufgeklärt. Zwanzig Jahre später hängt Reilly seine Karriere als Detektive in Dublin an den Nagel und kehrt nach Galway zurück. Nun kehren auch die Erinnerungen an Maude und Jack zurück und verfolgen ihn. Was verbindet einen kürzlich begangenen Selbstmord mit dem schon Jahre zurückliegenden Tod der Frau? Und wem kann Reilly von seinen neuen Kollegen wirklich vertrauen? Dieses Buch ist mal wieder ein fesselnder und packender Krimi. Die Personen im Buch sind alle für mich authentisch und überzeugen mit ihrer Handlung. Man ist ab einem gewissen Zeitpunkt mitten im komplexen Gefecht aus Lügen und Geheimnissen. Auch ich als Leser konnte manchmal gar nicht genau sagen, wem man trauen kann und wem nicht. Es geht um Korruption und Vertuschungen was eine rasante Spannung ins Buch bringt. Es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen und es hat ein richtig gefesselt, einmal durch die Unfassbarkeit der Tode, dann noch die Geschichte von Maude und Jack. Und das Verhältnis von Reilly zu seinen Kollegen.

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