Leserstimmen zu
Gott wohnt im Wedding

Regina Scheer

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Ihr 2014 erschienenes Debüt "Machandel" habe ich erst kürzlich entdeckt und war absolut begeistert von dieser gelungenen Verknüpfung aus Zeitgeschichte und Romanhandlung. Genau dies gelingt Regina Scheer auch in ihrem neuen Buch "Gott wohnt im Wedding". Im Personenregister, einem wegen der Vielzahl von Mitwirkenden hilfreichen Instrument, steht ein überraschender Protagonist ganz oben: ein Berliner Mietshaus in der Utrechter Straße im Wedding, erbaut um 1890 und nun Spekulationsobjekt und, „weil ich als Immobilie nicht mehr das Potential habe, den Mietwert zu erhöhen“, kurz vor dem Abbruch. Seine kursiv gedruckten Geschichten über seine Erbauer und Besitzer, die Mieter, die kamen und gingen, und sein Wissen darum, dass sich „alles wiederholt“, sind so spannend wie melancholisch, „jetzt, wo alles zu Ende geht“, und es „eine Ahnung von Endgültigkeit“ umweht. „Wenn man lange genug wartet, kommen hier alle wieder vorbei“, so auch der Jude Leo Lehmann, der ab 1943 mit seinem Freund Manfred als „U-Boot“, Untergetauchter, lebte. Nun ist er mit seiner Enkelin Nira wegen Erbangelegenheiten aus Israel nach Berlin gekommen und ausgerechnet in einem Hotel im Wedding gelandet. Im alten Haus in der Utrechter Straße lebt noch immer Gertrud Romberg, die den beiden Jungen damals Unterschlupf gewährte. Manfred wurde in ihrer Wohnung verhaftet und Leo hat nie erfahren, welchen Anteil Gertrud daran hatte. Die alte Frau ist an die hundert Jahre alt, schon ihr Vater wurde in diesem Haus geboren. Sie hat Manfred nie vergessen, nie geheiratet und nie über das gesprochen, was damals passierte. Der Handlungsstrang um Leo und Gertrud, der wiederum viele Einzelschicksale umfasst, hat mir ausnehmend gut gefallen, besonders auch die Geschichte von Leos Frau Edith. Ein weiterer Handlungsstrang umfasst das Schicksal der Sintiza Laila, die 1975 in Polen geboren wurde und als Spätaussiedlerin über Umwege 1991 nach Berlin kam. Sie hat studiert, lebt getrennt von ihrem Mann und hat einen Mietvertrag über drei Jahre, der demnächst ausläuft. Mit ihrem ausgeprägten Sozialbewusstsein kümmert sie sich um die alte Gertrud, um die vielen Roma-Familien aus Rumänien, die genauso wie Wanderarbeiter inzwischen im Haus leben. Ihre komplizierte, sehr ausführlich erzählte Familiengeschichte und die ihrer Schützlinge haben mich das ein oder andere Mal verwirrt, es war nicht leicht, Personen, Orte und Schicksale auseinanderzuhalten. Wichtiger ist aber ein großer Erkenntniszuwachs über die Geschichte und Tradition der sehr verschiedenen Roma-Gruppen, zu denen die Sinti als eine Untergruppe gehören, und über ihre fehlenden Perspektiven. Man merkt dieser geglückten Verbindung von Geschichte und Gegenwart die umfängliche Recherchearbeit von Regina Scheer deutlich an. Dass sie darüber hinaus so viel Wärme für ihre Figuren aufbringt und auf Schwarz-Weiß-Zeichnung weitgehend verzichtet, macht den Roman für mich empfehlenswert. Ich hatte das Glück, Regina Scheer am 10. April 2019 live bei einem Interview mit Lesung im Botnanger Buchladen in Stuttgart zu erleben. Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sie sich nicht entgehen lassen, denn die Autorin hat auch über den Roman hinaus viel zu erzählen.

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Ein Buch mit Tiefgang

Von: Chris L.

15.04.2019

Gott wohnt im Wedding – Ein Buch, das mich bereist mit dem Titel schon gefesselt hat, denn als Berliner ist es immer wieder spannend und interessant Bücher über seine eigene Heimat zu lesen. Was mich bereits zu Beginn des Lesens begeistert hat, war, dass neben der Erzählperspektive der Charaktere, Leo, Laila und Gertrud, auch aus der Sicht des Wohnhauses geschrieben wird. Das Mietshaus wird somit zum Leben erweckt. Gott wohnt im Wedding ist das erste Buch, das ich gelesen habe, welches sich dieses stilistischen Elements bedient. Einfach unfassbar fesselnd. Ich selbst gehöre zur jüngeren Generation dieser Stadt und weiß aus eigenen Erfahrung nicht, wie es zur damaligen Zeit hier in Berlin war und wie es ausgesehen hat. Alles wurde in dem Buch aber so gut beschrieben, dass ich beim Lesen direkt ein Bild vor Augen hatte. In diesem Buch vereinen sich so viele unterschiedliche Themen, sodass wirklich jeder, meiner Meinung nach, von diesem Buch gefesselt wird. Von der damaligen Zeit bis hin zur Gegenwart, den unterschiedlichen Personengruppen und Problemen der einzelnen Personen. Man sollte aber von Anfang an mit dem Kopf voll beim Buch sein, da es relativ viele Charaktere gibt. Man kann recht schnell den Überblick verlieren. Ich lese gerne in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit, aber leider war dieses Buch keine Weglektüre. Hierfür sollte man sich definitiv am Abend in Ruhe auf einer gemütlichen Couch Zeit nehmen. Im Fazit ist zu sagen, dass „Gott wohnt im Wedding“ ein fantastisches Buch ist. Man sollte zwar schon konzentriert dabei bleiben, aber jeder, der sich dahinterklemmt und sich zeit nimmt, der wird eine Buch lesen, welches ich zuvor noch nicht gelesen habe.

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Ein Buch mit Tiefgang

Von: Halifax

15.04.2019

Die Idee der Geschichte fand ich sehr gut, endlich mal wieder ein Buch für mich. Nichts übertriebenes a la Hollywood, sondern eine Geschichte die das Leben schreibt. Interessant war „das Haus“ welches selbst erzählte was es über Jahrzehnte kommen u gehen sah. Eine tolle Geschichte die berührt. Ein Stern Abzug vergebe ich, weil es an manchen Stellen zu tief und eher sachlich in die Geschichte der Roma und Sinti ging. Was das Buch zwischenzeitlich wie ein Sachbuch und nicht mehr wie ein Roman erschienen lies. Auf jeden Fall muss man sich Zeit nehmen beim lesen, es ist kein Buch für schnell mal Nebenbei. Es regt zum nachdenken an.

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Interessant

Von: drachenlady8

07.04.2019

Auch wenn ich erst Schwierigkeiten hatte mich in due Geschichte einzufinden war es dennoch ein Erlebnis es zu lesen. Der Schreibstil ansich war sehr gut. Kann ich nur weiter empfehlen

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Gott wohnt im Wedding

Von: J.R.C.

05.04.2019

Ein gutes Buch wenn man sich für Geschichte und andere Kulturen interessiert und evtl ein gewisses Fachwissen darüber hat.

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Geschichte hautnah

Von: Claudi

04.04.2019

Dieses Buch hat mich schon beim Lesen des Klappentextes neugierig gemacht. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir zuerst etwas schwer, da der Schreibstil nicht dem üblichen entspricht, aber wenn man den Überblick über die Personen und die Botschaft des Buches verstanden hat, ist es einfach ein rundum gelungenes Buch. Es geht mich zum Nachdenken an und wird mich sicherlich noch einige Tage begleiten. Ich kann es nur weiterempfehlen.

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"Gott wohnt im Wedding" verknüpft damaliges Zeitgeschehen mit der Gegenwart, was großartig inszeniert wurde, auch wenn ich mitunter ein klein wenig überfordert war, mit den ganzen Menschen, die ihren Auftritt im Roman haben. Hierzu befindet sich im hinteren Teil des Buches eine Auflistung über alle wichtigen Personen. Mit "Gott wohnt im Wedding" hat Regina Scheer sich mit der Geschichte der Juden und Sinti und Roma beschäftigt, wobei mir nicht bewusst war, das es so viele Gruppierungen diesbezüglich gibt, Scheinbar schert man alle über einen Kamm. Zumindest mir geht es so. Ich habe also einiges lernen können, da es gerade im Bezug der Geschichte der Sinti und Roma ein Thema ist, welches irreführend und sehr klischeebehaftet ist. Leicht zu lesen ist "Gott wohnt im Wedding" nicht, da sich die Leserschar Zeit nehmen muss, um wichtige Ereignisse innerhalb der Story zu verstehen, da es immer wieder neu miteinander verknüpft wird. Es ist definitiv kein Buch für zwischendurch. Interessant ist, das das Mietshaus selbst, in dem diese vielen beschriebenen Menschen aufeinander treffen auch zu Wort kommt. Da das Haus schon in die Jahre gekommen ist, sind die Worte weise und beleben die Story ungemein, da es sich wie ein allwissender Erzähler verhält. Mir hat es sehr gefallen, da es doch ungewöhnlich ist und dennoch mitreißen konnte. Gerade diese kursiv geschriebenen Szenen geben Nachhaltigkeit. Ein in die Jahre gekommenes Haus hat vieles gesehen und gehört , was natürlich in Bezug auf die Protagonisten sehr viel Wert hat. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung an einen doch sehr außergewöhnlichen Roman, der aufzeigt, das sich in unseren Köpfen vieles ändern müsste und wir gerade im Vertreiben von Menschen nichts dazu gelernt haben. Das Ende des Romans hätte ich mir anders gewünscht, aber so wie es ist, ist es passend, wenn auch anders gewählt wurde, als von mir erhofft oder erwartet. Letztendlich ist "Gott wohnt im Wedding" hochkarätige Literatur, die konzentriert gelesen werden muss, damit das Verständnis für die teilhabenden Personen nicht verloren geht und auch Vertrauen geweckt wird.

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Gott wohnt im Wedding

Von: Melanie

28.03.2019

Ich habe mich gleich in der Geschichte hinein gezogen gefühlt. Sehr interessant die Berliner Geschichte mit zu erleben. Ich würde das Buch weiter empfehlen

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