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Maja Lunde: Die Geschichte des Wassers

Die Geschichte des Wassers Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75774-9

Erschienen:  19.03.2018
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 44
Spiegel Hardcover Belletristik

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Klimakiller benannt

Von: Michael Lausberg aus Doveren Datum : 28.09.2018

Dies ist der zweite Teil des literarischen Klima-Quartetts der norwegischen Autorin Maja Lunde, der sich mit den Folgen des menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt. Hier geht es um die Geschichte des Wassers und dessen Bedeutung für die Menschheit.
Wie auch im ersten Band, wo sie sich mit Bienen beschäftigt, spielt dieser Roman wieder in zwei Zeitebenen und zwei nebeneinanderlaufenden Erzählsträngen. Im Jahre 2017 bricht die Umweltaktivistin Signe von ihrem Heimatdorf in Norwegen aus nach Frankreich zu ihrem ehemaligen Freund Magnus auf. Dieser lässt Eis des Gletschers im Heimatdorf der beiden abbauen, um es nach Saudi Arabien als spezielles Jahrgangseis zu verkaufen. Auf der Reise nach Frankreich erfährt man mehr von Signes Leben, ihre Beziehung zu Magnus. Auch Spannung wird durch einen Sturm aufgebaut, in dem sie hineingerät. Die
Im Jahre 2041 sind David und seine Tochter Lou auf der Flucht vor der Dürre ihrer angestammten Heimat in Südeuropa, eine Folge des Klimawandels. Ihr Leben wird vom Mangel an Wasser bestimmt, sie sind Getriebene auf der Suche nach menschlichen Lebensbedingungen. Sie erreichen ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich, wo es an Trinkwasser mangelt und das nach und nach aufgegeben wird. Die beiden finden bei einem Ausflug ein Boot, das ihnen die Gelegenheit bietet, nach Nordeuropa zu kommen und dem Wassermangel zu entfliehen. Das Boot ist dasselbe, mit dem Signe nach Frankreich aufgebrochen ist, so verflechten sich die beiden Erzählstränge. Beiden ist auch gemeinsam, dass es sich immer um Wasser dreht: die Lebensgeschichte der Umweltaktivistin Signe und das Schicksal von David und Lou, deren Leben durch Wasserknappheit bestimmt ist.
Im Laufe der Geschichte lernt man, wie wichtig Wasser für das Zusammenleben der Menschen ist und welche überlebensnotwendige Bedeutung es hat. Signe ist eine Person, die dies schon in der Gegenwart erkennt und sich dafür einsetzt, die Natur und den Wasserkreislauf zu erhalten. Die Folgen des Ignorierens des Problems werden den Lesern im Jahre 2041 dann drastisch vor Augen geführt. Die Dürrekatastrophe ist die Folge des Klimawandels, was zu der steigende Sorte von Umweltflüchtlingen führt.
Die beiden Erzählstränge werden aus der Sicht Signes und Davids erzählt, so dass sich die Leser mit ihnen und ihrem Schicksal identifizieren können. Manchmal ist es mühsam, sich von einer Zeitepisode in die andere hineinzuversetzen, weil der Erzählverlauf unterbrochen wird. Die Geschichten werden wie ein Puzzlespiel erst ab der Mitte des Buches kongruent. Dieses Buch ist ein Mahnmal für den Naturschutz und die Eindämmung des Klimawandels durch die Identifikation mit Signe. Ihren Einsatz und den Mut, auf diese Probleme hinzuweisen, hat Vorbildcharakter. Düsterer wird die Stimmung durch die Leiden von David und Lou durch die Dürrekatastrophe in Südeuropa. Dies ist aber kein aus der Luft gegriffenes Sujet: Im Nahen Osten wird in Zukunft der Kampf um Wasser als Lebensgrundlage Kriege auslösen. Europa bleibt davon nicht ausgenommen, die Folgen des Klimawandels werden für jeden spürbar sein. Einige Seitenhiebe auf die weltpolitischen Akteure des Ignorierens von Klimakatastrophen, vor allem auf den Leugner Trump, hätten sich hier angeboten. Dank ihrer imaginierenden Sprache schafft es die Autorin, dass man sich beim Lesen mitten im Geschehen fühlt. Ein Buch, das gut unterhalten kann, aber auch nachdenklich und wütend macht.


Lässt nachdenken

Von: Rebecca Feist Datum : 03.09.2018

https://www.beckylovesbooks.de/

Schlichte, aber doch sehr gelungene Umschlaggestaltung.
Mir gefällt sowohl die Farbe als auch die kleine Abbildung des Bootes.

"Die Geschichte der Bienen" hatte ich vorher nicht gelesen, da es mich thematisch weniger ansprach. Die Thematik von "Die Geschichte des Wassers" empfand ich deutlich interessanter.

Das Buch wird abwechselnd aus zwei Sichten und zwei Zeiten erzählt. Ein Teil gilt der alten Norwegerin Signe, die sich 2017 u. a. an ihre Jugend erinnert. Jahrzehnte später - 2041 - erlebt der junge französische Vater David mit seiner kleinen Tochter Lou, welche Auswirkungen die Wasserknappheit hat. Beide Geschichten liest man lange parallel, bis sie sich irgendwann begegnen und miteinander verbinden.

Mich persönlich hat die Geschichte von David und Lou mehr gefesselt. Das lag sicher auch an dem Überlebenskampt der beiden. Außerdem wird dem Leser mit diesem fiktiven Blick in die Zukunft vor Augen geführt, was passiert, wenn die Menschheit nicht umdenkt.

Maja Lunde erzählt nicht nur Geschichten, sondern durchaus realistische Zukunftsvisionen. Sie regt zum Nachdenken an und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Fazit:
"Die Geschichte des Wassers" ist nicht nur ein gut geschriebener Roman, sondern in gewisser Weise auch ein Wachrütteln der Gesellschaft.
Beeindruckend und erschreckend zugleich.

Mehr als enttäuscht

Von: Ulrich Datum : 25.08.2018

Nachdem ich von der "Geschichte der Bienen" völlig begeistert war, bin ich von der "Geschichte des Wassers" mehr als enttäuscht. Auf mich wirkt dieses Buch so, als sei die Autorin aufgrund des Erfolges des ersten Buches vom Verlag zu einem raschen zweiten Buch animiert worden. Das ist leider misslungen. Die Brisanz der Thematiken des Umgangs mit Wassers und der Wasserknappheit (u. a. aktuell Kapstadt, Südsudan u.v.a.) werden durch eine derart oberflächliche und plakative Darstellung in keiner Weise angemessen wiedergegeben und der postulierten Absicht eines Umweltromans gerecht.

Wo stehe ich in einer Welt zwischen Verschwendung und Mangel?

Von: Lilly Rauch Datum : 14.08.2018

Maja Lunde beschreibt in ihrem Buch "Die Geschichte des Wassers" zwei sehr unterschiedliche Leben. Beide werden von etwas bestimmt, das für viele von uns so selbstverständlich ist, dass wir nicht einmal darüber nachdenken würden: Wasser. Während die Umweltaktivistin Signe 2017 aufopferungsvoll für die Rettung eines Gletschers kämpft, kämpfen David und seine Tochter Lou ums Überleben in der Dürre des Jahres 2041. Die Erzählungen sind miteinander verwoben, ergänzen und unterscheiden sich gleichzeitig. Es zeigen sich Gegensätze globalen Charakters, die aktueller nicht sein könnten und für jeden politische Relevanz haben sollten: Wo stehe ich in einer Welt zwischen Verschwendung und Mangel? Lundes Szenarien menschlicher Not und Auseinandersetzung sowie ihre Konsequenz zu detailreichen Beschreibungen, lösen eine starke Verbundenheit mit den Menschen in ihrer Geschichte aus. Die Prinzipien, nach denen die Protagonisten handeln und leben, werden nachvollziehbar, obwohl das Szenario unvorstellbar erscheint. Dieses Buch ermöglicht es die Welt anders zu sehen und dabei zu lernen.

Wasser ist Leben

Von: orfe1975 aus Remagen Datum : 15.07.2018

Cover:
---------------
Das Cover fügt sich gut an den ersten Band der Umwelt-Quadrologie an. Es ist im gleichen sandfarbenen Ton gehalten und passend zum Titel sieht man diesmal ein Boot, das sich leicht ausgestanzt auf dem Titelbild befindet. Leider ist es nicht das Boot, um das es eigentlich im Roman geht. Dennoch ist es sehr ansprechend gestaltet und als Hardcover mit Schutzumschlag sowie einem Lesebändchen ist der optische Eindruck perfekt.

Mein Eindruck:
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Nachdem ich "Die Geschichte der Bienen" begeistert verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf den 2. Teil. Auch diesmal bleibt die Autorin ihrem Stil treu, verknüpft mehrere Erzählstränge mit Hilfe eines bestimmten Gegenstandes miteinander. Durch das gegenseitige Unterbrechen der Handlungsstränge bleibt der Spannungsbogen konstant. Dieses mal ist die Geschichte weniger komplex aufgebaut, denn es gibt nur zwei Erzählstränge (der Plot der Vergangenheit fehlt). Zudem fand ich diesen Roman weniger informativ als der Band über Bienen. Lunde setzt diesmal ihren Schwerpunkt mehr auf die Gefühle und Beziehungen der Menschen, weniger auf den Umweltaspekt. Dieser rahmt die Handlung zwar ein und es gibt ein paar wenige Passagen, in der erklärt wird, wie es zu den verheerenden schlechten Zuständen kommen konnte, aber insgesamt war vieles nur angedeutet.

"Ich nähere mich, muss klettern, um ganz nah heranzukommen, die Schnitte wurden dort gesetzt, wo der Gletscher am steilsten abfällt. Ich ziehe einen Handschuh aus, lege meine Hand darauf, das Eis lebt unter meinen Fingern, mein Gletscher, ein großes, ruhiges, schlummerndes Tier, aber auch ein verletztes Tier, und es kann nicht brüllen, in jeder Minute, jeder Sekunde, wird es angezapft, es liegt längst im Sterben." (S. 16f.)

Mir fehlte stellenweise der aufklärerische Aspekt sowie der Hoffnungsschimmer. Der Roman war durchweg in einer erdrückenden Stimmung geschrieben. Zum einen waren die menschlichen Verluste an sich eine Tragödie, bei der ich schwer die Tränen zurückhalten konnte. Zum anderen liest sich der Roman so, dass es nichts gibt, was man tun könnte, um diesen Entwicklung aufzuhalten oder zu verlangsamen. Angesichts der Tatsache, dass da Jahr 2041 erschreckend nah an die Gegenwart angrenzt, lässt mich dieser Roman mit einer großen und hilflosen Beklemmung zurück. Sicherlich sind viele der Aspekte bekannt, die Lunde anklingen lässt. Doch über die konkreten Hintergründe und möglichen Gegenmaßnahmen wird der Leser im Unklaren gelassen.

"Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser. Wasser nimmt alles auf und wirbelt um alles herum, mit dem es in Berührung kommt. Wasser ist Humus, Sand, Lehm, Plankton. Wasser färbt sich vom Boden, den es bedeckt. Wasser spiegelt die Welt." (S. 396)

Das Buch war bis zum Ende spannend und flüssig geschrieben. Doch die Auflösung am Ende ließ mich leider leicht enttäuscht und ratlos zurück.

Fazit:
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Bei der Fortsetzung der Umwelt-Quadrologie liegt der Schwerpunkt leider zu sehr auf menschlichen Tragödien als Umweltaufklärung, trotzdem berührend und aufrüttelnd geschrieben.

Folgen des klimawandels

Von: michael lausberg aus Doveren Datum : 26.06.2018

Dies ist der zweite Teil des literarischen Klima-Quartetts der norwegischen Autorin Maja Lunde, der sich mit den Folgen des menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt. Hier geht es um die Geschichte des Wassers und dessen Bedeutung für die Menschheit.
Wie auch im ersten Band, wo sie sich mit Bienen beschäftigt, spielt dieser Roman wieder in zwei Zeitebenen und zwei nebeneinanderlaufenden Erzählsträngen. Im Jahre 2017 bricht die Umweltaktivistin Signe von ihrem Heimatdorf in Norwegen aus nach Frankreich zu ihrem ehemaligen Freund Magnus auf. Dieser lässt Eis des Gletschers im Heimatdorf der beiden abbauen, um es nach Saudi Arabien als spezielles Jahrgangseis zu verkaufen. Auf der Reise nach Frankreich erfährt man mehr von Signes Leben, ihre Beziehung zu Magnus. Auch Spannung wird durch einen Sturm aufgebaut, in dem sie hineingerät. Die
Im Jahre 2041 sind David und seine Tochter Lou auf der Flucht vor der Dürre ihrer angestammten Heimat in Südeuropa, eine Folge des Klimawandels. Ihr Leben wird vom Mangel an Wasser bestimmt, sie sind Getriebene auf der Suche nach menschlichen Lebensbedingungen. Sie erreichen ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich, wo es an Trinkwasser mangelt und das nach und nach aufgegeben wird. Die beiden finden bei einem Ausflug ein Boot, das ihnen die Gelegenheit bietet, nach Nordeuropa zu kommen und dem Wassermangel zu entfliehen. Das Boot ist dasselbe, mit dem Signe nach Frankreich aufgebrochen ist, so verflechten sich die beiden Erzählstränge. Beiden ist auch gemeinsam, dass es sich immer um Wasser dreht: die Lebensgeschichte der Umweltaktivistin Signe und das Schicksal von David und Lou, deren Leben durch Wasserknappheit bestimmt ist.
Im Laufe der Geschichte lernt man, wie wichtig Wasser für das Zusammenleben der Menschen ist und welche überlebensnotwendige Bedeutung es hat. Signe ist eine Person, die dies schon in der Gegenwart erkennt und sich dafür einsetzt, die Natur und den Wasserkreislauf zu erhalten. Die Folgen des Ignorierens des Problems werden den Lesern im Jahre 2041 dann drastisch vor Augen geführt. Die Dürrekatastrophe ist die Folge des Klimawandels, was zu der steigende Sorte von Umweltflüchtlingen führt.
Die beiden Erzählstränge werden aus der Sicht Signes und Davids erzählt, so dass sich die Leser mit ihnen und ihrem Schicksal identifizieren können. Manchmal ist es mühsam, sich von einer Zeitepisode in die andere hineinzuversetzen, weil der Erzählverlauf unterbrochen wird. Die Geschichten werden wie ein Puzzlespiel erst ab der Mitte des Buches kongruent. Dieses Buch ist ein Mahnmal für den Naturschutz und die Eindämmung des Klimawandels durch die Identifikation mit Signe. Ihren Einsatz und den Mut, auf diese Probleme hinzuweisen, hat Vorbildcharakter. Düsterer wird die Stimmung durch die Leiden von David und Lou durch die Dürrekatastrophe in Südeuropa. Dies ist aber kein aus der Luft gegriffenes Sujet: Europa bleibt davon nicht ausgenommen, die Folgen des Klimawandels werden für jeden spürbar sein. Dank ihrer imaginierenden Sprache schafft es die Autorin, dass man sich beim Lesen mitten im Geschehen fühlt. Ein Buch, das gut unterhalten kann, aber auch nachdenklich und wütend macht.

hat mich nicht so überzeugt

Von: nane 2408 aus 33428 Marienfeld Datum : 15.06.2018

Nach ihrem wirklich ergreifenden Buch „Die Geschichte der Bienen“ ist dies nun der 2. Roman von Maja Lunde, der sich mit den Auswirkungen von Umwelteinflüssen beschäftigt.
Der Mangel an Wasser wird die Menschheit hart treffen, hat Völkerwanderungen zur Folge, Krieg und Zerstörung.
Dies wird von der Autorin in die nicht so weit entfernte Zukunft von 2041 verlegt. Es ist ziemlich beängstigend, dass auch Europa von einer Dürre bedroht sein wird.
Es ist ein interessantes und wichtiges Thema, das auch zum Nachdenken anregt. Es hätte aber bestimmt noch weiter aufgearbeitet werden können.
Leider hat mich dieser Roman nicht so überzeugt.

Pflichtlektüre für alle Menschen, die sich für ihre Umwelt interessieren.

Von: Daniela Vödisch Datum : 26.05.2018

https://danis-buecherregal.jimdofree.com/

Ich habe letztes Jahr bereits Die Geschichte der Bienen von der Autorin gelesen und der Roman wurde eines meiner Highlights. Deswegen wollte ich auch unbedingt die Geschichte des Wassers lesen und auch dieser Roman hat mich wieder restlos begeistert.

Wie auch die Bienen ist das Wasser ein Teil der Natur, ohne den wir nicht leben können. Signe weiß das, und kann daher nur den Kopf wegen des Raubbaus schütteln, den die Menschen an der Natur betreiben. Hitze und die Knappheit des Wassers fordern entsprechende Tribute, das spürt auch David am eigenen Körper. Früher fruchtbare Länder werden zu unbewohnbaren Gebieten.

Was ich an der Autorin sehr schätze, ist, dass sie sich in ihren Büchern mit sehr unbequemen, aber hochaktuellen Themen auseinandersetzt. Ihr Schreibstil hat zwar keinen richtigen Spannungsbogen, besticht aber nur die Brisanz der Themen, die in der Zukunft keine Geschichten mehr sind, wenn sich nicht schleunigst etwas ändert. Außerdem schreibt sie sehr deutlich und atmosphärisch, was der Geschichte unheimlich gut tut.

Fazit:
Für alle Menschen, die sich für die Welt interessieren, in der sie leben, sind die beiden erwähnten Bücher fast schon eine Pflichtlektüre.

Mahnung und Zukunftsvision

Von: morgenschnecke Datum : 20.05.2018

https://morgenschnecke.de/

Maja Lundes „Die Geschichte des Wassers“ ist der zweite Teil eines Klimawandel-Quartetts. Nach „Die Geschichte der Bienen“ war ich auf das zweite Werk der Autorin gespannt.
„Die Geschichte des Wasser“ wird uns auf zwei Ebenen erzählt.
Signe, die 70jährige norwegische Umweltaktivistin, hat sich mit ihrem Segelboot von Norwegen nach Frankreich aufgemacht.
Aus Protest am Raubbau an einem Gletscher, möchte sie ihrem ehemaligen Freund und Partner, dessen Firma für den Abbau von Gletschereis verantwortlich ist, gestohlene Kisten mit dem kostbaren Eis buchstäblich vor die Füße zu kippen.
In Rückblicken erfahren wir von Signes Leben, welches durch den Protest gegen den Bau eines Kraftwerkes in ihrer Heimat und den Kampf für die Erhaltung der Landschaft geprägt ist. Die Beziehungen zu ihren Eltern und dem Freund scheitern an Signes Entschlossenheit etwas zu verändern, und auch mit 70 Jahren will sie weiterhin für ihre Prinzipien einstehen.
Der zweite Handlungsstrand spielt 2041, als das Wasser auf der Erde längst knapp ist, die Menschen in den Norden flüchten und unterwegs in Flüchtingscamps untergebracht werden, in denen Wassermangel und Hunger herrscht.
David kommt mit seiner kleinen Tochter Lou in so einem Camp unter. Auf der Flucht vor einem Brand hat er in Panik seine Frau und seinen kleinen Sohn verloren. In dem Camp herrschen fast unmenschliche Verhältnisse, Hoffnungslosigkeit macht sich breit.
David und Lou finden auf einem kleinen Hof in der Nähe ein Boot. Es ist Signes Boot, welches schon seit vielen Jahren an Land steht.

Man kommt nicht umhin die „Geschichte des Wassers“ mit dem Vorgänger der Reihe zu vergleichen, leider zum Nachteil des zweiten Buches.
Es ist zwar eine interessante Kritik an der Umweltzerstörung, aber Signes Lebensgeschichte konnte mich nicht packen. Eine etwas verbitterte, alte Frau, die ihr Leben dem Umweltschutz geopfert hat, merkt zum Lebensende, daß es ihr nichts gebracht hat.
Der zweite Handlungsstrang, eine Zukunftsvision und Mahnung, hat mir schon etwas besser gefallen, zumindest hat sie neue Ideen und eine ergreifende Geschichte geliefert.

Trotzdem bin ich etwas enttäuscht von diesem zweiten Teil eines Quartetts, und sehr gespannt auf weitere Bücher von Maja Lunde.

Was wäre, wenn…

Von: Miss Marple aus Beselich Datum : 17.05.2018

es kein Wasser mehr gäbe? Unvorstellbar!! Wieder rührt die Autorin in der Folge ihres Bienen-Buches an existentiellen Fragen der Menschheit. In der Gegenwart des Jahres 2017 werden in Norwegen Gletscher angebohrt, um Eis in reiche Staaten zu verkaufen und 30 Jahre später trifft der Leser auf Flüchtlingsströme aus Dürregebieten in Südeuropa- nicht etwa aus Afrika!-die in die Nordländer streben, wo scheinbar noch Wasser vorhanden ist. Unglaublich spannend, aber auch bedrückend ist auch dieser Roman der Autorin. Parallel erzählt sie Signes Geschichte, die, fast 70-jährig, im Jahre 2017 nach Norwegen zurückkehrt und versucht, "ihren" Gletscher zu retten und die Geschichte Davids und seiner Tochter, die auf der Flucht vor dem Feuer in ihrer Heimatstadt im Süden Frankreichs im Jahr 2041 in einem Flüchtlingslager stranden, getrennt von Ehefrau/Mutter und dem kleinen Sohn/Bruder.
Während Signe vorwiegend über ihr vergangenes Leben reflektiert, erfährt der Leser, dass die Zerstörung ihrer norwegischen Heimat bereits in ihrer Kindheit begann. Wir erfahren viel über ihre Familie und wie sie sich entschloss, eine aktive Umweltschützerin zu werden.
Davids Geschichte bleibt im Großen und Ganzen auf die Zeit der Flucht und die Wochen in Flüchtlingslager beschränkt. Hier finde ich die Handlung zu flach. Die Charaktere sind gut angelegt, jedoch erhalten sie zu wenig Raum im Buch, sich zu entwickeln. Gezeigt wird der tägliche Überlebenskampf, aber auch die Hoffnung auf eine Zeit nach der Dürre.
Lange bleibt dem Leser der Zusammenhang zwischen beiden Handlungssträngen verborgen, jedoch finden beide Geschichten kurz vor dem Ende- das jeweils offen bleibt- zusammen. Hier bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Geschichten weiterzudenken, in der Hoffnung, dass sich die Menschen der Bedeutung des Wassers bewusst sind bzw. werden.

es kein Wasser mehr gäbe? Unvorstellbar!! Wieder rührt die Autorin in der Folge ihres Bienen-Buches an existentiellen Fragen der Menschheit. In der Gegenwart des Jahres 2017 werden in Norwegen Gletscher angebohrt, um Eis in reiche Staaten zu verkaufen und 30 Jahre später trifft der Leser auf Flüchtlingsströme aus Dürregebieten in Südeuropa- nicht etwa aus Afrika!-die in die Nordländer streben, wo scheinbar noch Wasser vorhanden ist. Unglaublich spannend, aber auch bedrückend ist auch dieser Roman der Autorin. Parallel erzählt sie Signes Geschichte, die, fast 70-jährig, im Jahre 2017 nach Norwegen zurückkehrt und versucht, "ihren" Gletscher zu retten und die Geschichte Davids und seiner Tochter, die auf der Flucht vor dem Feuer in ihrer Heimatstadt im Süden Frankreichs im Jahr 2041 in einem Flüchtlingslager stranden, getrennt von Ehefrau/Mutter und dem kleinen Sohn/Bruder.
Während Signe vorwiegend über ihr vergangenes Leben reflektiert, erfährt der Leser, dass die Zerstörung ihrer norwegischen Heimat bereits in ihrer Kindheit begann. Wir erfahren viel über ihre Familie und wie sie sich entschloss, eine aktive Umweltschützerin zu werden.
Davids Geschichte bleibt im Großen und Ganzen auf die Zeit der Flucht und die Wochen in Flüchtlingslager beschränkt. Hier finde ich die Handlung zu flach. Die Charaktere sind gut angelegt, jedoch erhalten sie zu wenig Raum im Buch, sich zu entwickeln. Gezeigt wird der tägliche Überlebenskampf, aber auch die Hoffnung auf eine Zeit nach der Dürre.
Lange bleibt dem Leser der Zusammenhang zwischen beiden Handlungssträngen verborgen, jedoch finden beide Geschichten kurz vor dem Ende- das jeweils offen bleibt- zusammen. Hier bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Geschichten weiterzudenken, in der Hoffnung, dass sich die Menschen der Bedeutung des Wassers bewusst sind bzw. werden.

Nach den Bienen nun das Wasser

Von: HEIDIZ Datum : 16.05.2018

heidizengerling.blogspot.de/

Wir haben es im Buch mit zwei Handlungssträngen zu tun. Einmal ist da Signe im Jahr 2017 und dann sind da noch Lou und David, Vater und Tochter, die auf der Flucht im Jahr 2041 Frau und Tochter verloren haben und sich nun in einem Lager - so wollten nach Norden - ohne Wasser und mit wenigen Nahrungsmittelvorräten aufhalten, ihre beiden Familienangehörigen suchen und dann schließlich mit einer weiteren Flüchtigen gemeinsam versuchen, aus dem Lager - das mittlerweile kein Lager mehr ist, Richtung Wasser zu flüchten, auf Regen wartend ...

Signe - im Heute ist eine Umweltaktivistin könnte man sagen.

Ich habe immer gedacht, dass die Autorin beide Handlungsstränge irgendwie zusammenführt, das ist aber nicht passiert. OK, das muss ich so hinnehmen. Das Buch verleitet zum Nachdenken und ist spannend geschrieben, etwas anders, als ich es erwartet hätte, aber dennoch gut für meine Begriffe.

Lunde zeichnet die Charaktere innerhalb ihrer Handlungen und Gefühlswelt sehr gut und überhaupt ist das gesamte Buch mit seinen beiden Geschichten, die parallel nebenher laufen, sehr spannend und kurzweilig authentisch lebendig geschrieben und hat mich gefesselt.

Leider entäuschend

Von: Holly Golightly Datum : 14.05.2018

Über den Inhalt wurde schon genügend geschrieben, deswegen lasse ich es hier an dieser Stelle.
Ich habe den ersten Band der Reihe "Die Geschichte der Bienen" nicht gelesen, dies ist aber auch nicht wichtig zum Verständnis.
Ich habe mir aufgrund der positiven Berwertungen der Autorin sehr viel von dem Buch versprochen, wurde aber entäuscht. Die Geschichte plätscherte nur vor sich hin, konnte mich an keiner Stelle wirklich packen.
Schade

Nachdenklich machend

Von: Die wirklich wichtigen Dinge Blog Datum : 14.05.2018

https://diewirklichwichtigendingeblog.wordpress.com/

Im Jahr 2017 lebt Signe, eine Frau in den Sechzigern, die sich ihr Leben lang für die Umwelt und besonders die Gegend aus der sie kam eingesetzt hat, dort sollten schon in ihrer Jugend Wasserfälle umgeleitet werden und nun wird einfach das Gletschereis als besonderer Spaß für die Cocktails der Reichen abgebaut und vernichtet. Das kann sie nicht hinnehmen und boykottiert im Alleingang den Abbau. Sie glaubt, dass ihre ehemals große Liebe Magnus an dem Geschäft beteiligt ist und er alle Skrupel verloren hat. Sie will ihn mit dem Eis und ihrer Tat konfrontieren und segelt allein auf ihrem ebenfalls in die Jahre gekommenen Boot, der „Blau“ los nach Südfrankreich.

Viele Jahre später, 2041, sieht die Welt ganz anders aus. Es ist alles karg, es herrscht Krieg, die Menschen flüchten in Camps in denen sie sich Hilfe, Nahrung und vor allem Wasser erhoffen. Es ist eine Endzeitstimmung und David ist mit seiner kleinen Tochter Lou mittendrin. Seine Frau und seinen Sohn haben die beiden bei der Flucht verloren und hoffen ständig darauf, sie wieder zu finden.
Meine Meinung:

Die scheinbar aussichtslose Lage der beiden Flüchtlinge im Jahr 2041 macht sehr nachdenklich. David muss für sich und Lou sorgen, er hat aber auch keine Möglichkeit die Lage zu verändern. Es gibt jeden Tag nur geringe Mengen an Essen und Trinken für alle. Man kann sich nicht waschen, wenn man krank ist, gibt es auch nicht mehr, als wäre man gesund. Die Abhängigkeit des Menschen vom Wasser und die vielen Gelegenheiten, bei denen man es ohne weiteres Nachdenken nutzt, werden dem Leser hier gut vor Augen geführt.
Dabei sieht man auch die menschlichen Abgründe, die sich auftun, wenn dem Menschen etwas essentielles genommen wird und es nur noch ums Überleben geht.

Signe dagegen ist für mich ein eher unangenehmer Charakter gewesen. Die harte Alleingängerin, die niemanden braucht, immer gegen alles kämpft. Ihre Reise auf dem Segelboot ist recht detailliert und auch sicher fachlich fundiert beschrieben. Für eine Nichtseglerin wie mich, waren die Fachbegriffe ein wenig zu viel und auch eher unwichtig für die Geschichte.

Die beiden Geschichten führen natürlich am Ende zusammen, die eine verstrickt mit der anderen. Und das sogar auf ziemlich unerwartete Weise.

Es ist ein Buch, das nachdenklich macht, das ich wirklich schnell gelesen habe und nicht weglegen wollte, weil die Erzählebenen einfach fesseln. Die Problematik wird gut behandelt und hat auch in meinen Alltag ein wenig Einzug gehalten.
Das Cover:

Ich finde das Cover, wie auch schon bei der Geschichte der Bienen sehr gut gelungen. Das naturfarbige Papier, das aussieht, wie geschöpft, die rote Verlagsfahne und das schlichte Segelboot, das zwar nicht das von Signe darstellen kann, aber dennoch aussagekräftig ist. Das Boot liegt auf und ist glänzend dargestellt, während das restliche Cover matt ist.

toller zweiter Teil des Klima-Quartetts

Von: Seitenleben Datum : 11.05.2018

https://www.instagram.com/seitenleben/

Nach der Geschichte der Bienen beschäftigt sich Maja Lunde auch in ihrem neuesten Roman wieder gekonnt mit dem „was wäre wenn“ der Klimaauswirkungen. Diesmal dreht sich alles um die drohende Wasserknappheit.
Die Handlung verläuft in zwei Strängen, völlig unterschiedliche Zeiten und Orte - zusammengehalten nur von einem kleinen blauen Segelboot.
Einmal haben wir im Jahr 2014 Signe. Eine knapp 70-Jährige, die das letzte Eis von einem Gletscher in Norwegen stiehlt, um es ihrer ersten großen Liebe auf die Terrasse zu stellen. Die Gletscher sind geschrumpft, Eis wird inzwischen als Luxusgut verkauft. In Rückblenden erfährt der Leser, wie sich die heimatverbundene und naturverliebte Signe zur kämpferischen Umweltaktivistin entwickelt. Sie wirkt verbissen und nur auf dieses eine Ziel – ihre Heimat zu retten – fokussiert. Ihre Beziehung zu ihrer großen Liebe, Magnus, zerbricht daran. Doch loslassen kann sie ihn nie.
Etwa 30 Jahre später erreicht David mit seiner kleinen Tochter Lou ein Notlager. Frankreich und Spanien sind von Bränden verwüstet worden, es herrscht eine furchtbare Dürre, Nahrung und vor allem Süßwasser sind kaum noch zu finden. Die zwei klammern sich an die Hoffnung auf Regen, doch die Stimmung im Lager kippt. Zudem hat David auf der Flucht Frau und Sohn verloren. Er ist völlig resigniert und versucht für seine Tochter gute Miene zu machen, doch nach und nach verliert er sich selbst.
Auch dieser Roman konnte mich wieder sehr beeindrucken und fesseln. Man muss beim Lesen unweigerlich über die Wassersituation nachdenken und bekommt ein mulmiges Gefühl. Die Autorin hat einen sehr angenehmen, leichten und unaufgeregten Schreibstil. Ich wurde von beiden Handlungssträngen mitgezogen und berührt. Die Charaktere mögen nicht die sympathischsten sein und doch sind ihre Gefühle und Beweggründe nachvollziehbar. Ich freue mich schon auf das nächste Werk der Klimatetralogie.

Beklemmend & emotional: ein (über-) lebenswichtiges Buch!

Von: artWORDising Diana Wieser Datum : 08.05.2018

schreiblust-leselust.de

Ringfjörden, Norwegen 2017: Alle wissen über den Klimawandel Bescheid, aber keinen interessiert‘s! Die 70-jährige Umweltaktivisten Signe ist frustriert. Nachdem die Wasserfälle und der Fluss Breio einem Kraftwerk zum Opfer gefallen sind, soll nun das letzte Gletschereis an zahlungskräftige Scheichs in Arabien verscherbelt werden.
Bordeaux, Frankreich 2041: Europa ist zweigeteilt. Nach einer großen Dürre ist kein Leben mehr in den südeuropäischen Ländern möglich. Millionen versuchen, in die „Wasserländer“ Nordeuropas zu fliehen, doch die haben ihre Grenzen dicht gemacht. David und seine siebenjährige Tochter Lou kämpfen in einem französischen Flüchtlingslager ums nackte Überleben.
Wie Bestsellerautorin Maja Lunde uns Lesern und der gegenwärtigen Klimakrise den Spiegel vorhält, lässt sich nur mit Superlativen beschreiben. Hochemotional und äußerst beklemmend!

In erschreckenden Bildern beschreibt die norwegische Autorin den schrittweisen Zerfall der Zivilisation in Europa. Leere Regale in Kaufhäusern, Zusammenbruch von Kommunikationsnetzen sowie Infrastruktur, Massenflucht, Völkersterben. Dazu immerwährender Hunger und Durst, drückende Hitze. Wie Zombies umherwandelnde Menschen, bedeckt mit einer Schmutzschicht aus Ruß, Schweiß und Dreck, da Wasser rationalisiert ist und nicht mehr zum Waschen verschwendet werden darf. Eine seltsame Stille. Insekten und Vögel sind längst verstummt, nun auch die Kinder. Sie haben ihre Spiele eingestellt.

Auch Lou verhält sich nicht mehr kindgemäß. Auf der Flucht vor einem Waldbrand hat sie ihre Mutter und ihren kleinen Bruder verloren, die Zustände im Flüchtlingslager sind ebenfalls fürchterlich. Lange Schlangen, leere Mägen, Gewalt und Unruhen. Doch eines Tages findet ihr Vater ein Boot, das neben einem ausgetrockneten Flussbett liegt. Was zunächst als Spiel und eskapistischer Zeitvertreib beginnt, könnte zur Rettung werden. Unterstützung erhalten sie von den neu gewonnenen Freunden Marguerite und Francis. Menschen, denen sie in ihrem bisherigen Leben nicht begegnet wären. Doch im Flüchtlingslager verschwinden alle Standesgrenzen. Wenn im Sanitärbereich jeder versucht, die fünf Liter Wasser pro Woche, die zum Waschen zur Verfügung stehen, für die eigenen (Designer- oder Discounter-) Klamotten einzuteilen, scheint dies nicht mehr von Belang.

Durch Kenntnis der zweiten Handlungsebene, liest sich der Handlungsstrang um die Journalistin und Umweltaktivistin Signe in der Gegenwart umso packender. Sie segelt mit gestohlenem Gletschereis nach Frankreich, um ihre Jugendliebe Magnus zur Rede zu stellen, der dem ausbeuterischen Verkauf zugestimmt hat. Dabei reflektiert sie ihre eigene Vergangenheit, denkt an die Umweltzerstörung ihrer Heimat, wie scheinbarer Fortschritt dazu beiträgt, die eigenen Ideale zu verraten. An die Brüche zwischen ihrem Vater, einem Naturschützer und ihrer Mutter, einer Hotelbesitzerin. An den Verrat ihrer großen Liebe, der den Annehmlichkeiten eines bürgerlichen Lebens erliegt.

Mit Signe und David hat die Autorin faszinierende Charaktere mit Brüchen und Kanten geschaffen. Sie gewinnen unsere Sympathie, auch wenn ihr Charakter oft geprüft wird. Mal geht es um ungeborenes Leben. Mal geht es um moralische Streitfragen: Soll man den Inhalt des letzten Wassertanks teilen oder für den eigenen Bedarf horten? Beide Handlungsebenen werden in der Ich-Form formuliert, was die Identifikation mit den Figuren erleichtert. Sie offenbaren uns Einblicke in ihr Gefühlsleben. Sie sind innerlich zerrissen, stehen kurz davor, zusammenzubrechen.

Maja Lunde führt beide Storylines zusammen und lässt doch Raum für Spekulation, klassische Happy Ends darf der Leser hier nicht erwarten. Vielleicht ist das Ende auch deshalb offengehalten, da wir es selbst schreiben müssen. Im Hier und Jetzt. Wie wollen wir und unsere Enkelkinder einmal leben? Wie wollen wir mit den Ressourcen der Natur umgehen?

Klassische „Action“ findet der Leser auf diesen 480 Seiten ebenfalls nicht vor. Stattdessen etwas viel Besseres. Es sind die kleinen, sich lautlos anschleichenden Veränderungen, die wir zunächst nicht wahrhaben wollen. Verstummende Grillen oder Toilettenpapier, das nicht mehr aufgefüllt wird. Es ist das leise Grauen, das uns davon abhält, zu handeln. Ein selbstzerstörerisches Paradoxon! Wirft man einen Frosch in kochend heißes Wasser, springt er wieder heraus. Setzt man ihn in kaltes Wasser, das man langsam erhitzt, bleibt er reglos sitzen und stirbt. Genauso verhält es sich mit dem Klimawandel oder den Storylines. Diese Art von Grauen ist viel subtiler, gewaltiger, erschreckender – und daher umso spannender.

„Die Geschichte des Wassers“ ist die Geschichte der Menschheit, die glaubt, den blauen Planeten beherrschen zu können. Und sie ist kein utopisches Armageddon. Die Osloer Autorin, die schon mit „Die Geschichte der Bienen“ einen internationalen Bestseller vorgelegt hat, beschreibt im zweiten Teil ihres angepeilten Klimaquartetts von Zuständen, die längst gelebte Realität sind. Sie schafft es, Informationen und Emotionen hervorragend miteinander zu verbinden. Warum sterben Wasseramseln, wenn das Wasser nicht mehr rauscht? Welche vielfältigen, nicht abschätzbaren Verflechtungen halten die Natur am Leben? Zudem merkt man der norwegischen Autorin ihre Leidenschaft für Wasser in Form von Fjorden und Gletschern an, vergleichbar mit dem Roman „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“.

Für die Handlungsebene in Frankreich hat die Autorin in einem Flüchtlingslager in Athen recherchiert. Dies sorgt nicht nur für die Authentizität ihrer Prosa, sondern für einen weiteren Gedankengang. Was im Buch in Europa noch als mögliches Zukunftsszenario angedacht wird, ist in vielen, von Hunger- und Dürrekatastrophen gebeutelten Ländern Afrikas längst Alltag.

Müssen die Wort-Case-Szenarien des Klimawandels also erst in den Industrienationen ankommen, damit ein Umdenken stattfindet? Wir stehen am Scheideweg, den Maja Lunde in einem Gespräch zwischen Signe und Magnus auf den Punkt bringt. Ingenieur Magnus sieht in dem Kraftwerk, das den Fluss verdrängt hat, ein Symbol für menschliche Größe, Schaffenskraft und Zukunftsplanung zur Arterhaltung. Daraufhin kontert Signe: „Menschliche Größe ist eine Kontradiktion. Wir kümmern uns nur um uns selbst und um unsere Kinder. Diejenigen, die nach uns kommen, vergessen wir. Damit ist der Beschützerinstinkt wohl gescheitert.“

Fazit: Ein (über-) lebenswichtiges, großartiges Buch! Aufwühlend, ohne belehrend zu sein. Mit Empathie für das Wesen der Menschheit und einem subtilen Appell zum Handeln. Wen Umweltzerstörung und Klimawandel nach dieser Lektüre noch kaltlassen, der sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen, um die eigenen Lebensvitalfunktionen überprüfen zu lassen…!

Beängstigend real

Von: Sarahs Bücherregal Datum : 08.05.2018

https://sarahs-buecherregal.blogspot.com

Signe liebt ihre Heimat Norwegen, die Flüsse, Fjorde und Gletscher, Wasser überall. Doch sie versteht nicht, wie ihre eigene Mutter und später ihr Ex-Freund Raubbau an dieser Natur treiben können, sie ausschlachten, verändern und so langsam aber sicher zerstören. Jahrzehnte später lebt David mit seiner Tochter in Frankreich, auf der Flucht vor der Hitze, dem Wassermangel, der ganz Südeuropa im Griff hat, während die nördlichen Staaten ihre Grenzen schließen, um sich gegen die Flüchtlingsströme zu wehren. Signes Angst war berechtigt – der Mensch hat seine eigene Lebensgrundlage zerstört.
„Die Geschichte des Wassers“ ist nach dem Bestseller „Die Geschichte der Bienen“ der zweite Roman von Maja Lunde, in dem sie sich mit der Veränderung der Welt durch den Menschen und die furchtbaren Folgen, die dies haben könnte, auseinandersetzt. Wasser ist unser Lebenselixier, ohne haben wir keine Überlebenschance und dies zeigt die Autorin sehr deutlich am Beispiel von David. Flüchtlingscamps wie wir sie heute aus dem Fernsehen kennen, aus Syrien oder dem Sudan, vielleicht auch noch aus Griechenland, gibt es haufenweise in ganz Europa, die Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Spanien ist eine Wüstenregion geworden und Südfrankreich wird von Bränden im Griff gehalten, kein Mensch kann dort mehr Leben, alles riecht nach Rauch, ein Funken reicht, um riesige Regionen völlig zu zerstören. Lunde greift ein hochaktuelles Thema auf und verarbeitet es in einem sehr spannenden und kurzweiligen Roman, der hoffentlich mehr Aufmerksamkeit auf das Thema lenkt. Ihre Hauptfiguren faszinieren einen beim Lesen, ihre Sorgen und Ängste sind auf völlig verschiedene Art und Weise existentiell und packen einen als Leser und lassen einen nicht mehr los. Gerade bei David sprechen Angst und Verzweiflung aus jedem Satz, aus jeder Handlung, die völlige Ausweglosigkeit der Situation treibt einem beim Lesen Schauer über den Rücken. Denn wo sollen sie hin, wenn es nach Norden einfach nicht weitergeht und hinter ihnen nur verbrannte Erde zurückbleibt?
Maja Lunde bringt den Lesern in „Die Geschichte des Wassers“ ein hochaktuelles und brisantes Thema auf spannende Weise nahe. Ihre Figuren bewegen einen als Leser sehr, ihre Geschichten brennen sich ein und machen hoffentlich Aufmerksam darauf, dass Davids Geschichte noch Fiktion ist, aber keine Fiktion bleiben wird, wenn die Menschen weiter so mit der Natur umgehen, in der sie leben.

Lebenselexier

Von: Melanie E. aus Leopoldshöhe Datum : 04.05.2018

melbuecherwurm.blogspot.de/

" Die Geschichte des Wassers" stimmt mich sehr nachdenklich, denn für mich ist Wasser alltäglich und kein Kraftaufwand, da ich es aus jedem Wasserhahn im Haus beziehen kann. Nun bekommt Wasser eine andere Wertigkeit. Manchmal muss man einfach sanft angestubst werden, um sich darauf besinnen zu können, wie viel Luxus wir haben. Ich konnte mich ab der ersten Seite mit Protagonisten und Schreibstil anfreunden. Zwei Handlungsstränge zu nutzen werteten auf und gaben Authentizität, um eine wirklich gelungene Story zu erzählen. Es ist nicht immer leicht zu folgen, aber wer sich auf " Die Geschichte des Wassers" einlassen kann, wird einen Roman lesen, der nachklingt und auch bereichert.
Das Segelboot auf dem Cover, welches erst einmal schlicht und einfach wirkt, bekommt für die Story eine ganz besondere Bedeutung. Das Segelboot ist es, welches David und Signe zusammenführt. Für alle ist Wasser ausschlaggebend und gut dargestellt ist, wie schrecklich Durst sein kann und wie es Menschen verändert. Emotional werden hier viele Gefühle dargestellt, um die Wertigkeit des Wassers darzustellen.
Dürre löst Brände aus, das ist nicht utopisch. Flüchtlingslager sind bekannt und lassen ein Grauen zurück. Was sehr anrührend ist, ist die Liebe eines Vaters, der um das Überleben kämpft. Wut, Trauer, Familiendramen, sind wunderbar verpackt und hinterlassen mitunter auch einen bitteren Nachgeschmack, dennoch ist es wertvoll sich auch mit Büchern auseinanderzusetzen, deren Geschichten nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen vermitteln, sondern auch schmerzliche Episoden darbieten.
Sehr gerne eine Leseempfehlung an ein Buch, welches nachdenklich stimmt und auch einen Kern Wahrheit beinhaltet.

Die Geschichte des Wassers

Von: Besser Nord als nie! - Martina Datum : 02.05.2018

www.besser-nord-als-nie.net

Die Umweltaktivistin Signe setzt sich seit ihrer Kindheit für ein ökologisches Gleichgewicht ein. Als sie 2017 nach vielen Jahren in ihren Heimatort zurückkommt, muss sie feststellen, dass der nahe Gletscher abgebaut und verschifft wird, um den Reichen auf der Welt reinstes Eis für ihre Cocktails zu verkaufen. Spontan schafft sie die kalte Fracht auf ihr Segelboot und schippert das Eis nach Frankreich, um ihre Jugendliebe Magnus zu konfrontieren, dessen Finger sie am unlauteren Geschäft beteiligt sieht.
2041. Südfrankreich ist zur Wüstenei geworden, jahrelang hat es nicht geregnet und David und seine kleine Tochter sind auf der Flucht in den Norden, nach Dänemark. Dort gibt es zwar Überflutungen und Sturzbäche, aber auch lebensnotwendiges Trinkwasser. Beide finden erst einmal Aufnahme im Flüchtlingslager in Nordfrankreich, aber ihre Lage ist hoffnungslos, ein Weiterkommen ist unmöglich. Da finden Vater und Tochter in einem ausgedörrten Garten ein altes Segelboot.

Der zweite Teil des Ökobuch-Quartetts „Die Geschichte des Wassers“ von Maja Lunde ist sogar noch besser als „Die Geschichte der Bienen“. Und indem sie sich in diesem Band auf zwei Zeitebenen beschränkt, hat Lunde mehr Raum für die Ausgestaltung des Plots und die sorgfältige Charakterzeichnung ihrer Figuren. Der Ressource Wasser als dem existenziellen Grundstoff des Lebens für Mensch, Tier und Pflanze gilt der Blick der Autorin, dem Schutz der Natur und aller Lebewesen. Sie vermittelt, wie sich ein heute fehlendes Umweltbewusstsein auf die folgenden Generationen auswirken kann. Wichtig sind ihr neben dem Naturschutz allerdings auch die wechselseitigen Beziehungen der Menschen, ihre mangelnde Kommunikationsfähigkeit, ihr Egoismus, aber auch deren Liebe und Empathie. Gut geschrieben und fesselnd ist „Die Geschichte des Wassers“ gehobene Lektüre für die Gartensaison.

Die Geschichte des Wassers - Maja Lunde

Von: kathalovesbooks Datum : 29.04.2018

https://kathalovesbooks.wordpress.com/

Der Roman „Die Geschichte des Wassers“ geschrieben von Maja Lunde, erschien am 29.03.2018 in der gebundenen Ausgabe im btb Verlag.

Klappentext:

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.

Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.

Meine Meinung:

Dieses war mein zweites Buch der Autorin und ich kann jetzt schon sagen, dass ich  mich auf die nächsten beiden Teile dieser Reihe sehr freue!

Der Verlag behielt die schlichte Gestaltung des Covers bei - für mich vollkommen in Ordnung, denn der Inhalt hinterlässt beim Leser solche Spuren, dass man sich lange an das Gelesene erinnern wird.

Der Schreibstil der Autorin war erneut toll – nach wenigen Seiten war ich tief in den Geschichten versunken. Von Kapitel zu Kapitel begleiten wir einerseits Signe, eine fast 70-jährige Umweltaktivistin und andererseits David mit seiner kleinen Tochter Lou welche sich auf der Flucht vor der Dürre in einem Flüchtlingslager niederlassen.

Die Autorin schafft es hier sehr anschaulich darzustellen, wie unser Leben ohne Wasser aussehen würde - mich hat dies sehr zum Nachdenken gebracht. Wir können und glücklich schätzen in einer Welt zu leben, in der es aktuell selbstverständlich ist, dass kaltes oder warmes Wasser aus dem Wasserhahn kommt, egal wann und wo.

Ich musste dieses Buch einfach in einem Rutsch durchlesen, weil es mich unendlich gefesselt hat - zugegebener Maßen habe ich ein wenig mehr mit David und Lou mitgefiebert - für mich ist die kleine Lou der heimliche Star des Buches :-)

Nach dem "Bienenbuch" (wie ich das erste Buch der Autorin liebevoll nenne ;) ) hat ich auch dieses Werk vollkommen überzeugt - eine große Empfehlung!

Ich danke dem btb Verlag sowie dem Bloggerportal für dieses Reziexemplar!

Spannend und nachdenklich stimmend

Von: Vanessas Bücherecke Datum : 28.04.2018

https://vanessasbuecherecke.com

Rezension Maja Lunde - Die Geschichte des Wassers

Klappentext:
Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.
Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.
Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.

Meinung:
Lange hat mich Maja Lundes erster Roman Die Geschichte der Bienen beschäftigt und auch heute noch kommt mir das Buch jedes Mal in Erinnerung, sehe ich eine Biene oder Hummel. Nun liegt der zweite Band ihres Klima-Quartetts vor und Maja Lunde widmet sich nun dem Thema Wasser.
Im Jahre 2017 macht sich die Norwegerin Signe mit dem Segelboot auf den Weg nach Frankreich, um dort im Protest auf den Gletscherabbau diesen den Abbauer vor die Füße zu werfen. Dabei reflektiert sie auf dem Weg in den Süden ihre Lebensgeschichte und den Weg des Wassers, der ihr Leben maßgebend beeinflusst hat. Im Jahre 2041 herrscht dagegen schon ein großer Mangel an Süßwasser. In vielen Regionen Südfrankreichs hat es seit Jahren nicht mehr geregnet und die Menschen fliehen in den Norden. So auch der junge Vater David, der sich mit seiner Tochter Lou in eines der Lager durchkämpfen kann. Doch auch hier ist der Wassermangel greifbar und die Lage erscheint immer hoffnungsloser. Doch dann finden Vater und Tochter Signes Boot.
Wieder einmal verknüpft Maja Lunde hier verschiedene Lebenswege über unterschiedliche Zeiten hinweg. Zwar diesmal nur über zwei Zeiten, doch das nimmt der Geschichte nicht den Ernst der angesprochenen Thematik. Auch die kapitelweisen Wechsel zwischen David und Signe sorgen für Dynamik in der Geschichte und lassen kaum Langeweile aufkommen. Zwar kann Maja Lunde es nicht ganz verhindern, dass sich gerade in Signes Teil ein paar kleine Längen eingeschlichen haben, die Geschichte ist aber insgesamt so rund erzählt, dass diese kaum ins Gewicht fallen.
Auch die Protagonisten sind auch diesmal wieder gut umgesetzt, wenn auch nicht immer sehr sympathisch. Doch natürlich sind es auch hier wieder einmal die Fehler und die schlechten Seiten, die die Figuren authentisch machen. Und der Menschheit ein wenig den Spiegel vorhalten und über das eigene Konsumverhalten nachdenken lassen.
Insgesamt entwickelt sich die Geschichte recht vorhersehbar, besonders der Teil im Jahre 2017, doch die Botschaft, die Maja Lunde vermitteln möchte, kommt beim Leser an und beschäftigt mich auch jetzt noch. Somit ist mir jetzt schon klar, dass mich Die Geschichte des Wassers lange begleiten wird.

Fazit:
Die Geschichte des Wassers ist zwar erzählerisch nicht ganz so stark, wie noch Die Geschichte der Bienen, trotzdem ist das Buch wieder einmal sehr fesselnd geschrieben und einprägsam. Maja Lundes Geschichte beschäftigte mich wieder einmal über die Lektüre hinaus und sorgt dafür, dass der Leser sich mit seinem eigenen Verhalten auseinandersetzt, wie er mit der Umwelt und in diesem Fall dem Wasser umgeht.
Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.

Ich trinke, also bin ich?

Von: yesterday Datum : 24.04.2018

https://hobbyrezensentin.blogspot.com/

Wer die etwas langatmigen ersten Abschnitte dieses Buches übersteht, wird belohnt. Und zwar mit einem nachdenklich machenden Roman über Luxus, Vergänglichkeit und Miteinander. Maja Lunde hat nur wenige Hauptfiguren gewählt dafür seziert sie diese vorsichtig und wirft viele Fragen auf.

Wie sehr bestimmt unsere Vergangenheit, unsere Kindheit, wer wir jetzt sind? Was könnte in Europa passieren, wenn die Klimaerwärmung noch ein paar Jahrzehnte so voranschreitet? Lunde stellt Thesen auf, erfindet ein erschreckendes Szenario und lässt den so normalen Griff zur Wasserflasche plötzlich in anderem Licht erscheinen.

Kein Eis, kein Regen, kaum Trinkwasser. Wollen wir das wirklich? Können wir das verantworten? Oder wird alles schon nicht so schlimm werden, wenn wir den Kopf nur tief genug in den Sand stecken? Sand jedenfalls sollten wir dann genug haben, wenn ganze Landstriche ausdörren und unbewohnbar werden. Das jedenfalls passiert - bis jetzt nur - im Roman. 2041 begleitet der Leser eine kleine Familie, Vater und Tochter, auf der Flucht. Der Flucht vor Hitze, Flammen und Verdursten.

Das Buch macht durstig. Durstig nach Wasser, aber auch nach Lundes Erzählstil, nach ihren Charakteren und wunderbaren Geschichten. “Die Geschichte des Wassers” ist eine kleine Mahnschrift, aber genauso ein schöner, eigenwilliger Roman um zutiefst menschliche Gedanken und Gefühle.

Wasser, der Quell allen Lebens...

Von: nicigirl85 Datum : 17.04.2018

nicigirl85.blogspot.de/

Von Maja Lunde hatte ich bisher viel Gutes gehört, allerdings noch kein Buch gelesen. Mit „Die Geschichte des Wassers“ wollte ich dies nun ändern.

In der Geschichte geht es, wie sollte es auch anders sein, um Wasser. Zum einen begleiten wir die 67- jährige Norwegerin Signe, die als Umweltaktivistin tätig war, auf ihrem kleinen Segelboot „der Blau“. Zum anderen sind wir dabei, wie Vater David zusammen mit seiner Tochter Lou auf der Flucht ist. Werden sie ihrem Schicksal entkommen können?

Während die Handlung um Signe in der Gegenwart spielt, sprich im Jahr 2017, ereignen sich die Geschehnisse um David in der Zukunft, im Jahr 2041. Immer im Wechsel begleiten wir mal den einen, mal den anderen Hauptcharakter und beide fungieren jeweils in ihrem Handlungsstrang als Ich- Erzähler.

Durch die beiden Handlungsstränge, die sich konstant abwechseln entstand mehr Spannung, denn meist endete ein Abschnitt mit einem kleinen Cliffhanger. Der Schreibstil Lundes lässt sich flüssig und leicht lesen, schnell konnte sie mich in die Geschichte hineinziehen.

Etwas sonderbar empfand ich, dass stets das Thema Wasser und dessen Bedeutung im Fokus steht und nicht so sehr die handelnden Figuren. Auch wenn beide Protagonisten die Ereignisse aus ihrer Sicht schildern, fehlt die Nähe zu den Figuren. Zwar konnte ich mich durchaus in deren Lage versetzen, aber wirklich sympathisch war mir niemand in der Geschichte. Gerade David entwickelt sich im Verlauf der Handlung immer mehr zum Negativen.

In meinen Augen gelingt es der Autorin das aktuelle Thema „Flucht und Flüchtlinge“ sehr eindringlich darzustellen. Ist die Situation im Lager anfänglich noch recht gut auszuhalten, spitzt sich die Lage immer mehr zu. Kämpfe um Nahrung, Medikamente und Wasser, davon möchte man selbst niemals betroffen sein. David ist zu Beginn noch recht zufrieden mit dem Lagerleben, doch mit der Zeit staut sich auch bei ihm Aggressivität an, die sich irgendwann Bahn bricht.

Signe hingegen schwelgt auf ihrer Bootsfahrt in Erinnerungen an ihr bisher gelebtes Leben. Von klein auf lernen wir sie kennen und welche Veränderungen es in der sie umgebenden Natur gibt, die durch Menschenhand entstanden sind. Die Beschreibungen des Segelns in den Abschnitten um Signe fand ich etwas ermüdend.

Der Roman stimmt in jedem Fall nachdenklich, denn ist wirklich jede Innovation notwendig oder sollte man sich lieber dem Schutz der Natur widmen? Für meinen Geschmack erzählt Maja Lunde stets mit einem leicht erhobenen Zeigefinger, was ich nur bedingt mochte.

Das offene Ende hatte ich so nicht erwartet, finde es aber durchaus passend, denn in der Situation, in der sich die Protagonisten befinden, ist alles und nichts möglich.

Fazit: Ein augenöffnendes Buch, das lesenswert ist und zum Nachdenken über das eigene Handeln anregt. Wer sich dem Thema Umweltschutz nicht völlig verschließt, bekommt hier angenehmen Lesegenuss geboten. Gute Unterhaltung!

bringt einen zum nachdenken

Von: Ela aus Solingen Datum : 16.04.2018

Das Buch `Die Geschichte das Wasser` hat mich auf jeden Fall zum nachdenken gebracht und zwar über den allgemeinen Umgang mit Wasser, aber auch über meinen eigenen Umgang mit Wasser.
Maja Lunde zeigt in dem Buch, sehr anschaulich, wie das Leben ohne Wasser wäre und was es für Probleme mit sich bringt, wenn wir kein Wasser mehr hätten.
Durch die in Ich-Form geschriebene Geschichte, schafft Maja Lunde es immer wieder, dass man sich mit den Protagonisten identifiziert.
Wobei ich am meisten mit der kleinen Lou und ihrem Vater David mit geeifert habe.
Die Geschichte lässt sich flüssig lesen, wobei es erst ab Seite 300 wirklich spannend und interessant wird.
Was mir sehr gut gefallen hat, dass Maja Lunde zwei Geschichtsstränge erzählt, diese sich aber immer gut abwechseln, so dass man immer in beiden Geschichten problemlos drin ist.
Das erste Buch von Maja Lunde `Die Geschichte der Bienen` war zwar einen ticken Besser, aber auch `Die Geschichte des Wasser` ist auf jeden Fall ein lohnenswertes Buch.

Nur eine Utopie???

Von: EOS aus Siegen Datum : 14.04.2018

Maja Lunde beschäftigt sich in diesem Band mit dem Wasser, unverzichtbar für alle Lebewesen und für die gesamte Natur...
Das Buch beinhaltet 2 Erzählstränge, da ist einmal Signe, eine alte Frau um die 70, die eine riskante Segelbootreise unternimmt, um ihrer früheren großen Liebe eine Botschaft zu übermitteln. Beide waren früher Umweltaktivisten, aber Magnus kehrte dann diesem Ideal den Rücken, wodurch die Beziehung zerbrach.
Der 2. Erzählstrang (ca. 25 Jahre später) macht uns mit David und Lou bekannt, ein junger Vater mit seiner Tochter, die vor der katastrophalen Dürre in Südeuropa nach Norden fliehen, da nicht mehr genug Wasser für alle da ist. Sie landen in einem Lager, wo sie sich eigentlich mit Davids Frau und Lous kleinem Bruder treffen wollten, aber vergebens....Um Lou abzulenken, geht David mit ihr in die nähere Umgebung, und sie entdecken bei einem verlassenen Haus ein Boot, Signes Boot....
Auch wenn nicht viel passiert, ist das Buch spannend geschrieben, weil man ständig wissen möchte, wie es weitergeht, sowohl auf der riskanten Tour als auch in dem immer qualvolleren Lagerleben. Außerdem erwartet man ein Zusammenfügen der Erzählebenen, und dies geschieht erst ziemlich spät. Insofern bietet das Buch jede Menge Motivation weiter zu lesen. Der klare und expressive Schreibstil der Autorin unterstützen dieses.
Ein wenig zu ausführlich empfand ich die Beschreibungen der Segelmanöver, wahrscheinlich weil ich dazu keinen Zugang habe, aber das hab ich einfach überflogen...
Alle drei Hauptpersonen sind mir durchweg sympathisch, Signe mit ihrem Umweltbewußtsein und ihrer Kämpfernatur, David in seiner Fürsorge um seine Tochter (auch wenn er mal über die Stränge schlägt...) und Lou, die schon soviel Tapferkeit zeigen muss.
Ganz wichtig ist für mich die Botschaft dieses Buches, dass wir viel zu sorglos mit den Ressourcen unserer Umwelt umgehen und sie dadurch zerstören, ganz allmählich und leise, so dass viele es nicht mitbekommen oder es ihnen egal ist. Signe hat dieses Problem bereits als Jugendliche erkannt und zu kämpfen begonnen. Leider verhindert die Gleichgültigkeit vieler Menschen eine Änderung.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt und mich nach der letzten Seite in Gedanken noch lange beschäftigt. Ich verstehe es als Appell an alle, die die Erde noch retten möchten....und ich würde es deshalb jedem empfehlen, der dazu beitragen möchte. Es ist keine Tralala-Erzählung, sondern ernsthafte Literatur. Ich denke, dass die geschilderte Bedrohung keine Utopie ist, sondern irgendwann eintritt. Die Klimaänderungen sind ja schon deutlich zu spüren.
Schade dass ich den Vorgänger ('Die Geschichte der Bienen')noch nicht gelesen habe, ich werde es aber bald nachholen....

Interessant

Von: Miriam aus Berlin Datum : 13.04.2018

Nachdem ich im letzten Jahr an "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde gelesen hat, habe ich mich sehr auf diese neue Geschichte gefreut.

Mein persönliches Fazit:
- Fesselnde Geschichte , anders als alles Andere
- Klar umrissene, charakterstarke.
- Ich konnte das Buch kaum weglegen
- Interessante Wendungen mit klar durchdachter Strategie

Mehr über mich:
https://schwarzemaske.org

Ein Buch, dass uns wachrütteln soll

Von: Svanny Datum : 10.04.2018

svannysbuecherwelt.blogspot.de/?m=1

Fazit:

Mir hat dieses Buch ganz gut gefallen. Die Geschichte der Bienen konnte mich nicht überzeugen, das war diesmal anders und ich bin froh, dass ich dieses Buch lesen durfte. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag und Frau Puce bedanken.
Dieses Buch ist in zwei Sichtweisen unterteilt: die Geschichte von Signe von 2017 und die Geschichte von David aus dem Jahr 2041.
Signe ist ein sehr eigenwilliger Charakter der sehr gut dargestellt wird. Sie hat so ihre eigenen Ansichten für die sie ihr Leben lang gekämpft hat. Diese Ansichten sind manchmal sehr merkwürdig, aber sie zieht sie konsequent durch, was Signe als Charakter in meinen Augen sehr sympathisch erscheinen lässt.
In jedem Kapitel wird zwischen Signe Sicht aus dem Jahr 2017 und der Sicht von David aus dem Jahr 2041 gewechselt.
David und seine Tochter Lou sind sehr gebeutelt von ihrem Leben ohne Wasser. Zu Beginn sind sie auf dem Weg in ein Auffanglager. Die Darstellung dieses Lagers erinnert sehr an die heutigen Flüchtlingslager. Trotz der ärmlichen Verhältnisse kämpfen die beiden sich durch und versuchen das beste aus ihrem
Leben zu machen. David kümmert sich wirklich rührend um seine Tochter und versucht sie von den bösen Dingen des Lebens zu beschützen.

Insgesamt hat mir dieses Buch deutlich besser gefallen als Die Geschichte der Bienen. Auch in diesem Buch ist das Ende sehr offen gehalten, was mir persönlich nicht gefällt, daher ziehe ich auch einen Stern ab. Insgesamt ist die Darstellung der Charaktere sehr gut gelungen. Auch die Idee des künftigen Lebens auf der Erde ist sehr gut dargestellt und meiner Meinung auch sehr realistisch. Ich hoffe, das durch solche Bücher immer mehr die Politik wach gerüttelt wird, damit uns nicht ein solches Leben bevorsteht.


Ich werde dieses Buch weiterempfehlen, denn wir sollten alle für eine bessere Welt kämpfen!

Maja Lunde ist eine begnadete Erzählerin

Von: MelaKafer Datum : 08.04.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/MelaKafer/

Wir schreiben das Jahr 2017. Signe, eine starke, kämpferische Umweltaktivistin, kehrt als alte Frau in ihre Heimat Ringfjorden zurück. Vieles hat sich verändert, die Natur wurde gebändigt, Flüsse in Rohre verlegt und die Region touristisch erschlossen. Wirtschaftliche Interessen haben über den Umweltschutz gesiegt. Als Signe erfährt, dass Eis für die Getränke der Superreichen in Blöcken aus ihrem geliebten Gletscher heraus geschnitten und in alle Welt verschifft werden, reift in ihr ein Plan. Dafür begibt sie sich auf einen gefährlichen Segeltörn, der sie fast das Leben kostet.....
Vierundzwanzig Jahre später hat sich das Leben auf der Erde grundlegend verändert. Süßwasser ist in großen Teilen der Welt so gut wie nicht mehr vorhanden. Und wo kein Wasser ist, da gibt es auch keine Lebensmittel, keine Energie, kaum noch Wirtschaftsgüter. Die Menschen kämpfen um das nackte Überleben, viele sind auf der Flucht. So auch David und seine Tochter Lou, deren Geschichte Maja Lunde im zweiten Erzählstrang erzählt....
Dieser Roman hat mich mit seiner grandiosen Sprache und der atmosphärisch dichten, beklemmenden und verstörenden Geschichte gefangen genommen. Der Durst, die Angst, aber auch Liebe und Hoffnung und der Überlebenswille waren förmlich spürbar.
Die Geschichte des Wasser ging mir sogar noch näher als der erste Band "Die Geschichte der Bienen", weil doch ohne Wasser unser Leben so gar nicht vorstellbar ist. Der, wenn auch fiktive, Roman kommt der Realität, wie sie schon sehr bald aussehen könnte, meiner Meinung nach sehr nah und das ist beängstigend. Wenn man sieht, wie verschwenderisch mit unseren Süßwasserreserven umgegangen wird und wie Großkonzerne wie Nestlé Wasserrechte in der ganzen Welt erwerben, weil Wasser in ihren Augen kein öffentliches Gut und der Zugang zu Wasser kein Menschenrecht ist, dann wird einem Angst und bange.
Maja Lunde ist eine begnadete Erzählerin und sie hat sich Themen verschrieben, die uns alle angehen.
Ich möchte jedem, der sich auch nur einen Funken darum schert, wie es mit unserer Erde und den Menschen, die darauf leben, weitergehen soll, dieses Buch ans Herz legen.

interessante Geschichte spannend erzählt

Von: huckleberryfriendz Datum : 06.04.2018

https://huckleberryfriendz.wordpress.com/2018/04/06/interessante-geschichte-spannend-erzaehlt/

Bei „Die Geschichte des Wassers“ handelt es sich um den zweiten Teil des „Klima-Quartetts“ von Maja Lunde.

In kurzen Abschnitten und schnellen Wechseln werden zwei Geschichten erzählt, die im Zusammenhang stehen:

Norwegen 2017: Die 67jährige Umweltaktivistin Signe „beschlagnahmt“ von einem ankernden Transportschiff Kisten mit abgeschlagenem, hundertjährigem Eis, das teuer an gutzahlende Kunden zum Aufpeppen ihrer Drinks weltweit bestmöglich verkauft werden soll. Diese Kisten bringt sie an Bord ihres Segelschiffes, der „Blau“ und macht sich auf den Weg zur französischen Küste, zu ihrer früheren großen Liebe. Während ihrer Fahrt dorthin erfährt der Leser Erlebnisse ihres Lebens, von ihrer eigenen Kindheit an, von ihren Eltern und deren Weltsicht und auch von den Bemühungen ihres Vaters, die Natur ihrer Heimat zu retten samt ihrer Entwicklung....

Frankreich 2041: Der ungefähr 25jährige David flüchtet mit seiner Tochter Lou vor einem großen Brand im Jahre 5 der großen Dürre. Unterwegs haben sie Frau bzw. Mutter Anna samt dem Baby August verloren und hoffen auf ein Wiedertreffen im Auffanglager. Bei einem Streifzug durch die Gegend finden sie die gut geschütze „Blau“ und hoffen, damit nach ausgiebigem Regen in eine bessere Zukunft segeln zu können.



Die Darstellungen der beiden Erzählstränge fand ich sehr gelungen; sowohl die Demonstrationen und unterschiedlichen Ansichten zum Naturschutz und Nutzen des Wassers um ein Wasserkraftwerk anzutreiben samt der damit verbundenen Auseinandersetzungen als auch die Beschreibungen im Auffanglager sowie die Folgen des Wassermangels, der bereits zu Kriegen führte, wurde sehr interessant und schlüssig dargestellt. Vieles wurde davon auch einfach nur angedeutet und zwischen den Zeilen erzählt; der Leser kann Details seiner Phantasie überlassen.

Mich haben beide Erzählstränge gefesselt, die ich spannend und durchdacht fand. Ganz besonders die jeweils kurzen Abschnitte und schnelle Wechsel lassen einen beim Lesen das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Mich hatte „Die Geschichte der Bienen“ schon sehr beeindruckt und ich habe diesen zweiten Band mit Spannung erwartet, Sehr beeindruckend setzt sich Maja Lunde damit auseinander, wie wir die Welt späteren Generationen hinterlassen, welche Verantwortung wir tragen. Sie durchleuchtet unter welchen Bedingungen man für Wachstum oder für Widerstand stehen kann. Sehr beeindruckend fand ich auch die Darstellungen der verschiedenen Situationen in denen einzelne einen Verrat verübt haben und wozu dieses führte.

Insgesamt hat die Autorin ein dringliches Thema sehr interessant, spannend und unterhaltsam aufbereitet und ich hoffe, sie läßt uns nicht allzu lange auf den dritten Teil ihres Quartetts warten.

Ein gut erzählter Schmöker mit Message

Von: Leserella Datum : 05.04.2018

www.leserella.de

Im letzten Jahr war „Die Geschichte der Bienen“ ein großer Erfolg und auch mir hat es gut gefallen. Als ich nun gesehen habe, dass das nächste Buch der Autorin „Die Geschichte des Wassers“ heißt, war ich erst einmal verwundert. Ist das jetzt eine Art Abklatsch? Ist das nicht langweilig? Doch schon nach den ersten Seiten war ich überzeugt, dass sich die Lektüre lohnt.

Zum Inhalt: Wie auch schon „Die Geschichte der Bienen“ spielt das Buch auf verschiedenen Zeitebenen, diesmal aber nur auf zwei.

Im Jahr 2017 begleiten wir Signe, fast 70 Jahre alt, die ihr ganzes Leben für die Umwelt gekämpft hat. Sie hat erfahren, das ihre Jugendliebe Magnus im ihrem Heimatdorf in Norwegen Teile des Gletschers abbaut, um sie reichen Leuten in warmen Ländern als Eiswürfel zu verkaufen. Sie beschließt, Magnus eine Lektion zu erteilen.

Im Jahr 2041 begleiten wir David und seine Tochter Lou in Frankreich. Das Land leidet unter einer großen Dürre und die beiden mussten nach einem Brand aus ihrem Heimatort fliehen und haben dabei die Mutter Anna mit Baby August aus den Augen verloren. Die beiden finden Zuflucht in einem Lager, doch auch hier ist das Wasser streng begrenzt. Und es wird immer knapper.

Wenn ich so darüber nachdenke, spielt das Buch eigentlich doch zu drei verschiedenen Zeiten. Denn der Leser erfährt auch viel über Signes Kindheit und Jugend.

Obwohl die beiden Handlungsstränge wenig miteinander zu tun haben, nur kleine Berührungspunkte haben, hat man trotzdem nicht das Gefühl, zwei verschiedene Bücher zu lesen. David und Signe sind sicher nicht perfekt, sie machen Fehler, aber sie sind trotzdem sympathisch und es ist spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und die Welt durch ihre Augen zu sehen.

„Die Geschichte des Wassers“ ist ein richtiger Schmöker, der sich sehr gut liest. Die Seiten fliegen nur so dahin. Das Szenario, dass für das Jahr 2041 entworfen wird, ist sicherlich nicht unrealistisch und es ist gut, sich mit solchen Themen zu beschäftigen und auch das eigene Verhalten zu hinterfragen.

Aber einen Kritikpunkt habe ich doch: die Geschichte ist zu großen Teilen vorhersehbar. Richtige Überraschungen kamen nicht vor. Für meinen Geschmack hätte das Thema etwas komplexer angegangen werden können, weniger naiv. Das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist, denn ich hatte auf jeden Fall sehr schöne Lesestunden und gebe dem Buch 4 Sterne.
Ich habe gelesen, dass die Autorin insgesamt vier Bücher zu Umweltthemen plant. Ich freue mich schon auf die nächsten beiden und bin gespannt, welche Geschichte sie uns als nächstes erzählt.

Eine Welt ohne Wasser?

Von: ulrike rabe aus Wien Datum : 03.04.2018

https://www.facebook.com/mrsrabesbookaccount/

Norwegen, heute: Die fast 70 jährige Signe kehrt nach Jahren der Abwesenheit in ihren Heimatort zurück. Schon als Kind und Jugendliche war sie von der Wasserwelt der norwegischen Fjorde, Flüsse und Wasserfälle fasziniert. Animiert durch ihren Vater wurde sie zur Umweltaktivistin und entzweite sich von ihrer Mutter, die vom Kraftwerkbau in der Gemeinde profitierte. Nun aber soll vom Gletscher Eis abgebaut werden, damit in reichen Ländern der arabischen Welt gekühlte Drinks serviert werden können. Signe macht sich mit ihrem Segelboot auf nach Frankreich, wo sie ihre Jugendliebe Magnus aufstöbern will, den sie für diesen Skandal verantwortlich macht.
Frankreich, 2041: Der junge Vater David ist mit seiner Tochter Lou auf der Flucht. Es gibt keine Wasserversorgung mehr, ein Brand hat die gesamte Existenz vernichtet. Von seiner Frau Anna und dem Baby August getrennt, gelangen David und Lou in ein Flüchtlingslager. Als die Umstände immer verheerender werden, finden die beiden in einem abgelegenen Schuppen ein Boot, das sie zu ihrem geheimen Zufluchtsort machen, einem Ort voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Eigentlich existiert noch eine dritte Zeitebene, denn Signe lebt strak in der Erinnerung an früher, als der Fluss ihrer Heimat noch nicht reguliert wurde und die Flora und Fauna urwüchsig war. Signe wird als sehr starker Charakter gezeichnet, eigenwillig, mitunter stur bis radikal. Eine Frau, die ihr Leben der Umwelt verschrieben hat und nicht davor Halt macht, unmögliche Wege zu gehen.
David hingegen wirkt weich, die Not macht ihn zum Mitläufer, einzig seine Liebe zu seiner Tochter bringt ihn immer wieder zurück zu einer verantwortlichen Haltung. Seine Zukunft und die seiner Familie liegt offen, was bleibt ist ein winziger Tropfen Hoffnung.
Das verbindende Element dieses Romans ist das Wasser, Quelle des Lebens und Überlebens. Für Menschen unserer hochtechnisierten überkonsumierenden Gesellschaft ist eine Welt ohne Wasser kaum vorstellbar, steht es uns doch in reiner verträglicher Form rundum zur Verfügung. Doch ganz so weit ist die Vorstellung einer wasserlosen Gesellschaft nicht entfernt, schon heute gibt es Länder in denen Wasser nur mehr reglementiert ausgegeben werden kann wie gerade derzeit in Südafrika. Wenn der Bezug von Wasser zum Privileg wird, sind Katastrohen vorherbestimmt. Maja Lunde erzählt davon, aufmerksam und kritisch. Ich war von der Geschichte des Wassers sowohl inhaltlich als auch die eindringliche Aussage betreffend überzeugt.

Die Zukunft ohne Wasser

Von: Odenwaldwurm aus Eberbach Datum : 28.03.2018

Norwegen, 2017. Die fast 70-jährige Umweltaktivistin Signe begibt sich auf eine riskante Reise: Mit einem Segelboot versucht sie die französische Küste zu erreichen. An Bord eine Fracht, die das Schicksal des blauen Planeten verändern kann.
Frankreich, 2041. Eine große Dürre zwingt die Menschen Südeuropas zur Flucht in den Norden, es ist längst nicht genug Trinkwasser für alle da. Doch bei dem jungen Vater David und seiner Tochter Lou keimt Hoffnung auf, als sie in einem vertrockneten Garten ein uraltes Segelboot entdecken. Signes Segelboot.
Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit. (Klappcovertext vom Buch)

Die Story ist gut zu lesen und ist sehr flüssig geschrieben. Die Charaktere sind alle sehr gut und bildlich dargestellt. Man meint die Personen schon lange zu kennen. Leider sind mit keine Personen ans Herz gewachsen. Aber das macht nichts, da die Geschichte interessant erzählt wird.

Die Geschichte ist in zwei Teile unterteilt, die eine ist die mit Signe die jetzt in 2017 spielt. Sie reist in ihre alte Heimat um den Abbau des Gletschereises zu verhindern. Sie segelt mit ein paar Kisten Gletschereisen zu ihrem Jugendfreund nach Frankreich. Aber warum? Auf Signes Reise dürfen wir auch noch in ihre Vergangenheit reise und noch einmal mit ihr alte Erinnerungen auffrischen, als sie mit dem Segelboot auf dem Meer unterwegs ist. Mir persönlich hat die mit David besser gefallen, die in der Zukunft liegt. Ich war gespannt zu lesen, wie wird nur die Welt 2041 sein. Wie kann es sein das Menschen aus Südeuropas Fluchten müssen. Ich stellte mir das vor wie die große Flüchtlingswelle aus Syrien, aber zum Glück ohne Krieg. Dafür soll es sehr wenig Trinkwasser geben. Einfach nur eine heftige Idee der Autorin, Aber ich kann mir so eine Situation schon vorstellen, aber eher das Menschen aus Afrika zu uns kommen, weil sie kein Wasser haben. Eine tolle Idee zu einem Buch.

Ich kann das Buch empfehlen da es ein ganz besonderes Buch ist.

Die Spitze des Eisberges Der zweite Teil des großen Klimaquartetts

Von: Jutta Klink aus Stuttgart Bad Cannstatt Datum : 23.03.2018

Buchhandlung: Wissothek

Man darf kein populärwissenschaftliches Werk zum Thema Klimawandel erwarten. Wie auch im ersten Teil der Klimaquadrologie "Die Geschichte der Bienen" geht es bei der "Geschichte des Wassers" um die Störung des ökologischen Gleichgewichts.

***SPOILER***

Wir erleben zusammen mit der Protagonistin Signe das Jahr 2017 und, durch ihre Lebenserinnerungen, wie alles 50 Jahre zuvor anfing, als die Nutzung der Wasserkraft durch eine unkritisch hinterfragte Technikgläubigkeit zu nicht wiedergutzumachenden Schäden im Ökosystem führte. Flüsse und Bäche wurden unterirdisch in Kanäle umgeleitet, Flussauen trockengelegt, Pflanzen und Tiere verloren ihren Lebensraum. Langfristig, das erzählt der zweite Handlungsstrang des Romans parallel, führten diese Maßnahmen in ganz Europa zu Trockenheit, Versiegen von Quellen, Versalzung der Böden. In der Folge zu kriegerischen Auseinandersetzungen um die knappe Ressource Wasser und große Fluchtbewegungen innerhalb und außerhalb Europas. Dieses wird anhand der Geschichte von David und seiner Tochter, die wir 24 Jahre später begleiten, erzählt.

2017: Norwegen/Frankreich: Signe. Sie war schon als Kind zusammen mit ihrem Vater auf der Seite der Umweltschützer, während ihre Mutter und große Teile der Dorfbevölkerung nur den materiellen Nutzen der Ausbeutung des Fjords sahen. Nach Jahrzehnten kommt Signe zurück in ihre Heimat, um auf eine neue, sehr paradoxe, umweltzerstörende Maßnahme aufmerksam zu machen. Das Gletschereis wird abgetragen, verkauft an reiche Wüstenstaaten, wo es angesagt ist, Cocktails mit Gletschereis zu trinken. Als Verantwortlichen macht Signe ihre Jugendliebe Magnus aus. Sie lädt einen Teil der Eislieferung auf ihr Boot um, mit dem Ziel, es Magnus in seiner Villa in Frankreich vor die Füsse zu werfen. Eine anstrengende Atlantiküberquerung mit Sturm bringt sie an ihre körperlichen Grenzen, doch sie schafft es bis an ihr Ziel.

2041: Frankreich: David und Lou. David ist mit seiner Tochter auf der Flucht, die brennende Stadt, in der er mit seiner Frau und zwei Kindern lebte muss er verlassen, seine Frau und sein zweites Kind verliert er bei der Flucht aus den Augen. In der Hoffnung am vereinbarten Zielort auf seine Frau zu treffen oder auf deren Eintreffen warten zu können, verbringen David und seine Tochter die Zeit im Lager mit vielen anderen Gestrandeten. Hoffnung und Träume halten sie am Leben, trotz immer neuer frustrierender Erlebnisse und Erkenntnisse. Vor allem der Fund eines Bootes und die Fantasien die damit verbunden sind, die Hoffnung mit dem nächsten Regen mobil zu sein, stärken ihren Überlebenswillen. Man ahnt ab dem Fund des Bootes, wie sich die beiden Erzählstränge vverbinden werden.

Fazit: Dadurch, dass die Autorin die Handlung dieses zweiten Teiles ganz nach Europa, in die Erfahrungswelt einer großen Anzahl ihrer Leserinnen und Leser verlegt hat, ist dieses Buch noch gefälliger als der erste Teil. Auch gläubwürdiger und näher an dem, was von Menschen heut

Die Endlichkeit des Wassers

Von: ele aus xxxx Datum : 21.03.2018


Die Geschichte des Wassers, Roman von Maja Lunde, 480 Seiten, erschienen im btbVerlag.
Zweiter Teil des literarischen Klima-Quartetts, das sich mit den Folgen des menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt.
Lunde erzählt auch die Geschichte des Wassers, wieder in zwei Zeitebenen und zwei nebeneinanderlaufenden Erzählsträngen.
In der Geschichte geht es um Wasser und den Konflikt darum. Der dystopische Teil spielt in Südeuropa 2041, wo fünf Jahre hintereinander Dürre und schreckliche Waldbrände herrschen. Dort treffen wir einen jungen Vater, der mit seiner kleinen Tochter auf der Flucht ist. Sie haben Mutter bzw. Frau und Bruder /Sohn bei einem Feuer verloren und versuchen, sie zu finden. In einem Flüchtlingslager kommen die Beiden unter. Trinkwasser ist mittlerweile das höchste Gut.
Parallel dazu im Jahr 2017 begegnet man Signe, die fast 70 Jahre alt ist. Sie ist in einem Dorf an der Westküste Norwegens aufgewachsen und kehrt dorthin zurück, weil aus dem Gletscher dort Eis gewonnen werden soll. Diesen Gletscher liebt sie seit ihrer Kindheit und deswegen will sie seine „Ausbeutung“ verhindern. Wie verbinden sich beide Stränge der Erzählung?
Die handelnden Personen sind gut beschrieben und handelten durchgehend nachvollziehbar. Der Erzählung konnte ich zu jeder Zeit folgen. Die Kapitel sind abwechslungsweise im personellen Stil aus der Sicht Davids und Signe geschrieben. Am Ende jedes Kapitels ist die Spannung hoch, was mich dazu veranlasste, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Das Erscheinen des Namens der erzählenden Person, am Fuß der Seite, ist sehr hilfreich um den Überblick zu behalten.
Durch auffallend lebendige Dialoge und, der ihr eigenen bildhaft beschreibenden Sprache hat es die Autorin geschafft, dass ich mich bei der Lektüre hervorragend unterhalten habe. Solche Sätze wie: „…und nichts kann hässlicher werden als etwas, das einmal schön war.“ (S. 100) faszinierten mich. Der Gegenwartsstrang um David und Lou war für mich unterhaltsamer. Die Person Signe und ihre Aktionen blieben mir eher fremd. Am Ende ist es Maja Lunde auch gekonnt gelungen, die beiden Stränge für mich völlig unerwartet zusammenzufügen. Dieses Buch ist erneut eine Mahnung der Autorin nicht gedankenlos mit den als selbstverständlich erachteten Gaben der Natur umzugehen und auch niemals aufhören zu versuchen wollen, etwas zu ändern. Wieder ein beeindruckender Roman der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Erschreckend ist für mich der Gedanke, dass Kinder in der Zukunft als schöne „Gute Nacht-Geschichte“ erzählt bekommen, wie sich Regen anhört!
Eine unbedingte Leseempfehlung von mir, für alle Maja-Lunde Fans und die Leser, die sich für Umweltthemen interessieren. Ich erwarte schon gespannt, die Themen der weiteren Teile des Klima-Quartetts. Gerne gebe ich 5 Sterne.