Leserstimmen zu
Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde

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Wasser ist Leben

Von: orfe1975 aus Remagen

15.07.2018

Cover: --------------- Das Cover fügt sich gut an den ersten Band der Umwelt-Quadrologie an. Es ist im gleichen sandfarbenen Ton gehalten und passend zum Titel sieht man diesmal ein Boot, das sich leicht ausgestanzt auf dem Titelbild befindet. Leider ist es nicht das Boot, um das es eigentlich im Roman geht. Dennoch ist es sehr ansprechend gestaltet und als Hardcover mit Schutzumschlag sowie einem Lesebändchen ist der optische Eindruck perfekt. Mein Eindruck: --------------- Nachdem ich "Die Geschichte der Bienen" begeistert verschlungen hatte, war ich sehr gespannt auf den 2. Teil. Auch diesmal bleibt die Autorin ihrem Stil treu, verknüpft mehrere Erzählstränge mit Hilfe eines bestimmten Gegenstandes miteinander. Durch das gegenseitige Unterbrechen der Handlungsstränge bleibt der Spannungsbogen konstant. Dieses mal ist die Geschichte weniger komplex aufgebaut, denn es gibt nur zwei Erzählstränge (der Plot der Vergangenheit fehlt). Zudem fand ich diesen Roman weniger informativ als der Band über Bienen. Lunde setzt diesmal ihren Schwerpunkt mehr auf die Gefühle und Beziehungen der Menschen, weniger auf den Umweltaspekt. Dieser rahmt die Handlung zwar ein und es gibt ein paar wenige Passagen, in der erklärt wird, wie es zu den verheerenden schlechten Zuständen kommen konnte, aber insgesamt war vieles nur angedeutet. "Ich nähere mich, muss klettern, um ganz nah heranzukommen, die Schnitte wurden dort gesetzt, wo der Gletscher am steilsten abfällt. Ich ziehe einen Handschuh aus, lege meine Hand darauf, das Eis lebt unter meinen Fingern, mein Gletscher, ein großes, ruhiges, schlummerndes Tier, aber auch ein verletztes Tier, und es kann nicht brüllen, in jeder Minute, jeder Sekunde, wird es angezapft, es liegt längst im Sterben." (S. 16f.) Mir fehlte stellenweise der aufklärerische Aspekt sowie der Hoffnungsschimmer. Der Roman war durchweg in einer erdrückenden Stimmung geschrieben. Zum einen waren die menschlichen Verluste an sich eine Tragödie, bei der ich schwer die Tränen zurückhalten konnte. Zum anderen liest sich der Roman so, dass es nichts gibt, was man tun könnte, um diesen Entwicklung aufzuhalten oder zu verlangsamen. Angesichts der Tatsache, dass da Jahr 2041 erschreckend nah an die Gegenwart angrenzt, lässt mich dieser Roman mit einer großen und hilflosen Beklemmung zurück. Sicherlich sind viele der Aspekte bekannt, die Lunde anklingen lässt. Doch über die konkreten Hintergründe und möglichen Gegenmaßnahmen wird der Leser im Unklaren gelassen. "Wasser hat keine eigene Farbe, es ist die Welt ringsherum, die ihm seine Farbe verleiht, die Spiegelung des Himmels, der Umgebung, Wasser ist nie einfach nur Wasser. Wasser nimmt alles auf und wirbelt um alles herum, mit dem es in Berührung kommt. Wasser ist Humus, Sand, Lehm, Plankton. Wasser färbt sich vom Boden, den es bedeckt. Wasser spiegelt die Welt." (S. 396) Das Buch war bis zum Ende spannend und flüssig geschrieben. Doch die Auflösung am Ende ließ mich leider leicht enttäuscht und ratlos zurück. Fazit: --------------- Bei der Fortsetzung der Umwelt-Quadrologie liegt der Schwerpunkt leider zu sehr auf menschlichen Tragödien als Umweltaufklärung, trotzdem berührend und aufrüttelnd geschrieben.

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Folgen des klimawandels

Von: michael lausberg aus Doveren

26.06.2018

Dies ist der zweite Teil des literarischen Klima-Quartetts der norwegischen Autorin Maja Lunde, der sich mit den Folgen des menschlichen Handelns für die Natur beschäftigt. Hier geht es um die Geschichte des Wassers und dessen Bedeutung für die Menschheit. Wie auch im ersten Band, wo sie sich mit Bienen beschäftigt, spielt dieser Roman wieder in zwei Zeitebenen und zwei nebeneinanderlaufenden Erzählsträngen. Im Jahre 2017 bricht die Umweltaktivistin Signe von ihrem Heimatdorf in Norwegen aus nach Frankreich zu ihrem ehemaligen Freund Magnus auf. Dieser lässt Eis des Gletschers im Heimatdorf der beiden abbauen, um es nach Saudi Arabien als spezielles Jahrgangseis zu verkaufen. Auf der Reise nach Frankreich erfährt man mehr von Signes Leben, ihre Beziehung zu Magnus. Auch Spannung wird durch einen Sturm aufgebaut, in dem sie hineingerät. Die Im Jahre 2041 sind David und seine Tochter Lou auf der Flucht vor der Dürre ihrer angestammten Heimat in Südeuropa, eine Folge des Klimawandels. Ihr Leben wird vom Mangel an Wasser bestimmt, sie sind Getriebene auf der Suche nach menschlichen Lebensbedingungen. Sie erreichen ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich, wo es an Trinkwasser mangelt und das nach und nach aufgegeben wird. Die beiden finden bei einem Ausflug ein Boot, das ihnen die Gelegenheit bietet, nach Nordeuropa zu kommen und dem Wassermangel zu entfliehen. Das Boot ist dasselbe, mit dem Signe nach Frankreich aufgebrochen ist, so verflechten sich die beiden Erzählstränge. Beiden ist auch gemeinsam, dass es sich immer um Wasser dreht: die Lebensgeschichte der Umweltaktivistin Signe und das Schicksal von David und Lou, deren Leben durch Wasserknappheit bestimmt ist. Im Laufe der Geschichte lernt man, wie wichtig Wasser für das Zusammenleben der Menschen ist und welche überlebensnotwendige Bedeutung es hat. Signe ist eine Person, die dies schon in der Gegenwart erkennt und sich dafür einsetzt, die Natur und den Wasserkreislauf zu erhalten. Die Folgen des Ignorierens des Problems werden den Lesern im Jahre 2041 dann drastisch vor Augen geführt. Die Dürrekatastrophe ist die Folge des Klimawandels, was zu der steigende Sorte von Umweltflüchtlingen führt. Die beiden Erzählstränge werden aus der Sicht Signes und Davids erzählt, so dass sich die Leser mit ihnen und ihrem Schicksal identifizieren können. Manchmal ist es mühsam, sich von einer Zeitepisode in die andere hineinzuversetzen, weil der Erzählverlauf unterbrochen wird. Die Geschichten werden wie ein Puzzlespiel erst ab der Mitte des Buches kongruent. Dieses Buch ist ein Mahnmal für den Naturschutz und die Eindämmung des Klimawandels durch die Identifikation mit Signe. Ihren Einsatz und den Mut, auf diese Probleme hinzuweisen, hat Vorbildcharakter. Düsterer wird die Stimmung durch die Leiden von David und Lou durch die Dürrekatastrophe in Südeuropa. Dies ist aber kein aus der Luft gegriffenes Sujet: Europa bleibt davon nicht ausgenommen, die Folgen des Klimawandels werden für jeden spürbar sein. Dank ihrer imaginierenden Sprache schafft es die Autorin, dass man sich beim Lesen mitten im Geschehen fühlt. Ein Buch, das gut unterhalten kann, aber auch nachdenklich und wütend macht.

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hat mich nicht so überzeugt

Von: nane 2408 aus 33428 Marienfeld

15.06.2018

Nach ihrem wirklich ergreifenden Buch „Die Geschichte der Bienen“ ist dies nun der 2. Roman von Maja Lunde, der sich mit den Auswirkungen von Umwelteinflüssen beschäftigt. Der Mangel an Wasser wird die Menschheit hart treffen, hat Völkerwanderungen zur Folge, Krieg und Zerstörung. Dies wird von der Autorin in die nicht so weit entfernte Zukunft von 2041 verlegt. Es ist ziemlich beängstigend, dass auch Europa von einer Dürre bedroht sein wird. Es ist ein interessantes und wichtiges Thema, das auch zum Nachdenken anregt. Es hätte aber bestimmt noch weiter aufgearbeitet werden können. Leider hat mich dieser Roman nicht so überzeugt.

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Nach ihrem fulminanten Erfolg „Die Geschichte der Bienen“ legt Maja Lunde nun den zweiten Band ihres Klima-Quartetts vor und widmet sich hier dem Thema Wasser. Was passiert, wenn eine solch wichtige Ressource zur Neige geht, wenn der Mensch dafür verantwortlich ist? Die Autorin stellt zwei Handlungsstränge gegenüber, einen in der Gegenwart und einen in der Zukunft, allerdings nicht einmal ein Vierteljahrhundert entfernt. Entsprechend beklemmend gestaltet sich bereits die Vorstellung, dass in so kurzer Zeit das unverantwortliche Handeln solch verheerende Folgen haben soll. Denn im Jahr 2041 beherrscht eine große Dürre Südeuropa, auch David sieht, wie viele andere, keine andere Chance als die Flucht gen Norden. Gemeinsam mit seiner Tochter Lou versucht er dem vermeintlich Unausweichlichen zu entfliehen. Signe hat sich mit ihren fast 70 Jahren vorgenommen den Mann zur Rede zu stellen, den sie einst abgöttisch liebte und von dem sie sich verraten fühlte. So beinhaltet der Aspekt der Gegenwart gleichzeitig die Vergangenheit, denn diese ist unbedingt notwendig, um zu erfahren warum Signe agiert wie sie es tut und was damals alles geschehen ist. Allerdings erhält man mehr und mehr den Eindruck, dass ihre subjektiven Eindrücke ihren Blick teilweise getrübt, wenn nicht gar verfälscht haben. Möglicherweise interpretiert der Hörer aber auch mehr hinein als vorhanden. Für die verschiedenen Zeitebenen gibt es unterschiedliche Sprecher, wodurch für den Hörer sofort deutlich ist wo und bei wem man sich gerade befindet. Zunächst beschleicht einen das Gefühl Davids Geschichte würde zu monoton erzählt, wirkt dadurch langwierig und packt einen nicht. Signes Erzählung dagegen gestaltet sich lebendig und engagiert, da ist man sofort voll dabei. Im Verlauf des Geschehens allerdings kippt die Stimmung, Signe verliert Sympathiepunkte, David dagegen steigert sich zu einer Figur, mit der man gemeinsam hofft und bangt. Generell aber bleibt der inhaltliche Aspekt zäh, wodurch ein konzentriertes Verfolgen der Geschichte schwierig ist. Von der Idee her gut gedacht, mit einer absolut wichtigen Thematik, die aber doch irgendwie zu kurz kommt. Die Umsetzung hätte möglicherweise noch kontroverser ausfallen dürfen, so dass der Hörer durchgängig mitgerissen wird, nicht nur in einzelnen Passagen, mit denen gezeigt wird welches Potential eigentlich in der Erzählung und der Autorin steckt.

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Ich habe letztes Jahr bereits Die Geschichte der Bienen von der Autorin gelesen und der Roman wurde eines meiner Highlights. Deswegen wollte ich auch unbedingt die Geschichte des Wassers lesen und auch dieser Roman hat mich wieder restlos begeistert. Wie auch die Bienen ist das Wasser ein Teil der Natur, ohne den wir nicht leben können. Signe weiß das, und kann daher nur den Kopf wegen des Raubbaus schütteln, den die Menschen an der Natur betreiben. Hitze und die Knappheit des Wassers fordern entsprechende Tribute, das spürt auch David am eigenen Körper. Früher fruchtbare Länder werden zu unbewohnbaren Gebieten. Was ich an der Autorin sehr schätze, ist, dass sie sich in ihren Büchern mit sehr unbequemen, aber hochaktuellen Themen auseinandersetzt. Ihr Schreibstil hat zwar keinen richtigen Spannungsbogen, besticht aber nur die Brisanz der Themen, die in der Zukunft keine Geschichten mehr sind, wenn sich nicht schleunigst etwas ändert. Außerdem schreibt sie sehr deutlich und atmosphärisch, was der Geschichte unheimlich gut tut. Fazit: Für alle Menschen, die sich für die Welt interessieren, in der sie leben, sind die beiden erwähnten Bücher fast schon eine Pflichtlektüre.

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Maja Lundes „Die Geschichte des Wassers“ ist der zweite Teil eines Klimawandel-Quartetts. Nach „Die Geschichte der Bienen“ war ich auf das zweite Werk der Autorin gespannt. „Die Geschichte des Wasser“ wird uns auf zwei Ebenen erzählt. Signe, die 70jährige norwegische Umweltaktivistin, hat sich mit ihrem Segelboot von Norwegen nach Frankreich aufgemacht. Aus Protest am Raubbau an einem Gletscher, möchte sie ihrem ehemaligen Freund und Partner, dessen Firma für den Abbau von Gletschereis verantwortlich ist, gestohlene Kisten mit dem kostbaren Eis buchstäblich vor die Füße zu kippen. In Rückblicken erfahren wir von Signes Leben, welches durch den Protest gegen den Bau eines Kraftwerkes in ihrer Heimat und den Kampf für die Erhaltung der Landschaft geprägt ist. Die Beziehungen zu ihren Eltern und dem Freund scheitern an Signes Entschlossenheit etwas zu verändern, und auch mit 70 Jahren will sie weiterhin für ihre Prinzipien einstehen. Der zweite Handlungsstrand spielt 2041, als das Wasser auf der Erde längst knapp ist, die Menschen in den Norden flüchten und unterwegs in Flüchtingscamps untergebracht werden, in denen Wassermangel und Hunger herrscht. David kommt mit seiner kleinen Tochter Lou in so einem Camp unter. Auf der Flucht vor einem Brand hat er in Panik seine Frau und seinen kleinen Sohn verloren. In dem Camp herrschen fast unmenschliche Verhältnisse, Hoffnungslosigkeit macht sich breit. David und Lou finden auf einem kleinen Hof in der Nähe ein Boot. Es ist Signes Boot, welches schon seit vielen Jahren an Land steht. Man kommt nicht umhin die „Geschichte des Wassers“ mit dem Vorgänger der Reihe zu vergleichen, leider zum Nachteil des zweiten Buches. Es ist zwar eine interessante Kritik an der Umweltzerstörung, aber Signes Lebensgeschichte konnte mich nicht packen. Eine etwas verbitterte, alte Frau, die ihr Leben dem Umweltschutz geopfert hat, merkt zum Lebensende, daß es ihr nichts gebracht hat. Der zweite Handlungsstrang, eine Zukunftsvision und Mahnung, hat mir schon etwas besser gefallen, zumindest hat sie neue Ideen und eine ergreifende Geschichte geliefert. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht von diesem zweiten Teil eines Quartetts, und sehr gespannt auf weitere Bücher von Maja Lunde.

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Was wäre, wenn…

Von: Miss Marple aus Beselich

17.05.2018

es kein Wasser mehr gäbe? Unvorstellbar!! Wieder rührt die Autorin in der Folge ihres Bienen-Buches an existentiellen Fragen der Menschheit. In der Gegenwart des Jahres 2017 werden in Norwegen Gletscher angebohrt, um Eis in reiche Staaten zu verkaufen und 30 Jahre später trifft der Leser auf Flüchtlingsströme aus Dürregebieten in Südeuropa- nicht etwa aus Afrika!-die in die Nordländer streben, wo scheinbar noch Wasser vorhanden ist. Unglaublich spannend, aber auch bedrückend ist auch dieser Roman der Autorin. Parallel erzählt sie Signes Geschichte, die, fast 70-jährig, im Jahre 2017 nach Norwegen zurückkehrt und versucht, "ihren" Gletscher zu retten und die Geschichte Davids und seiner Tochter, die auf der Flucht vor dem Feuer in ihrer Heimatstadt im Süden Frankreichs im Jahr 2041 in einem Flüchtlingslager stranden, getrennt von Ehefrau/Mutter und dem kleinen Sohn/Bruder. Während Signe vorwiegend über ihr vergangenes Leben reflektiert, erfährt der Leser, dass die Zerstörung ihrer norwegischen Heimat bereits in ihrer Kindheit begann. Wir erfahren viel über ihre Familie und wie sie sich entschloss, eine aktive Umweltschützerin zu werden. Davids Geschichte bleibt im Großen und Ganzen auf die Zeit der Flucht und die Wochen in Flüchtlingslager beschränkt. Hier finde ich die Handlung zu flach. Die Charaktere sind gut angelegt, jedoch erhalten sie zu wenig Raum im Buch, sich zu entwickeln. Gezeigt wird der tägliche Überlebenskampf, aber auch die Hoffnung auf eine Zeit nach der Dürre. Lange bleibt dem Leser der Zusammenhang zwischen beiden Handlungssträngen verborgen, jedoch finden beide Geschichten kurz vor dem Ende- das jeweils offen bleibt- zusammen. Hier bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Geschichten weiterzudenken, in der Hoffnung, dass sich die Menschen der Bedeutung des Wassers bewusst sind bzw. werden. es kein Wasser mehr gäbe? Unvorstellbar!! Wieder rührt die Autorin in der Folge ihres Bienen-Buches an existentiellen Fragen der Menschheit. In der Gegenwart des Jahres 2017 werden in Norwegen Gletscher angebohrt, um Eis in reiche Staaten zu verkaufen und 30 Jahre später trifft der Leser auf Flüchtlingsströme aus Dürregebieten in Südeuropa- nicht etwa aus Afrika!-die in die Nordländer streben, wo scheinbar noch Wasser vorhanden ist. Unglaublich spannend, aber auch bedrückend ist auch dieser Roman der Autorin. Parallel erzählt sie Signes Geschichte, die, fast 70-jährig, im Jahre 2017 nach Norwegen zurückkehrt und versucht, "ihren" Gletscher zu retten und die Geschichte Davids und seiner Tochter, die auf der Flucht vor dem Feuer in ihrer Heimatstadt im Süden Frankreichs im Jahr 2041 in einem Flüchtlingslager stranden, getrennt von Ehefrau/Mutter und dem kleinen Sohn/Bruder. Während Signe vorwiegend über ihr vergangenes Leben reflektiert, erfährt der Leser, dass die Zerstörung ihrer norwegischen Heimat bereits in ihrer Kindheit begann. Wir erfahren viel über ihre Familie und wie sie sich entschloss, eine aktive Umweltschützerin zu werden. Davids Geschichte bleibt im Großen und Ganzen auf die Zeit der Flucht und die Wochen in Flüchtlingslager beschränkt. Hier finde ich die Handlung zu flach. Die Charaktere sind gut angelegt, jedoch erhalten sie zu wenig Raum im Buch, sich zu entwickeln. Gezeigt wird der tägliche Überlebenskampf, aber auch die Hoffnung auf eine Zeit nach der Dürre. Lange bleibt dem Leser der Zusammenhang zwischen beiden Handlungssträngen verborgen, jedoch finden beide Geschichten kurz vor dem Ende- das jeweils offen bleibt- zusammen. Hier bleibt es der Phantasie des Lesers überlassen, die Geschichten weiterzudenken, in der Hoffnung, dass sich die Menschen der Bedeutung des Wassers bewusst sind bzw. werden.

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Wir haben es im Buch mit zwei Handlungssträngen zu tun. Einmal ist da Signe im Jahr 2017 und dann sind da noch Lou und David, Vater und Tochter, die auf der Flucht im Jahr 2041 Frau und Tochter verloren haben und sich nun in einem Lager - so wollten nach Norden - ohne Wasser und mit wenigen Nahrungsmittelvorräten aufhalten, ihre beiden Familienangehörigen suchen und dann schließlich mit einer weiteren Flüchtigen gemeinsam versuchen, aus dem Lager - das mittlerweile kein Lager mehr ist, Richtung Wasser zu flüchten, auf Regen wartend ... Signe - im Heute ist eine Umweltaktivistin könnte man sagen. Ich habe immer gedacht, dass die Autorin beide Handlungsstränge irgendwie zusammenführt, das ist aber nicht passiert. OK, das muss ich so hinnehmen. Das Buch verleitet zum Nachdenken und ist spannend geschrieben, etwas anders, als ich es erwartet hätte, aber dennoch gut für meine Begriffe. Lunde zeichnet die Charaktere innerhalb ihrer Handlungen und Gefühlswelt sehr gut und überhaupt ist das gesamte Buch mit seinen beiden Geschichten, die parallel nebenher laufen, sehr spannend und kurzweilig authentisch lebendig geschrieben und hat mich gefesselt.

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