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Clemens G. Arvay: Biophilia in der Stadt

Biophilia in der Stadt Blick ins Buch

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-31482-9

Erschienen:  14.05.2018
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Positive Naturgestaltung in der Stadt

Von: Michael Lehmann-Pape Datum : 04.06.2018

www.rezensions-seite.de

Nachdem Arvay in seinem letzten Band die wohltuenden Effekte des Waldes (mit vielfach überraschenden Erkenntnissen und Einsichten) dargelegt hat, macht sich der Autor in seinem neuen Werk auf in die Stadt. Und geht dabei natürlich weit über das Besuchen von Parks oder anderen „grünen Lungen“ moderner Großstädte nach.

Ist es dem Leser zunächst noch einsichtig, dass „die Natur“ beruhigende, ästhetisch schöne und auch, natürlich, in vielerlei Gestalt viele Formen von „Medikamenten“ bereit hält (jeder Urlaub in weitgehend naturbelassener Landschaft zeugt ja schon im Ansatz von dieser Wirkung), so darf man neugierig sein, was und wie solche Effekte in der Stadt möglich, vielleicht gar vorhanden, vor allem aber ausbaubar sind.

Weiterhin geht Arvay analytisch davon aus, dass es nicht „alle“ Menschen sind, die für „Unruhe im System“, dem das Planeten und des eigenen, sorgen, dass aber die Zahl derer (leider) weiterhin steigernd ist, die den Bezug zu „unserer natürlichen Umwelt“ verloren haben.

„Und sie leben fast alle in Städten“.

Als Reaktion kann dies natürlich weiterhin ignorieren und weiter am Ast sägen, auf dem die Menschheit sitzt oder gar sich „für den Mars“ bereit machen. Sinnvoller aber wäre, auf so etwas wie Balance und Ausgleich hinzuarbeiten, damit die heilenden Kräfte der Natur auch im städtischen Bereich wieder und mehr Lebensraum erhalten.

Was Arvay nicht nur, aber durchaus auch mit jenem „Staunen“ weiterhin versucht, anzuregen, dass schon in seinen vorhergehenden Betrachtungen wichtig für das Verständnis des Lesers war. Welch therapeutischen Kräfte in Pilzen, Rinden, Kräutern, Bäumen zu finden sind.

Wobei gilt: Biophilia Effekte sind: „Naturerlebnisse mit äußerst positiven Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit und unser psychisches Wohlbefinden“. „Urbane Wälder“ haben hohes Potenzial, so stellt es Arvay durchaus auf dem Boden aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse leicht verständlich und mit vielfachen Beispielen dar.

Angemerkt sei allerdings, dass ein nicht geringer Teil dieses neuen Werkes bekanntes noch einmal verdeutlicht, hier und da erweitert, aber doch sehr erkennbar das einmal gefundene Thema des Autors noch einmal zu Gehör bringt, bevor dann im Blick auf Gegenwart und Zukunft der Städte dieses Wissen auf die „andere Umgebung transferiert wird.

Wenn nun im Grundsatz gilt, dass „die Trennung von der Natur uns körperlich und psychisch krank werden lässt“, dann macht es natürlich Sinn, den festgestellten Biophilia Effekt „in unseren Metropolen“ zu stärken und zu verankern. Naheliegend (und da überrascht das Buch nicht) in Form von „Stadtwäldern“, mehr als bisher und ur-wüchsiger als bisher zum „Waldbaden“ für den Menschen.

Wobei es durchaus interessant zu lesen ist, wie Arvay sein Grundkonzept des „heilenden Waldes“ mit einer Stadtform des „Termitenhügels“ in Analogie bringt und als erstes Mittel für eine andere Zukunft das „lassen“ anführt. Brachliegende Flächen nicht umgehend wieder „zubetonieren“, Platz schaffen, luftigen Platz für (fast) von alleine gedeihende kleinere Ökosysteme, wenn der Mensch eben nicht regulierend, betonierend und gegen jedes Unkraut ankämpfend seine Städte ständig „gegen die Natur“ verteidigt. Was nicht in aufbrechenden Straßen unbedingt zu finden sein muss, sondern in geplanten Flächen, die „renaturalisiert“ werden. Was zugleich ein anders Konzept von Wohnen bedeuten würde, denn gerade Fläche in der Stadt ist ja Mangelware.

Nicht um ein „entweder - oder“ geht es in diesem Ansatz, sondern um eine Integration von Stadt und Natur. Was Arvay verständlich ausführt und was im buch durchaus praktikabel klingt. Und dennoch ein massives Umdenken in Bezug auf den „Wert“ von Flächen in der Stadt erfordern würde.

Ob solches Gelingen kann, wäre die, aktuell eher mit „Nein“ zu beantworteten Frage. Aber wie in New York oder Amsterdam und an anderen Orten zu sehen, „Dachgärten“, Gemüseanbau auf Terrassen oder zwischen Fahrspuren, eine Rückkehr von Bäumen, all das sind ja bereits Anzeichen von „Biophilia“ in der Stadt, die wohltuend wirken.

Auch wenn im Grundsatz das Werk nichts Neues in den Erkenntnissen des heilenden Wirkens der Natur vorlegt, sind die vielfachen Ideen und Anregungen für ein langsames Umdenken in den Städten doch lesenswert und bietet vielfachen Anstoß für einen „anderen Blick“ auf die Möglichkeiten der „eigenen Stadt“.