Leserstimmen zu
Lust auf Zukunft

Franz Alt

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Dieses Buch hat mich sofort angesprochen - Grund dafür war eine Unterhaltung, die ich vor kurzem mit einer Kollegin führte. Wir unterhielten uns über globale Probleme, wie den Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel und mir fiel es zunehmend schwer gegen ihre pessimistische Sichtweise zu argumentieren. Obwohl ich überzeugt war (und immer noch bin!), dass die Energiewende, die Verkehrsrevolution und auch die Optimierung der gesellschaftlichen Strukturen möglich sind, fehlten mir Fakten für eine evidenzgestützte Argumentation. Umso interessierter widmete ich mich also diesem Buch. An Zahlen und Statistiken fehlt es "Lust auf Zukunft" nicht. Man erhält viel Information zu der Stromversorgung Deutschlands und den Kosten, die uns der Klimawandel bescheren wird. An einigen Stellen sind die erhobenen Daten grafisch aufbereitet, was es erleichtert, sie zu interpretieren. Dennoch fühlt man sich teilweise etwas überfordert, alles auf- und mitzunehmen. Mir ist es jedoch lieber, eine empirisch belegte Argumentation zu lesen, als bloße Abschätzungen - deshalb möchte ich diese Tatsache nur bedingt kritisieren. Beim Lesen befindet man sich auf einer Achterbahnfahrt der Gefühle: mal erlebt man ein Tief im Angesicht der scheinbar ausweglosen Lage des Klimawandels, mal empfindet man Hoffnung im Angesicht der technischen Fortschritte bei den erneuerbaren Energien. Insgesamt überwiegt die positive Seite mehr, was sich auch im Buchtitel widerspiegelt. Auf was ich jedoch hätte verzichten können, ist der Einbezug religiöser Thematiken. Verständlicherweise ist es schwierig, Menschen zu altruistischen Handlungen zu verleiten, doch den Umweltschutz als christliche Pflicht zu benennen, scheint mir wenig überzeugend - gerade aufgrund der sinkenden Religiosität unserer Gesellschaft. Ich hätte mir einen deutlich humanistischeren Ansatz in Bezug auf Umweltethik gewünscht. Es ist eine Gratwanderung, umweltthematische Probleme in ihrer Schwere zu schildern, ohne dabei jegliche Hoffnung für die Zukunft zu ersticken. Gerade als junger Mensch scheinen die Lasten, die uns vergangene Generationen auferlegt haben, schier untragbar. Ich bin froh darüber, dass es Bücher gibt, deren Zweck es ist, dennoch Lust auf Zukunft zu machen. In diesem Sinne möchte ich anmerken, dass ich das Buch trotz der oben genannten Kritikpunkte wirklich gut fand und es allen weiterempfehlen würde, die sich ebenfalls mit pessimistischen Einschätzungen konfrontiert sehen.

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