Leserstimmen zu
Mörder

Veikko Bartel

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Hardcover
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Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers “Ohne dich wäre die Frau noch am Leben. Du bist schuld an ihrem Tod.” (S.252) Wird ein Mörder gefasst, braucht er normalerweise einen Strafverteidiger. Kann er sich keinen leisten, wird ihm einer gestellt. Der rechtliche neutrale Beistand, der den Beschuldigten vor einer falschen richterlichen Entscheidung bewaren soll. Das “falsch” bezieht sich dabei auf eine korrekte Beweisführung. Ohne Beweise keine Verurteilung. Ist zum Beispiel ein belastendes Beweisstück nicht vorhanden, nutzt der Stafverteidiger diese Lücke und fällt ein passendes Strafmaß. An dem Zitat oben sieht man, dass es manchmal negative Folgen hat, wenn man seinen Job richtig und gut macht. Veikko Bartel gehört dazu. Wie oft ihm das in seiner Laufbahn passiert ist, erzählt er dem Leser nicht. Man kann sich aber gut vorstellen, dass so etwas an einem nagen kann und es zeitgleich nicht an sich heranlassen darf. “Unangreifbarkeit für jedermann.” (S. 218) Anhand von sechs Fällen zeigt er uns seinen Arbeitsalltag. Mit genau jener Unangreifbarkeit. “Gott, hat der mir seinen Schwanz reingerammt. Ein Riesenschwanz, kein Stummelschwänzchen wie der von Peter.” Das ist der erste Satz, den er von seiner Frau hört. […] Erschütterung bis ins Mark. Pirche ist wie versteinert. Worüber reden die?” (S.26) Peter Pirche wartet auf sein Urteil. Er ist ein typischer deutscher Finanzbeamter. Trocken, humorlos und dennoch äußerst religiös. Er hat ein Frau und Tochter. Lebt das typische Vater-Mutter-Kind Leben. Bis zu jenem grausamen Tag. Ihm ist übel und er geht eher nach Hause. Er öffnet die Tür und hört zwei Frauen reden. Dabei schnappt er jenen Satz auf, kaum dass er eingetreten ist. Peter kann später den Dialog bis ins kleinste Detail wiedergeben. Dabei wird er auch nie vergessen, was er danach tat. Das Urteil ist erschreckend und nachvollziehbar zugleich. Kaum hat man diese Tat verdaut, geht es bereits mit dem nächsten Geschehen weiter. Lebenslänglich! Man hört das Urteil und macht sich auf das Schlimmste gefasst. Uwe Dießler. Nach zwanzig Jahren aus dem Gefängnis entlassen, will er nun den richtigen Weg gehen. Keine Diebstähle, Betrügereien oder Einbrüche mehr. Doch sein Vorhaben scheint bereits zum Scheitern verurteilt, da er keinen Job findet. Niemand will in einstellen. Bis da dieser Mann kommt und ihm ein Angebot macht. “Ich habe Sie schon ein paarmal hier gesehen. Sie suchen Arbeit? Ich hätte da was für Sie. Ich kann gute Leute immer gebrauchen.” (S.49) Wo jeder nun schreiend weggerannt wäre, war dieser Mann das Licht am Ende des Tunnels. Endlich ein Job, endlich raus aus dem Obdachlosenheim, endlich ein Leben. Pustekuchen. Nach kurzer Zeit, zeigt der Mann sein wahres Gesicht und Uwe gerät mit seinen Kollegen in einen Strudel hinein, der weit über Diebstahl hinausgeht. Wobei: Man spürt die Angst und Verzweiflung. Kann es absurderweise nachvollziehen. Trotzdem war DAS nicht die Lösung. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es einen Epilog. Dort berichtet der Autor, was aus den Mördern geworden ist, wie das Urteil ausging, was seine Gedanken dazu sind oder ähnliches. Eine Art Zusammenfassung stets angepasst zu dem Fall, den er vor Gericht vertreten hat. Dabei hört man stets heraus: Ich mache hier meine Arbeit. Ob ich das Urteil für richtig oder falsch halte, spielt keine Rolle. Nicht im Geringsten. In dem Buch geht es nicht so blutig und brutal zu, wie in den bisher vorgestellten Büchern aus der Rubrik #wahreVerbrechen. Ehm, doch. Man mag es kaum glauben, aber auch eine (nüchtern) beschriebene Tat, kann einem durchaus Schauer über den Rücken jagen. Zumal keiner der Mörder hier sanft vorgeht. Wirklich keiner. Wer also gedacht hat, dass er hier endlich was Softes in unserer Rubrik gefunden hat: Pustekuchen. Bereits in “Mörderinnen” (Kritik) hat Veikko Bartel gezeigt, wie man seinen Lesern äußerst lebendig den Beruf des Strafverteidigers näher bringen kann. Waren es dort zu wenig Fälle, hat er hier mit sechs Fällen ein gutes Mittelmaß gefunden. Wobei ich gerne noch mehr gelesen hätte. Statt Leichen zu sezieren oder Mörder zu analysieren, lernt man hier das deutsche Rechtssystem kennen. Keine Angst, es gibt keinen Paragraphendschungel. Stattdessen zieht man eher über die Unlogik und vielen Lücken die Stirn kraus. Und dann wundert man sich, warum Sexualverbrecher auf freien Fuß kommen… >> Lesetipp! Gefängnis oder kein Gefängnis, die vorerst letzte Endstation für Mörder anschaulich erzählt!

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Mörder

Von: _bibliophilie_

14.03.2019

Veikko Bartel stellt die Frage nach dem „Wieso“ hinter den Morden. Er verurteilt nicht, er nimmt den Täter/ die Täterin aber auch nicht in Schutz. Seine Aufgabe als Strafverteidiger: Die Hintergründe zu erfahren. Warum hat der/die Täter/in gemordet? Er verteidigt den Menschen, nicht die Tat! Er erzählt in seinem Buch von 6 Männern und 6 Morden. Echte Fälle! Jeder einzelne Mord wird wie eine Geschichte erzählt, man erfährt wie es dazu kam, dass die Männer gemordet haben. Man erfährt aus ihrer Vergangenheit, ihrer Kindheit, und der Gegenwart und es ergibt nach und nach ein Bild. Man kann teilweise nachvollziehen warum diese Männer so gehandelt haben. Anfangs denkt man „Wie krank! Wie kann man sowas nur machen“. Am Ende versteht man es, man findet es zwar nach wie vor falsch und grausam aber man kann teilweise nachvollziehen. Ich finde diese Thematik wirklich super interessant. Die jeweiligen Fälle sind in einzelne Abschnitte mit Überschriften untergliedert. Als würde man in seinem Tagebuch lesen. Er bringt nicht nur die Emotionen der Täter ein sondern auch seine eigenen. Ich finde den Schreibstil von Veikko Bartel wirklich sehr gut, sehr locker und flüssig. Man erhält viele Hintergrundinformationen. Sehr interessant wie so ein Fall aufgeklärt und verurteilt wird. Er benutzt keine verwirrenden Fachwörter, so dass auch Laien verstehen um was es geht 😄 Ich war erstaunt wie gut ein Jurist seine Worte zu Papier bringt ohne in seinen Fachjargon abzuschweifen 😊 Wenn doch mal ein Wort vorkommt was man als Laie nicht verstehen könnte, dann gibt es im kleingedruckten die Erklärung dazu. Die bildhaften & detailreichen Beschreibung des grausamen Tathergangs lassen sich nicht vermeiden und sind auch nötig. Mir fehlen teilweise die Worte zu diesen Taten. Ich habe stellenweise mit offenem Mund und angehaltenem Atem gelesen und war so geschockt zu was Menschen fähig sind 😳 Die Auswahl der Fälle ist wirklich gut gelungen. Man erhält eine gute Mischung mit verschiedenen Motiven und verschiedenen Typ Menschen auf Täter- und Opferseite. Mörder ist ein sehr gutes und aufschlussreiches Buch, was sich gut lesen lässt, es ist schonungslos, detailreich und bildhaft geschrieben. Ich denke aber, dass zartbesaitet eventuell an ihre Grenzen geraten.... Ich kann das Buch aber jedem empfehlen der auf True Crime steht oder der sich für so eine Thematik interessiert. Ich vergebe die vollen ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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"Ein Leben für drei Leben." (Seite 77) Der ehemalige Strafverteidiger Veikko Bartel, von dem ich letztens ‚Mörderinnen‘ gelesen habe, erzählt in seinem neuen Buch von Männern, die er verteidigt hat, z.B. von einem überkorrekten Beamten, der seine Ehefrau tötet, von zwei Männern aus einer Drückerbande, die aus Verzweiflung einen Mann erwürgen, und von einem Auswanderer, der in Thailand seine Freundin erschlägt. Neben den Biografien der Täter, dem Tathergang und den Besonderheiten der Verhandlung berichtet Bartel in ‚Mörder‘ von deutschem Strafrecht, von Schuldfähigkeit, vom Strafmaß, von Auslieferungsantrag, von Mord versus Totschlag versus Körperverletzung mit Todesfolge, von Maßregelvollzug und Sicherungsverwahrung. Vor ein paar Tagen befand ich mich mitten in einer Leseflaute, was mir schon seit geraumer Weile nicht mehr passiert ist. Ich habe gerade auf wenige Bücher richtig Lust, aber da ich kürzlich ‚Mörderinnen‘ von Bartel gelesen habe und mich das Buch gut unterhalten und gefesselt hat, habe ich nun zu ‚Mörder‘ gegriffen, das erst vor wenigen Tagen erschienen ist. Und tatsächlich ist mein Plan aufgegangen: Meine Leseunlust wurde durchbrochen, und das Buch hat mich (obwohl ich durchaus Kritikpunkte habe) über seine 250 Seiten hinweg bei der Stange gehalten. Ich empfand das Buch als sehr spannend, doch ‚Mörderinnen‘ hat mir letztendlich besser gefallen, vielleicht weil ich fand, dass ‚Mörder‘ psychologisch noch weniger tief als ‚Mörderinnen‘ ist und noch mehr an der Oberfläche kratzt, vielleicht aber auch aus dem simplen Grund, dass grauenvolle Verbrechen, die von Frauen begangen werden, wahrscheinlich automatisch packender und schlimmer wirken. Nichtsdestotrotz hat mich Bartel sehr gut unterhalten und mir zudem ein paar Informationen über das Strafrecht vermittelt, die mir bislang noch nicht bekannt waren. Besonders eine der Geschichten hat mich sehr angesprochen und zudem sehr berührt, obgleich sie die brutalste Geschichte im Buch ist: die Geschichte eines Jungen, der mit alkoholkranken Eltern aufwuchs, der Vernachlässigung und Gewalt erfuhr, der nie die Unterstützung und die Schulbildung erhielt, die adäquat gewesen wären. Mir persönlich gefallen Bartels Bücher trotz meiner Kritikpunkte besser als die von Ferdinand von Schirach, weil ich von Schirachs Ausführungen, als ich vor ein paar Jahren ‚Verbrechen‘ las‚ oft zu überheblich und zudem reißerisch fand. Veikko Bartel: Mörder. Fälle aus der Praxis eines Strafverteidigers. Mosaik Verlag, 2019, 256 Seiten; 18 Euro.

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In seinem neusten Buch widmet sich der Strafverteidiger Veikko Bartel den Mördern, also sind in nun die Männer zu erwähnen. Und da mir „Mörderinnen“ schon sehr gut gefallen hat war ich auch hier gespannt was mich erwarten wird. Vor allem ist man natürlich neugierig - töten, denken, handeln Täter der männlichen Seite anders als die Weibliche? Sind sie wirklich nur „Monster“, „Abschaum“, der weggesperrt gehört? Kann man hier leichter urteilen? In „Mörder“ schildert Veikko Bartel folgende Fälle die er als Strafverteidiger vor Gericht vertreten hat: Der betrogene Finanzbeamte Der Drücker Thailand, mon amour Das Genie Der Scharfschütze der Fremdenlegion Der Serienvergewaltiger, der Tod von Frau Meyer und das Gewissen eines Verteidigers Der Schreibstil ist von Beginn an wieder flüssig, zieht den Leser sofort in seinen Bann und man ist gespannt sowie neugierig welche Tore sich hier nun öffnen werden. Ich mag es persönlich wie Veikko Bartel alle Umstände beschreibt die er erlebt hat. Und auch im aktuellen Buch wird recht schnell klar - man kann einen Täter nicht so einfach und schnell verurteilen. Wo die Gesellschaft aufschreit weil ein Mann seine Frau und Freundin getötet hat gibt es trotzdem klare, rechtliche Schritte die differenzieren, es ist eben immer mehr als nur Schwarz oder Weiss. Und vielleicht lernt man durch diese Bücher auch mehr hinter die Fassade zu schauen, dass ein Täter manchmal selbst Schlimmes erlebt hat, dass gewisse Dinge ihn geprägt haben, keiner fragte ob es diesem Mann so Recht ist. Interessant war auch dass Veikko Bartel im Ausland agieren musste, spannend und manchmal erschreckend zu sehen wie in anderen Ländern Gerichte, Polizei und Anwälte arbeiten. In diesen Momenten ist man dann doch ganz froh dass es in Deutschland so ein Rechtssystem gibt welches jeden auffängt. Klar gibt es auch bei uns schwarze Schafe die ihren Rang ausnutzen, dies stellt der Autor ebenso klar, aber zum Glück sind diese Menschen in der Unterzahl. Wenn Veikko Bartel diese Fälle beschreibt regt sich doch immer Mitgefühl oder auch Abscheu durch das was diesen „Tätern“ widerfahren ist. Am Besten jedoch fand ich das letzte Kapitel denn hier beschreibt der Autor und Strafverteidiger Fälle die auch an seiner Moral kratzen, was einen Strafverteidiger ausmacht, was sein Job ist, wie er vor Gericht auftritt und welche Ziele er verfolgt. Ich persönlich habe hier einen grossen Respekt vor dem Beruf eines Strafverteidigers bekommen, auf der einen Seite finde ich es interessant, auf der anderen Seite hätte ich bei gewissen Tätern wohl starke Bedenken ob ich diese hier fair und ohne zu vorverurteilen verteidigen könnte. Und gerade in der heutigen Zeit, wo eine Gesellschaft so schnell vorverurteilt, aufschreit und losbrüllt, gerade da braucht es solche Bücher. Denn man sollte immer bedenken- irgendwann steht man vielleicht selbst auf der „falschen“ Seite und dann ist man froh wenn man einen Strafverteidiger hat wie Veikko Bartel. Ein Mensch der an einen glaubt, der einen zuhört und mit einem den ganzen Fall „auseinandernimmt“ um Unstimmigkeiten oder falsch dargestellte Sachen klarzustellen. Ich kann diese Buch nur empfehlen!

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Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Vor ein paar Monaten las ich Veikko Bartels ersten Band dieser Reihe. Es handelt sich um MÖRDERINNEN und war in der Tat (wie der Klappentext versprach) spannender als jeder Krimi. Auch MÖRDER konnte mich überzeugen, wenngleich die Frauen doch heimtückischer morden und ich bei den Männern deutlich weniger Empathie aufbrachte. Wenn man in diesem Fall überhaupt von Empathie sprechen kann... Meiner Meinung nach schreibt der ehemalige Rechtsanwalt Veikko Bartel sehr anschaulich, spannend und unterhaltsam und ich bin wie auch beim Vorgänger durch die Seiten geflogen. Die Krimifans unter euch sollten diesem Buch definitv Beachtung schenken. Ich kann nur sagen: Sowas habt ihr noch nicht gelesen! 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐

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