Leserstimmen zu
Queer London

Peter Ackroyd

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In der Queeren Szene kommt die Damenwelt leider immer zu kurz, so auch in dem neuen Buch von Peter Ackroyd. Nichtsdestotrotz würde ich “Queer London” als ein Must Have der LGBT-Literatur sehen. Ackroyd erzählt in einem angenehmen Schreibstil über die Entwicklung und besonders die Betrachtung von Homosexuellen. London, nicht nur eine historisch und kulturell interessante Stadt, ist zudem noch eine Hochburg der Schwulenszene Europas. Das Buch erzählt faktisch, wie das römische Londinium zu dieser Hochburg heranwuchs. Wie in der Antike Lustknaben zur Normalität gehörten und Homosexuelle keinerlei Konsequenzen fürchten mussten, bis das Christentum über Großbritannien herrschte und dann homosexuelle Handlungen kriminalisiert wurden. Ackroyd berichtet über die Verfolgung im Mittelalter, welche sich bis in die Neuzeit zog und wo Homosexualität mit Sodomie gleichgestellt wurde. Auch Anekdoten über Oscar Wilde kann man lesen und inwieweit Homosexualität im britischen Adel vertreten war. Ackroyd nimmt den Leser mit in schummrige Szenebars des 20ten und 21ten Jahrhunderts und stellt die besten Plätze für anonymen Sex (Cruising) vor, wobei er dabei die Angst vor dem erwischt werden durch die Polizei sehr gut vermittelt, denn auch in der Moderne war Homosexualität nicht nur verpönt, sondern noch immer verboten. Durch diese vielen Fakten und Informationen ist es jedoch keine leichte Kost, man muss immer mal wieder Lesepausen einlegen, um die vielen Infos verarbeiten zu können. Es ist nun einmal ein Sachbuch, welches zwar sehr angenehm geschrieben ist, aber trotzdem nicht in einem heruntergelesen werden kann. Peter Ackroyd ist bekannt für seine historischen Sachbücher über seine Heimatstadt London. Queer London reiht sich deswegen in eine Reihe mit “London. Die Biografie” und “Die Themse. Biografie eines Flusses” ein. Formell bietet “Queer London” 18 Kapitel, immer mit den passenden Bilder eingeleitet und in Szene gesetzt. Weitere Bilder findet man in der Mitte des Buches, dies lockert das Lesegefühl ein wenig auf. Das künstlerische Intermezzo ist auf hochwertigen Glanzpapier gedruckt welches die Bilder in Farbe darstellt und so auch ästhetisch das Buch aufwerten. Peter Ackroyd belegt seine Aussagen anthropologisch, fast schon archäologisch durch Überlieferungen und Funde und erzählt anhand dessen, wie sich das Ansehen von Homosexuellen in der Gesellschaft geändert hat. Auch wird die Etymologie von vielen Begriffen, die wir heute wie selbstverständlich nutzen, erläutert. Diese akribische Arbeit spiegelt sich in der umfangreichen Bibliographie am Ende des Buches wieder. Es wird zwar viel Fachwissen vermittelt, das Buch ist trotzdem nicht ein typisches Werk der Sorte Queer Studies, sondern für jeden zugänglich der gerne Geschichtsbücher liest. Ganz im Gegenteil der Queer Studies, amüsiert sich der Autor ein wenig über die typischen Queer Studies Klischees, da er die Meinung vertritt, dass es seit 2014 (Öffnung der Ehe für Alle in London) viele Privilegien für Homosexuelle gibt und seitdem kaum weitere spannende Entwicklungen geschehen sind. Das Buch ist definitiv ein MUSS für alle die sich für LGBTQ Themen interessieren! Aber auch Geschichts- und Kulturinteressierte Leser kommen bei “Queer London” von Peter Ackroyd voll auf ihre Kosten. Ich habe auf jedenfall viel neues gelernt.

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Der Hauptfokus liegt auf männlichen Homosexuellen, weibliche fallen leider etwas unter den Tisch. Was ich persönlich schade finde. Die Tatsache wird wohl aber daran liegen, dass es zu wenige Aufzeichnungen gibt und nicht weil der Autor keine Lust darauf hatte. Vom Schreibstil her hätte es etwas aufgelockerter sein können, da sich das Buch leider wie ein Geschichtsbuch liest. Also ja, es ist ein Geschichtsbuch, klar, aber durch die Thematik hätte man es ruhig etwas lockerer und witziger schreiben können. Immerhin lockern die Bilder/Karikaturen das Buch ein bisschen auf und gestalten es spannender. Trotz allem ist das Buch sehr informativ über die Entwicklung der Homosexualität in London. Ich bin auch begeistert von den vielen Details in dem Buch, man bekommt so unwahrscheinlich viele Informationen, so dass man das Buch auch zwischen drin immer mal weg legen muss, damit man über das gelesene noch mal nachdenken kann und alles verarbeiten kann.

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Ich wusste, dass London eine der größten, wenn nicht sogar die größte LGBT/queere Community der Welt hat. Doch war mir die Entwicklung bis heute fremd. Dieses Buch liest man nicht an einem Nachmittag gemütlich auf der Couch mit einer heißen Schokolade durch. Man braucht etwas länger, da man viel Input bekommt. Die Geschichte, woher die Worte stammen, die heute in jedem normalen Sprachgebrauch zu finden sind, ist unglaublich faszinierend. Auch die großen Persönlichkeiten und wie sich die Ansichten über die gleichgeschlechtliche Liebe über die Jahre immer mal wieder verändert hat, zieht einen regelrecht in seinen Bann. Wenn man sich für Geschichte interessiert, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Mich hat es teilweise schockiert aber auch sehr fasziniert. Bewertung: Ein sehr intensives Sachbuch mit einer wichtigen Thematik. Denn um Akzeptanz und Toleranz zu entwickeln, muss man Dinge beleuchten und verstehen. Tolles Buch! Von mir eine absolute Kaufempfehlung. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Was ich bisher über die allgemeine Geschichte von Homosexualität wusste, lässt sich auf drei Sätze herunterbrechen: Im römischen Reich und antiken Griechenland war männliche Homosexualität völlig normal und teilweise gesellschaftlich hoch angesehen. Seit Beginn der Christianisierung wurde Homosexualität mehr und mehr geächtet und stand unter Strafe. Seit dem letzten Jahrhundert kämpfen LGBTQIA+-Menschen mehr und mehr für ihre Rechte, um als gesellschaftlich und rechtlich gleichwertig zu gelten (in vielen Ländern mit Erfolg). Ihr könnt euch vorstellen, dass 272 + 16 Seiten weitaus mehr Informationen bereithalten. Was mir besonders aufgefallen ist, dass es bis zum letzten Jahrhundert kaum um romantische Gefühle zwischen gleichgeschlechtlichen Personen ging, sondern rein um die Auslebung der Homosexualität. Ob sich diese Personen wirklich gern hatten und eine Beziehung, wie zur früheren Zeit üblich, zwischen Mann und Frau führen wollten, spielte kaum eine Rolle. Dass sexuelle Anziehung nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun haben muss, ist uns vermutlich allen bewusst. Jedoch bin ich in einer Zeit aufgewachsen, in der es nicht um die Akzeptanz der homosexuellen Akts an sich, sondern um die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen ging. Der Autor zieht seine Informationen aus schriftlichen Überlieferungen und Ausgrabungen. So wurden hin und wieder Doppelgräber gefunden, in denen zwei Männer oder zwei Frauen gemeinsam beerdigt worden waren, die sich möglicherweise in einer Liebesbeziehung befunden hatten. In Gedichten wurden sexuelle Triebe bestimmter Personen erwähnt, die sie zum Gespött werden ließ. Später waren es dann Gerichtsurteile. Beim Lesen habe ich mich einige Zeit darüber geärgert, dass (mal wieder) so wenig Informationen über Frauen zusammengetragen wurden. Sie fallen zwar nicht komplett unter den Tisch, denn es gibt zwei eigene Kapitel über die weibliche Homosexualität und in den anderen Kapiteln gibt es immer wieder Ergänzungen über die weibliche Seite. Inzwischen weiß ich aber, warum das so ist: Zum einen waren in der Vergangenheit alle bedeutenden Personen Männer. Frauen hatten Hausfrau und verheiratet zu sein und hatten kein Stimmrecht. Dadurch sind auch (fast) alle überlieferten Schriften von Männern verfasst worden. Zum anderen wurde weibliche Homosexualität möglichst totgeschwiegen. Man ging davon aus, Homosexualität sei ein Laster, das in jedem Mann schlummert und jederzeit auszubrechen drohte; es konnte letztendlich jeden treffen. Frauen allerdings schrieb man kein eigenes Verlangen zu und hätte man in der Öffentlichkeit über derlei Fälle weiblicher Homosexualität gesprochen, hätte es andere Frauen nur auf falsche Gedanken gebracht. Viel drehte sich auch um Geschlechterrollen und -normen. Es gibt viele überlieferte Fälle, in denen sich Frauen als Männer und Männer als Frauen verkleideten, um dann ihre gleichgeschlechtliche Liebe zu heiraten oder andere Möglichkeiten im Leben zu haben. Dies war allerdings eher in den letzten wenigen Jahrhunderten der Fall, denn vor der Christianisierung und Verfolgung vom Homosexualität gab es durchaus eheähnliche Bündnisse zwischen gleichgeschlechtlichen Personen. Insgesamt war das Buch also sehr informativ, sehr fesselnd, allerdings auch hin und wieder etwas trocken, wenn es um die Aneinanderreihung von Ereignissen oder die namentliche Erwähnung von queeren Personen ging, die sich extrem häufen. Fazit: Queer London ist ein Buch, das mich sehr gefesselt hat, bei dem ich durch den emotionslosen, sachlichen Schreibstil beim Lesen allerdings nur stückchenweise vorankam. Das Cover hat mich stilistisch etwas anderes erwarten lassen, denn es handelt sich nicht um eine unterhaltsam aufbereitete Geschichte über die Queerness Londons, sondern vielmehr um ein Geschichtsbuch, das voller Informationen steckt. Diese hatten es allerdings in sich, denn wie präsent sich Homosexualität seit jeher durch die Geschichte Londons sowie die Geschichte überhaupt zieht, war mir nicht bewusst. Sie war immer schon da und wurde vor unserer Zeit vielleicht sogar intensiver ausgelebt als heute. Eine Empfehlung an alle, die schon immer mehr über die queere Geschichte erfahren wollten.

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Eine sehr geistreiche Reflexion über die Zeitlosigkeit der Homosexualität. Überaus ansprechend und auch liebevoll anhand der Geschichte einer Metropole aufgezeigt. Vor allem kann der Autor unglaublich unterhaltsam und klug gleichermaßen erzählen. In der Bibliothek zuerst gelesen. Wird umgehend für zu Hause erworben!

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Queer London - Von der Antike bis heute ist eine sehr interessante Zusammenfassung von Peter Ackroyd. Unterteilt ist das Buch in 18 Kapitel, welche mit einem Bild eingeleitet werden. Noch dazu gibt es zwei Mal mehrere Seiten, auf denen Bilder abgebildet sind. Diese sind dann auf einem hochwertigeren Papier gedruckt, sodass die Bilder besser raus kommen. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Bilder passend im Text untergebracht gewesen wären, sodass man den direkten Bezug hat, verstehe aber auch, wieso man sich für das Sammeln und hochwertiger drucken entschieden hat. Ich empfand Queer London als sehr informativ. Nicht nur was die queere Geschichte von London angeht, sondern auch allgemein, was das Lebensgefühl in London angeht in den einzelnen Epochen. Und auch die Queere Geschichte im Allgemeinen. London steht zwar im Mittelpunkt, aber unweigerlich lernt man auch etwas über die anderen Länder / Gebiete im Bezug auf das Thema. Zum Lesen des Buches habe ich etwas länger gebraucht, da ich die vielen Informationen zunächst verdauen musste und auch den Inhalt. Manches hat mich sehr geschockt, da es mir einfach nicht bewusst war. Der Autor bezieht sich auf Quellen, welche am Ende aufgelistet sind, eine persönliche Wertung bringt er nicht ein. Es ist einfach nur eine Zusammenfassung der Geschichte. Ich persönlich hätte mir manchmal weniger Details, was die genauen Orte angeht gewünscht und dafür mehr eingehen auf die einzelnen Schicksale wenn möglich bzw. auch vergleiche, sodass man das Ausmaß von Strafen besser begreift. Das Strafmaß, was homosexuelle Handlungen angeht, wandelt sich mit der Zeit und mich hätte in diesem Zusammenhang auch interessiert, wie es sich mit anderen Gesetzen verhält. Davon abgesehen fand ich das Buch sehr bereichernd. Ich mag Geschichte und ich finde London toll. Wer kein Interesse an Geschichte hat und auch keinerlei Bezug zu London oder LGBT, wird das Buch wohl eher als langweilig empfinden. Ich hingegen fand es spannend und habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Fazit: Trotz kleiner Kritikpunkte Daumen hoch. Sehr informativ und interessant. Wer sich für die Geschichte von London interessiert und dazu auch noch für die Queere ist hier genau richtig. Man kann durch das Buch wirklich viel lernen und trotz der sachlichen Erzählung wird es nicht langweilig. Für mich sehr bereichernd, da mir einiges so nicht bewusst war. 4,5 Sterne

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