Leserstimmen zu
Queer London

Peter Ackroyd

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Ich wusste, dass London eine der größten, wenn nicht sogar die größte LGBT/queere Community der Welt hat. Doch war mir die Entwicklung bis heute fremd. Dieses Buch liest man nicht an einem Nachmittag gemütlich auf der Couch mit einer heißen Schokolade durch. Man braucht etwas länger, da man viel Input bekommt. Die Geschichte, woher die Worte stammen, die heute in jedem normalen Sprachgebrauch zu finden sind, ist unglaublich faszinierend. Auch die großen Persönlichkeiten und wie sich die Ansichten über die gleichgeschlechtliche Liebe über die Jahre immer mal wieder verändert hat, zieht einen regelrecht in seinen Bann. Wenn man sich für Geschichte interessiert, ist dieses Buch ein absolutes Muss. Mich hat es teilweise schockiert aber auch sehr fasziniert. Bewertung: Ein sehr intensives Sachbuch mit einer wichtigen Thematik. Denn um Akzeptanz und Toleranz zu entwickeln, muss man Dinge beleuchten und verstehen. Tolles Buch! Von mir eine absolute Kaufempfehlung. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

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Was ich bisher über die allgemeine Geschichte von Homosexualität wusste, lässt sich auf drei Sätze herunterbrechen: Im römischen Reich und antiken Griechenland war männliche Homosexualität völlig normal und teilweise gesellschaftlich hoch angesehen. Seit Beginn der Christianisierung wurde Homosexualität mehr und mehr geächtet und stand unter Strafe. Seit dem letzten Jahrhundert kämpfen LGBTQIA+-Menschen mehr und mehr für ihre Rechte, um als gesellschaftlich und rechtlich gleichwertig zu gelten (in vielen Ländern mit Erfolg). Ihr könnt euch vorstellen, dass 272 + 16 Seiten weitaus mehr Informationen bereithalten. Was mir besonders aufgefallen ist, dass es bis zum letzten Jahrhundert kaum um romantische Gefühle zwischen gleichgeschlechtlichen Personen ging, sondern rein um die Auslebung der Homosexualität. Ob sich diese Personen wirklich gern hatten und eine Beziehung, wie zur früheren Zeit üblich, zwischen Mann und Frau führen wollten, spielte kaum eine Rolle. Dass sexuelle Anziehung nicht unbedingt etwas mit Liebe zu tun haben muss, ist uns vermutlich allen bewusst. Jedoch bin ich in einer Zeit aufgewachsen, in der es nicht um die Akzeptanz der homosexuellen Akts an sich, sondern um die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen ging. Der Autor zieht seine Informationen aus schriftlichen Überlieferungen und Ausgrabungen. So wurden hin und wieder Doppelgräber gefunden, in denen zwei Männer oder zwei Frauen gemeinsam beerdigt worden waren, die sich möglicherweise in einer Liebesbeziehung befunden hatten. In Gedichten wurden sexuelle Triebe bestimmter Personen erwähnt, die sie zum Gespött werden ließ. Später waren es dann Gerichtsurteile. Beim Lesen habe ich mich einige Zeit darüber geärgert, dass (mal wieder) so wenig Informationen über Frauen zusammengetragen wurden. Sie fallen zwar nicht komplett unter den Tisch, denn es gibt zwei eigene Kapitel über die weibliche Homosexualität und in den anderen Kapiteln gibt es immer wieder Ergänzungen über die weibliche Seite. Inzwischen weiß ich aber, warum das so ist: Zum einen waren in der Vergangenheit alle bedeutenden Personen Männer. Frauen hatten Hausfrau und verheiratet zu sein und hatten kein Stimmrecht. Dadurch sind auch (fast) alle überlieferten Schriften von Männern verfasst worden. Zum anderen wurde weibliche Homosexualität möglichst totgeschwiegen. Man ging davon aus, Homosexualität sei ein Laster, das in jedem Mann schlummert und jederzeit auszubrechen drohte; es konnte letztendlich jeden treffen. Frauen allerdings schrieb man kein eigenes Verlangen zu und hätte man in der Öffentlichkeit über derlei Fälle weiblicher Homosexualität gesprochen, hätte es andere Frauen nur auf falsche Gedanken gebracht. Viel drehte sich auch um Geschlechterrollen und -normen. Es gibt viele überlieferte Fälle, in denen sich Frauen als Männer und Männer als Frauen verkleideten, um dann ihre gleichgeschlechtliche Liebe zu heiraten oder andere Möglichkeiten im Leben zu haben. Dies war allerdings eher in den letzten wenigen Jahrhunderten der Fall, denn vor der Christianisierung und Verfolgung vom Homosexualität gab es durchaus eheähnliche Bündnisse zwischen gleichgeschlechtlichen Personen. Insgesamt war das Buch also sehr informativ, sehr fesselnd, allerdings auch hin und wieder etwas trocken, wenn es um die Aneinanderreihung von Ereignissen oder die namentliche Erwähnung von queeren Personen ging, die sich extrem häufen. Fazit: Queer London ist ein Buch, das mich sehr gefesselt hat, bei dem ich durch den emotionslosen, sachlichen Schreibstil beim Lesen allerdings nur stückchenweise vorankam. Das Cover hat mich stilistisch etwas anderes erwarten lassen, denn es handelt sich nicht um eine unterhaltsam aufbereitete Geschichte über die Queerness Londons, sondern vielmehr um ein Geschichtsbuch, das voller Informationen steckt. Diese hatten es allerdings in sich, denn wie präsent sich Homosexualität seit jeher durch die Geschichte Londons sowie die Geschichte überhaupt zieht, war mir nicht bewusst. Sie war immer schon da und wurde vor unserer Zeit vielleicht sogar intensiver ausgelebt als heute. Eine Empfehlung an alle, die schon immer mehr über die queere Geschichte erfahren wollten.

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Eine sehr geistreiche Reflexion über die Zeitlosigkeit der Homosexualität. Überaus ansprechend und auch liebevoll anhand der Geschichte einer Metropole aufgezeigt. Vor allem kann der Autor unglaublich unterhaltsam und klug gleichermaßen erzählen. In der Bibliothek zuerst gelesen. Wird umgehend für zu Hause erworben!

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Queer London - Von der Antike bis heute ist eine sehr interessante Zusammenfassung von Peter Ackroyd. Unterteilt ist das Buch in 18 Kapitel, welche mit einem Bild eingeleitet werden. Noch dazu gibt es zwei Mal mehrere Seiten, auf denen Bilder abgebildet sind. Diese sind dann auf einem hochwertigeren Papier gedruckt, sodass die Bilder besser raus kommen. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Bilder passend im Text untergebracht gewesen wären, sodass man den direkten Bezug hat, verstehe aber auch, wieso man sich für das Sammeln und hochwertiger drucken entschieden hat. Ich empfand Queer London als sehr informativ. Nicht nur was die queere Geschichte von London angeht, sondern auch allgemein, was das Lebensgefühl in London angeht in den einzelnen Epochen. Und auch die Queere Geschichte im Allgemeinen. London steht zwar im Mittelpunkt, aber unweigerlich lernt man auch etwas über die anderen Länder / Gebiete im Bezug auf das Thema. Zum Lesen des Buches habe ich etwas länger gebraucht, da ich die vielen Informationen zunächst verdauen musste und auch den Inhalt. Manches hat mich sehr geschockt, da es mir einfach nicht bewusst war. Der Autor bezieht sich auf Quellen, welche am Ende aufgelistet sind, eine persönliche Wertung bringt er nicht ein. Es ist einfach nur eine Zusammenfassung der Geschichte. Ich persönlich hätte mir manchmal weniger Details, was die genauen Orte angeht gewünscht und dafür mehr eingehen auf die einzelnen Schicksale wenn möglich bzw. auch vergleiche, sodass man das Ausmaß von Strafen besser begreift. Das Strafmaß, was homosexuelle Handlungen angeht, wandelt sich mit der Zeit und mich hätte in diesem Zusammenhang auch interessiert, wie es sich mit anderen Gesetzen verhält. Davon abgesehen fand ich das Buch sehr bereichernd. Ich mag Geschichte und ich finde London toll. Wer kein Interesse an Geschichte hat und auch keinerlei Bezug zu London oder LGBT, wird das Buch wohl eher als langweilig empfinden. Ich hingegen fand es spannend und habe mich zu keiner Zeit gelangweilt. Fazit: Trotz kleiner Kritikpunkte Daumen hoch. Sehr informativ und interessant. Wer sich für die Geschichte von London interessiert und dazu auch noch für die Queere ist hier genau richtig. Man kann durch das Buch wirklich viel lernen und trotz der sachlichen Erzählung wird es nicht langweilig. Für mich sehr bereichernd, da mir einiges so nicht bewusst war. 4,5 Sterne

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