Leserstimmen zu
Die Entführung

Petra Johann

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Am letzten Tag ihrer Ferien werden die beiden 15-jährigen Freundinnen Lena und Ronja entführt. Kurze Zeit später geht eine immense Lösegeldforderung bei Lenas Vater ein, der erfolgreicher Unternehmer ist, aber seine ganz eigene Vorstellung von der richtigen Vorgehensweise hat. Und so müssen die beiden Kripobeamten Eva Schaller und Jakob Schuster gleich an mehreren Fronten kämpfen... Mit „Die Entführung“ legt die deutsche Krimiautorin Petra Johann bereits ihren dritten Roman vor, der eine Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. Zunächst wird im ersten Teil die oben beschriebene Szenerie um die beiden entführten Mädchen aufgebaut, die sehr spannend geraten ist – und zwar nicht nur, weil man mit Lena und Ronja mitfiebert und die Handlung packend geschildert ist, sondern auch, weil sich immer mehr von den verschiedenen Charakteren offenbart. Das Beziehungsgeflecht, welches die Autorin hier präsentiert, ist sehr vielschichtig geraten und erzählt von einer gestörten Vater-Tochter-Beziehung ebenso sehr wie von dem Verhalten in Extremsituationen. Toll auch, wie immer wieder Momente der Entführung selbst geschildert werden, wie Lena und Ronja sich ganz unterschiedlich verhalten, ganz zu schweigen von dem dramatischen Ende dieses ersten Teils. Ein Zeitsprung von 17 Jahren schließt sich an, sodass sich der Leser zunächst in eine ganz neue Szenerie einfinden muss. Die Charaktere haben sich entwickelt, ihr Leben hat sich grundlegend geändert, im Laufe der Zeit sind Wunden verheilt und Narben hinzugekommen. Doch der Roman kehrt wieder zu der Entführung zurück, fügt neue Erkenntnisse hinzu und verbindet diese Elemente geschickt mit der momentanen Situation der Beteiligten. Auch wenn das nicht immer so fokussiert geschieht wie zu Anfang und einiges doch etwas konstruiert wirkt, hat Petra Johann hier so einige Überraschungen eingebaut, mit denen ich so nicht gerechnet habe. Immer wieder bringt sie durch eine neue Erkenntnis Licht ins Dunkle oder fügt eine neue Facette hinzu, was einen sehr runden und durchdachten Eindruck hinterlässt. Sprachlich ist „Die Entführung“ insgesamt recht elegant gelungen, die Lebenswelt der verschiedenen Charaktere fließt dabei gekonnt mit ein. Über manche Sätze, gerade in der wörtlichen Rede bin ich zwar gestolpert, das hält sich jedoch in engen Grenzen. Die Charakterisierung ihrer Figuren ist Johann hingegen bestens gelungen, sie kommen mit ihren eigenen Ecken und Kanten authentisch und markant zur Geltung. „Die Entführung“ schwächelt zwar nach dem sehr packenden und eindringlichen Start um die Entführung der beiden Mädchen etwas, der zweite Abschnitt entwickelt sich aber positiver als gedacht. Hier werden keine ausgetretenen Pfade weiter eingestampt, sondern neue Wege gegangen, und selbst wenn das nicht immer gänzlich eingängig funktioniert, ist der Roman gerade deswegen so lesenswert. Viele Überraschungen und spannende Momente sorgen hier für einen sehr positiven Gesamteindruck.

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Petra Johans „Die Entführung“ ist ein durchgängig spannender und wendiger Kriminalroman mit geschicktem Aufbau und einigen Überraschungen. Bei der Charakterisierung ihrer Figuren lässt sich die Autorin viel Zeit und vermittelt gekonnt nicht nur die Verzweiflung der Opfer, sondern auch die Besonnenheit des leitenden Ermittlers, die Undurchsichtigkeit des Vaters und die Sorge der weiteren Angehörigen. Auch die Entwicklung vom Entführungsopfer zur Überlebenden gelingt nachvollziehbar und authentisch. Lange lässt die Autorin den Leser im Unklaren über die tatsächlichen Ereignisse. Die Auflösung kommt unerwartet. Ich mag Krimis mit nachvollziehbarer und schlüssiger Handlung ohne reißerische Effekthascherei. Bei diesem Buch empfand ich großes Lesevergnügen.

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Entführt

Von: leseratte1310 aus Mönchengladbach

14.05.2019

Lena und Ronja sind 15 Jahre alt und beste Freundinnen. Sie verbringen einige Wochen der Sommerferien bei Ronjas Vater am Chiemsee. Am letzten Ferientag werden die beiden entführt. Bei Lenas Vater, dem bekannten Unternehmer Karl Festing, geht eine Lösegeldforderung in Höhe von drei Millionen ein. Es beginnt ein Machtspielchen zwischen dem Entführer, der sich „Der Vollstrecker“ nennt und Karl Festing, der seine eigenen Vorstellungen hat, wie die Sache zu regeln ist. Keine leichte Sache für die beiden Münchner Kripobeamten Eva Schaller und Jakob Schuster. Es kommt zu einer Katastrophe. Siebzehn Jahre später sorgt ein Leichenfund in der Nähe des damaligen Verstecks dafür, dass das Geschehen von damals in einem anderen Licht erscheint. Dieser Krimi hat mich von Anfang an gepackt. Diese Geschichte wird auf eine ungewöhnliche Art erzählt. Im ersten Teil erleben wir die Entführung der beiden Mädchen; der zweite Teil spielt siebzehn Jahre später. Alle Charaktere sind sehr gut und facettenreich ausgearbeitet. Ronja ist selbstbewusst und lebenslustig und liebt ihren Vater Stefan sehr. Sie wird von der unsicheren Lena bewundert. Lena lebt bei ihrem Vater Karl Festing. Seine Persönlichkeit ist imponierend und dominant. Er überlässt es seinen Angestellten Nathan und Gloria, sich um das Mädchen zu kümmern. Die Mädchen haben mir leidgetan. Ich konnte ihre Ängste gut nachvollziehen, denn einer ihrer Entführer scheint sehr gewaltbereit zu sein. Außerdem hat Leni Zweifel, dass ihr Vater sie so liebt, dass er für sie zahlen wird. Als es Ronja im Versteck nicht gut geht, entwickelt Leni eine ungeahnte Stärke. Derweil haben Jakob und Eva nicht nur mit der schwierigen Situation im Hause Festing zu kämpfen, sondern auch noch mit eigenen Problemen. Karl, der an sich schon schwierig ist, hat nun auch noch seine alkoholsüchtige Ex Corinna im Haus, sowie das Ehepaar Birgit und Renate Aurich, die sich Sorgen im ihre Tochter machen. Die Nerven liegen blank. Nathan Müller sorgt dafür, dass die Verhandlungen mit den Entführern nicht im Chaos enden. Dieser Krimi ist von Anfang an spannend und das Ende der Entführung dramatisch. Was sollte da noch kommen? Aber auch nach siebzehn Jahren bleibt es spannend, denn es zeigen sich Verstrickungen und Wendungen, die unerwartet, aber sehr schlüssig sind. Ein toller Kriminalroman, der mir sehr gut gefallen hat und den ich nur empfehlen kann.

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