Leserstimmen zu
Die glorreichen Sechs

Royce Buckingham

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„Die glorreichen Sechs“ von Royce Buckingham ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe, und es ist tatsächlich ein Einzelband. Der Klappentext hat mir hier so richtig gut gefallen und meine Spannung auf einen humorvollen und chaotischen Fantasy-Roman bis aufs Äußerste geschürt, dass ich es kaum erwarten konnte, das Buch endlich zu lesen. Allerdings habe ich anscheinend zu viel erwartet, denn die Geschichte konnte mich nicht so packen wie erhofft. Die Geschichte wird abwechselnd erzählt aus der Sicht von Prinz Caspar, Königin Neveah und der ehemaligen Dienerin Opal. Dabei gibt es drei Handlungsstränge, die gegen Ende zusammenlaufen. In „Die glorreichen Sechs“ dreht es sich darum, dass der verwöhnte Prinz Caspar, der nur das gemütliche Palastleben kennt, unerwarteterweise den meistgehassten Titel im Königreich verliehen bekommt: Zollmeister. Damit ist sein Traum von einem ruhigen Dasein als Botschafter dahin, denn er muss Steuern in den Grenzlanden, fremden und gefährlichen Ländern, eintreiben, die erst vor Kurzem noch nicht unter der Herrschaft der Königin Neveah gewesen sind. Noch dazu muss er die glorreichen Sechs befehligen: eine forsche, unehrenhafte und bunt zusammengewürfelte Truppe, die sich gerne über ihren verweichlichten Kommandanten lustig machen, der versucht, in der neuen und für ihn ungewohnten Situation zurechtzukommen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Auf ihrer Reise durch die Grenzlande passieren sie viele abenteuerliche Orte, unwillige Steuerzahler mit ganz unterschiedlichen Kulturen und vielen Gefahren, z. B. durch aggressive Stämme – eine Menge Möglichkeiten für den jungen Kommandanten, um sich zu bewähren. Währenddessen kann man Opal bei ihrer Flucht durch das Land begleiten und Neveah, wie sie ihren blutigen Plan Stück für Stück in die Tat umsetzt. Wie bereits geschrieben, hat mir der Klappentext richtig gut gefallen und mich auf einen humorvollen Fantasy-Roman hoffen lassen. Der Anfang war auch wirklich gut, denn da konnte ich schon mal die glorreichen Sechs bei der Arbeit des Steuereintreibens miterleben, was definitiv amüsant vonstatten geht. Auch später, wenn es zu Caspars, Opals und Neveahs Perspektive wechselt, bleibt hin und wieder Humor vorhanden, wie z. B. lustige Begebenheiten, Dialoge, Verhaltensweisen oder Gedanken, über die ich etwas lachen konnte. Allerdings bekommt der Roman eine recht ernsthafte Note, sodass ich mir oftmals gar nicht mehr sicher gewesen bin, ob bestimmte Szenen tatsächlich humorvoll sein sollen oder ob das alles ernsthaft gemeint wird, da es nicht klar erkennbar ist. Das ist jedoch nicht das, was mich gestört hat. Denn das ist die Langeweile gewesen. „Die glorreichen Sechs“ hat Höhen und Tiefen….leider sind die Tiefen ziemlich stark vertreten. Trotz des flüssigen Schreibstils gibt es irgendwie in der gesamten Geschichte so lange Stellen, die einfach richtig zäh sind und meinen Lesefluss stark gedrosselt haben. Szenen, die endlos mit Belanglosigkeiten in die Länge gezogen werden, dass meine Nerven arg strapaziert worden sind. Weshalb ich recht bald keine besonders große Motivation mehr hatte weiterzulesen und alles sehr schleppend voranging. Doch dann ist immer wieder ein Funke Spannung dazugekommen, der mein Interesse geweckt hatte und mich denken ließ: Jetzt geht es endlich los! Und dann dauerte es nicht lange zur nächsten Enttäuschung, denn die Spannung flaute schnell wieder ab. Auf den letzten hundert Seiten legt die Story jedoch endlich an Spannung zu. Die Welt, die Royce Buckingham erschaffen hat, finde ich allerdings wirklich gut, denn sie bietet viel Spielraum für eine tolle Geschichte. Dabei sind die amüsanten Namen der Gegenden, Städte, Gebirge und Meere/Seen sehr einfallsreich, aber ebenso gewöhnungsbedürftig, wie z. B. das Arrogante Meer, die Spinnenbeinberge und die Stadt Reinfall. Ganz am Anfang des Buches gibt es eine Karte, sodass man z. B. die Reiserouten gut nachvollziehen kann. Auch die Idee der Story ist klasse – aber mit der Umsetzung komme ich größtenteils nicht zurecht. Ich meine „größtenteils“, weil es für mich zum einen langweilig gewesen ist, zum anderen es doch mal zu Lichtblicken gekommen ist, die meine Neugier auf den Fortgang der Geschichte gestärkt haben. Was die Charaktere betrifft, so haben sie es an einigen Stellen geschafft meine Aufmerksamkeit zu wecken, blieben für mich jedoch zu oberflächlich. Der kindliche und verwöhnte Prinz Caspar brachte mich von Anfang an zum Schmunzeln, ebenso wie seine Versuche die Situation unter Kontrolle zu bringen, dabei jedoch meistens alles zu vermasseln. Er ist unglaublich ehrenhaft, höflich und sehr nobel – und macht eine interessante Entwicklung vom verweichlichten Prinzen zum mutigen Helden durch. Dann gibt es noch den sprechenden Drachen Cliff, der zusammen mit dem derben und ständig Witze reißenden Übersetzer Heath ein amüsantes Team bildet. Den feigen, in sein Aussehen verliebten Barden Belorian, der sich gerne aus Schwierigkeiten und Kämpfen heraus hält. Die ständig schmutzige Pferdemeisterin und Fährtensucherin Yvette. Die schroffe und berechnende Buchhalterin Tara, die zugleich ein Mathe-Genie ist. Und noch viele andere. Letztendlich habe ich bezüglich der glorreichen Sechs auch mehr so eine Art amüsante und abenteuerliche Heldenreise oder meinetwegen „Schurkenreise“ erwartet, dass der Fokus auf die Charaktere gelegt wird, die man nach einiger Zeit immer besser kennen lernt. Leider kommen hier relativ viele Verluste von Charakteren vor, ebenso tauschen viele Charaktere sozusagen ihre Rollen. Fazit: Bei „Die glorreichen Sechs“ von Royce Buckingham habe ich leider viel zu viel erwartet. Die Welt und die Idee der Story gefällt mir gut, ebenso hin und wieder die Charaktere, obwohl mir da mehr Tiefgründigkeit und einen größeren Fokus auf diese gefehlt hat. Auch sind definitiv einige humorvolle und unterhaltsame Stellen vorhanden, doch größtenteils hat sich die Geschichte sehr zäh gezogen, sodass meine Motivation darunter leider stark gelitten hat.

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Ich hatte große Hoffnungen für dieses Buch, denn ich habe eine Schwäche für Prinzen, die der Krone den Rücken kehren und stattdessen rebellieren. Darauf folgte jedoch bald Ernüchterung. Auf den ersten 200 Seiten war ich mir nicht sicher, ob der Autor dieses Buch als ernsthaften High Fantasy Roman konzipiert hat oder ob es eine Parodie der High Fantasy Bücher sein soll. Alles wirkte sarkastisch und ironisch angehaucht. Zu viel, um es ernst zu nehmen, aber zu wenig, um sicher zu sein, dass es tatsächlich lustig sein soll. Leider hat das meinen Humor überhaupt nicht getroffen, sodass ich überlegt habe, das Buch zu pausieren. Letztlich habe ich es dann zunächst eher desinteressiert weiter gelesen. Zum Glück, denn später wurde es tatsächlich noch spannend und es gab eine ausgearbeitete Charakterentwicklung. Der Anfang war aber so unsympathisch, dass ich an diesem Punkt beinahe nicht mehr angekommen wäre. (Nachdem ich das Buch nun beendet habe, bin ich mir übrigens fast sicher, dass es tatsächlich ein ernsthaftes und kein humoristisches High Fantasy Buch sein soll. Fast.) Die größten Probleme hatte ich mit Caspar, dem Protagonisten. Zwar wurde in der Beschreibung des Buches bereits erwähnt, dass er zunächst ein naiver, verwöhnter Prinz ist, aber selbst das hat mich nicht darauf vorbereiten können, wie unfassbar verhätschelt, überheblich, selbstgefällig, verzogen, verwöhnt, verweichlicht, naiv, gutgläubig, kindlich und teilweise auch dumm er tatsächlich ist. Das hat es mir völlig unmöglich gemacht, irgendeine Art Verbindung zu ihm herzustellen. Ich hatte gehofft, als Prinz sei er einfach unerfahren und daran gewöhnt, ein wenig hochnäsig sein zu müssen. Leider hat er aber wirklich keinerlei Menschenverstand und ist völlig weltfremd. Als beispielsweise mitten in der Nacht eine Gruppe maskierter, bewaffneter Männer in sein Lager stürmt, die, als sie bemerkt werden, behaupten, Schauspieler auf Wanderschaft zu sein, glaubt Caspar ihnen. Er tut nicht nur so, er glaubt es tatsächlich. Und das ist nur ein Beispiel. Am Anfang der Geschichte ist er naiv wie ein Kleinkind. Seine Gegner hätten Schilder mit „Dies ist eine Falle“ aufstellen können und er wäre trotzdem beschwingt und fröhlich hineingelaufen. Aus diesem Grund konnte ich die Geschichte lange Zeit überhaupt nicht ernst nehmen und war fast schon überzeugt davon, dass es sich um eine Parodie handelt. Lustigerweise ist es ebenfalls hauptsächlich Caspar, der das Buch am Ende für mich gerettet hat. Genauer gesagt: seine Charakterentwicklung. So schrecklich ich ihn am Anfang auch fand, am Ende wird er doch der edelmütige, gutherzige, gerechte Prinz, auf den ich gehofft hatte. Die Entwicklung, die er erlebt, ist wirklich enorm und auch sehr gut gemacht, denn er wird in all den Gebieten, in denen er zunächst völlig versagt, nach und nach besser. Diese geniale Charakterentwicklung ist natürlich nur möglich, weil die Figur zu Beginn sehr viel Potenzial für eine Entwicklung mitbringt. Meine im vorherigen Absatz erwähnte Kritik an Caspar bleibt dennoch bestehen, denn die Entwicklung fängt auf so niedrigem Niveau an und es dauert so lange, bis sie ins Rollen kommt, dass ich das Buch beinahe aufgegeben hätte, bevor ich an dem Punkt ankam, an dem es endlich besser wurde. Zum Glück nur beinahe. Auch der Rest der Geschichte hat mir immer besser gefallen, je weiter sie fortgeschritten ist. Der Autor hat seine drei Haupterzähler klug gewählt: Caspar reist als Steuereintreiber durch die gerade erst dem Königreich einverleibten Grenzlande, das Straßenmädchen Opal reist quer durch das Königreich Hyak und Königin Neveah berichtet von der Hauptstadt. Dadurch gelingt es dem Autor, die gesamte Welt, die er erschaffen hat, in einem Buch zu bereisen, ohne dass es übertrieben viel oder überstürzt hektische Handlung geben muss. Ich fand es wirklich interessant, immer wieder neue Völker und Sitten zu entdecken und mehr über die Welt zu lernen. Spannung entsteht dadurch, wie die Handlungsstränge alle in miteinander verknüpft sind durch verschiedene Figuren. Es sind viele kleine Puzzleteile, die erst in Summe das Ausmaß der gesamten Angelegenheit offenbaren. Obwohl nichts davon wirklich unvorhersehbar ist, war es doch faszinierend zu sehen, wie die Teile nach und nach an ihren Platz gefallen sind. Fazit Auf den ersten 200 Seiten hätte ich beinahe aufgegeben. Protagonist Caspar ist so verzogen und überheblich, dass ich mich ihm gar nicht verbunden gefühlt habe. Außerdem ist er in einem Ausmaß naiv, dass ich anfangs wirklich dachte, dieses Buch sei eine Parodie. Später wurde es dann deutlich besser. Caspar macht eine enorme, gut gemachte Entwicklung durch und wird der Prinz, auf den ich schon zu Beginn gehofft hatte. Außerdem hat mir die Welt gut gefallen, die erstaunlich umfassend bereist wird in diesem Einzelband. Und ich fand es interessant, wie die vielen kleinen Puzzleteile nach und nach ein großes Ganzes ergeben haben. „Die glorreichen Sechs“ hat mich am Anfang fast verloren, am Ende dann aber begeistert, sodass ich in Summe drei Schreibfedern vergebe. Ich bedanke mich beim blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar.

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