Leserstimmen zu
Mein Ein und Alles

Gabriel Tallent

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Hardcover
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Wo bleibt der zweite Teil

Von: Andrea Lemmermann aus Buxtehude

08.05.2019

Das Hörbuch ist so toll, die Kinderstimmen grandios, aber das Ende... wie geht es weiter, schafft sie es zurück ins richtige Leben und was wird aus Jacob, das Jahr ist doch bald rum... Fragen über Fragen.... 😦

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Starke Emotionen

Von: Sevenup65 aus Gütersloh

17.04.2019

Ein Buch dass fesselt und den Atem anhalten lässt. Wer sich für Hintergründe und Verständnis , für Geschichten ohne Make-up und das wahre Amerika interessiert, kann erfahren wie es sein kann. Mit turtle leidet und hofft man, ohne dass der Autor bewertet. Nur wie ein Beobachter wiedergibt. Ein Buch dass ich verschlungen habe.

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Heute habe ich "Mein Ein und Alles" von Gabriel Tallent aus dem Penguin Verlag beendet. Dabei geht es um Turtle, die im Wald mit ihrem Vater lebt. Dabei spielt insgesamt die krankhafte Vater-Tochter-Beziehung sowie Turtles Wunsch nach Eigenständigkeit und ihre Entwicklung eine wichtige Rolle. Bei diesem Buch hat mich die Story sehr interessiert, da es mal etwas anderes war und es auch ein wichtiges Thema ist. In dem Punkt konnte mich das Buch überzeugen. Was mir persönlich nicht so gefallen hat, ist der Schreibstil. Zwar ist das meistens Geschmackssache, aber dieses Mal hat es mir echt das Lesen erschwert. Auch hat mir die Erzählung aus der dritten Person nicht so gefallen, da ich dadurch emotional nicht ganz nah an Turtle war und sie auch nicht immer verstehen konnte. Dennoch ist die Geschichte sehr interessant und man hofft das Buch über einfach, dass Turtle sich von ihrem Vater lösen kann. Das Ende fand ich dann auch gut und gelungen. Daher gibt es ingesamt 3,5 Sterne. Die Story konnte mich überzeugen, aber leider nicht der Schreibstil. Dennoch interessant zu lesen, da es mal etwas anderes war.

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Das Gegenteil eines Wohlfühl-Romans

Von: JulisTeestübchen

28.03.2019

Mit dem Buch habe ich es mir nicht so leicht gemacht. Die Nähe zur Natur, die schon der Klappentext suggeriert hat, wird in den Schatten gestellt von der knallharten Erzählweise des Autors der Grausamkeiten an Turtle. Ich bin wohl zu zartbesaitet für solche Geschichten. Dennoch habe ich bis zur letzten Seite mitgehofft, dass Turtle von ihrem Leid befreit wird, auch wenn dies leider nicht gelingt ohne mit der Protagonistin mitzuleiden. Die Charaktere des Buchs waren interessant und vielschichtig, besonders interessant fand ich dabei Turtles Entwicklung. Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz. Eine Leseempfehlung kann ich jedoch nur für diejenigen aussprechen, die sich beim Lesen auch gerne mal außerhalb der Wohlfühlzone begeben.

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Wenn Literatur auch immer ein Spiegel ist, in dem gesellschaftliche wie politische Diskurse und Probleme erkennbar werden, dann scheinen das Thema Waffen und Gewalt sowie das Leben der „Abgehängten“ noch immer brisant in den USA zu sein. Denn gleich zwei aktuelle wie auch viel besprochene Romane beschäftigen sich damit – vor allem mit Blick auf die Jugend und die Auswirkungen auf die jüngere Generation. Das sind Jennifer Clements Werk „Gun Love“ sowie das Debüt „Mein Ein und Alles“ des Amerikaners Gabriel Tallent, der dafür sehr viel Anerkennung sowohl in seinem Heimatland als auch hierzulande erhalten hat; für mein Befinden zu viel. Denn noch nie habe ich innerlich bei der Lektüre eines Buches so geflucht und gehadert wie bei Tallents Erstling, war ich so in meiner Haltung zerrissen, da ich die Geschichte von Julia alias Turtle und ihrem Vater Martin, einem sadistischen Ungeheuer, wie in einem Rausch gelesen habe und zugleich von einigen Szenen regelrecht angewidert war. Wie viel Gewalt kann, sollte ein Leser ertragen – das habe ich mich oft gefragt. Dabei geht es mir nicht darum, dass ich generell Gewaltszenen in der Literatur infrage stelle; ich lese oft Krimis und Bücher, in denen die fürchterlichen Ausmaße beider Weltkriege aufgearbeitet werden. Für mich ist das Wie, der Stil der Schilderungen, entscheidend. Allzu sehr detailreich, über mehrere Passagen und manchmal auch einige Seiten hinweg – als Leserin fühlte ich mich an einigen Stellen an einen popcorn-reifen Thriller als an ein seelisches Drama erinnert – berichtet der Erzähler, wie Turtle von ihrem Vater, mit dem sie zurückgezogen in einem heruntergekommenen Haus lebt, missbraucht wird – körperlich wie seelisch. Das 14-jährige Mädchen, das sich besser mit Waffen und der umgebenden Wildnis auskennt als mit dem Schulstoff, ist seine Tochter, seine Geliebte und das Ziel seiner perfiden Gewaltausbrüche, die sich steigern, als Turtle den etwas älteren Jacob kennengelernt. Nur Turtles Großvater ahnt die Ausmaße dieser grausamen Macht seines Sohnes, der seine Tochter als „Luder“, als „Krümel“ und eben als „Mein Ein und Alles“ bezeichnet und in seinem Glauben an den Weltuntergang und Verschwörungstheorien gefangen zu sein scheint. Hätte er seine Tochter nicht, würde er sich wohl an Fremden vergreifen. Bei Psychiatern und Profilern der Polizei ließe dieses grausame und rohe Verhalten die Alarm-Glocken schrillen. Doch weder der Großvater, der nahe dem Haus in einem Wohnmobil lebt, noch die Lehrer können dem Mädchen helfen, das seine innerlichen wie äußerlichen Wunden und Narben versteckt. Es muss selbst seinen Weg suchen. Die Erkenntnis dazu reift, als Turtles Vater nach mehreren Monaten Abwesenheit mit einem Kind auftaucht. In der kleinen Cayenne sieht Turtle wohl ihr jüngeres Ich, das es zu beschützen gilt. Dabei schwankt die Heldin zwischen ihrer Zuneigung zum Vater – die Mutter ist vor Jahren gestorben -, einer düsteren Todessehnsucht sowie dem Wissen und die Hoffnung, dass es ein anderes Leben als ihres geben könnte. Die Familie Jacobs zeigt es ihr. Wie Tallent die Gedankenwelt und die zerrissene Person seiner Heldin schildert, verlangt indes höchsten Respekt ein. Turtle ist eine ungewöhnliche Protagonistin, deren Schwächen, aber auch Stärken deutlich werden, die Kind und Erwachsene in sich vereint. Mit nur wenigen Charakteren, die im Laufe des Geschehens ihren Auftritt haben, liegt der Fokus voll und ganz auf dem Mädchen und der gestörten Vater-Tochter-Beziehung, die sich teils in einer vulgären Sprache äußert. Doch auch in anderer Hinsicht beweist Tallent eine große Erzähler-Gabe: Er lässt die wilde, kraft- wie eindrucksvolle Natur im Westen der USA rund um die Stadt Mendocino, nahe San Francisco gelegen, im Kopf des Lesers entstehen, wenngleich man den Eindruck gewinnen kann, der Autor hatte das Ziel, nahezu jeder Pflanze aus einem Botanik-Buch in seinem Roman einen Platz zu geben. Der raue und weite Pazifik ist nah, die Wälder sind dicht und oftmals undurchdringlich. Wer sich in der Umgebung nicht auskennt oder einen leichtsinnigen Fehler macht, begibt sich in große Gefahr. Zweimal sollen das Turtle und Jacob selbst erfahren. Es sind Szenen wie diese, die dem Roman auch auf einer anderen inhaltlichen Ebene Spannung verleihen. So bleibt am Ende ein recht zwiespältiges Gefühl und die Frage, ob ein Roman über Gewalt auch immer Gewaltszenen in solch einer Präsenz und bildhaften Detailfreude wirklich beinhalten sollte. Auch ohne die brutalen Exzesse hätte Tallents Debüt nichts von seiner Kraft und Besonderheit eingebüßt. Im Gegenteil. Es hätte vielleicht sogar Raum für ganz andere Facetten und Gedanken bieten können. Leider leidet darunter auch der Anspruch, dieses ernste und vielschichtige Thema auf eine nicht-effektheischende Art und Weise zu verarbeiten. Seine Leser, ob nun mit einer ähnlich kritischen Einstellung oder ohne diese, wird das Buch trotzdem finden; und das sagt wiederum viel über den herben Glanz dieses Romans aus.

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In „Mein Ein und Alles“ zeichnet Gabriel Tallent ein zutiefst erschreckendes Bild einer ungesunden Vater-Tochter-Beziehung. Nur auf sich beide gestellt, klammert sich der Vater krankhaft an sein Kind, abgeschottet von der Wirklichkeit, ausgerüstet für den schlimmsten Fall des Weltuntergangs. Ein Schüren von großer Angst, körperliche und schwer zu ertragene sexuelle Misshandlungen verbunden mit der hoffnungsvollen Stärke dieses wilden Mädchens. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ganz plastisch hat mich Tallent in seine Urwaldähnliche Welt hineingezogen, in die Zerrissenheit von Liebe und Hass und eine trostlose Brutalität. Diese holprige Gefühlswelt der Protagonistin hat mich so mitgenommen, dass ich mich noch immer mit ihr verbunden fühle und meine Gedanken oft zurück zu dem Buch wandern. Scham und Selbsthass, Minderwertigkeitsgefühle und der Wunsch nach Befreiung im Kontrast zu der Angewiesenheit und der natürlichen Liebe zu ihrem Vater. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „-und es gibt immer wieder stille, einsame Moment, in denen sich dieser Teil von ihr zu öffnen scheint wie eine nächtlich blühende Blume, um die kalte Luft zu trinken, und sie liebt diesen Augenblick, auch wenn sie sich dafür schämt, denn sie liebt auch ihn…“ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ein krasses und gutes Buch!

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Ich fand dieses Buch abstoßend und faszinierend zugleich. Abstoßend, weil ich es kaum ertragen habe Turtles Leiden mitzuerleben. Ich habe das Buch mehrere Male pausiert. Einfach weil ich es furchtbar fand. Fasziniert war jedoch alles an Turtle die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Wie sie trotz der verwahrlosten „Erziehung“, und der unnatürlichen Liebe ihres Vaters immer noch etwas kindliches und einen Funken Hoffnung in sich bewahrt. Turtle ist an sich eine Außenseiterin, die Frauen verabscheut und Waffen liebt. Geprägt durch einen Frauenfeindlichen Waffennarr ist sie lieber alleine. Dennoch lernt sie irgendwann Jacob kenne und alles ändert sich. Und als ihr Vater plötzlich ein kleines Mädchen anschleppt erwacht in Turtle der Überlebenswille der sie ihr Leben kostet kann. Fasziniert hat mich auch die detailgetreue Erzählweise des Autors. (Auch wenn ich an manchen stellen lieber drauf verzichtet hätte) man muss aber anerkennen, dieser Mann kann schreiben wie kein anderer! Alle Protagonisten sind raffiniert und mit viel Herz herausgearbeitet. Das Ende hat mich etwas ratlos zurück gelassen passte jedoch perfekt zum Buch.

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Die Geschichte von der jungen Julia und ihrem Vater ist nervenzerreißend traurig und macht wütend. Aus der Perspektive des Mädchens, das sich selbst Turtle nennt, erfahren die Lesenden die Schonungslosigkeit von Gewalt, Manipulation und Missbrauch. Der Täter in Julias Leben ist ihr Vater, ihre einzige Bezugsperson. Gerade dieses Abhängigkeitsverhältnis sorgt für eine Ambivalenz und ein Gefühl der Ausweglosigkeit. Die Sprache ist so brutal wie die Lebensumstände und die Natur in der Julia lebt. Bis zur letzten Seite ein bedrückend, faszinierendes Leseerlebnis. Selten habe ich in einem Roman eine so authentische Schilderung dessen gelesen, was es bedeutet Opfer von Misshandlungen zu sein. Vor allem die Perspektive bringt einem diese Erfahrung nahe. Ein unvergessliches Buch.

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