Leserstimmen zu
Der Montag fängt am Samstag an

Arkadi Strugatzki, Boris Strugatzki

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Taschenbuch
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Von den Strugatzki-Brüdern hatte ich bisher nur Picknick am Wegesrand gelesen. Der Montag fängt am Samstag an erschien erstmals 1965 und zählt zu den Klassikern der Russischen Fantastik. Ich muss gestehen, dass ich nicht wusste, was mich eigentlich erwartet. Wenn ich den Roman rückblickend vergleichen müsste, so würde ich ihn bei den Werken von Douglas Adams und Terry Pratchett einordnen, nur eben extrem russisch. Wir folgen dem jungen Programmierer Alexander Pawlowitsch Priwalow, der kurz Sascha genannt wird durch die skurrile Welt in Solowetz. Dabei begegnen wir nicht nur russischen Märchenfiguren sondern auch so allerlei anderen schrägen Wissenschaftlern, die in noch schrägeren Forschungsgebieten arbeiten. Die Strugatzkis nehmen dabei ganz extrem die sowjetische Bürokratie auf die Schippe, was mit ein Grund war, warum einige Teile des Buches in der Sowjetunion stark zensiert waren. Das Buch zu lesen ist ein Hochgenuss, allerdings ein sehr, sehr anspruchsvoller. Der Wortwitz und die Seitenhiebe sind schon beeindruckend, erschließen sich dem/-r Leser/in aber wohl erst so richtig, wenn man sich etwas intensiver mit den Hintergründen auseinandergesetzt hat. Dabei helfen anfänglich die Anmerkungen am Ende des Buches schon sehr. Als Kind bin ich in der DDR aufgewachsen. 1997 habe ich ein Russisch-Englisch-Abitur gemacht und erst jetzt stelle ich fest, wie schade ich es finde, dass meine Russischkenntnisse nur noch rudimentär vorhanden sind. Ich denke, ich werde mich damit mal wieder ausführlicher befassen müssen, denn der Roman ist ein wahrer Genuss und muss im Original noch sehr viel besser sein. Fazit: Der Montag fängt am Samstag an ist definitiv keine leichte Lektüre, die man mal so eben an einem Wochenende weg liest. Ein besseres Verständnis der damals zu Sowjetzeiten herrschenden Bürokratie sowie Grundkenntnisse der russischen Literatur und Märchenwelt können absolut hilfreich sein. Wer thematisch die Skurrilität von Pratchett und Adams zu schätzen weiß, wird bei diesem Buch auch Spaß haben. Ich habe dieses Buch wirklich genossen und definitiv nicht zum letzten Mal gelesen. Ich freue mich bereits auf einen Re-Read.

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Alexander Iwanowitsch Priwalow, ein junger Programmierer, ist mit dem Auto im Norden Russlands unterwegs. Zwei Anhalter nimmt er zum nächsten Dorf mit. Diese fordern ihn auf, bei einer Forschung übernatürlicher Aktivitäten mitzuarbeiten. Priwalow hat keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hat. Zwei Geschichten haben ihn besonders geprägt, welche er erzählt. Drei Geschichten. Eine erzählt, wie Priwalow die zwei Anhalter mitnimmt und wie er in das Institut gelangt. Die anderen zwei von seiner ersten Nachtwache, einer Zeitreismaschine und einem Vogel, der von der Zukunft in die Vergangenheit lebt. Drei Geschichten, die ich so definitiv nicht erwartet hätte. Mir war auch nicht bewusst, dass dieses Buch vor über 50 Jahren geschrieben wurde. Das erklärt auch, die zum Teil speziellen Ansichten/Auswahlen. Wie zum Beispiel: Warum dieses Buch genau Der Montag fängt am Samstag an heisst, kann ich nicht wirklich genau sagen. Wahrscheinlich, weil die Zauberer möglichst viel arbeiten wollen, da es ihnen sonst zu langweilig wäre. Die Charaktere blieben für mich eher kalt und haben mich nicht gross berührt oder nach dem Zuende lesen beschäftigt. Falls ich dieses Buch vor über 50 Jahren gelesen hätte, hätte es mir wahrscheinlich um einiges besser gefallen. Naja... Trotzdem ist es bewundernd wie die Autoren schon auf solche Ideen gekommen sind. Der Schreibstil ist sehr durch das Russische geprägt. Alle Namen endeten mit -itsch, -ow oder dergleichen. Diese liessen meinen Lesefluss immer wieder leicht stocken. Sobald ich dann die Namen ohne zu stocken lesen konnte, liess sich die Geschichte aber gut lesen. Fazit: Ein gutes Buch für Leute, die gerne wieder zurück in die 60-er Jahre wollen, darum 3/5 Sternen ;)

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