Leserstimmen zu
Der Outsider

Stephen King

(35)
(21)
(5)
(0)
(0)
eBook
€ 19,99 [D] inkl. MwSt. | CHF 24,00* (* empf. VK-Preis)

Terry Maitland, der schon seit Jahren in der örtlichen Highschool von Flint City unterrichtet, wird öffentlichkeitswirksam festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einen elfjähigen Jungen grausam ermordet zu haben, DNA-Spuren identifizieren ihn eindeutig als Täter. Doch sein Alibi scheint ebenso wasserdicht, sodass sich die Ermittlungen von Detective Ralph Anderson länger andauern als anfangs gedacht... Man mag sich zunächst fragen, ob Stephen King, der Meister des gepflegten Horrors, unerwartet das Genre gewechselt hat. Doch auch wenn „Der Outsider“ gerade zu Beginn so einige Krimielemente beinhaltet und die Ermittlungen in dem Fall zunächst als roten Faden durch die Handlung nutzt, zeigt sich bald, dass da noch viel vom typischen King-Stil vorhanden ist. Da kommen Erinnerungen an die großen alten Werke des Autors durch, die er geschickt mit seiner neuen Erzählweise kombiniert und so alte wie neue Fans erfreuen und überraschen wird. Hervorzuheben sind dabei zwei Elemente seiner Schreibweise: Einerseits sind die Charaktere auch hier wieder sehr intensiv und kleinteilig beschrieben, man lernt die wichtigsten Rollen bis in die letzte Faser kennen und versteht so deren Hintergrund und deren Verhaltensweisen, ohne dass dies in ewigen Erläuterungen ändert. Andererseits schafft er eine so dichte, greifbare Atmosphäre, die einen sofort gefangen sind. Seine Gedanken fügen sich so eng aneinander, schaffen so klare Bilder, dass man sich dem kaum entziehen kann. Langsam zieht er seine Leser weiter hinein in ein neues Szenario voller Schrecken und spart dabei nicht an grausigen Details, die sich aber eher an die Psyche wenden und nicht in unnötigen Gewaltakten für einen umgedrehten Magen sorgen. Doch so sehr er auch hier ein neues Inferno zündet, einen Schwachpunkt hat „Der Outsider“ dann doch: Das Ende wirkt etwas überhastet erzählt und wird so sehr Handlung nicht gerecht. Hier hätte er sich mehr Zeit nehmen können, um die einzelnen Schichten um die Auflösung abzuschälen. Der gesamte Roman ist so druckvoll erzählt, dass der nicht gerade dünne Wälzer sehr schnell vergeht und keine langweiligen Szenen beinhaltet. Erklärte Gegner von Stephen King wird zwar auch dieser Roman nicht überzeugen können, doch die Symbiose aus neuem Schreibstil und alten Schreckensszenarien ist dem Ausnahmeautor hier bestens gelungen. Die Handlung wirkt immer sehr präsent und schafft eine greifbare Atmosphäre, deren Schrecken sich immer mehr ausweitet und mich völlig gefangen genommen hat.

Lesen Sie weiter

Dieser Krimi hätte nach dem ersten Viertel zu Ende sein können. Der Mörder ist gefasst und die Beweislage ist derart erdrückend, das kein Zweifel an seiner Schuld besteht. Wäre da nicht das wasserfeste Alibi, das ebenso keinen Zweifel an seiner Unschuld zulässt. +++ Wiedersehen +++ Dieser Umstand lässt schon vermuten, dass der neuste Krimi von Stephen King wieder mit einer gehörigen Portion übernatürlicher Elemente verziert ist. Damit knüpft er stilistisch an “Mind Control” an, in dem es ebenfalls eine gute Mischung aus Krimi und Übernatürlichem gab. Allerdings knüpft King nicht nur stilistisch am dritten Teil der Bill-Hodges Trilogie an, sondern auch inhaltlich. Wer regelmäßig die Bücher von Stephen King liest, wird wissen, dass er gern immer wieder Anspielungen zu seinen anderen Büchern in seine Erzählungen einstreut. In “Der Outsider” ist das Auftauchen und Mitwirken von Holly Gibney jedoch mehr als eine Anspielung, denn die Protagonistin aus der Bill-Hodges-Trilogie übernimmt hier eine wesentliche Rolle. Die Verweise zur Trilogie sind derart manigfaltig, dass ich mir gut vorstellen kann, dass Leser, die diese Bücher nicht kennen, etwas ratlos vor dem ein oder anderen Statement stehen. Allerdings geh ich nicht soweit zu behaupten, dass man die Bill-Hodges-Trilogie gelesen haben muss, um “Der Outsider” verstehen zu können. Allerdings wird dann die Figur der Holly Gibney nachvollziehbarer. +++ Ein Krimi +++ Ebenso für Stephen King bekannt ist der Umstand, dass er den Begriff des Genre nicht mag. Er möchte nicht, dass seine Bücher einem Genre zuzuordnen sind. Dennoch kann ich “Der Outsider” ruhigen Gewissens einem klassischen Krimi zuordnen, auch wenn der übernatürliche Einfluss und die Reaktionen der Protagonisten darauf von diesem Schema abweichen. Wieder hat King ein eher ruhiges und nicht sonderlich actionreiches Werk geschaffen, sondern konzentriert sich auf die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere. Wie kann man mit dem umgehen, was nicht sein kann? +++ Fazit +++ Schon den dritten Teil der Bill Hodges-Trilogie fand ich nicht nur sehr gut gelungen, sondern empfand ihn auch dergestalt, dass King zu seinen früheren Qualitäten gefunden hat, nachdem er mit Sleeping Beauties ein wenig empfehlenswertes Gemeinschaftswerk zusammen mit seinem Sohn geschaffen hat. Eben an jene Qualität kann er auch mit “Der Outsider” anknüpfen. Die Mischung aus Krimi mit übernatürlichem Einfluss gepaart mit den interessanten und authentischen Charakteren passt wieder ebenso perfekt, wie die Sprachgewandtheit, die direkt aus dem Leben entnommen wurde.

Lesen Sie weiter

Das Böse geht um… Im Stadtpark von Flint City ist ein grausames Verbrechen geschehen: Dort wurde die Leiche eines 11-jährigen Jungen gefunden. Anhand von Augenzeugenberichten und eindeutigen Spuren am Tatort kann die Polizei schnell einen Täter ausmachen, der bisher ein unbescholtener Bürger war: Terry Maitland, verheiratet, Familienvater, ein beliebter Englischlehrer und zudem noch der Couch der Jugend-Baseballmannschaft. Auch wenn Detective Ralph Anderson, dessen Sohn Derek ebenfalls von Maitland trainiert wurde, es kaum glauben kann, ordnet er die sofortige Festnahme an – öffentlich, während eines Spiels vor großem Publikum. Doch kurz darauf tauchen Unstimmigkeiten auf, denn Terry kann ein wasserfestes Alibi vorweisen. Dagegen spricht, dass Detective Anderson und der Staatsanwalt Samuels eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen haben. Ist der Fall damit klar oder doch nicht so wasserdicht, wie anfangs geglaubt? Anderson lässt der Fall keine Ruhe und ermittelt weiter – mit ungeahnten und düsteren Folgen… „Wenn man das Sinnbildliche weglässt, dann bleibt das Unerklärliche übrig, hatte Jeannie gesagt. Das Übernatürliche. Allerdings war das nicht möglich. In Büchern und Filmen mochte das Übernatürliche existieren, in der realen Welt tat es das nicht.“ – Seite 305/306, eBook Mit Spannung habe ich auf den neuen Roman von Stephen King gewartet und „Der Outsider“ hält einige Überraschungen bereit: Die Inhaltsangabe gibt nur einen kleinen Einblick in die Geschichte, die noch ein viel größeres Ausmaß annimmt. Zuerst klingt alles nach einem soliden Thriller: Eine Leiche wird gefunden - aufgrund von Augenzeugen und eindeutigen DNA-Spuren wird der Täter schnell ausfindig gemacht. Doch der vermeintliche Täter ist ein unbescholtener Bürger, ein beliebter Trainer und kann dazu noch ein Alibi aufweisen, an dem nicht zu rütteln ist. Eigentlich. Diese Geschichte nimmt einiger Zeit einen überraschenden Verlauf und der für Stephen King so typische Stil kommt zum Vorschein: Er setzt das Grauen mitten in eine zunächst völlig normal wirkende Gegend. Der Schreibstil ist, wie vom Autor gewohnt sehr ausführlich, detailreich und mit gut ausgearbeiteten Figuren. Hier stehen nicht nur Terry Maitland und Ralph Anderson im Vordergrund, sondern auch viele Charaktere, die man im ersten Augenblick vielleicht nur als Nebenfiguren wahrnimmt. Und für alle, die die Bill Hodges-Reihe (Mr. Mercedes / Finderlohn / Mind Control) gelesen haben, gibt es hier ein besonderes Wiedersehen. Die Story ist spannend zu verfolgen: Es gibt viele lose Fäden, die King nach und nach perfekt miteinander verbindet – es entsteht ein klares Bild. Das ist ihm hier gut gelungen. Gerade das Ausführliche, was man auch aus Romanen wie ES oder THE STAND kennt, hat mir hier wieder sehr gut gefallen. „Hinter ihm stand jemand, und das war keine Sinnestäuschung. Er konnte den Schatten sehen, lang und schmal. Und … waren das Atemgeräusche?“ – Seite 323, eBook Mein Fazit: Stephen King, wie man ihn kennt – mit „Der Outsider“ ist ihm wieder ein sehr gutes Werk gelungen. Es wird spannend und überraschend und auch die Horrorelemente kommen nicht zu kurz. Nach und nach werden die losen Fäden miteinander verbunden und ergeben ein erschreckendes Bild. Ein packender Thriller, der zwar nicht rasant, aber sehr gut ausgearbeitet ist. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Lesen Sie weiter