Leserstimmen zu
Gott

Reza Aslan

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Paperback
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Außergewöhnlich und lehrreich

Von: boolie

29.12.2018

Der Autor Reza Azlan studierte Religionswissenschaften und lebt in den USA. Er schrieb bereits mehrere Sachbücher zum Thema Religion und setzt sich dabei für Toleranz im Miteinander ein. Für ihn ist es möglich, dass sich die Menschen trotz unterschiedlicher Zugehörigkeiten zu bestimmten Kirchen, gut verstehen. Das Buch Gott – Eine Geschichte der Menschheit fällt bereits durch das sehr schön gestaltete Cover auf. Der Name Gottes ein wenig hervorgehoben und in goldener Schrift auf beigem Untergrund, das hat was. Es wirkt elegant und so, dass hier die Wichtigkeit der Figur ausgedrückt wird. Sprachgewaltig und mit etlichen Beispielen zeigt Herr Azlan den Lesern, wie sich die Religionen in den zurückliegenden Jahren entwickelten. Weit vor der Zeit von Adam und Eva hielten sich Menschen an Götter und deren Aufgaben. Die Belege dafür sind in verschiedenen Höhlen zu finden. Spannend ist auch, wie sich aus den verschiedenen Göttern ein Glaube zum Monotheismus entwickelte. Dass in der Bibel steht, „Er erschuf ein Bild, das uns gleich sei“ bemängelt der Autor unter anderem ebenfalls. Er ist der Meinung, dass der Mensch sich ein Bild schuf, welches ihm selbst ähnlich ist. Nämlich Gott in seiner Gestalt. Als alter Mann mit Bart oder, wie bei den Muslimen, die keine Zeichnungen von Allah dulden. Im Buch kommen auch die Gedanken von Freud und Durkheim zum Ausdruck. Mit anderen Worten kontroverse Ansichten verschiedener Persönlichkeiten. Einfühlsam und deutlich erklärt der Autor auch die Evolution und welche Rolle Religion und Mensch dabei spielt. Mit gefiel das Buch sehr gut. Gefangen in Dogmen einer Religion wurde ich mehr als 50 Jahre davon beeinflusst. Der Absprung ist schwer und dieses Buch hätte mir dabei mit Sicherheit geholfen. Interessant ist neben der Beschreibung von Quellen auch, dass der Autor mit Fotos arbeitete. Das lockert auf und unterstreicht seine Worte. Das Buch empfehle ich allen, die sich für die Seele, Gott und dem Grund für das Vorhandensein von Religionen interessiert.

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Die letzte Konsequenz fehlt

Von: Michael Lausberg aus Doveren

22.12.2018

Reza Aslan ist ein iranisch-amerikanischer Religionswissenschaftler, der als Muslim zu evangelikalen Pfingstlern konvertierte, um sich dann, nach Jesusstudien, wieder zum Islam wendete. Aslan ist Autor der Bestseller Kein Gott außer Gott: Der Glaube der Muslime von Muhammad bis zur Gegenwart und Zealot: The Life and Times of Jesus of Nazareth. In diesem Buch geht es um die Geschichte der Menschen und wie Religion, Glaube und das in vielen Menschen verankerte Gottesbild entstand. Schon vor der vor der Zeit von Adam und Eva hielten sich Menschen an Götter und deren Aufgaben. Er fängt an bei den alten Epen und Mythen, die von Religion zu Religion verschieden berichtet werden und sich im Grundgedanken doch immer ähneln. Mittels der Mythen versuchten die Menschen, sich biologische, geografische oder meteorologische Phänomene zu erklären. Deshalb handeln Mythen oft von der Entstehung des Universums, den Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders und beschreiben Tugenden oder Laster. Auch elementare Ereignisse wie Geburt, Tod und die Spezifika der verschiedenen Jahreszeiten werden thematisiert. Mythen sind oft religiös eingefärbt und beschreiben das Ausgeliefertsein gegenüber den Launen der Gottheiten der sinnsuchenden Menschen. Der Mensch erschuf sich ein Bild von Göttern, welches ihm selbst ähnlich ist. Anhand vieler Quellen erläuterte er Evolutionsgeschichte und damit einhergehende Erfindungen. Er erzählt die Religionsgeschichte weiter, wie sich aus den verschiedenen Göttern ein Glaube zum Monotheismus entwickelte. Religionssoziologisch wird es dann, wenn er die unterschiedlichen Ansichten wie bei Sigmund Freud, Scott Atran, Carl Gustav Jung und Émile Durkheim.darüber, was Religion bewirkt und wieso wir an etwas glauben. Genannt werden Ansichten von Menschen wie Sigmund Freud, Scott Atran, Carl Gustav Jung und Émile Durkheim. Der tiefere Grund, warum es Religionen überhaupt gibt und was sie für den Menschen bedeuten, wird angerissen. Dann fehlt dem Autor die Konsequenz: Nach Feuerbachs religionskritische Projektionstheorie i ist Gott nur die Summe aller Wünsche (nach Unsterblichkeit, Vollkommenheit, Glückseligkeit, Gleichberechtigung) jedes Menschen, die dieser aber nicht als Wünsche anerkennt, sondern in einer von sich selbst gebildeten Gottheit projiziert. Der Mensch ist endlich, sündhaft, unvollkommen und ohnmächtig. Der Mensch stellt sich seinen Gott dann mit seinen Wünschen vor, so wie er sein will: unendlich, ewig, vollkommen, mächtig und vor allem heilig. Dieser Gott wird benutzt, um den Mitmenschen eine Macht überzuordnen, mit der Autorität Gesetze zu erlassen, die von allen Mitgliedern der Gesellschaft beachtet werden. Dieser Gedanke wird jedoch von dem Autor nicht genug berücksichtigt. Trotzdem ist es ein spannendes Buch, weil es Fragen für jeden persönlich nach dem Sinn des Lebens, Glauben an einen Gott und die psychologischen Dimensionen von Religion aufwirft.

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Mit dem Buch ,,Gott-Eine Geschichte der Menschen” von dem Religionswissenschaftler Reza Aslan begibt sich der Leser/die Leserin auf eine spirituelle Reise mit dem Autor. Schon am Anfang stellt Aslan klar: in diesem Buch geht es nicht darum die Existenz Gottes zu beweisen oder in Frage zu stellen, vielmehr ist es ein Appell an uns Menschen eine pantheististischere Sicht Gottes zu entwickeln. Demnach sollten wir dem Göttlichen nicht mehr unsere humanistischen Wünsche und Motive unterschieben. Hierbei ist es auch völlig egal, ob wir nun an einen Gott, an mehrere oder an gar keinen glauben. Aslan versucht zu zeigen, dass wir Gott nach unserem Ebenbild erschaffen haben und nicht andersrum. Das Buch setzt sich aus drei Teilen mit jeweils drei Unterkapiteln zusammen. Der Autor beginnt mit der Seele bzw. dem Glauben, dass die Seele getrennt vom Körper existiert, denn hierbei handelt es sich um den ersten Glauben der Menschen. Unser Glaube an Gott wurde aus diesem Glauben geboren. Er setzt bei unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlern, Adam und Eva, an. Schon unsere Vorfahren erschufen ihre eigenen Götterbilder, ihre Ebenbilder, indem sie ihre Vorstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Träume auf diese projizierten. Der Autor stützt sich auf historische und archäologische Überlieferungen. Die archäologischen Ausgrabungen auf dem sogenannten Göbekli Tepe im südosten der Türkei offenbarten etwas verblüffendes: den frühesten religiösen Tempel der Menschheit. Auch hier sind die Götter in Form von menschenähnlichen Wesen auf Pfeilern dargestellt. Im Weiteren Verlauf geht der Autor auf die ersten Hochkulturen sowie deren Gottesvorstellung ein. Er zeigt anhand von Beispielen, wie dem von Zarathustra, warum die ersten monotheistischen Bestrebungen erfolglos blieben und wie es letztendlich zu dem Durchbruch unserer heutigen monotheistischen Religionen kommen konnte. Für mich war das Lesen des Buches eine sehr informative, spirituelle Reise durch die Geschichte der Menschheit. Der Autor beleuchtet auch seinen eigenen religiösen Hintergrund. Auf der ,,Suche nach Gott” konvertierte Aslan mehrmals. Seine Suche endete mit dem Pantheismus. Der Vorstellung, dass Gott und das Universum ein und dasselbe sind - ,,Gott ist alles und alles ist Gott”. Der wertneutrale und flüssige Schreibstil von Reza Aslan gefiel mir besonders gut. Er stellt seine Gottesvorstellung nicht als das einzig Wahre oder Allgemeingültige dar, urteilt nicht über die einzelnen Gottesvorstellungen oder hält sie gar für verwerflich. Er stellt es jedem frei zu glauben oder eben nicht. Durch die angeführten Beispiele und dem 27 Seiten langen Anhang, mit sehr ausführlichen Anmerkungen, wird deutlich welch eine Forschungsarbeit der Autor betrieben hat. Aslan ist es gelungen eine so komplexe Thematik verständlich auf knapp 200 Seiten zu beleuchten. Für mich waren es sehr angenehme, informative und inspirierende Lesestunden. Eine klare Leseempfehlung!

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Der Mensch und sein Bildnis von Gott

Von: s. Krieger

12.12.2018

Lesen wollte ich dieses Buch vor allem um eine andere als meine eigene Sichtweise auf das Bild Gottes kennenzulernen. Reza Aslan erläutert in auch für Nichtwissenschaftlern gut verständlichen Worten dieses Thema aus seiner Sichtweise. Er zieht Fakten heran die eine Darstellung von "Göttern" bereits vor tausenden von Jahren in den Höhlenmalereien oder den Zeichnungen der alten Ägyptern widerspiegeln. Seine sachliche Herangehensweise an dieses Thema, die offensichtlichen Ähnlichkeiten aller Vorstellungen von Gott, überzeugen auf ganzer Linie. Das der Mensch Gott sich immer vermenschlicht vorstellt und ein Bildnis erschaffen hat das seinem gleicht, ist der eigenen beschränkten Vorstellungskraft und der Entwicklung über jahrtausende zuzuschreiben. Das Gottesbild das uns seit unserer Kindheit prägt, zeigt Gott als gerechten, über allem stehenden Gebieter der uns leitet und hilft. Reza Aslan zeigt aber sehr gut auf wie der jeweilige Zeitgeist das Bildnis Gottes beherrscht und prägt. Er beleuchtet den Islam und das Christentum besonders ausführlich da er in einzelnen Phasen seines Lebens mit diesen Religionen Erfahrungen einbringen kann. Zu meinem Bedauern wird auf andere Religionen wie z.B. den Buddhismus nicht weiter eingegangen. Das Buch gibt eine geschichtliche Abhandlung des Bezuges der Mensch zu Gott und ihrem Gottbildns. Es erklärt verständlich die dargestellten Fakten und bringt sie in einen verständlichen Zusammenhang. Dieses Buch bietet ungewohnte und nachdenklich stimmende Einblicke in die Sichtweise auf Gott, es ist interessant und kurzweilig geschrieben, eignet sich sowohl für Gläubige wie auch für Zweifler, jeder kann hierdurch seine Sichtweise auf Gott hinterfragen, bestätigt finden oder gar neue Interpretationen nachvollziehbar nachlesen und sich dennoch seine eigene Meinung aus diesen Darlegungen bilden.

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Vorsicht Spoiler! Der Autor nimmt uns mit auf eine spannende und informative Reise über die Entstehung des heutigen Gottesbildes im Laufe der Menschheitsgeschichte. Wie der Mensch begann an Götter zu glauben, sich im Laufe der Zeit vom Polytheisten zum Monotheisten entwickelten (mit Rückschritten), wie die Götter im Laufe der Jahrhunderte immer menschenähnlicher wurden und schließlich zu einem allmächtigen Gott verwoben wurden. Er beschreibt, dass es in vielen Glaubensrichtungen nahezu identische Erzählungen gibt, z.B. zur großen Flut mit der die Menschheit von der Erde getilgt werden sollte, und dass es u.a. auch in der Bibel zum gleichen Sachverhalt wie z.B. der großen Flut widersprüchliche Berichte gibt. Dies legt nahe, dass die heutige Geschichte über die Jahre aus der Verwebung verschiedenen Anschauungen entstanden sind. Zur Untermauerung dieser Thesen führt er im Buch die Erkenntnisse verschiedene Wissenschaftler auf, die sich mit dem Thema Religion und ihrer Entstehung beschäftigt haben. Dieses Buch ist lesenswert für Interessierte, die sich der Entstehung von Glaube und Gott über eine eher rationale Weise nähern wollen.

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Die Geschichte von Gott und der Welt

Von: Dani1977

09.12.2018

Dieses Buch bietet einen kurzen aber sehr informativen Einblick in die Entstehung von Gott, Religion und dem Glauben. Es ist nicht nur für Menschen, die an Gott glauben sondern auch für diejenigen, die mehr wissen möchten, wie wir zu unserem Glauben und unserer Religion gekommen sind. Aslan bringt viele gute Beispiele ein, die es verständlich machen, warum der Glaube seit Jahrtausenden für die Menschen so wichtig ist. Aslan beschäftigt sich mit der Geschichte von Gott und der Welt, die für die Entwicklung unserer eigenen Vergangenheit wichtig sind. Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen. Sehr lesenswert.

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Wie ist "Gott" entstanden?

Von: Claire20

09.12.2018

Der Untertitel trifft den Inhalt des Buches sehr gut. Reza Aslan begibt sich, ausgehend von der Schöpfungserzählung von Adam und Eva, auf die Spuren wie es zu "Gott" und Religion gekommen ist. Hierbei webt er mit erzählerischen Elementen und wissenschaftlichen Wahrscheinlichkeitsurteilen einen gut lesbaren Text, der seine These untermauert, dass "Gott" ein Produkt der Menschen ist und die Religionen ebenso. "Wir (sind) das Ebenbild Gottes in der Welt (...) im Hinblick auf unser Wesen" (S. 193). Er vertritt den Pantheismus. Fußnoten verweisen an einzelnen Stellen auf Quellenangaben und Bemerkungen in einem eigenen Abschnitt des Buches. Unterstützt und anschaulich werden einzelne Argumentationen mit Bildern von historischen Funden im Fließtext. Das Buch liest sich leicht und flüssig, wobei es auch ohne größere Vorkenntnisse, aber mit einem klaren Verstand gelesen werden sollte und einzelne Abschnitte kritisch hinterfragt werden sollten. Die Anmerkungen sind meist Zusammenfassungen der wissenschaftlichen Erkenntnisse. An diesem Punkt hätte ich mir ab und zu noch konkretere Verknüpfungspunkte mit der Ausgangsthese gewünscht. "Vorsicht Spoiler"?: Manchmal erschien es mir, dass das stützende Argument einzig die eingeschränkte Vorstellungskraft und die Neigung des Menschen sich Gott mit menschlichen Attributen vorzustellen, ist. Ein Buch, dass auch für nicht Wissenschaftler/innen gut zu lesen ist. Es scheint sowieso, dass das Zielpublikum gläubige Menschen und Religionsinteressierte sind und wenniger die Wissenschaft, wobei auch diese angesprochen wird. Ich vergebe 4 von 5 Sternen. Zu empfehlen für alle Interessierten der monotheistischen Religionen.

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Eine neue Perspektive

Von: Pseudonym

09.12.2018

Gott - Eine Geschichte der Menschen von Reza Aslan Gott war mir immer suspekt. Die Geschichten, die in der Kirche erzählt wurden und die ich in meiner Kinderbibel nachlesen konnte, schufen für mich ein Bild von Gott, mit dem ich mich nie richtig anfreunden konnte. In diesem Buch zeichnet Aslan allerdings ein Bild von ebenjenem Gott, das selbst mir als Atheist sympathisch erscheint. Er erzählt die Geschichte der Religion, wie wir sie heute kennen, erklärt, wo unser Bild von Gott herkommt und wie es zu dem geworden ist, dass wir heute kennen und hebt Gott abschließend von seinem allmächtigen Thron. Nicht etwa indem er Gottes Macht anzweifelt oder in Frage stellt, er geht mit dem Thema, welches ja doch ein sehr heikles ist, das ganze Buch hindurch sehr respektvoll und objektiv um, sondern indem er ihn erklärt und wieder, auch wenn es merkwürdig klingt, menschlicher darstellt. Gott wird wieder zu einem Partner, einer Quelle von Beistand und Trost. Ohne dabei etwas von seiner Größe oder Wichtigkeit zu verlieren. Durch die Gestaltung des Buchs, der Text wird hin und wieder von Bildern ergänzt, und die absolut fesselnde Art Reza Aslans zu schreiben, wird der Text nie langweilig, wirkt nicht dogmatisch und unterhält während er bildet. Gott und ich werden wohl nie enge Freunde werden. Aber durch die Lektüre dieses Buches habe ich einen neuen Respekt für ihn gewonnen und ein bisschen mehr verstanden, woher die Faszination und Ehrfurcht vor ihm stammen.

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