Leserstimmen zu
Drei Stunden

Anders Roslund, Börge Hellström

Piet Hoffmann (3)

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Ewert Grens ermittelt in einem emotional schwierigen Fall. In einer Leichenhalle befindet sich eine Leiche zuviel. Niemand weiss, woher sie kommt und wer sie ist. Das Auftauchen von 74 Leichen in einem Container schockt alle. Ist hier eine Schlepperbande am Werk? Und warum werden den Ermittlern dauernd Steine in den Weg gelegt? Als in einer Jacke ein Handy zum Vorschein kommt, welches die Fingerabdrücke von Piet Hoffmann trägt, macht sich Ewert auf die Suche nach seinem Freund. Dieses Buch benötigt eine gewisse Anlaufzeit. Wie auch bei den Vorgängern, werden in den ersten 150 Seiten viele Infos und Verwicklungen aufgezeigt. Danach nimmt die Geschichte aber rasant Fahrt auf. Dieses Mal ist die Sachlage jedoch anders - Wo in den ersten zwei Teilen Piet Hilfe benötigte, ist es dieses Mal Ewert. Dass Piets Familie vermehrt in der Geschichte auftaucht, fand ich toll. Da ich nicht spoilern möchte, werde ich hier nicht auf einzelne Szenen eingehen. Das Thema ist extrem aktuell. Das Autorenduo hat die Situation sehr direkt und schonungslos aufgezeigt und ich musste mehrmals tief durchatmen. Eigentlich dachte ich, dass dies der Abschluss der Serie war. Jedoch hat Anders Roslund in seinem Nachwort eine Anspielung getätigt, bei welcher man voller Freude auf einen weiteren Band hoffen kann. Darin heisst es nämlich: Und natürlich werden sie (Piet und Ewert) auch noch ein viertes Mal begegnen. Aus einem anderen Grund. Für ein weiteres Abenteuer. Der Titel des Romans? Tja, er setzt sich aus zwei Worten zusammen. Das erste kann man sich denken, oder? (Zitat S. 539) Ich vergebe diesem Buch gerne 5 von 5 mutigen Kindern.

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Piet Hoffmann wollte eigentlich in Frieden leben und nichts mehr mit Ewert Grens von der schwedischen Polizei zu tun haben, nachdem er mit seiner Familie zurück nach Schweden gezogen ist und alle Altlasten beerdigt wurden. Doch als in Schweden über siebzig Leichen von afrikanischen Flüchtlingen in einem Container gefunden werden, wendet sich der Polizist an seinen alten Bekannten und bittet um Hilfe. Hoffmann ist beruflich in Afrika und soll die Schleuserorganisation infiltrieren, um die Kontaktmänner in Europa zu überführen. Wieder einmal muss er sich und seine Familie in Gefahr bringen, am Ende hat er drei Stunden Zeit, um alles zum Abschluss zu bringen. Die Krimis um Piet Hoffmann gefallen mir einfach sehr gut und meiner Meinung nach ist jeder Band etwas besser als der Vorgänger. Hoffmann saß für die schwedische Polizei im Knast und war Kontaktmann zur polnischen Mafia, er hat sich in Kolumbien für die amerikanische Polizei in einen Drogenring einschleusen lassen und jetzt muss in er Afrika eine Schleuserbande zerstören. Die Themen sind sehr abwechslungsreich, dabei immer unglaublich gut recherchiert und detailliert beschrieben, so dass man bei der Lektüre sofort in die Story einsteigen kann. Hoffmann ist nicht unbedingt eine sympathische Hauptfigur und auch der Polizist Grens besteht überwiegend aus Ecken und Kanten, doch die beiden wachsen einem unweigerlich ans Herz und man leidet mit ihnen bei ihrem Kampf für mehr Gerechtigkeit. Der Stil des Autorenduos Roslund und Hellström ist dabei genauso spannend wie informativ, was das die besondere Grundlage des Romans ausmacht. Den schwedischen Autoren Anders Roslund und Börge Hellström ist mit „Drei Stunden“ wieder ein spannender Thriller mit vielen aktuellen Bezügen zur Flüchtlingsproblematik und den Schleuserbanden auf dem Mittelmeer gelungen. Die Story lässt einen nicht kalt und mit den bekannten Protagonisten ist der Thriller eine großartige Unterhaltung für alle Leserinnen und Lesern.

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