Leserstimmen zu
Willkommen in Lake Success

Gary Shteyngart

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Roman über skurrilen Roadtrip

Von: Ma73

25.05.2019

Das Buch ist eigentlich gut geschrieben und einfach zu lesen. In zwei Handlungssträngen wird die Geschichte eines frisch getrennten Ehepaars erzählt, einerseits die von Hedgefonds-Manager Barry Cohen, der sich entschließt, mit dem Greyhound-Bus durch die USA zu seiner Jugendliebe zu fahren und andererseits die seiner Frau, die nach der Trennung ein Verhältnis mit einem Nachbarn anfängt. Viele Handlungen der Hauptpersonen waren für mich schwer nachzuvollziehen. Ich konnte mich auch nicht wirklich mit einer Person identifizieren und mich in sie hineinversetzen. Um den Humor des Buchs, Anspielungen und Gesellschaftskritik in Gänze zu verstehen, muss man wahrscheinlich ein besserer Kenner der amerikanischen Gesellschaft sein.

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Eingebettet in eine komplexe Handlung beleuchtet das Buch die amerikanische Gesellschaft aus vielen Blickwinkeln. Die Story bleibt dauerhaft spannend. Das Personal ist abwechslungsreich und die Protagonisten haben mich beide bis zum Schluss gefesselt. Es wird deutlich, wie viele unterschiedliche Facetten ein Mensch haben kann und warum wir bislang Entscheidungen treffen, die wir später bereuen. Auf den ersten Blick ist es die Geschichte über eine gescheiterte Ehe. Doch der Autor schafft es, sozialkritisch zu sein, ohne dass die Handlung an Entertainment verliert. In meinen Augen ein Buch, das den Leser unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Empfehlenswert!

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Milliardär im Greyhound

Von: Eve

24.05.2019

Gary Shteyngarts Buch: "Willkommen in Lake Success" nimmt uns mit auf eine ungewöhnliche Reise durch Amerika zur Zeit der letzten Präsidentschaftswahlen. Barry Cohen, ein Hedgefond Milliardär flieht eines Nachts, nachdem er mit einem Nachbarn eine Flasche Whisky im Wert eines Kleinwagens geleert hat, aus seinem bisherigen Leben. Einem Leben, das perfekt zu sein scheint. Seine Frau hat er nach bestimmten Kriterien ausgewählt, in seine Vorstellung hat er drei perfekte Kinder. Doch sein Sohn passt nicht in dieses Schema, Spektrum wie der Autor es bezeichnet. Sein Sohn ist Autist. Blutend und mit einem Rollkoffer, der keine Kleidung aber dafür eine Auswahl seiner sehr teuren Lieblingsuhren enthält, steht er am Busbahnhof und hat die Idee per Greyhound-Bus zu seiner Jungendliebe zu reisen. Doch bereits das Kaufen des Tickets schafft er nicht ohne seine Sekretärin. Als diese versucht, ihm zu folgen und seine Aufenthaltsorte durch seine Kreditkartenbuchungen ermittelt, wirft Barry diese in den nächsten Mülleimer, genauso wie sein Handy. Nun muss er mit dem bisschen Bargeld, das er in den Taschen hat, seine Reise bestreiten. Auf seiner Reise, die zur Zeit der Präsidentschaftswahlen Clinton vs. Trump stattfindet, trifft er Menschen aller Gesellschaftsschichten, kontroverserer Einstellungen. Barry lernt, aber reflektiert er auch? Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben, lässt sich leicht lesen, hat witzige und traurige Momente. Es ist kein gesellschaftskritischer Roman, aber ein sehr schön zu lesender.

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"Willkommen in Lake Success" ist inzwischen der 4. erfolgreiche Roman von Gary Shteyngart. Barry Cohen, aus kleinen Verhältnissen stammend, hat es mit enormen Fleiß im Studium, großem Interesse am Job, dem wichtigen "richtigen Riecher" und einem guten Händchen für Geschäfte und nicht zu vergessen, auch nicht so legalen Tricks und Kniffen sehr weit gebracht. Frei nach dem Motto der typischen amerikanischen Klischee-Filme: vom Tellerwäscher zum schwerreichen New Yorker Hedgefonds-Manager. Eigentlich sollte er mit seinem Leben zufrieden sein, aber... wer viel hat, will mehr. Der familiäre Hintergrund ist auch nicht das, was er sich erträumt. Sehr weit oben ist man doch recht allein, wahre echte Freunde gibts nicht. Er möchte sein Leben ändern, alles hinter sich lassen und erhofft sich all das, was er meint versäumt zu haben. Der Roman liest sich flüssig, obwohl er doch recht lang ist. Man möchte wissen, ob ihm die Kehrtwende gelingt und er ein anderes sinnfüllendes Leben für sich finden kann. Ich kann den Roman Lesern empfehlen, die sich für die typisch amerikanische Geschichte interessieren. Und... der krasse Gegensatz, die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich ist wohl nirgends so weit auseinander wie in den USA. Mein Exemplar ist schon im Freundeskreis auf "Lesereise";-))

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Barry Cohen, ein Hedgefonds-Manager, kommt morgens betrunken und blutend an einem Greyhound-Busbahnhof an. Er hat nur einen Rollkoffer mit seinen Lieblingsuhren dabei. Seine Ehe ist gescheitert, sein Sohn Shiva schwer autistisch (er kann zu ihm keinen Kontakt aufbauen) und ihm sitzt das FBI wegen Insidergeschäften im Nacken. Er will seine frühere Freundin Layla aus Studienjahren in El Paso besuchen. Er ist ein dermaßen unsympathischer Typ, nur ichbezogen, geldgeil und triebgesteuert. Das Buch spielt 2016, also noch Obama, aber Trump möchte Präsident werden. Als zweiten Handlungsstrang begleiten wir seine Frau Seema durch das Buch. Sie will auf jeden Fall verhindern, dass bekannt wird, dass ihr Sohn Shiva Autist ist. Sie ist schwanger und hat ein Sexverhälnis mit ihrem Nachbarn. Später treibt sie das Kind ab, da sie Angst hat, dass es auch Autist wird, oder was weiß ich aus welchem Grund, denn nähere Umstände werden nicht bekannt. Die einzigen Protagonisten die mir in diesem Buch gefielen, waren Julianna, eine Nachbarin und der Vater von Seema, aber auf beide wurde nicht näher eingegangen. Das Buch hätte wirklich ein tolles Buch werden können, aber dann fällt dem Autor etwas ein, was er noch einfügen könnte und schwupps ist das gute Leseerlebnis vorbei. Die wirklich guten Einfälle wurden nicht vertieft und waren schnell abgearbeitet. Es war alles in allem ein zu viel des Guten und ich war froh, als ich endlich den gerafften Schluss lesen konnte. Was ich dem Autor Gary Shteyngart zu Gute halten muss, war sein Schreibstil, nur leider hat er versucht vieles überflüssige hinein zu interpretieren. Auch war vieles nur einfach an den Haaren herbei gezogen und auch übertrieben. Auch zum Schluss hin, dachte ich, dass mir einige Seiten fehlen. Aber nein, der Autor hat einfach nur gerafft, um möglichst schnell zum Ende zu kommen. Ich verstehe nicht, dass dieses Buch in Amerika so hoch gelobt wurde. Auch den Titel des Buches „Willkommen in Lake Success“ verstehe ich nicht, denn er hat mit dieser Reise im Greyhound-Bus überhaupt nichts zu tun.

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aberwitzig

Von: welikaja

20.05.2019

Das Buch hat mir gut gefallen. Ich mag Satire und dieses überzeichnete Bild von dem heutigen Amerika ist einfach köstlich. Sehr kurzweilig und nebenbei noch lehrreich. Ich empfehle es gern weiter.

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Pseudointellektueller Roman

Von: Raphaelaswelt

20.05.2019

Ich habe den Roman vorab als Randomhouse Testleser kostenlos erhalten und darüber bin ich sehr froh, denn sonst wäre ich wirklich sehr enttäuscht gewesen. Der Roman liest sich nicht sehr flüssig und kommt mit allerlei Fachwörtern und aus anderen Sprachen entlehnten Begriffen daher, die mir ja etwas sagten, weil ich viel reise und viel lese, aber das kann man ja nicht von jedem voraussetzen. Viele Sachen werden nur oberflächlich behandelt und Autismus wird auch erst sehr spät ausgesprochen und man fühlt die Peinlichkeit des Protagonisten. Die Reise per Greyhoundbus durch die USA ist sehr skurril und man weiß irgendwie nie, auf welcher Seite Barry steht, man kann ihn auch vom Alter schwer einschätzen und ihn sich auch nicht gut vorstellen: in manchen Szenen wirkt er alt und behäbig (seine Lust, Uhren zu sammeln), in manchen Szenen kommt er pubertär daher (Sex mit einer soeben erst im Bus kennengelernten Schwarzen im Hotelzimmer). Das Buch springt immer zwischen seiner ihn betrügenden Ehefrau, die mit dem autistischen Sohn in New York zurückbleibt und nichts über den Verbleib ihres Mannes weiß und dem durch die USA reisenden Ehemann Barry Cohen hin und her, was mich irgendwie verwirrte. Der Lesefluss und das Lesevergnügen blieben auf der Strecke, da man sich wieder erst einmal auf jede neue Situation einstellen musste. Aber wenn es ein "intellektuelles" Buch ist, dann muss es ja ein Erfolg in den USA werden, ich kann mir nur erklären, dass es sich im Original irgendwie flüssiger liest - für mich war es in meiner Muttersprache eher anstrengend!

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Ein Roadtrip auf der Suche nach sich selbst

Von: worte.sind.magie

19.05.2019

Barry Cohen ist kein sympathischer Protagonist. Vom Sohn eines Poolreinigers zum ultrareichen Hedgefondmanager, lebt er scheinbar den amerikanischen Traum, aber es ist mehr Schein als Sein und seine Welt gerät nach und nach ins Wanken als sich seine lieblose Ehe auflöst, bei seinem Sohn Autismus diagnostiert wird und sich zu guter letzt auch noch die Börsenaufsicht an seine Fersen hängt. Barry flieht mit einem Greyhoundbus quer durch Amerika auf der Suche nach sich selbst und läßt seine Frau und seinen kleinen Sohn Zuhause die Scherben seines Lebens aufräumen. Barry trifft auf seinem Roadtrip durch Amerika auf Menschen, die sich am anderen Ende der sozialen Skala befinden. Gary Steyngard arbeitet hier mit sozialen Extremen. Barrys Blick auf diese Menschen und Situationen sind sehr detailiert, aber emotional distanziert und seine fast hilflose Art und Weise, sich einzubringen, zu helfen oder einfach teilzuhaben, ist tragisch, manchmal tragisch-komisch in seiner Hilflosigkeit. Barry ist ein einsamer, verlorener Mann auf der Suche nach Nähe. Ein Vater, der vor seinem nicht kommunizierenden Sohn (Barrys Wahrnehmung) zurückschreckt, obwohl er selbst Probleme hat, emotional mit Menschen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Ein Mann, der Nähe sucht und diese nicht geben kann. Bleibt die Frage ob Barry sich selbst gefunden hat. Zum Ende seiner Reise, würde ich mit "Jein" antworten. Barry ist wie seine Frau Sheema sich selbst treu geblieben. Er hat sich nicht wirklich verändert, eher seinen Frieden mit dem, was nicht zu ändern ist, gemacht. Im Epilog erlebt der Leser Barry und auch Seema 10 Jahre weiter und erst hier habe ich den Eindruck, die Geschichte würde sich für mich zufriedenstellend schließen. “Vorsicht Spoiler!” Im Epilog hält sein Sohn den traditionellen Segensspruch während seiner Bar Mizwa Feier. Er kommuniziert über einen Sprachcomputer und erwähnt auch seinen Vater: (Zitat) "Viele Leute können sich nicht erinnern, wie sie drei gewesen sind, aber ich kann das. Und damals habe ich an meinen Vater immer als den Vogel-Vater gedacht, weil er der Arbeit wegen dauernd weggeflogen ist. Und jedesmal, wenn er wegflog, wurde ich wütend und bin ausgerastet. Und jedes Mal, wenn er heimkehrte, wollte ich ihn umarmen, doch konnte ich es nicht, weil ich bin, wie ich bin. Und als ich älter war, jagte ich im Madison Park den Tauben hinterher, und ich habe immer gedacht, eine davon sei mein Vater in Gestalt einer Taube. ... Und heute ist mein Vater zurückgeflogen. Und hat mir den besten Tag meines Lebens geschenkt." Es ist sehr berührend, wie letztendlich der dreizehnjährige Sohn seinem Vater die Hand reicht und mit Worten die Kluft in ihrer Beziehung überbrückt. Und auch die Reaktion von Barry ist sehr schön. Typisch und passend für ihn, aber ich konnte zum Schluss tatsächlich doch noch Sympathie und Verständnis für diesen Mann aufbringen. Es ist ein amerikanischens Buch mit kritischem Blick auf die amerikanische Gesellschaft der "Vor-Trump-Ära". Diesen Punkt habe ich in meine Meinung hier nicht einfließen lassen, da ich nicht ausreichend Wissen über die amerikanische Gesellschaftsstruktur und -entwicklung habe. Sicher habe ich das Buch aus diesem Grund auch mit einer anderen Gewichtung gelesen und vermute, dass ich einige Zusammenhänge nicht wirklich verstanden habe.

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