Leserstimmen zu
Das Mädchen aus der Severinstraße

Annette Wieners

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Das Buch hat mich überrascht und hat mich umgehauen. Die Sprache des Buches sehr ungewöhnlich und gut zu lese. Geschrieben aus der ich Perspektive des Erzählers. Es geht um Paul. Um Pauls Liebe, Liebe zur Frauen und zu Männern. Um sich selbst zu finden und so zu akzeptieren wie Mann oder Frau ist. Es geht um Fremdgehen und Liebe finden. Sich öffnen und sich selbst die Wahrheit eingestehen. Sich selbst zu akzeptieren. Mutig sein. Ich hätte für mich so vieles aus dem rausschreiben können. Die wichtigsten Zitaten sind für mich: - die Zeit macht alles zunichte - sie streicht Schulden, verzeiht Plünderungen, sieht über Verrat und Plünderungen hinweg. - Befangenheit ist Liebe, nackte Angst ist Liebe, sogar die Verachtung, für du spürst, ist Liebe. Die Liebe hat es am liebsten, wenn Sie uns kalt erwischt. Und wir richten uns grundsätzlich kalt.

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Schon der Titel weckte mein Interesse, weil die Severinstraße in meiner Heimatstadt Köln liegt. Der Roman spielt sowohl in der NS-Zeit, in der sich Köln nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat (aber das war anderenorts auch nicht anders), und in der Gegenwart. Zwei starke Frauen erzählen aus ihrer Sicht, Maria über die Vergangenheit und Sabine die Gegenwart. Ende der 30iger Jahre war es für Frauen schwer, ihren eigenen Weg zu gehen. Maria aber will dies unbedingt. Als ihre Enkelin Sabine nach dem Tod ihres Großvaters eine Menge Geld entdeckt und Maria selbst Goldbarren findet, beginnt das Rätsel. Sabine ist neugierig geworden und will die Wahrheit über die Vergangenheit wissen, doch ihre Großmutter will nicht reden. Sie ist stumm, wie so viele ihrer Generation. Mit meinen eigenen Eltern war das nicht anders. Die Autorin verarbeitet die eigene Familiengeschichte in diesem fiktiven Roman. Fesselnd geschrieben fühlte ich mich hineinversetzt in die Nazizeit mit ihrem Grauen. Wenn gegen Ende die beiden Handlungsstränge zusammentreffen, löst sich das Rätsel rund um das Geld und Gold. Die Auflösung hat mich allerdings überrascht. Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für Frauenschicksale in der NS-Zeit interessieren. Für Köln-Fans ist der Roman sowieso ein Muß.

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Das Mädchen aus der Severinstraße – Annette Wieners Köln, 1937. Die siebzehnjährige Maria Reimer möchte einen Beruf erlernen, aber der Vater verbietet es ihr. Heimlich bewirbt sie sich in einem Düsseldorfer Atelier als Fotomodel und verliebt sich in den jüdischen Fotografen Noah. Nach einem Kuss schient Noah jedoch ihre Karriere zu sabotieren. Maria ahnt nicht, welche Pläne das Atelier mit ihr hat. Sie soll das Gesicht der Nazi-Propaganda werden, ein Vorbild für die Frauen im deutschen Reich. Noahs und Marias Wege werden sich erneut kreuzen, aber auf andere Weise, als sie sich erhofft... Jahrzehnte später findet Marias Enkelin Sabine alte Geldscheine unter dem Wohnzimmerteppich, ein kleines Vermögen, doch anstatt sich zu freuen, gerät Maria außer sich. Erschrocken stellt Sabine fest, dass in der Familiengeschichte große Lücken aufklaffen. Die Großmutter wird einmal als Fotomodel Mary Mer bekannt, aber was ist Ende der Dreißigerjahre wirklich geschehen? Als ich den Klappentext gelesen habe und am Ende den Zusatz „Inspiriert von wahren Ereignissen im Leben der Autorin und ihrer Familie“ wollte ich dieses Buch sofort lesen. Denn das sind auch genau Bücher nach meinem Geschmack und somit ist es auch nicht lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher geblieben sondern wurde im wahrsten Sinne des Wortes inhaliert. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal zu der Zeit um 1937, in der die Geschichte der jungen Marie Reimer bzw. Mary Mer erzählt wird und einmal in der Gegenwart, in der Marias Enkelin Sabine die große Lücke in ihrer Familiengeschichte neben ihrem Job als Mitarbeiterin des Jugendamtes der Stadt Köln zu füllen. Dies gestaltet sich aber nicht als ganz einfach, denn Maria Reimer ist dabei keine große Hilfe. Aus irgendeinem Grund versucht sie diesen Teil der Vergangenheit zur Seite zu schieben. Den Teil ihrer Vergangenheit, in der Köln von den Nazis beherrscht wird und Maria versucht ein eigenständiges Leben zu führen, doch von ihrem Vater zurückgehalten wird. Gekonnt wirft die Autorin immer mehr Fragen auf, die es mir als Leser wirklich schwer gemacht haben, dass Buch überhaupt zur Seite zu legen. Ein Absoluter Pagerturner, der durch und durch Lesenswert ist. Hinzu kommt, dass ich selber persönlichen Bezug zu Köln habe, und genau die Schauspielorte bestens kenne. Ich habe es sehr genossen mich irgendwie selber in diesem Buch stehen zu sehen und heimlich alles im Blick zu haben. Allerdings waren es dann doch zum Schluss zu viele Fragen, zu denen ich am Ende keine Antworten mehr bekommen habe. Wer aber gerne Geschichten rund um Familiengeheimnisse gepaart mit wahren Erzählungen aus der Zeit des Nationalsozialismus und Rechtsextremismus miterleben möchte, wenn eine Autorin wirklichen Bezug zum Ort des Geschehen und zur Geschichte hat, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen, es sich gemütlich machen und sich einfach ins alte Köln enführen lassen. Ich wünsche mir definitv mehr solcher Geschichten von Annette Wieners.

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Da die Geschichte dieses Romans inspiriert wurde von wahren Ereignissen im Leben der Autorin und ihrer Familie, konnte ich es kaum abwarten ihn zu lesen. Es klang einfach zu spannend... Der Schreibstil ist angenehm flüssig und so ist man schnell in der Geschichte drin. Diese wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Marias gegen Ende der 30er Jahre und Sabines in der Gegenwart. Leider fehlen hier gänzlich die Zeitangaben, welches ich mir gerade in Marias Geschichte gewünscht hätte. Die Autorin nimmt den Leser mit ein Köln, welches von den Nazis beherrscht wird. Schonungslos wird hier von der Verfolgung der Juden und deren alltäglichen Demütigungen durch die Deutschen berichtet. Eine furchtbare Zeit! So war es für Maria als junge Frau nicht einfach einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Zu Beginn der Geschichte wirkt sie noch recht naiv, doch das ändert sich im Laufe der Geschichte. Die Autorin spickt ihren Roman immer wieder mit neuen Rätseln, die von Sabine in der Gegenwart entdeckt und in Frage gestellt werden. Aber auch Sabines Geschichte ist nicht weniger rätselhaft und somit weniger uninteressant. Bereits während des Lesens stellte ich mir die Frage, ob die Autorin es denn auch schaffen würde, all dieses Rätsel und somit alle aufkommenden Fragen gegen Ende des Buches, auch auflösen bzw. beantworten zu können. Dies ist leider nicht der Fall. Das Ende war mir dann doch zu abrupt und Fragen blieben offen. Nun stellt sich mir aber die Frage, ob dies evtl. nicht so gewollt ist, denn zu dieser Zeit musste man seine kleinen Geheimnisse haben, um zu überleben oder anderen dabei zu helfen. Dennoch hat mich das Buch gut unterhalten und mir spannende Lesestunden beschert. Fazit: Tolle Familiengeschichte; rätselhaft und temporeich. Das Ende hingegen schwächelt etwas.

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Inhalt: Köln 1937: Die 17-jährige Maria Reimer reist heimlich nach Düsseldorf, um sich als Fotomodell zu bewerben. Hals über Kopf verliebt sie sich dort in den jüdischen Fotografen Noah, doch der möchte sie unbedingt von dem Fotoatelier fernhalten, genauso wie ihr Vater, den Noah von der Sache informiert. Maria ist von beiden Männern enttäuscht, bis sie den Grund dafür erfährt… Jahrzehnte später findet Marias Enkelin Sabine unter Marias Wohnzimmerteppich ein kleines Vermögen an alten Geldscheinen. Maria reagiert überraschend fassungslos und beide Frauen möchten unabhängig voneinander herausfinden, was in den Dreißigerjahren wirklich passiert ist. Meine Meinung: Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte schrieb Annette Wieners diesen fiktiven Roman, der auf zwei Zeitebenen spielt. Die Handlung in der Vergangenheit beginnt im Jahr 1937 und handelt von Marias tragischer Liebe zu Noah und den Ereignissen in den ersten Kriegsjahren. Trotz ihrer Jugend ist Maria eine sehr mutige Frau, die trotz der Gefahr für Ihr eigenes Leben für andere Menschen eintritt und genau weiß, was sie will. Allerdings wirkte ihre Liebe zu Noah doch etwas unrealistisch auf mich, denn sie kannte ihn ja kaum. In der Gegenwart wird die Geschichte größtenteils von Sabine erzählt, bis gegen Ende beide Erzählstränge geschickt miteinander verknüpft werden. In Sabines Geschichte nimmt ihre Arbeit im Jugendamt viel Raum ein, was mich trotz einer Parallele zur Vergangenheit etwas verwundert hat. Sabine versucht aber auch herauszufinden, woher ihr Großvater das Geld hatte. Die Geschichte entwickelt sich nur langsam und nimmt erst gegen Ende an Spannung zu. Vermisst habe ich auf beiden Handlungssträngen die Zeitangaben. Die fehlen gänzlich. Bis zur Auflösung am Ende des Buches bin ich nicht hinter das Geheimnis des Großvaters gekommen und konnte mir nicht vorstellen, woher er das Geld hatte. Dann war ich allerdings ziemlich geschockt! Fazit: Ein gut recherchierter Roman, der mir geschichtlich einige neue und interessante Informationen über die Nazi-Zeit in Köln lieferte.

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Die 17jährige Maria Reimer sitzt nur daheim, ihr Vater möchte nicht dass sie die Schule weiterhin besucht und auch so soll sie sich lieber von der Strasse fernhalten. Es ist das Jahr 1937 und seit der Machtergreifung von Adolf Hitler sind die Strassen und Umstände unruhiger und gefährlicher geworden. Doch Maria hat ihren eigenen Kopf und möchte unbedingt Fotomodel werden, sie fährt ohne Erlaubnis nach Düsseldorf zu seinem Atelier welches junge Damen für die Mode sucht. Dort lernt sie den Fotografen und Juden Noah kennen... Jahrzehnte später entdeckt die Enkelin Sabine bei Maria unter dem Teppich ein Vermögen in alten D-Mark Scheinen, auch Maria entdeckt Goldbarren in der Bar von ihrem verstorbenen Ehemann Heinrich. Seitdem ist Maria zugeknöpft und weigert sich mit Sabine über die Vergangenheit zu reden, über ihre Zeit als Fotomodel, als Star für die Nationalsozialisten. Doch Sabine lässt nicht locker und will die Wahrheit erfahren... In diesem Buch arbeitet die Autorin wahre Ereignisse ihrer Familie ab und dies ist sehr bewegend, erschreckend und eindrücklich geschehen. Ich war von dieser Geschichte, den Wendungen, dem Schrecken und dem Grauen aus dieser Zeit gepackt, geschockt und wurde einfach nur mitgerissen. Der Schreibstil ist packend, wirft einen in die Zeit zurück, in das Köln von 1937. Maria Reimer ist ein Wirbelwind die ihren Weg schon gerne gehen möchte, aber von ihrem Vater regelrecht ausgebremst wird. Auf der einen Seite konnte ich Maria verstehen, die mir sehr eigensinnig aber sympathisch war, auf der anderen Seite aber auch ihren Vater der Geheimnisse vor Maria hatte und diese nie an – oder aussprach um seine Tochter zu schützen. Maria hält vom Nationalsozialismus nicht viel, hält mit ihrer Meinung nicht immer hinter dem Berg und ist auch sonst oft eher unvorsichtig mit dem Umgang von Juden und Mitmenschen, die in den Augen der Nazis, Abschaum sind. Dann die aktuelle Zeit mit der Enkelin Sabine die sich fast die Zähne an Maria ausbeißt. Der hohe Geld und Goldbarren Fund lassen das ein oder andere erahnen aber man kann sich nicht sicher sein was wirklich geschehen ist. Sabine und Maria sind sich, trotz 2 Zeitebenen, sehr ähnlich was ich an Familiengeschichte und Charakter sehr interessant fand. Sie sind mit sich selbst oft überfordert und halten sich zurück, aber wenn es um Mitmenschen geht die Hilfe brauchen, dann stehen sie für diese ein. Auch hat die Familie im Allgemeinen einige Schicksalsschläge erlitten, viele Ansichten und Erziehungen aus der damaligen Zeit spielen unterschwellig noch eine Rolle. Nicht nur Charaktere sind überzeugend sondern auch die Geschichte von Köln zur damaligen Zeit. Man dachte oft dass gerade in Köln der Widerstand tobte, aber durch Zeitgeschichte, Aufzeichnungen und Augenzeugen wird nun ein ganz anderes, sehr erdrückendes Bild von Köln gezeichnet. Die Stadt hat sich damals als Hochburg gesehen, wollte gegen Berlin konkurrieren, die Industrie erhielt Einzug und viel Aufmerksamkeit, aber auch hatte diese Stadt Gefangenenlager in der Stadt selbst, die Leute sind also an diesen „Untermenschen“ vorbeigelaufen, haben sie gesehen, gehört, haben das grausame Schicksal mitbekommen und kaum einer hat gehandelt. Mich hat das Buch sehr bewegt, man ist mit beiden Damen auf den Spuren der Vergangenheit und hinterfragt vieles. Die Situation bei Maria als junge Frau spitzt sich dann sehr zu und es kamen Geschehnisse auf mich zu die mir trotzdem den Boden unter den Füssen weggezogen haben, das Buch musste dann kurz ruhen und ich neu Luft holen. Auf jeden Fall ein Buch was heute noch wichtiger erscheint, wie soviele Bücher mit diesem Thema, ein Buch gegen das Vergessen und ein Buch was geschichtlich einiges zu bieten hat mit zwei starken Protagonistinnen die mich überzeugen konnten und die ich ins Herz geschlossen habe. Ich empfehle dieses Buch dringend weiter!

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„Brandbomben, Sprengbomben fielen nicht mehr nur nachts. (…) Ein Kind sprang in den Rhein, weil seine Kleidung brannte. Paare stürzten sich Hand in Hand von den Brücken (…).“ - S. 440f. Rezension {spoilerfrei} Cover Das Cover passt gut zum Inhalt und trotz der schlichten Haltung, fällt es einem im Laden sofort ins Auge und macht einen neugierig, auch durch das geheimnisvolle und hübsche Mädchen. 4,5 /5 🦋e Inhalt Sabine erfährt etwas aus der Vergangenheit ihrer Oma, dass sie neugierig machen lässt und so geht sie auf die Suche nach neuen, ihr bislang unbekannten Familiengeschichten rund um den 2. Weltkrieg. Ihre Oma Maria hat in der Zeit viel erlebt, aber später kaum was erzählt. Gleichzeitig erfährt man als LeserIn durch Kapitel in der Vergangenheit spielend, von Marias Leben in der NS- Zeit. Immer wieder wird einem deutlich, dass es irgendwelche Geheimnisse rund um Maria geben muss und das macht die Geschichte super spannend. Wann wird Sabine davon erfahren, wann erfahren wir mehr? Auch in Sabines Gegenwart bekommt man viel von ihrem Leben mit, sodass das Buch nicht nur von den 2. Weltkrieg handelt, sondern auch aktuelle (Familien-) Probleme beleuchtet, ebenso wie den Alltag von Sabine, die es neben ihren Nachforschungen auch auf der Arbeit nicht ganz einfach hat. Am Ende hätte ich dazu gerne noch etwas mehr erfahren, doch trotzdem war das Ende zufriedenstellend und so unerwartet! Ein toller Plot, der bis zur letzten Seite spannend bleibt. 5/5 🦋e Schreibstil Das Buch beinhaltet abwechselnd Kapitel aus der Gegenwart aus Sabines Sicht und aus Marias Sicht in der NS- Zeit. Dadurch erhält der/ die Leser/in Einblick in beide Seiten und ist manchmal etwas mehr wissend, als Sabine, doch das tut der Spannung nichts ab. Ab und an sind mir einige Szenen zu langatmig und hätten etwas kürzer ausfallen können, doch im Ganzen lädt der schöne Schreibstil einfach zum Weiterlesen ein. Ein wirklich gelungener Schreibstil, der Emotionen hochkommen lässt. 4,5 /5 🦋e Fazit Ein schöner Roman, basierend auf einer wahren Begebenheit. Das macht das Buch noch ansprechender und für Fans historischer Bücher, speziell Bücher rund um die NS- Zeit und Köln- Fans ist es wirklich zu empfehlen. Auch die Klarstellung, wie viel Wahrheit in dem Buch steckt, und wie viel Fiktion, gefällt mir gut.

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ORIGINALAUSGABE Hardcover mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 4 s/w Abbildungen ISBN: 978-3-7645-0685-8 Erschienen am 23. September 2019 Als Sabine Schubert nach dem Tod des Großvaters ihrer Großmutter Maria hilft, das Haus aufzuräumen, kommen unter dem großen, schweren Teppich im Wohnzimmer alte Geldscheine zum Vorschein. Im Keller finden die Frauen Gold und begreifen, dass der Großvater vor langer Zeit ein Vermögen versteckt haben muss. Nur warum? Maria beschleicht eine Ahnung und sie gerät völlig außer sich. Sabine wird klar, dass in der Familiengeschichte erschreckende Lücken aufklaffen. Hat der Großvater in der angesehenen Kölner Metallgussfirma wirklich nur Spielzeug hergestellt? Auch die Großmutter scheint aus ihrer Zeit als berühmtes Fotomodell Einiges zu verschweigen. Damals, Ende der 1930er-Jahre, hieß sie Mary Mer und lernte den jüdischen Fotografen Noah kennen, den sie bis zum heutigen Tag nicht vergessen hat … Zur Autorin Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und schreibt bereits Geschichten, seit sie einen Stift halten kann. Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Ethnologie in Münster arbeitete sie als Journalistin bei Fernseh- und Radiosendern in München und Hannover. In den 1990ern zog sie nach Köln, wo sie auch heute lebt, schreibt und im WDR zu hören ist. »Das Mädchen aus der Severinstraße« ist ihr erster Roman bei Blanvalet. Meine Meinung Ich kenne Annette Wieners schon als Krimiautorin und war daher sehr gespannt auf ihren historischen Roman, der vor kurzem erschienen ist. Man lernt hier Ende der 30er Jahre die 17jährige Maria kennen, die unbediingt Fotomodel werden möchte. Auf ihrem Weg dahin lernt sie den jüdischen Fotografen Noah kennen, der sie fasziniert, aber auch bald wieder aus ihrem Leben verschwunden ist. Auf der anderen Seite geht es um Marias Enkelin Sabine, die ihrer Großmutter nach dem Tod des Großvaters beim Aufräumen hilft. Dabei stoßen sie auf größere Mengen alter Geldscheine und Gold, die er wohl versteckt hat. Wie hat er sich diesen Reichtum verdient? In der Gegenwart beschäftigt sich die Autorin auch mit Sabines Arbeit und einem bestimmten Fall, für den sie bei ihrer Arbeit als Jugendamtsmitarbeiterin zuständig ist. Das fand ich sehr interessant, auch davon zu lesen. Ich hatte mittendrin nur manchmal das Gefühl, den Faden verloren zu haben. Es war teilweise auch nicht so flüssig zu lesen, wie ich mir das gedacht hatte. Alles in allem kann ich hier aber eine Leseempfehlung für einen interessanten historischen Roman auf zwei Zeitebenen aussprechen. Er konnte mich sehr gut unterhalten, auch wenn mir die Geschichte nicht so lange, wie manch anderer historischer Roman, im Gedächtnis bleiben wird. Von mir gibt es hierfür 4 Sterne. 4 von 5 Sternen

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