Leserstimmen zu
Calypso

David Sedaris

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Calypso

Von: Heidi

23.12.2018

Zum Inhalt David Sedaris erzählt kurze Geschichten und Begebenheiten aus seiner Biographie. Gespickt und gewürzt mit einem Funken Humor auf eine ganz besondere Weise. Themen die sich um das Zentrum der Familie, wie seine verstorbene Mutter, seinen Vater und die Geschwister an Feiertagen und im Urlaub drehen. Mein Fazit. Besser als jede Radiosendung. Unbedingt hörenswert wenn man den Humor der es auf den Punkt bringt liebt. Dann hat man höchstes Vergnügen dem Autor und seinen Ausführungen zu lauschen. So manche Passage hätte ich nicht unbedingt hören müssen. Aber auf den größten Teil hätte ich nicht verzichten wollen. Besonders gefallen hat mir die Stimme. Hier hat sie wirklich super gepasst. Denn nicht alle Autoren können wirklich ihr eigenes Werk gut vortragen. Dieser Autor kann es auf jeden Fall. Mir hat das Hörbuch wirklich sehr gut gefallen. Daher vergebe ich sehr gerne 5***** und eine Hörempfehlung

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Der Sommer sollte am Meer verbracht werden. Sand, Salzwasser, Sonne, Wind, Wellen … David Sedaris beschreibt weshalb. Calypso erzählt von vielen am Meer verbrachten Sommern, die Sedaris zusammen mit seiner Familie und später mit Mann und Freunden und neu hinzugekommenen Verwandten erlebt hat. Mittelalt ist er und findet nichts sonderlich Schätzenswertes an diesem Lebensalter sieht man von Gästezimmern ab. Sedaris, dieser Großmeister des leisen anarchischen, subversiven Humors, blickt in Calypso gleichzeitig zurück, in die Zukunft und schildert die Gegenwart. Liebevoll, ausgeklügelt bösartig, manchmal leicht irre, wenn er versucht sein Lipom an uralte Wasserschildkröten mit Tumor zu verfüttern. Seine schrägen Gedanken zur Welt und der Blick durch seinen subjektiven und dabei so entlarvenden Filter gewähren einen sehr speziellen Einblick in die menschliche Seele. Trotz dieser privaten Betrachtungsweise ist niemand, der Calypso liest, davor gefeit, sich selbst, die eigenen Gedanken oder sein Gegenüber, seine Familie, immer wieder in kleinen Sequenzen zu entdecken. Familie ist bekloppt, lästig, nervig. Ist Heimat, Liebe, Vertrauen, Hilfe und, wie Sedaris sie schildert, immer auch Abenteuer. In seiner grandios erzählten Biographie liegen Absurdität, Tragödie und Komödie nahe beieinander. Eine irre und dabei feinsinnig charmante Achterbahnfahrt durch Zeiten seines Lebens, die pointiert beschreibt was wichtig ist in jedem Leben. Den Humor beizubehalten und wiederzufinden und die Liebe. Schräg bis leicht bekloppt erfährt man hier Privates, Leidvolles und Trauriges, amüsiert sich, trotz oder wegen der leichten Melancholie, die sachte mitschwingt, dabei königlich. „Bei mir denken die Leute nicht Was haben Sie gesagt?, sondern Warum sagen Sie sowas?!“ Weil er es kann, wie sonst keiner! Sedaris bemerkt sie, die kleinen Irritationen des Gewohnten und er setzt sie in einen gesellschaftspolitischen Kontext. So erregt die in USA etablierte Methode des Up-Selling seinen Unmut. Am Flughafen angekommen ordert er einen Kaffee und prompt folgt die Frage „Darf’s noch ein Stück Gebäck sein?“ worauf Sedaris pampig wird und klarstellt, dass er, wenn er es vermochte, den Kaffee zu bestellen, durchaus auch fähig gewesen wäre Gebäck zu verlangen, wenn er denn welches hätte haben wollen. Nachdem ihm daraufhin Plunderteilchen offeriert werden verlässt er, ohne Kaffee und verärgert, den Stand, um ein paar Läden weiter immer noch aufgebracht Kaffee und nichts weiter zu bestellen. Auch das gestaltet sich schwierig. Der Wahlbrite moniert auch die sich im Süden der Vereinigten Staaten verbreitende Angewohnheit, statt vielen Dank oder auf Wiedersehen mit „Haben Sie einen gesegneten Tag.“ verabschiedet zu werden. „Das fühlt sich so an, als werde man gegen seinen Willen mit Weihwasser besprengt.“ Er erzählt, wie die Präsidentenwahl, deren desaströser Ausgang auch in seiner Familie Spaltungen und Unfrieden verursachte, erlebt und bewältigt wurde. Dabei ist des Autors genialer Stil, der so leicht erscheint, sich so flüssig fluffig wegliest zusammen mit seinen Themen und der Art wie er dies alles präsentiert unnachahmlich und auf diese Weise unerreicht. Ich hab mich bei Fauler Zauber (nicht nur bei diesem Kapitel) weggeschmissen, als er erklärte, dass es ihn nervt, wenn Leute über Geister reden. Sein Lebensgefährte Hugh und dessen Mutter glauben unbedingt an solche Erscheinungen, welche sich ihnen zufolge nicht nur in Häusern und Möbelstücken, sondern auch in Vintage Kleidung aufhalten. Auf des Autors pragmatischen Tipp, man könne die gebrauchten Klamotten ja in die Reinigung geben, antworten sie, das funktioniere nicht, es wären ja Geister und keine Wanzen und resümieren, dass diese besondere Geistersehfähigkeit ihm einfach komplett abginge. <<„Und was ist mit den Leuten, die Elfen sehen?“, fragte ich. „Tja, die sind einfach nur verrückt“ sagte Hugh.>> Wer anspruchsvolle, witzige, gesellschaftskritische Unterhaltung mag kommt um Sedaris nicht herum. Für Fans von David Sedaris ist diese autobiographische Erzählung ebenfalls unverzichtbar. Für jene, die ihn noch nicht kennen, gibt es Wellnesslesen mit Tiefgang. Mehr davon!

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Den betörend geheimnisvollen Namen Calypso teilen sich unter anderem eine griechische Meeresnymphe, ein afrikanisch-karibischer Tanzrhythmus und ein Saturnmond. Fragt man David Sedaris, ist Calypso ein besonders bescheuerter Name für eine Katze. Aber auch ein betörend geheimnisvoller Titel für die lang erwartete neue Geschichtensammlung eines der erfolgreichsten Humoristen unserer Zeit, der es wie kein anderer versteht, zarte Schönheit im Hässlichen zu entdecken und die banale Komik des schönen Scheins zu entlarven. Endlich ein neuer Sedaris, auf den mein Fan-Herz gewartet hat. Seit ich mit "Ich ein Tag sprechen hübsch" zum ersten Mal ein Buch von ihm in der Hand hielt, habe ich mir jeden anderen Band gekauft und bin quasi mit ihm gemeinsam gealtert. Wie immer kreisen seine Geschichten und anekdotischen Essays um sein Leben und seine Familie, und wie immer schimmert hinter aller Komik und mitunter Ekelhaftigkeit ein Oberthema durch. In diesem Fall ist es das Altern und das langsame Bewusstseinwerden von der eigenen Vergänglichkeit. Der Selbstmord seiner Schwester Tiffany ist für die Familie Sedaris ein Anstoß dazu, zusammenzukommen, und Sedaris Ferienhaus in new Haven wird immer wieder zu einem Begegnungspunkt, an dem diese verschiedenen Charaktere aufeinander treffen, sich aneinander reiben und auch zusammenwachsen. Sedaris schlägt diesmal nicht nur sarkastische und ein wenig eklige Töne an, sondern immer wieder durchzieht eine tiefe Melancholie die Texte. Das Essay über die Alkoholsucht seiner Mutter, die sich die Familie zeit ihres Lebens nie eingestanden hat, ht mich beim Lesen wirklich mitgenommen. Auch die Startgeschichte "Jetzt sind wir fünf" über Tiffanys Selbstmord ist eine Auseinandersetzung niht nur mit dem Tod, sondern auch mit der Frage, wie man selbst sein Leben nach dem Verlust eines Menschen weiterführt, der bislang einfach so dazugehört hat, dass man ihn vielleicht gar nicht so sehr zur Kenntnis genommen hat, wie er es verdient gehabt hätte. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages verschlungen und danach wirklich zwei Wochen immer wieder über Szenen nachgedacht. Ich glaube, in "Calypso" hat Sedaris sein bisher stärkstes Werk vorgelegt, grade durch die fr ihn so typische Miscung aus Clownerie, Alltag und diesmal einer gehörigen Portion Melancholie. Ein wirklich empfehlenswertes Buch!

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