Leserstimmen zu
Die Wiese

Jan Haft

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Jan Haft ist einer der bekanntesten Naturfilme Deutschlands und ein anerkannter Experte. Von ihm stammen u.a. die Filme „Mythos Wald“ und „Magie der Moore", und auch über die Wiese ist ein Film entstanden – dieses Buch ist eine vertiefende Ergänzung dazu. Aber es steht auch für sich, man muss den Film nicht kennen (obwohl er sehr empfehlenswert ist). Haft erzählt in dem Buch von den Dreharbeiten und davon, dass er mit Hilfe von Spezialeffekten wie Zeitlupe und Zeitraffer Spannung erzeugt und mit spezieller Makro-Technik den Zuschauer ins „Innere“ der Wiesen führt. Das Buch ist ein Appell, sich intensiver für den Erhalt dieses Mikrokosmos‘ einzusetzen, ihn stärker zu schützen. Haft nennt Zahlen: Etwa die Hälfte der Landesfläche Deutschlands wird landschaftlich genutzt. Gut zwei Drittel davon sind Äcker, der Rest ist Grünland. Wenn man bedenkt, dass nur ein kleiner Teil der Betriebe ökologisch wirtschaftet, bleibt eine riesige Fläche, auf der reichlich Dünger und Schädlingsvernichtungsmittel ausgebracht wird. Wer das Buch, das mit wunderschönen Fotos ergänzt ist, liest, bekommt einen neuen Blick auf die Wiese und auf das sensible Ökosystem, das durch menschliche Eingriffe sehr leicht aus der Balance gerät. Es rüttelt auf, ohne eine wütende Anklage zu sein. Jan Haft richtet den Blick auf die Schönheit. Er beschreibt einen Tag im Mai auf einer intakten Wiese, erzählt von den unzähligen Insekten, die dort leben, der Fuchsmutter auf Mäusejagd und dem Trillern der Feldlerche. Er schreibt über die „heilige Wiese“ seiner Kindheit in der Nähe von München und über die Wiesen, über die er heute streift. Absolute Leseempfehlung!

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Jan Haft entführt den Leser in seinem wirklich gelungenen Buch in die Welt der Wildblumenwiese mit ihrer vielfältigen, artenreichen Flora und Fauna. Diese blühenden und lebendigen Kulturparadiese verschwinden seit der Intensivierung der industrialisierten Landwirtschaft immer mehr. Auf Seite 48 lese ich: „Kein anderer Lebensraum ist in Deutschland auch nur annähernd so bedroht wie die Blumenwiese.“ Dabei sind natürlich unter anderem die unvorstellbaren Massen an Giften, welche versprüht werden schuld. Das Naturparadies Wiese verschwindet immer mehr: 98% der Wiesen sind heute zu Betonwüsten und Gewerbegebieten geworden oder werden zu Mais- Monokuluren und überdüngten Hochleistungs-Nutzflächen zur Gewinnung für z.B.Biogas oder Silage umfunktioniert Durch die Versieglung der Flächen und durch die intensive Landwirtschaft sind tausende einheimische Arten von Blütenpflanzen, Gräsern und Farnen, sowie rund 3500 Tierarten bedroht. Ein Drittel dieser Arten steht bereits auf der roten Liste und findet sich nur noch in kleinen Restrefugien. Manche Wiesenparadiese werden auch einfach nur sich selbst überlassen und verbuschen. Durch das Zuwachsen mit Büschen und Bäumen verschwindet dann auch automatisch die farbige Vielfalt. Jan Haft beschreibt auf lebendige Weise die unterschiedlichsten Wiesentypen und ihre Bewohner. Ein besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Entwicklung des sehr seltenen Falters, den „Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling“. Am Beispiel dieses gefährdeten Schmetterlings zeigt Jan Haft wichtige ökologische Zusammenhänge des Lebensraums Wiese auf, und wie sehr die einzelnen Arten auf bestimmte Umweltbedingungen angewiesen sind. Wie wichtig der richtige Mähzeitpunkt und dessen Häufigkeit für die Artenvielfalt ist (nämlich nur maximal zweimal im Jahr), und wie schädlich das Übermaß an Gülle und chemischen Düngemitteln sind, erklärt Jan Haft sehr interessant. Als leidenschaftlicher Naturschützer und Naturfilmer berichtet der Autor auch über das Projekt “Jeder Gemeinde ihr Biotop” der Heinz-Sielmann-Stiftung. Es dient dazu, Schutzgebiete zu bilden und diese großflächig zu verbinden. Mehr Magerwiesen, Tümpel und Totholzecken um mehr Lebensraum für Insekten, Reptilien und Amphibien zu schaffen. Jan Haft bemüht sich auch im privaten Leben Wiesen wieder in Lebensräume für bedrohte Tiere und Pflanzen zu verwandeln. So zeigt der Autor auch Lösungsmöglichkeiten auf, wie wir alle (Landwirte, Verbraucher und die Regierung) etwas dazu beitragen können den gesunden und artenreichen LEBENSRAUM WIESE zu retten und zu erhalten. Wunderschöne Fotos und hilfreiche Links und weiterführende Literaturhinweise laden jeden Leser ein tiefer in das Thema Wiese, Naturschutz und Artenvielfalt einzutauchen. Mein Fazit: Das Buch „Die Wiese“ ist einfach nur genial und mit viel Liebe zur Natur geschrieben. Ich finde die lebendigen Beispiele, das enorme Wissen des Autors und seine Begeisterung für den Lebensraum Wiese total spannend. So habe ich in diesem Buch über Wanzen erfahren, die singen, und über winzige bunte Pilze, die ich noch nie gesehen habe. Ich habe Jan Haft in diesem Buch regelrecht auf einem Spaziergang in die Vergangenheit meiner Kindheitstage begleitet, wo es in den bunten Wiesen noch summte und brummte und blühte und duftete. Das Buch ist für alle Naturbegeisterte ein absolutes Highlight.

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Die Wiesen Mitteleuropas waren einst von einer reichhaltigen Flora und Fauna bewohnt. Den Wäldern abgetrotzt, als Kulturlandschaften gepflegt, – bis im 20. Jahrhundert die Landwirtschaft intensiviert wurde. Seitdem veröden und verschwinden diese artenreichen Habitate. Der preisgekrönte Dokumentarfilmer und Biologe Jan Haft hat ein sehr persönliches Buch über den Wandel einer Landschaftsform geschrieben: Die Wiese – Lockruf in eine geheimnisvolle Welt. Jan Haft lebt mit seiner Familie im ländlichen Isental bei München. Dort, auf einem alten Bauernhof, ist auch der Sitz seiner Firma nautilusfilm, wo geniale Produktionen wie Magie der Moore, Das grüne Wunder – Unser Wald, Biene Majas wilde Schwestern und Kinder der Sonne – Unsere Schmetterlinge entstanden sind. Auch zum neuen Buch gibt es einen Film: Die Wiese – Ein Paradies nebenan, der bereits in den Kinos lief und ab Herbst im Handel erhältlich ist. Erfreulicherweise ist auch sein Buch sehr gut gelungen! Hier erfährt man, wie aus einem naturvernarrten, insektensammelnden Jungen ein renommierter Dokumentarfilmer wurde. Seine Erfahrungen als aktiver Naturschützer verknüpft der Autor mit der Geschichte der Wiesen und dem aktuellen Forschungsstand zur Wiesenökologie. Wiesen existierten schon vor dem Auftreten des Menschen. Früher wurden sie vermutlich durch die inzwischen ausgestorbenen Tiere der Megafauna und andere große Pflanzenfresser offengehalten. Dann kam der Mensch und machte daraus Lebensräume, die als Weidegrund und Viehfutter nutzbar sind. Die Bewirtschaftung förderte sogar eine artenreiche, bunte Zusammensetzung. Erst in Zeiten industrialisierter Landwirtschaft gerät das Gleichgewicht ins Wanken, denn die Wiesen werden überdüngt und viel zu häufig gemäht. Oder sie werden sich selbst überlassen und verbuschen. Das Ergebnis ist ein “Verschwinden der Farben”, wie Jan Haft schreibt, ein Verlust blühender Wiesen. Die vier Haupttypen – fette oder magere, trockene oder feuchte Wiesen – lassen sich je nach Bodenchemie, Lage und Klima in eine Vielzahl von Habitaten unterteilen, zum Beispiel magere Trockenwiesen, wechselfeuchte Wiesen, nährstoffreiche Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen und vieles mehr. Pflanzen und Tiere haben sich auf bestimmte Wiesentypen spezialisiert und komplexe Lebensgemeinschaften miteinander gebildet. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling legt seine Eier ausschließlich auf den Blüten des Großen Wiesenknopfs ab. Dessen Raupen lassen sich von Knotenameisen in ihren Bau schleppen, um deren Brut zu fressen; dort verpuppen sie sich – bis sie nach elf Monaten als geschlüpfte Schmetterlinge das Weite suchen und der Kreis von Neuem beginnt. Dieses ausgeklügelte Timing wird aber durch falsches Mähen der wechselfeuchten Wiesen durchbrochen. Orchideen wie das Gefleckte und das Fleischfarbene Knabenkraut leben in Symbiose mit Pilzen, die ihre Wurzeln durchdringen und Nährstoffe miteinander austauschen. Durch Überdüngung sterben jedoch die Pilze ab. Damit werden bald auch die Orchideenwiesen verschwinden, beklagt Jan Haft. Ein Profiteur der allgegenwärtigen Überdüngung ist der Löwenzahn, der aber andere Arten verdrängt. Die frühere Form der Mahd, maximal zweimal im Jahr, entspricht den Bedürfnissen vieler Arten. Vögel haben Zeit, ihre Eier auszubrüten, Blumen bieten Nektar und Pollen für zahlreiche Insekten, und wenn ihre Fruchtstände Zeit zum Reifen haben, verbreiten sie sich. Zu viel Dünger und zu häufiges Mähen zerstört ihre Lebensgrundlage. Das macht Haft an vielen Beispielen deutlich. Er äußert Verständnis für die ökonomischen Zwänge der Landwirte und fordert zur Rettung der Wiesen eine bessere Agrarpolitik, ganz im Sinne der Artenvielfalt. Besonders faszinierend ist sein Vorschlag, die alte Wässerwirtschaft wiederzubeleben. Dabei werden Wiesen an Bachläufen zweimal jährlich geflutet, um die Mineralstoffe herauszulösen. Das erspart das künstliche Düngen und führt zu einer besseren Heuernte. Haft berichtet auch vom Projekt “Jeder Gemeinde ihr Biotop” der Heinz-Sielmann-Stiftung, das dazu dient, größere Verbünde von Schutzgebieten zu bilden. Auf seinem Bauernhof im bayerischen Isental gibt es Totholz und Tümpel, um Lebensraum für seltene Arten zu schaffen – sogar einen Ringelnatternhügel, denn diesen Schlangen gilt seine besondere Leidenschaft. Es ist ihm sogar gelungen, eine Magerwiese zu renaturieren. Hier schreibt also ein Naturschützer mit Leib und Seele! Dessen Buch lebt von der Begeisterung Hafts für alles, was er beobachtet, ob es um den seltsamen Gesang der Wanzen geht, um die bunte Pilzgattung der Saftlinge oder um die enorme Vielfalt an Grashüpfern. Zum Schutz dieser wunderbaren Lebensräume unterbreitet der Autor viele konstruktive Vorschläge, so dass am Ende kein Verlustgefühl, sondern die Hoffnung auf ihre Rettung steht. Wunderschöne Fotos runden dieses Buch ab, mit reichhaltiger Blütenpracht, scheuen Bodenbrütern und seltenen Insekten. Lobenswert sind auch die informativen Bildunterschriften. Eine faszinierende Reise ins Reich der Wiesen!

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Dieses Buch bietet einen faszinierenden, hochinformativen Lesespaziergang, der fundiert Entwicklungsgeschichte und ökologische Zusammenhänge des Lebensraums Wiese sowie aktuelle Gefahren und Rettungschancen erklärt und dabei lebhafte Wiesenlust weckt. Der Autor Jan Haft ist Biologe und Naturfilmer. Im Jahr 2017 drehte er zwei Filme über Insekten („Biene Majas wilde Schwestern“ und „Kinder der Sonne – Unsere Schmetter-linge“), außerdem wurde er bekannt mit seinen Filmen „Das Grüne Wunder – Unser Wald“ und „Magie der Moore“. Im April 2019 kam sein neuer Film „Die Wiese – Ein Paradies nebenan“ ins Kino. Ab Herbst 2019 wird dieser Film auf DVD und Blu-ray überall erhältlich sein. Atmosphärisch führt uns der Autor mit seinem Prolog „Ein Morgen im Mai“ in sein Buch und in „seine“ Wiese und ihre bunte Lebensvielfalt ein, blendet zurück zu persönlichen Kindheitserinnerungen voller Naturerfahrungen und kindlicher Entdeckungslust und schwenkt dann über zum erstaunlichen Lebenszyklus des Wiesenknopf-Ameisenbläu- lings, der uns als erstes Mitlebewesen der Wiese anschaulich illustriert, welch eine hochkomplexe, tierisch-pflanzliche Lebenskomposition und Abhängigkeitskaskade die Voraussetzung für die Existenz und Erhaltung des Wiesenknopf-Ameisenbläulings ist. Wiesen gehören zu den artenreichsten Flächen, wenn sie nicht – wie es inzwischen in der industriellen Landwirtschaft üblich ist – gedüngt werden, um den Grasertrag zu steigern. Um viele Kühe zu ernähren, braucht man viel Gras und Heu. Dank mineralischer und organischer Dünger wachsen Gräser wesentlich schneller, und eine Mahd ist inzwischen fünf bis sechsmal jährlich üblich. Die meisten Wiesenpflanzen sind evolutionär an magere Lebensbedingungen angepaßt und leben in speziellen Symbiosen mit Insekten oder Pilzen, die durch Düngung und häufiges Mähen empfindlich gestört werden. Schnell sprießende, hohe Gräser über-schatten kürzere, zartere, langsamere Gewächse, die mangels Licht und Platz nicht oder nur noch kümmerlich wachsen. Gelingt ihnen dennoch das Wachstum, werden sie mitten in der Blüte oder vor der Samenausbildung abgeschnitten und können sich nicht mehr vermehren. So wird das Vieh satt, aber die Wiese verarmt und bietet nur noch wenigen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Weit über tausend einheimische Arten von Farn- und Blütenpflanzen und in ihrem biologischen Gefolge rund 3500 Tierarten finden sich auf extensiv bewirtschafteten Weiden und Wiesen. Ein Drittel dieser Arten steht bereits auf der roten Liste und findet sich nur noch in kleinen Restrefugien. „Seit Mitte des letzten Jahrhunderts … ist der Anteil des sogenannten mesophilen Grün-lands, Grünlands also mittlerer Feuchtigkeit, um mehr als 98 Prozent zurückgegangen.“ (Seite 47) „Kein anderer Lebensraum ist in Deutschland auch nur annähernd so bedroht wie die Blumenwiese.“ (Seite 48) Eindringlich klärt der Autor über die Gefahren intensiver Landwirtschaft und allgegenwärtiger Stickstoffdüngung auf, die inzwischen fast unausweichlich bereits über die Luft geschieht und so auch Standorte erreicht, die garnicht vorsätzlich gedüngt werden. Ammoniak und Stickoxide entweichen „aus Verbrennungsvorgängen in Verkehr, Industrie und Haushalten“ sowie aus der Gülle. Es sind reaktive Stickstoffverbindungen, die sich durch den Wind übers Land verteilen. „Bundesweit landen so auf jedem einzelnen Hektar jährlich zwischen zehn und 50 Kilogramm Stickstoffverbindungen …“ (Seite 184). Stickstoff ist für Kulturpflanzen und Gräser eine willkommene Nährstoffzugabe, aber für die meisten Wiesenpflanzen bedeutet dieses Nährstoffangebot den Untergang, da sie von den wenigen Arten, die mit der hohen Stickstoffkonzentration schneller und kräftiger wachsen, verdrängt werden. Der Löwenzahn gehört zu den Stickstoffprofiteuren, was den Autor zu einem interessanten Exkurs über die vielfältigen Eigenschaften und Nutzanwendungen des Löwenzahns führt. Zur Zeit wird vielversprechend an Löwenzahnkautschuk aus Löwenzahnmilchsaft geforscht. Konstruktive Überlegungen zu einer zwischen extensiv und intensiv ausgeglichenen Landwirtschaft und entsprechende Förderungen, die Landwirte großflächig und groß- zügig für das »Produktionsziel Biodiversität« belohnen und nicht für die massenhafte Mitweltbelastung durch Gift und Gülle und den dadurch forcierten dramatischen Artenschwund, runden die biologischen Betrachtungen auffordernd- gesellschaftspolitisch ab. Der Autor geht zudem auch auf den flächenschonenden, ökologischen und gesundheitlichen Sinn und Nutzen einer deutlich stärker vegetarisch orientierten Ernährung ein. In der vorindustriellen, kleinteiligen, strukturreichen Landwirtschaft wurden Wiesen teils beweidet und teils als gewachsene Vorratskammer für Viehfutter nur ein bis zweimal im Jahr gemäht. Die beweideten Flächen wurden zwar von den Ausscheidungen des Viehs gedüngt, jedoch in einer verträglichen Menge, die nur die abgegraste Pflanzenbio- masse ausglich. Der ein- bis zweimal jährlich erfolgende Schnitt und die Entfernung des Schnittguts sind für Wiesenpflanzen sogar nützlich, und sie verhindern die Verbuschung durch aufstrebende Gehölzkeimlinge. Wiesenpflanzen treiben kräftiger wieder aus, wenn sie abgemäht werden, und der Abstand zwischen den Schnitten läßt ihnen genug Zeit für die Samenbildung und -Ausbreitung, auch die Insekten können ihre Entwicklungszyklen weitgehend vollenden. Durch die Entfernung des Schnittguts bleibt der Boden mager und der Standort licht, sonnig und warm, was für viele Insekten, Schmetterlinge, Heuschrecken und Zikaden überlebenswichtig ist. Die zahlreichen beeindruckenden Fotos von Wiesentypen, Wiesenpflanzen und Wiesen-tieren erfreuen das Auge des Lesers und schulen den Blick für natürliche Details. Weiterführende Literaturhinweise und nützliche Links (z.B. Deutsche Wildtier Stiftung www.deutschewildtierstiftung.de) laden zur Vertiefung des Wiesenwissens ein. Leider fehlt ein Stichwortregister zum schnellen Nachblättern; vielleicht könnte dies für eine neue Auflage in wohlwollende Erwägung gezogen werden. Nach der Lektüre dieses ebenso naturliebhaberischen wie wissenswert- vollen Buches können wir sehenden Auges hinausgehen und tatsächlich Wiesen lesen.

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Was fällt uns ein wenn wir das Wort „Wiese“ hören? Eine bunte rauschende, duftende, zirpende Pracht der Natur. Hier gibt es noch Wiesenschaumkraut, Glockenblumen, Margeriten, Sauerampfer, Veilchen, Blutweiderich, Arnika und viele viele mehr. Jan Haft hat mit seinem Buch „Die Wiese - Lockruf in eine geheimnisvolle Welt“ einen ganz genauen Blick in die besagte gewagt. Als Pflanzen- und Tierfilmer ist das für ihn nichts Neues aber er genießt es ein Teil dessen zu sein und er erklärt und zeigt seine Erlebnisse gern. Haft beschreibt in seinem Buch wirklich nur die Wiesen, klärt auf, wie eine gesunde Wiese aussehen sollte, was die Menschen/Regierungen und die Bauern alles so falsch machen und auch was sie besser machen können. Er geht dabei sehr intensiv auch auf eigene Erlebnisse und Sichtweisen ein. Viele Dinge sind nachvollziehbar, andere ganz neu und wieder andere kann man nicht verstehen da man eine andere Meinung hat. Sein enormes Wissen steckt er mit voller Kraft und Energie und Liebe in dieses Buch. Durch seinen Beruf ist er ein Mensch der genau weiß worauf es ankommt, was wir „normale“ Menschen eben nicht sehen....Haft erklärt auch sehr sinnvoll die generelle Entwicklung der Erde und eben auch die Entstehung der Wiesen. Es ist unheimlich interessant wie er beschreibt und erzählt. Sein Schreib- und Sprachstil ist selbstbewusst und klar. Ich konnte allen Kapiteln problemlos folgen und habe diese mit viel Lust gelesen. Seine Erläuterungen zu speziell angelegten Blühstreifen gegen das Insektensterben sind plausibel und sinnig. Nur so weit denken die Menschen eben nicht mehr. Das Buch ist mehr als ein Lockruf....es ist ein Weckruf, sich endlich mal auf seine Wurzeln zu besinnen und darüber nachzudenken was wir hier eigentlich alles versauen! Unsere Lebensgrundlage ist überzogen von Pestiziden und anderen Giften. Wollen wir das? Nein! Und Jan Haft zeigt dies mit seinem Buch ganz deutlich! Wir müssen erstmal vor der eigenen Wiese kehren, bevor wir gleich die gesamte Welt retten wollen! Ein geniales Buch das zum besten Zeitpunkt überhaupt auf dem Büchermarkt erschienen ist! Klare Leseempfehlung!

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Der Anfang erinnerte mich an meine eigene Kindheit. Durchforschen der heimatlichen Natur, Streifzüge durch die mediterranen Urlaubsgebiete und dann das von den Eltern aufgezwungene Kulturprogramm (das ich damals nicht wirklich zu schätzen wusste, aber glücklicherweise auch nie so umfangreich war). Und ich hatte auch Wiesen und Felder in der näheren Umgebung. Allerdings war mein Interesse eher auf Tiere ausgerichtet (ja, damals schon), die Schönheit der Pflanzenwelt wusste ich nicht wirklich zu schätzen (und mein Interesse hält sich auch heute noch eher in Grenzen). Aber als Kind fand ich es toll über Wiesen zu tollen, Käfer und Heuschrecken zu entdecken (und Bienen und Wespen zu hassen). Jan Haft lädt in seinem Buch in eine Reise in die Vergangenheit der Wiese ein, und geht dabei weit zurück, sehr weit und beschreibt verständlich wie Wiesen entstanden sind (oder sein könnten), was zum Verschwinden der Wiesen führt und was man dagegen tun kann, dass es auch in Zukunft noch Wiesen gibt. Natürlich fehlt auch eine Definition nicht, was man unter Wiese eigentlich versteht und immer wieder erzählt der Autor von seinen eigenen Erlebnissen rund um die eine oder andere Wiese und ihre Bewohner. Ich kann keinen Vergleich zwischen Film und Buch ziehen, ich muss das Buch als eigenes Medium sehen, aber es wirkt auf mich auch nicht wie ein Begleitbuch, sondern wie ein eigenständiges Werk, das Jan Hafts persönlichen Blick auf die Wiese beinhaltet. Die Wiese – Lockruf in eine geheimnisvolle Welt ist ein Buch, das neugierig auf die Wiesen vor unserer Haustür (wie weit auch immer das sein mag) macht. Und nach dem Lesen des Buches stellt sich die Frage, was wir tatsächlich von den kleinen (und größeren) Lebewesen in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wissen. Wer kann schon etwas mit dem Namen Wiesenknopf-Ameisenbläuling etwas anfangen … (und ja, ich gebe es zu, ich weiß, dass es sich um einen Schmetterling handelt … aber alles was ich noch über den Falter weiß, habe ich von Jan Haft und seiner Wiese)

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