Leserstimmen zu
Rheinlandbastard

Dieter Aurass

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Mit Rheinlandbastard zeigt Dieter Aurass einmal mehr seine Vielseitigkeit. So ist es dieses Mal ein historischer Kriminalroman den er hier vorlegt. Mich persönlich als Liebhaber historischer Romane, hat er damit schon gleich neugierig gemacht und ich kann sagen dass er meine Erwartungen mehr als erfüllt hat. Mit einem Satz das Buch beschrieben wären die drei „K“, kurz, knapp und knackig. Interessante und spannende Figuren, diese natürlich, wie sollte es bei Dieter Aurass anders sein, wieder sehr bildhaft beschrieben. So wirken die Figuren sehr lebendig und echt. Wie auch die Figuren beschreibt der Autor die Schauplätze sehr plastisch, so dass man das Gefühl hat beim Lesen mitten in Koblenz zu stehen. Besonders gut gefallen haben mir die Dialoge zwischen dem deutschen Ermittler und dem zuständigen französischen Offizier. Anfangs, vor allem seitens des Offiziers, doch sehr von Misstrauen geprägt, spürt man doch, je weiter die Ermittlungen gehen, immer mehr wie sich gegenseitiges Vertrauen und Hochachtung bildet. Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich hatte das Gefühl eine Gewisse düstere Grundstimmung im Buch zu verspüren, ganz so wie es in dieser Zeit, nach dem Krieg, wohl zu spüren war. Die Spannung, zu Beginn auf einem eher niedrigen Niveau, steigt aber je weiter man in der Story kommt, immer mehr an um dann in einem grandiosen und hochdramatischen Finale zu gipfeln. Für mich ist das Buch gut für 4 von 5 Sternen sowie einer Leseempfehlung.

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Gibt es Menschen zweiter Klasse?

Von: Isabel (engi) aus Bietigheim-Bissingen

03.12.2019

Sehr ungern zieht der französische Ermittler Didier Anjou den jungen deutschen Kommissar zu Rate als es darum geht, die hinterhältigen Morde an den französischen Besatzungssoldaten aufzuklären. Und sehr zögerlich, ja fast ängstlich sagt dieser zu. Sie stochern zunächst im Dunkeln, vorschnell verhaftete Täter müssen wieder freigelassen werden, vermeintliche Spuren führen ins Leere. Wer steckt wirklich hinter diesen furchterregenden Verbrechen? Der mir bis dato unbekannte Autor Dieter Aurass hat es geschafft, mich gedanklich ins Rheinland der frühen 20er Jahre zu versetzen, in dem die Morde an den Soldaten bei Weitem nicht das schlimmste Verbrechen waren. Er führte mich als Leserin an ein schwarzes Kapitel der Geschichte heran, das wohl viele lieber zugedeckt gelassen hätten. Wohldurchdacht spickt Aurass seine Kriminalgeschichte mit Informationen zur damaligen Besatzungszeit, bei der die Kleinsten und Unschuldigsten als die größten Verlierer hervorgingen, ohne auch nur einen Moment die Spannung aufzuheben. Ich flog nur so durch die Seiten, war fast traurig als das Buch zu Ende war und hoffe nun auf weitere Fälle im Rheinland.

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Bewertung: 4 1/2 Sterne Coblenz am Rhein, 1924. Sechs Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges ist das Rheinland von den französischen Soldaten besetzt. Der Hass und das Misstrauen schwelt noch immer zwischen Deutschland und Frankreich. Aber auch die Rheinländer sind sich nicht wirklich einig, welchen Weg sie gehen wollen: Monarchie oder Republik? Franzose sein oder Deutscher? Durch den andauernden Kampf um dieses Gebiet herrscht große Unsicherheit. Auf der Festung Ehrenbreitstein, die ich schon von einem historischen Roman "kenne", dessen Handlung ein Jahrhundert früher gespielt hat, befinden sich die französischen Besatzungssoldaten, die die Region bewachen. Als einer ihrer Kameraden mit durchschnittener Kehle aufgefunden wird, denken alle zuerst an Widerstandskämpfer aus den deutschen Reihen. Als das Morden jedoch weiter geht, sieht der französische Ermittler Didier Anjou ein, dass er deutsche Amtshilfe benötigt. Er rechnet mit einem erfahrenen deutschen Kriminalkommissar, erhält jedoch den frisch von der Polizeischule kommenden Adalbert Wicker. Für ihn ein Affront, denn Anjou hat seit seinen Kriegserlebnissen an der Front für die Deutschen nicht viel über. So fällt es ihm schwer Vertrauen zu Wicker zu fassen. Zusätzlich verdächtigt der junge Kommissar eher die französische Seite, was Anjou noch mehr aufbringt. Doch zu seiner Überraschung freundet er sich nicht nur mit dem jungen Wicker an, sondern auch mit dem deutschen Rechtsmediziner von Hohenstetten. Durch Adalberts französische Freundin Babette, die im Lazarett als Krankenschwester tätig ist, erhält er bald interessante Informationen und dén richtigen Fingerzeig, was hinter den Morden stecken könnte.... Dieter Aurass hat einen sehr temporeichen historischen Krimi geschrieben, der von der ersten Seite an spannend zu lesen ist. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und wieder einmal etwas dazugelernt, denn der historische Hintergrund war mir nicht wirklich bekannt. Es ist ein schwarzes Kapitel in der Geschichte, das noch immer totgeschwiegen wird. Mehr darf ich dazu nicht verraten, sonst würde ich spoilern. Die Charaktere sind facettenreich und wunderbar gezeichnet. Ich konnte mir alle Figuren lebhaft vorstellen und habe besonders den jungen Adalbert Wicker ins Herz geschlossen. Dieter Aurass hat hervorragend recherchiert und ein Thema aufgerollt, das viel mehr an die Öffentlichkeit transportiert werden sollte. Man fiebert mit Babette und Adalbert, als auch mit Didier Anjou mit, während man einige grausame Morden mitverfolgt. Mir waren die 272 Seiten fast zu kurz und ich hätte noch gerne etwas ausführlicher über die Hintergrunde oder die Aufklärung der Morde gelesen. Ein historischer Krimi, der gut und gerne noch 100 Seiten länger hätte sein können. Fazit: Ein spannender historischer Krimi, der ein bisher kaum bekanntes Thema aufgreift und wieder einmal die Grausamkeit der Menschen aufzeigt. Vielschichtige Charaktere und ein rasanter Schreibstil haben mich durch die - meiner Meinung fast zu wenig Seiten - durchrasen lassen. Wer gerne spannende historische Krimis liest, dem kann ich "Rheinlandbastard" auf jeden Fall empfehlen!

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Dieter Aurass: Rheinlandbastard 4. September 2019 / Leselust Team Ein Kriminalfall im Jahr 1924 in Koblenz. Ein Fall um ein weitgehend unbekanntes Thema aus der Zeit der französischen Besatzung im Rheinland nach dem ersten Weltkrieg. Dieter Aurass ist ein pensionierter Polizeibeamter, der nach einer Reihe von Frankfurter Regionalkrimis hier seinen ersten historischen Kriminalroman vorlegt. Und der ist ihm wirklich gelungen. Der Krimi vor dem Hintergrund realer historischer Ereignisse ist hochspannend und, soweit ich das beurteilen kann, hervorragend recherchiert. Es geht um grausame und scheinbar willkürliche Morde an französischen Besatzungssoldaten. Der mit der Aufklärung beauftragte Colonel ist fest davon überzeugt, dass nur ein Deutscher der Täter sein kann. Die Deutschen, oder doch zumindest die Meisten, hassen die Franzosen, die ihr Land besetzt haben. Und die Franzosen, allen voran eben auch dieser Colonel, hassen die Deutschen für all das Leid, dass sie im Krieg über Frankreich gebracht haben. Daher fällt es ihm ausgesprochen schwer, mit einem deutschen Polizeibeamten und auch noch mit einem deutschen Gerichtsmediziner zusammenarbeiten zu müssen. Aber nur dank deren Hilfe gelingt es, nach etlichen falschen Spuren und falschen Verdächtigen, den Fall zu lösen. Dieter Aurass schreibt fesselnd, mit viel Empathie für die beiden Seiten und flicht die historischen Zusammenhänge so unauffällig in die Handlung ein, dass man beim Lesen kaum merkt, wie viel man dabei über diese Zeit lernt. Fast wünsche ich mir, dass er auch mit diesem Roman eine Krimireihe startet, gerne würde ich über weitere Fälle lesen, die der junge deutsche Kommissar löst. Eine ganz klare Leseempfehlung. Dieter Aurass: Rheinlandbastard. Heyne, August 2019. 272 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro. Diese Rezension wurde verfasst von Renate Müller.

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Literarischer Leckerbissen

Von: Inge Held aus Bochum

23.08.2019

"Rheinlandbastard" von Dieter Aurass habe ich im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks.de gewonnen. Ein Taschenbuch, das zunächst völlig harmlos und unscheinbar daher kommt entpuppt sich zu meinem persönlichen Highlight des Jahres. Schwer beeindruckt hat mich sowohl die Thematik als auch der brillante Schreibstil, mit dem ich so gar nicht gerechnet hatte. Bereits nach wenigen Sätzen war mir klar, dass ich eine ganz besondere Lektüre in den Händen hielt. Dem Autor gelingt es, allein durch seine rhetorisches Talent, den Leser in die 1920er Jahre zurück zu katapultieren. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss konstant, die Charaktere wurden sympathisch und glaubhaft gezeichnet. Besonders beeindruckend finde ich, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten ruht und der Schriftsteller selbst pensionierter Kriminalkommissar ist. Dieses Gesamtpaket macht das Buch noch lesenswerter. Fazit: Sprachlich ein kleiner Juwel, absolut lesenswert, sowohl spannend als auch unterhaltsam und sogar teilweise richtig liebenswert, was ja für einen Krimi eher ungewöhnlich ist, aber anders kann ich mich nicht ausdrücken. Fünf Mal Daumen hoch!

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