Leserstimmen zu
Im Bann der Fledermausinsel

Oscar de Muriel

Ein Fall für Frey und McGray (4)

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Klingt es jetzt sehr böse, wenn ich sage, dass der dritte Band mein Liebling war? Nicht? Gut! Denn böse ist es nicht gemeint. Auch diese neue Geschichte fand ich wieder sehr gelungen, besonders, weil sich McGray eingestehen musste, dass er Schwächen hat und dass manche Dinge einfach Humbug sind. Was aus dem Klappentext nämlich nicht hervor geht, ist, dass er den Fall hauptsächlich deswegen annimmt, weil man eine Möglichkeit auf die Heilung seiner Schwester erwähnt. Die Geschichte um seine Schwester ist vermutlich einer der Gründe, weshalb ich nicht empfehlen würde die Reihe durcheinander zu lesen oder erst später einzusteigen, da diese einiges an Raum einnimmt. Alternativ bestünde auch einfach die Option, dass Frey dezente aufgetaut ist und dem schottischen Kollegen immer mehr Paroli bietet. Manchmal fragte ich mich wessen Art denn nun eigentlich derber ist.  Ich musste etwas schmunzeln als ich irgendwann auf eine mögliche Lösung kam bzw. eine Spekulation über die Familie Koloman im Hinterkopf hatte. Es hat mich etwas gewundert, dass diese nicht bereits von McGray auf den Tisch gebracht wurde. Im Nachhinein würde ich behaupten, dass Frey in diesem Fall eine größere Rolle innehatte. Oder lag es einfach dran, dass McGray öfter nachgab? Das Zusammenspiel der beiden war zumindest viel harmonischer als sonst. Die Atmosphäre war wieder sehr gut getroffen. Dem Vergleich der Landschaft mit bayrischen Bergen war ich sehr zugetan, denn ich liebe Bayern und nach „Long Way Round“, wo Ewan McGregor so ziemlich alles mit dem schottischen Idyll vergleich, war ich doppelt begeistert. Der Stil von de Muriel war wie immer sehr gut zu lesen. Witz, Charme und einfach spannende Unterhaltung. Zudem fand ich es sehr schön, dass er im Nachwort wieder einige Worte zur Auflösung bzw. den Hintergründen schrieb, um zu erklären, wie er wieder natürliche Dinge so darstellen konnte, dass man beim Lesen das Gefühl hatte, dass es dafür keine logische Erklärung geben könne. Einer der Dinge, die mich so sehr an der Reihe begeistern. Fazit: Ein absolut gelungener vierter Teil, den ich jedem nur wärmstens ans Herz legen kann.

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Jedes Jahr freue ich mich auf eine Fortsetzung der heiß geliebten historischen Kriminalreihe um die Inspectors Frey und McGray. Der – mittlerweile gar nicht mehr so – schnöselige Engländer Ian Frey wurde zu seinem größten Missfallen zu Beginn der Reihe nach Schottland versetzt, und untersteht dort nun seit einigen Monaten dem bärbeißig anmutenden, ruppigen Schotten Adolphus McGray. Die beiden können sich wenig ausstehen, was sie sich auch immer wieder aufs Neue in diversen, urkomischen Kommentaren an den Kopf werfen. Während Frey lieber bei den nackten Tatsachen bleibt und eher Denker als Macher ist, stürzt sich McGray kopflos in jedes Abenteuer, das einen Hauch von Mystik verspricht. Nicht uneigennützig, denn nachdem seine Schwester mit 16 Jahren den Verstand verlor, glaubt er an Dämonen und Teufel, und ist nach wie vor auf der Suche nach Heilung für sie. Auch in diesen Fall wird er dank seiner Hoffnung gelockt. Das Abenteuer beginnt gemächlich, irgendwie fühlt man sich wohl in der Abgeschiedenheit der schottischen Highlands, fühlt sich verbunden mit der gastgebenden Familie Koloman, und neigt schon dazu, sie mit einer der prächtigen englischen Familien aus Jane Austens Romanen zu vergleichen. Doch dieser Vergleich hinkt bald, denn die Familie ist kein so unbeflecktes Blatt, wie sie vorzugeben bereit sind. Die namensgebende Fledermausinsel spielt eine besonders tragende Rolle in der Geschichte und ebenso das, was man mit Fledermäusen gern verbindet: Blutdurst. Doch was es mit ihnen auf sich hat, das verrate ich natürlich nicht. Langsam und unauffällig verstricken sich Frey und McGray in diesem Kammerspiel, das mit reichlichen Winkeln für viel Rumrätselei sorgt. Immer wenn man glaubte, man sei den Halunken endlich auf der Spur, ja, da entwischten sie wieder um drei Ecken und warfen ein Tuch der Unkenntlichkeit über sich. Auffällig ist auch, dass die Feindschaft der beiden Inspectors abnimmt. Die Sturköpfe scheinen zueinander zu finden, und sich mit den Fehlern des anderen zu arrangieren. Das empfand ich als eine schöne charakterliche Entwicklung, auch wenn ich ihren beißenden Spott mit Vorliebe lese. Auch die Landschaften sind wieder unglaublich atmosphärisch beschrieben, und mit jeder Seite glaubt man mehr, in der rauen Schönheit der Highlands zu verweilen und sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Fazit Oscar de Muriel hat auch mit dem vierten Band dieser Reihe ins Schwarze getroffen und meinen Sinn für schwarzen Humor und mysteriöse Krimifälle wohl genährt. Mit der Hoffnung auf einen baldigen fünften Teil starte ich also ins neue Jahr und lege euch diese außergewöhnliche Krimireihe einmal mehr ans Herz.

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Der vierte Fall für Frey & McGray Im Jahr 1889: Schon kurz nach den letzten dramatischen Ereignissen wartet ein neuer Fall auf das ungleiche Ermittlerduo Ian Frey und Adolphus McGray. Dieser führt sie in die schottischen Highlands an einen nebelverhangenen Ort hoch im Norden. Dort, am abgelegenen Loch Maree, lebt die betuchte Familie Koloman. Gegen den jungen Erben der Familie gab es eine rätselhafte Morddrohung. Frey und McGray nehmen die Ermittlungen auf und kommen in dem unheimlichen Herrenhaus der Familie unter. Schnell wird klar, dass die friedliche Idylle nur Fassade ist – jeder der Familienmitglieder hat etwas zu verbergen - kurz darauf wird eine Leiche im nahegelegenen Wald gefunden. Frey und McGray nehmen die mysteriösen Geschehnisse in der Gegend nun genauer unter die Lupe, denn eines ist klar: Um ein Geheimnis zu bewahren, geht jemand über Leichen. Zudem ist eine nahegelegene Insel seit vielen Jahren von Fledermäusen befallen. Schon bald gerät alles aus den Fugen… „Plötzlich sah McGray etwas, das auf der Strömung davontrieb. Es war ein dunkler, kaum wahrnehmbarer Umriss, lang genug, um ein schmales Boot zu sein, aber schon so weit draußen, dass McGray es nicht sicher zu erkennen mochte. Und direkt darüber erblickte er erneut die Konturen von Fledermausflügeln. Sie zeichneten sich als Silhouette deutlich gegen den grauen Himmel ab.“ – Seite 66/67, eBook Auch der vierte Fall für das außergewöhnliche Ermittlerduo Frey & McGray ist mysteriös und voller Rätsel. Aufgrund einer Morddrohung reisen die beiden an den nördlichsten Zipfel Schottlands – zum Loch Maree. Die nebelverhangene Gegend verbirgt so manches Geheimnis – sowohl die Familie Koloman in ihrem herrschaftlichen Anwesen am Ufer, als auch die ärmlich Familie Nellys, die auf einer der Inseln lebt, scheinen etwas zu verbergen. Als die beiden Ermittler schließlich dahinter kommen, erwartet sie Unglaubliches…. Sehr gelungen und perfekt für diesen historischen Mystery-Krimi sind die gewählten Schauplätze. Loch Maree – abgelegen, nebelverhangen und zudem noch Heimat von unzähligen Fledermäusen. Die Orte sind detailreich beschrieben und somit sehr gut vorstellbar. Unvergleichlich und herrlich erfrischend sind auch wieder die Dialoge der beiden Ermittler, die unterschiedlicher nicht sein können: Während der englische Inspector Ian Frey sich eher höflich und gewählt ausdrückt, nimmt der Schotte Adophus McGray kein Blatt vor den Mund. Genau diese Mischung macht die Krimi-Reihe zu etwas Besonderem. Die Handlung selbst beginnt eher ruhig, jedoch nimmt die Geschichte in der zweiten Hälfte an Fahrt auf und überrascht mit einigen Wendungen und einer unglaublichen Entwicklung – das Finale ist sehr packend! „Ich glaube nicht an Omen. Aber irgendwie wusste ich in diesem Moment, dass mein Leben bald nicht mehr sein würde wie zuvor.“ (Ian Frey) – Seite 316, eBook Mein Fazit: Auch der 4. Band hält einen spannenden und mysteriösen Fall für das besondere Ermittlerduo Frey und McGray bereit. Die Schauplätze sind toll beschrieben, die unheimliche Atmosphäre kommt sehr gut zur Geltung – es gibt überraschende Wendungen mit einem dramatischen Finale. Sehr lesenswert!

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