Leserstimmen zu
Schweige still

Michael Robotham

Cyrus Haven (1)

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Ich habe bereits nach dem ersten Kapitel gewusst, dass „Schweige Still“ wohl absolut ein Buch für mich ist. Die Geschichte ist so düster und sarkastisch, genau mein Geschmack. Die Handlung und die Beschreibungen kennen kein Tabu und stecken voller dunklem Humor. Der Schreibstil ist sehr flüssig, gleichzeitig aber sehr düster und melancholisch, teilweise fast schon poetisch. Vor allem die Passagen aus der Sicht von Evie waren für mich etwas ganz Besonderes, da sie eine ganz eigene Denkweise hat. Robotham gibt fesselnde und zum Teil verstörende Einblicke in die Psyche von Mördern und Sexualstraftätern. „Schweige Still“ hat mich oft schockiert und konnte mich mit dem traurigen Schicksal und der furchtbaren Vergangenheit der beiden Protagonisten total berühren. Trotz aller Tragik und Schaurigkeit der Geschichte ist aber auch der Humor nicht zu kurz gekommen. Viele Formulierungen haben mich zum Schmunzeln gebracht. Dieser trockene, sarkastische und fiese Humor ist wirklich genau mein Ding. In „Schweige Still“ geht es unter anderem ums Lügen. Protagonistin Evie hat die Gabe, zu erkennen, wenn jemand lügt. Ein wirklich spannender Aspekt, der äußerst stimmig beschrieben wurde. Vor allem ihre Gedanken beim Entlarven einer Lüge haben mir besonders gut gefallen. Allerdings hat Evie diese Gabe in der Geschichte kaum benutzt. Für mein Empfinden hätte man das Potenzial dieses Aspekts viel besser ausschöpfen können. Vor allem im Bezug auf den Mordfall. Vielleicht wird dies in den Folgebänden noch stärker eingebunden? Und hier sollte Evie mit ihrer Gabe erst einmal als Charakter eingeführt werden? Leider hat sich die Geschichte teilweise schon etwas gezogen und auch die Lösung des Mordfalls rückte lange nicht näher. Ich habe auch nicht wirklich verstehen können, warum die Polizei so unambitioniert war und nicht alles dafür getan hat, die Tatnacht vollständig zu rekonstruieren. Auch das Umfeld des Mordopfers hat wenig bis gar nichts zur Lösung des Falls beigetragen. Manchmal hatte die Heimlichtuerei einen schlüssigen Grund, aber an anderen Stellen hatte ich einfach nur Unverständnis dafür, warum manche Leute nicht erzählen, was sie wissen. Es ist schließlich eine junge Frau ums Leben gekommen! Das hat mich leider etwas genervt, weil ich es einfach nicht verstehen konnte. Zu oft wurden dubiose Andeutungen einfach so stehen gelassen ohne nachzuhaken. Nach Beenden des Buches war ich sehr verwirrt, denn für mich war die Handlung nicht komplett abgeschlossen. Der Mordfall ist zwar aufgeklärt, aber es gibt noch so viele offene Fragen bezüglich der Vergangenheit der Hauptcharaktere, vor allem von Evie. Ich hoffe sehr, dass diese Aspekte in Band 2 wieder aufgegriffen werden, denn Evies Vergangenheit ist so rätselhaft und spannend. Alleine darüber könnte man noch ein ganzes Buch schreiben! Trotz meiner Kritikpunkte hat mir „Schweige Still“ wirklich gut gefallen. (Auch wenn ich den deutschen Titel recht nichtssagend finde, der Englische gefällt mir mit „Good Girl, Bad Girl“ deutlich besser. Dieser Titel hat nämlich einen direkten Bezug zur Geschichte.) Vor allem die düstere Stimmung des Buches konnte mich überzeugen sowie die vielen Tabubrüche. Ich gebe dem Buch eine Wertung von 4/5, weil ich davon ausgehe und hoffe, dass die offenen Fragen in späteren Bänden wieder aufgegriffen werden. Diese werde ich auf jeden Fall auch lesen, weil die Protagonisten etwas Besonderes sind und ich sie gerne weiterhin lesend begleiten möchte.

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Neue Serie!

Von: Igela

24.01.2020

Evie Cormac sitzt in der geschlossenen Einrichtung für minderjährige Straftäter Langford Hall, als Psychologe Cyrius Haven zu einer Therapiesitzung gebeten wird. Evie, deren Namen, genaues Alter und Herkunft ungewiss sind, wurde als Elfjährige neben einer übel zugerichteten Leiche gefunden. Tagelang hat sie neben dem Toten ausgeharrt und ist nun, sechs Jahre später, noch immer schwer traumatisiert. Cyrius ist der Einzige, der zu Evie eine Verbindung findet, denn er hat als Kind ähnliches, wie das junge Mädchen, durch gemacht. Als die 15jährige Eiskunstläuferin Jodie Sheehan tot aufgefunden wird, wird Cyrius auch da als Berater zugezogen. Dies ist also der erste Streich, rund um die neue Serie, um den Psychologen Cyrius Haven. Hier hat er es gleich mit zwei, äusserst an die Nerven gehenden, Fällen zu tun. Und in beiden stehen junge Mädchen im Mittelpunkt. Lange Zeit laufen die Fälle, deren Verbindung nur die Arbeit von Cyrius Haven ist, nebeneinander her. Und machen dadurch diesen Thriller temporeich und spannend. Denn man fragt sich sehr schnell, ob da eine Verbindung besteht. Leider wird diese Verbindung von einer Zufallsbekanntschaft geprägt. Etwas, das ich leicht unbefriedigend fand. Ich bin ein grosser Fan von Michael Robotham geworden. Bisher hat er mich mit seinen Thrillern noch nie enttäuscht, und dementsprechend war ich gespannt auf den Auftakt in eine neue Reihe. Und auch dieses Buch hat mir gefallen. Was mich hier überzeugt hat, neben dem einzigartigen Plot, sind die sehr guten Recherchen, die man als Leser spürt. Die psychologische Arbeit von Cyrius Haven oder das Trauma von Evie Cormac, sind überzeugend und stilsicher eingewoben. Gleichzeitig wird der Plot dadurch erfrischend. Denn anders als in anderen Thrillern mit Ermittlungsarbeit, ist hier nicht ein klassischer Ermittler an der Arbeit. Sondern ein Psychologe ... was man schon an den Befragungen merkt. Und erst recht in den Schlüssen, die aus der Ermittlungsarbeit gezogen werden. Evie ist ein " Truth Wizard "… den Ausdruck musste ich, ehrlich gesagt, nachsehen. Denn davon habe ich noch nie gehört. Evie kann in der Mimik ihres Gegenübers Lügen, Stimmungen und Befinden " lesen ". Meiner Meinung nach, hätte das noch stärker in die Geschichte eingewoben werden dürfen. So ging es nämlich, mit wenigen Ausnahmen, etwas verloren in dieser komplexen Story. So oder so : hochinteressantes Thema, das mir neu war. Die mehr als überzeugende Charakterisierung machen die Geschichte überzeugend. Evie ist hochintelligent und clever, frei von Angst und, typisch Missbrauchsopfer, teilt sie aus, schlägt zurück. Verbal und physisch! Cyrius Haven ist als Psychologe auf dem neusten Stand psychischer Krankheiten oder Trauma bedingten Reaktionen. Und mit einem Helfer Gen ausgestattet, bei dem ich mich frage, ob dies angeboren, oder einfach der eigenen traumatischen Vergangenheit geschuldet ist? Die spritzigen Dialoge zwischen Evie und Cyrius, in denen sie sich nichts schenken, habe ich mit Vergnügen gelesen. Sehr dicht und atmosphärisch wurde Langford Hall, die Einrichtung für minderjährige Straftäter, beschrieben. Da lief es mir schon ab und zu kalt über den Rücken. Mich konnte Michael Robotham mit dem Auftakt in eine neue Serie fesseln. Gespannt warte ich auf einen neuen Band!

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Wow, endlich habe ich ein Buch des Autors Michael Robotham gelesen. Ich weiß schon gar nicht mehr wie lange das auf meiner persönlichen Agenda gestanden hat. 2020 wird wohl das Jahr des „Nachholens“ für mich, worauf ich mich schon sehr freue, wenn ich ehrlich bin. Aber fangen wir mal mit dem neuesten Thriller bzw. Psychothriller von Michael Robotham an, welcher zugleich der Start einer neuen Reihe zu sein scheint. Da dies mein erstes Buch des Autors ist, habe ich keinerlei Vergleichsmöglichkeiten zu seinen bereits erschienenen Werken (die Joe O‘ Loughlin Reihe). Der Einstieg in die Story wird einem sehr einfach gemacht. Man lernt sofort die beiden Hauptprotagonisten Cyrus und Evie kennen. Jeder bekommt seine eigenen Kapitel mit eigener Perspektive, was mir in diesem Fall gefallen hat. Irgendwie kann man dadurch zu beiden eine ganz gewisse Beziehung aufbauen und versteht die Handlungen der Charaktere besser. Die Erzählweise hat der Geschichte und der Charakterentwicklung gut getan. Denn die zu erzählende Geschichte kommt irgendwie ganz leise daher und lässt sich dennoch unglaublich gut lesen. Man folgt den Szenen im Kopf wie einem Film und das hat mir wirklich sehr gut gefallen, da ich mich dadurch gut unterhalten gefühlt habe. Trotzdem hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass gar nicht so viel passiert, obwohl im Grunde einiges passiert. Das ist etwas schwierig zu erklären. Aber es gibt so Bücher, die kommen genau damit gut aus. So auch „Schweige still“. Cyrus und Evie sind mir nicht immer sympathisch gewesen, dennoch haben sie auf ihre ganz eigene Art eine gewisse Anziehungskraft des Lesers gegenüber. Auch über das Ende hinaus, möchte ich wissen wie es für die beiden weitergeht und was sie in Zukunft noch erleben und meistern müssen. Der Schreibstil von Michael Robotham ist klasse. Er versteht es die Szenerie so aufzubauen, dass man sich alles bildlich vorstellen kann. Auch die Schwächen und Stärken der Menschen wurden nachvollziehbar dargestellt. Für meinen Geschmack hätte es wirklich etwas spannender sein können und auch das Ende war keine Überraschung, aber wie bereits erwähnt, konnte mich dieses Buch irgendwie trotzdem unterhalten. Die Deklarierung als Psychothriller erschließt sich mir in diesem Fall allerdings nicht, da es sich für mich höchstens wie ein reiner Thriller gelesen hat. Ich kann mir vorstellen, dass er bereits spannendere Thriller/Psychothriller geschrieben hat, aber sein Talent für das Schreiben ist nicht von der Hand zu weisen. Für mich steht fest, dass ich definitiv an dieser begonnenen Reihe dranbleiben und mir seine Erstlingswerke für ein besseres Urteil zulegen werde. Fazit: Ich bin gespannt wie es mit diesem ungleichen Team weitergeht.

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Michael Robotham hat mit "Schweige still" eine neue Reihe gestartet, die sich um den Polizeipsychologen Cyrus Haven dreht. Cyrus hat durch einen grausamen Mord als Kind seine Familie verloren und lebt seitdem alleine in dem baufälligen Haus seiner Großeltern. Zu Beginn des Thrillers wird er von einem Bekannten als Psychologe hinzugezogen, der mit schwer erziehbaren Kindern und Jugendlichen arbeitet. Cyrus soll sich einem ganz speziellem Mädchen annehmen: Evie Cormac. Sie wurde jahrelang gefangen gehalten und erst entdeckt, als ihr Entführer auf brutale Weise umgebracht wurde und sie sich wochenlang neben der Leiche versteckt hielt. In den Polizeiakten wird sie "Angel Face" genannt, denn weder ihr richtiger Name, noch ihr Alter ist bekannt. Evie möchte endlich frei sein und nicht mehr in einer psychologischen Betreuung leben, doch ohne einer richtigen Identität ist dies schwierig. Evie besitzt außerdem die Fähigkeit zu erkennen, ob jemand lügt. Cyrus versucht bei ihr durchzudringen und etwas über ihre Vergangenheit zu erfahren. Mit der Zeit entspinnt sich eine ganz eigene Beziehung zwischen den Beiden, eine ungewöhnliche Freundschaft. Diese wird jedoch immer wieder auf die Probe gestellt, denn Evie vertraut niemanden... In einem zweiten Strang wird die Leiche der erst 15jährigen Jodie Sheehan gefunden. Die aufsteigende Eiskunstläuferin wurde von der Brücke gestoßen und vermutlich anschließend vergewaltigt und mit Zweigen zugedeckt. Jodie war beliebt, bildschön und stammte aus einer fürsorglichen und unterstützenden Familie und sie war der zukünftige Olympiastar. Lenny Pavel vom Policedepartment bittet ebenfalls Cyrus um Hilfe, der mit dem schnellen Ermittlungsergebnis nicht wirklich zufrieden ist. Gemeinsam versuchen sie den wahren Mörder von Jodie zu finden... Cyrus ist das Bindeglied zwischen den beiden Mädchen - eines mit einer geheimen Vergangenheit und eines, das ihrer Zukunft beraubt wurde. Die Charaktere sind definitiv der große Pluspunkt an diesem Thriller! Sie sind komplex, unkonventionell und vielschichtig. Die Liste der Verdächtigen steigt mit den Seiten immer weiter an. Ich hatte jedoch beim Strang der toten Eiskunstläuferin bald einen Verdacht, der teilweise bestätigt wurde. Bei "Angel Face" Evie hingegen hat mich eine Offenbarung wirklich umgehauen. Hier konnte Robotham mich "alten Thrillerhasen" noch wahrlich überraschen! Chapeau! Kritisieren muss ich allerdings den immer wieder erwähnten Umstand von Evies Fähigkeit Lügen zu enttarnen. Auf den 500 Seiten wird dies immer wieder erwähnt, doch in der Geschichte selbst kommt dies überhaupt nicht zum Tragen. In beiden Fällen gibt es überraschende Wendungen und jede Menge Geheimnisse. Wie diese beiden Stränge im Laufe der Geschichte zusammenkommen sollen, war mir lange unklar. Genauso rätselhaft ist auch die Vergangenheit von "Angel Face". Schlussendlich hat aber am Ende wirklich alles gepasst, auch wenn ich die Vorfälle, die Evie immer wieder zugestoßen sind, etwas zu übertrieben fand. Einige Fragen blieben vorallem in den Nebenhandlungen offen, aber auch rund um "Angel Face" und der ermittelnden Polizistin. Ich denke (und hoffe), dass sich Robotham im nächsten Teil dieser Fragen rund um die Hauptcharakere noch annimmt. Schreibstil: Robothams Schreibstil ist wie immer kurzweilig und fesselnd. Erzählt wird aus verschiedenen Sichtweisen, großteils aber aus der von Cyrus und Angel Face. Durch die 72 eher kurzen Kapitel lässt sich der Thriller sehr schnell lesen. Man kann ihn schwer aus der Hand legen und ich hatte ihn auch in zwei (freien) Tagen durch. Die Spannung ist allgegenwärtig und steigert sich zum Ende hin, wie es bei einem Thriller auch sein soll. Den deutschen Titel finde ich nicht gut gewählt und ich finde auch nicht wirklich einen Bezug zum Inhalt. Fazit: Ein Thriller, den man schwer wieder aus der Hand legen kann: rasant und gut lesbar. Trotzdem habe ich noch ein paar Kritikpunkte, vorallem die offenen Fragen am Ende. Ein guter Reihenstart mit einem neuen unkonventionellen, aber sympathischen Polizeipsychologen, den ich weiter verfolgen werde.

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