Leserstimmen zu
Das Haus der finsteren Träume

Shaun Hamill

(5)
(6)
(1)
(0)
(0)
€ 14,99 [D] inkl. MwSt. | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis)

Selten kann ich den euphorischen Stimmen bekannter Autoren zustimmen, wenn sie auf Buchrücken ausdrücklich dieses eine Werk in den Himmel loben. Aber als Stephen King sagte „Ich liebe das Haus der finsteren Träume – und Sie werden es auch!“, dann kann ich nur nicken und nicken und abermals nicken. Denn ich habe dieses Buch wirklich geliebt. Nicht nur wegen des versteckten Horrors, der in der Nacht kratzend vor dem geschlossenen Fenster wartet. Auch nicht nur wegen der Angst davor, was mit den verschwundenen Kindern passiert sein könnte, oder warum Harry Byrne sich zunehmend von einem zuvorkommenden Mann in einen Finsterling verwandelt. Es ist vor allem Noah, der uns diese Geschichte erzählt, der mich an sich binden konnte, der mich innehalten und nachdenken ließ. Noah, der die Geschichte seiner Familie erzählt, lange bevor er selbst auf der Bildfläche erschien, und noch lange nachdem ihm Teile dieser Familie genommen wurden. Er erzählt uns, wie seine Eltern sich kennenlernten, wie sie erst Sydney und später Eunice bekamen. Eine glückliche kleine Familie. Bis auf die Monster mit den orangefarbenen Augen, die des Nachts um das Haus der Familie schleichen, die irgendwie alle bemerken, über die aber niemals geredet wird. Auch Noah wird eines dieser Wesen sehen können, aber er wird auch mit ihm reden. Ihm seine Freundschaft anbieten. Und damit die Mauern zum Einsturz bringen, die jahrelang um dieses Geheimnis aufgebaut wurden. Neben jenen mysteriösen Kreaturen sind es aber vor allem die Monster des täglichen Lebens, die uns in diesem Buch begegnen werden. Familienstreits, Krankheiten, Verlust, Ängste. Dabei spielt das Erwachsenwerden Noahs eine wichtige Rolle, denn so wie er wächst, so wachsen auch die Probleme der Familie bis ins schier Bodenlose. Seine älteste Schwester Sydney verschwindet spurlos, Eunice findet sich in Depressionen wieder. Wie die Monster in diese Geschichte passen? Das müsst ihr selbst herausfinden, aber ich verspreche euch, der Weg lohnt sich.

Lesen Sie weiter

Das Haus der finsteren Träume – Shaun Hamill Verlag: Heyne Taschenbuch: 14,99 € eBook: 11,99 € ISBN: 978-3-453-31995-0 Erscheinungsdatum: 13. Juli 2020 Genre: Thriller Seiten: 464 Inhalt: Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum … Mein Fazit: Zum Cover: Das Cover ist schlicht gehalten, düster und trotzdem schön. Man sieht Tentakel, die im Buch auch eine Rolle spielen. In der Mitte prangt der Titel, mir gefällt es. Zum Buch: Eigentlich steht hier schon alles im Klappentext, also werde ich gleich zu meinen persönlichen Fazit übergehen. Der Schreibstil ist wirklich schön, er ist ruhig und trotzdem spannend, ich mag solche Bücher. Es hat sehr viel Anlehnung an Lovecrafts Werken, der in diesem Buch auch eine sehr große Rolle spielt. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Noah, dem jüngsten Familienmitglied der Turners. Er sieht ein Monster und das über viele Jahre, im Laufe der Geschichte kommen wir nach und nach dem Familiengeheimnis auf der Spur. Die länge der Kapitel empfand als sehr angenehm. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt, auch hier werden sie auf ruhige Art präsentiert und wenn ich auch dachte, mich erwartet hier etwas anderes, bin ich wirklich positiv überrascht. Noah erzählt hier über aeine Familie viele intime Details und auch tiefgreifende Hintergründe. Sein Vater verfällt dem Wahn ein Spukhaus zu bauen und Margaret seiner Frau gefällt das irgendwie gar nicht. Doch sie liebt ihren Mann und steht hinter ihm, auch als ein böser Schicksalsschlag die Familie ereilt, steht sie hinter ihrer Familie. Margaret kommt einem kalt und gefühllos rüber, doch wenn man ihre geschichte weiter verfolgt, merkt man das doch mehr hinter ihr steckt als sie vorgibt. Harry, der Vater, ist begeistert von Lovecraft, Comics und vielen mehr, daher liegt es irgendwann nahe das er ein Spukhaus bauen will. Die wandernden Schatten ist sein Vermächtnis, das die Familie irgendwann weiter führen soll. Harry wird krank und alle leiden. Sydney sieht eines Tages ein Monster und keiner glaubt ihr, nur Noah denkt oft daran zurück und glaubt ihr. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist nicht gerade gut und es wird auch nicht besser. Eunice die zweite Schwester von Noah, leidet unter Depressionen und mal ist es besser und mal schlimmer, aber sie liebt Noah über alles. Es gibt natürlich noch mehr Charaktere, aber ich kann nicht auf jeden eingehen. Im Großen und ganzen sind alle wirklich schön erzählt und dargestellt. Komme ich noch zur bildlichen Darstellung, die ist auch sehr gelungen, gerade die Szenen mit dem Monster sind sehr detailliert beschrieben. Ein tolles Setting ist hier gegeben. Auch die Beschreibungen, von den wandernden Schatten, sind sehr schön beschrieben. Wir haben hier ein gruseliges Buch, was sich definitiv zu lesen lohnt. Ich kann es nur empfehlen, ein tolles Buch. Ich gebe hier 5 von 5 Sternen!

Lesen Sie weiter

Die USA in den frühen 1960er Jahren. Die junge Margaret Byrne arbeitet während ihres Studiums in einer Buchhandlung und trifft auf Harry Turner. Harry ist ein begeisterter Leser von Schauerromanen, speziell die Werke H. P. Lovecrafts genießen seine Aufmerksamkeit. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten. Zwanzig Jahre später leben die Turners mit ihren zwei Töchtern ein solides mittelständiges Leben. Doch etwas hält schleichend Einzug in den Familienalltag. Eines Tages beschließt Harry, ein großes Geisterhaus zu bauen, welches als Attraktion zu Halloween die Menschen erschrecken und erfreuen soll… Shaun Hamill weiß, dass das wahre Grauen nicht durch besonders blutrünstige Beschreibungen erzielt wird, sondern erst durch nachvollziehbare Handlungen und dem alltäglichen Schrecken seine Wirkung entfalten kann. In seinem aus der Sicht des jüngsten Kindes beschriebenen Debütroman gelingt es ihm, das Portrait einer Familie zu zeichnen, deren Leben sich schleichend in einen Alptraum verwandelt. Der Aufbau der einzelnen Familienmitglieder ist dabei feinfühlig und liebevoll, was die Tragweite des Geschehens umso schmerzhafter und dramatischer gestaltet. Hamill nimmt sich die Zeit, seine Geschichte und die darin vorkommenden Charaktere zu entwickeln, die einem aufgrund ihrer lebensnahen und detailverliebten Beschreibungen schnell ans Herz wachsen. Mich erinnerte Das Haus der finsteren Träume an Spuk in Hill House, wo der wahre Horror auch eher im Miteinander der Protagonisten stattfand und die genutzten Horrorelemente eher als tragendes Korsett fungierten. Ähnlich ist es auch hier zu beobachten, wenn sich durch die Veränderung des Verhaltens eines geliebten Menschen Abgründe auftun, denen man sich als direkt betroffene Person nicht entziehen kann. Wie bei Lovecraft bewegt sich da Grauen im nicht greifbaren Bereich und erzeugt so eine schaurig- faszinierende Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen, die man jedoch kaum beschreiben kann. Das Haus der finsteren Träume ist kein Buch für Fans des derben Splatters, wer sich jedoch auf eine eher ruhig aber sehr liebevoll erzählte, auf seine Figuren und ihre Schicksale fokussierte Geschichte einlassen kann, sollte sich diesen ungewöhnlichen und hervorragend geschriebenen Roman auf keinen Fall entgehen lassen! Das Haus der finsteren Träume (Originaltitel: A Cosmology of Monsters, USA 2019) erscheint als Paperback mit wirklich gelungener Broschur in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski bei Heyne (464 Seiten, 14,99€). Im Anhang befindet sich eine Danksagung des Autors. Shaun Hamill präsentiert mit Das Haus der finsteren Träume ein sensibles, feinfühlig geschriebenes und dadurch besonders intensives und eindringliches Debüt, welches speziell durch seine gute Beobachtungsgabe und den feinen Figurenskizzierungen überzeugt. Da man mit den einzelnen Figuren mitfühlt, wirkt das Grauen und die Tragödie umso intensiver und zeigt, dass es für einen gelungenen Gruselroman nicht nötig ist, unnötige Gewalttaten zu zelebrieren, sondern das Grauen wesentlich wirkungsvoller auf leisen Sohlen daherkommt!

Lesen Sie weiter

Inhalt : Die USA in den 1960er-Jahren: Harry Turner, ein geradezu fanatischer Verehrer von H. P. Lovecraft, macht sich an die Verwirklichung eines gewaltigen Vorhabens. Auf seinem Grundstück soll ein Geisterhaus entstehen, und zwar das größte und unheimlichste, das Amerika je gesehen hat. Harrys komplette Familie arbeitet an dem Projekt mit, obwohl seine pragmatisch veranlagte Frau und seine beiden Töchter die Augen vor der gruseligen Wahrheit verschließen: Die Monster, die im Geisterhaus der Turners ihr Unwesen treiben, sind echt. Der einzige, der diese Tatsache akzeptiert, ist der jüngste Turner-Spross Noah. Doch als er eines Tages beschließt, den Ungeheuern die Tür zu öffnen, wird das Leben der Turners zum Albtraum ... Vita : Shaun Hamill wurde in Arlington, Texas, geboren und verbrachte seine Kindheit mit jeder Menge Horrorromane und -filme. Er machte 2008 seinen Abschluss in Englischer Literatur an der University of Texas und absolvierte 2016 erfolgreich den renommierten Iowa Writers' Workshop. »Das Haus der finsteren Träume« ist sein Debütroman. Shaun Hamill ist verheiratet und lebt mit seiner Familie in den dunklen Wäldern Alabamas. Meine Meinung : Der Klappentext las sich für mich schon direkt sehr spannend und machte mich neugierig auf das Buch. Das sehr düster gehaltene Cover trug ebenfalls seinen Teil dazu bei. Die Kinder Sydney, Eunice und Noah leben mit ihren Eltern in einem ruhigen Vorort in den USA und scheinen ein normales Leben zu führen. Doch etwas ist anders. Die Eltern können Monster sehen und beschliessen irgendwann, ein Spukhaus zu bauen. Als Leser werden wir langsam in die Handlung eingeführt. Wir begleiten die Eltern von Noah, Harry und Margaret bei ihrem ersten Kennenlernen bis zu ihrer späteren Heirat. Dies alles wird aus der Sicht von Noah, dem jüngsten Kind der Familie Turner erzählt. Bis dahin nimmt der Grusel nur einen geringen Teil ein. Margaret sieht z.B. die Realität manchmal etwas verzerrt, was sich nach relativ kurzer Zeit aber wieder legt. Nach und nach nimmt das Buch aber an Fahrt auf und die Monster und der Horror werden zunehmend realer. Für mich war das Buch eher eine Familiengeschichte als ein Gruselroman. Der Horror bewegt sich meiner Meinung eher auf einer unterschwelligen, subtilen Ebene. Für mich war das Buch flüssig geschrieben und wies auch keinerlei Längen auf. Shaun Hamill schrieb hier eine tolle Hommage an den Schriftsteller H.P.Lovecraft, von dem ich leider noch nichts gelesen habe. Einige Kapitel tragen Namen von seinen Werken, wie z.B. Das Grab oder Das Bild im Haus. Für mich war dieses Buch eine ganz tolle Entdeckung, welches auf jeden Fall Lust auf die Werke von H.P.Lovecraft gemacht hat. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.

Lesen Sie weiter

Bei solchen Büchern weiß der Leser nie so richtig, was ihn erwartet. Ist es ein blutiger Schocker oder Thriller mit Mystery-Einschlag oder doch mehr ein Gruselroman? Wenn der Autor H.P. Lovecraft genannt wird, dann liegt die Vermutung nahe, dass es der Leser zumindest wird diversen Monstern zu tun haben könnte. Ich versuche mit dieser Buchvorstellung ein wenig Licht ins Dunkle zu werfen, ohne zu viel vom Inhalt zu verraten. +++ +++ Monster-Grusel +++ Schon das Buchcover offenbart, dass es Monster eine wesentliche Rolle in diesem Buch einnehmen. Aber viel subtiler, als es zunächst den Anschein hat. Vor allem zu Beginn geht es sehr gemächlich in der Geschichte voran und es gibt nur hier und da etwas sonderbare Ereignisse. Erst sehr viel später im Laufe der Handlung werden diese Elemente spürbarer und nehmen einen wesentlich Einfluss auf die Handlung. Die Zusammenhänge kommen gar erst verhältnismäßig weit am Ende zum Vorschein. +++ Die Erzählung ist relativ eigenwillig. Die Geschichte wird aus Sicht eines männlichen Protagonisten erzählt, der mit seiner Darstellung vor seiner eigenen Geburt beginnt und erzählt, wie sich seine Eltern gefunden und eine Familie gegründet haben. Selbstverständlich nicht im Stile einer Familiensaga und natürlich nicht ohne die ein oder andere ungewöhnliche Begegnung. Es bleibt aber ruhig und eher gruselig. +++ Der Erzähler springt zeitlich von Kapitel zu Kapitel in etwas größeren Schritten voran, wobei diese von etwas längeren Erzählungen unterbrochen werden, in denen zusammengefasst wird, was derweil passiert. Eine gut gewählte Strategie, um die Geschichte etwas zu straffen und die passenden Passagen im Leben der Hauptfigur zu überspringen. +++ Fazit +++ Dieses Buch ist ein eher ruhiger Monster-Gruselroman, der weder schockiert noch explizit und blutig wird. Die ruhige Geschichte der dargestellten Familie passt sehr gut zu den gewählten Monstern und ergibt einen sehr stimmigen Roman. Die Fraktion der Spatter-Freunde wird an diesem Werk sicher nicht ihre Freude haben, dafür umso mehr jene, die gerne subtileren Grusel mögen.

Lesen Sie weiter