Leserstimmen zu
Mein Leben. Mein Werk.

Bert Hellinger, Hanne-Lore Heilmann

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Umstrittene Vita und Methode

Von: Michael Lausberg

21.12.2018

Dies ist die Biografie des inzwischen weit über 90 Jahre alten Bert Hellinger, katholischer Priester, Buchautor über psychoanalytische Verfahren und bekannt vor allem durch seine Familienaufstellung/Lebenshilfemethode. Bert Hellinger verbrachte seine Kindheit und Jugend in Köln zur Zeit des NS-Regimes. Er studierte Philosophie, Katholische Theologie und Pädagogik. Im Nachkriegsdeutschland wurde er 1952 zum Priester geweiht. Danach arbeitete er bis 1968 als Leiter einer katholischen Missionsschule in Südafrika. Nach seiner Rückkehr aus Südafrika absolvierte Bert Hellinger eine psychoanalytische Ausbildung (1968–1972). Er stellte sich einer psychoanalytischen Lehranalyse und absolvierte zahlreiche Aus- und Weiterbildungen in verschiedenen Bereichen der Psychotherapie. Die Anerkennung seiner psychoanalytischen Ausbildung wurde ihm allerdings von der Wiener psychoanalytischen Vereinigung verweigert. Hellinger ging in die USA und absolvierte Kurse u.a. in Primärtherapie beim umstrittenen Arthur Janov, in Provokativer Therapie bei Frank Farrelly und in Hypnosetherapie bei Jeff Zeig, Stephen Lankton und Stephen Gilligan. Er war Lehrtherapeut für Transaktions- und Skriptanalyse. Die Anerkennung seiner psychoanalytischen Ausbildung und seiner umstrittenen Methoden war für ihn lebensprägend. Hellinger entwickelte die Grundsätze des Verfahrens der Familienaufstellung, die er später als Lebenshilfemethode bezeichnete.: Die Familienaufstellung ist ein psychotherapeutisches Verfahren, bei dem Personen stellvertretend für Mitglieder des Familiensystems eines Klienten konstellativ angeordnet werden, um aus einer dazu in Beziehung gesetzten Wahrnehmungsposition gewisse Muster innerhalb jenes Systems erkennen zu können. Das Familienstellen gründet auf der Vermutung, dass innerlich-grundlegende Beziehungen auch innerlich räumlich abgespeichert wirken. Familienaufstellung findet meist in Gruppen von zehn bis zwanzig Personen statt. Jemand, der eine persönliche Thematik lösen möchte, meldet sich, um für sich eine Aufstellung durchführen zu lassen. Der Aufstellungsleiter befragt diesen Klienten zu seiner Situation, zu seinem Gegenwarts- und/oder Herkunftssystem und zu seinem Anliegen. Hellingers Methoden und seine Weltdeutung sind unter Fachleuten stark umstritten. Zwischen Scharlatan und Heilsbringer wird er charakterisiert. Dieses Buch gibt nicht nur seine wechselvolle Biografie wieder, sondern auch seine Entwicklung und Durchführung seines Verfahrens der Familienaufstellung/Lebenshilfemethode. Entscheidend für den Leser ist dabei, ob er sich pro oder contra zu dieser Methode positioniert.

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