Leserstimmen zu
Das Haus der Verlassenen

Emily Gunnis

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Hardcover
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

Die Autorin Emily Gunnis hat sich in diesem Roman eines Themas bedient, welches in den Kreisen der katholischen Kirche auch heute noch nach Möglichkeit totgeschwiegen wird. Es geht um die Mutter-Kind-Häuser Irlands und Englands, die von den sogenannten „Barmherzigen Schwestern" betreut wurden. In diesen Heimen konnten junge, ledige Mädchen, die ein Kind erwarteten, entbinden. Sie wurden allerdings gezwungen, diese Kinder zur Adoption freizugeben und in den heimeigenen Wäschereien unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Auch der Roman „Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit" von Rebecca Michéle hat dieses schwere Thema zur Grundlage. 2017 findet die Journalisten Sam bei ihrer Großmutter einen Brief von einer Ivy. Ihre Großmutter sagt, dass der Brief in den Hinterlassenschaften des Großvaters, eines Antiquitätenhändlers, lag. Die alleinerziehende Sam ist stark beeindruckt von seinem Inhalt, in welchem Ivy ihrem Liebsten anfleht, sie aus dem Heim herauszuholen. Sam wittert aber auch eine große Story, die sie in ihrem Job und auf der Karriereleiter weiterbringen könnte. Doch je tiefer sie nachforscht, umso mehr mysteriöse Todesfälle fördert sie an die Oberfläche. Ihre Nachforschungen werden immer gefährlicher, denn ihre eigene Familiengeschichte scheint immer mehr mit dem dunklen Kloster zu tun zu haben, in dem Ivy 1956 eingesperrt war. Gunnis hat einen feinsinnigen Plot entwickelt, der vor Gräueltaten in diesen Heimen nicht Halt macht. Das letzte dieser Heime wurde erst 1996 geschlossen. Damit wird der Roman zu einem sehr beeindruckenden und beklemmenden Roman, der es aber nicht an Spannung vermissen lässt. Man sitzt manchmal nur mit dem Buch in der Hand und mag nicht glauben, dass es sowas gegeben hat. Doch mit den Todesfällen wird aus der Geschichte noch ein Thriller par excellence. Möchte Sam anfangs nur dem Geheimnis der Briefe auf die Spur kommen, so entwickelt sie sich zu einer ausgesprochenen Ermittlerin, welche die damaligen Missstände und deren Verursacher an die Öffentlichkeit bringen möchte. Wenn man sich als Leser von den bedrückenden Geschehnissen nicht abhalten lässt, wird man in den starken Sog des Romans gezogen und wird von dessen Spannung getrieben. Dennoch gibt es Wehrmutstropfen die nicht verschwiegen werden sollten. Diese Magdalen-Häuser hat es in dieser grausamen Auswirkung hauptsächlich in Irland gegeben. Gunnis sagt auch im Nachwort, dass sie sich in der Beschreibung der Gräueltaten auf ihre Recherchen in irischen Häusern stützt. Trotzdem hat sie ihre Handlung im britischen Sussex verortet. Obwohl es in England auch ca 200 solcher Heime gab, ist von solch extremer Gewalt ist in England nicht annähernd so viel bekannt wie aus Irland. Der Authentizität wegen hätte die Geschichte besser in Irland spielen sollen. Ein weiteres kleines Manko sind die relativ vielen Figuren aus verschiedenen Generationen. Insgesamt leben noch sieben Generationen gleichzeitig, was ein Ding der Unmöglichkeit ist. Oder was sollte es sonst bedeuten, wenn die Urgroßmutter von ihrer eigenen Großmutter zum Essen eingeladen wird. Etwas besser rechnen zu können, hätte mehr Klarheit gebracht. Wegen der Spannung, dem Sog und dem schweren Thema, das behandelt wird, gebe ich dennoch vier Sterne. Diese Taten sollten nie vergessen werden, auch wenn die meisten bereits ungesühnt blieben.

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Die junge Reporterin und Mutter Sam steht kurz vor einer Krise, als sie mysteriöse Briefe bei ihrer Großmutter findet. Obwohl sie vor mehr als sechzig Jahren verfasst wurden, lassen Sam die zutiefst flehenden, hoffnungsvollen Worte keine Ruhe, die von unvorstellbarer Ungerechtigkeit in dem Leben einer jungen Frau in den Fünfzigern erzählen. Nicht nur das, Sam wittert zudem die Chance, durch diese Briefe nicht nur über ihre eigene Verbindung mit dem Fall zu erfahren, sie könnten ihr auch bei einer großen Schlagzeile behilf reich sein und für sie und ihre Tochter ein besseres Leben ermöglichen. Die verzweifelten Briefe stammen aus der Hand von Ivy Jenkins, die, um ihre unerwartete Schwangerschaft und das anschließende Baby zu verbergen, gegen ihren Willen in ein Heim für ledige Mütter geschickt wird. Jedoch entpuppt sich St. Margaret´s und die Nonnen, die dort das Sagen haben, als eine Hölle auf Erden. Mittlerweile steht das Gebäude leer und soll abgerissen werden, allerdings ist Sam nicht bereit, Ivy´s Geschichte mitsamt der Gemäuer verschwinden zu lassen. Nicht wenige Todesfälle sind mit St. Margaret´s verbunden, eindeutig zu viele für ein bescheidenes Mutter-Kind-Heim. Wer zog die Fäden hinter der Fassade? Was wurde gespielt und wer sind die Profitierenden? Das geheime Netzwerk reicht weiter als gedacht und Sam begibt sich auf dem Weg, endlich Licht ins Dunkeln zu bringen, in große Gefahr. In jeder Geschichte steckt angeblich ein Körnchen Wahrheit. In Gunnis´ Roman „Das Haus der Verlassenen“, der beinahe als Krimi durchgeht, finden wir dieses in den Heimen für ledige Mütter. Mit viel Mitgefühl erzählt sie aus der Sicht einer der Frauen, wie grausam ihr Alltag und ihre Zukunft von den umliegenden Autoritäten gestaltet werden. Doktoren, Familie, die Kirche; als junge Frau der Fünfziger Jahre ist sie machtlos gegen die an sie gestellten Erwartungen und dem damaligen Gesellschaftsbild. Eine Situation, in der Sam hätte sein können, wäre sie zu einer anderen Zeit geboren. Dies ist nur ein Grund, warum die Emotionalität der Briefe in Erinnerung bleibt. Mit viel Mitgefühl und einem Sinn für Details erzählt Gunnis vom verborgenen Leid der Opfer von Ausbeutung und autoritärem Missbrauch. Im Mittelpunkt steht die spannende Geschichte des Heims, deren Reichweite weit über ihre Mauern hinausreicht, so wie die Frage wie es mit Gerechtigkeit im normalen Leben aussieht. Gunnis erzeugt eine spannende Verflechtung der blutroten Spur des Heims, die sich durch die Leben aller Beteiligten zieht und beweist, wie sehr sich ein vergangenes Leid selbst auf die nächsten Generationen auswirkt. Rotierende Erzählperspektiven erzeugen nach und nach wie einzelne Puzzleteile ein verständliches Gesamtbild, welches man gar nicht schnell genug zusammensetzen möchte. Für erfahrene Krimileser ist die Handlung vorhersehbar, jedoch keinesfalls langweilig. Durch dramatische Bildmalerei und alptraumhafte Schreckensszenen lassen sich außerdem Gunnis´ Wurzeln aus der Filmindustrie gut erkennen. „Das Haus der Verlassenen“ ist eine rührende und gleichzeitig spannende Geschichte, die uns sehr dankbar werden lässt, in der heutigen Zeit zu leben. Sehr zu empfehlen für Krimieinsteiger und -liebhaber, Verfechter der Gerechtigkeit und Fans geballter Frauenpower.

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Die Geschichte wird spannend und aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Nach jedem Kapitel möchte man direkt weiter lesen, da man immer mehr über das Thema und die Zusammenhänge erfahren möchte. Das Ende ist nicht vorhersehbar und war für mich tatsächlich überraschend. Das aufgegriffene Thema ist ein sehr interessantes Thema mit viel Geschichte.

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In "Das Haus der Verlassenen" von Emily Gunnis geht es um die alleinerziehende Journalistin Sam, die mit ihrer Tochter bei ihrer Großmutter wohnt. Am Geburtstag ihrer Großmutter entdeckt sie einen alten Brief von einer gewissen Ivy, die an ihren Liebsten Allistair schreibt und ihm erzählt, dass sie ein Kind erwartet und deshalb ins St. Margaret's Heim für ledige Mütter gebracht werden soll. In diesem herzzerreißenden Brief bittet sie Allistair un Hilfe. Tief berührt von dem Brief beginnt Sam zu recherchieren - und deckt eine grausame und schreckliche Vergangenheit auf, die ihre Spuren bis in Sams Leben zieht. Was ein großartiger Roman! Ich war absolut gefesselt von der Geschichte und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Autorin konnte mich richtig mitreißen. Der Schreibstil ist toll und gerade die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart machten die Geschichte sehr spannend. Man erfährt das Geschehene sowohl aus Ivys Sicht, als auch aus der Sicht ihrer Peiniger und auch aus den Briefen geht viel hervor. Man kann gar nicht fassen, welches Leid die Mädchen in diesem Kloster haben erleben müssen. Den Anmerkungen der Autorin am Ende kann man entnehmen, dass das Geschriebene gar nicht so weit von der damaligen Realität abweicht, da es in Irrland und Großbritannien wohl einige solcher Heime gab, in denen den werdenden Müttern und ihren Kindern schreckliche Dinge angetan wurden. Das Buch hat mich oft sprachlos, wütend und traurig zurückgelassen. Eine große Leseempfehlung von mir und ein absolutes Jahreshighlight! 📖 Das Buch erhält von mir 5 / 5 ⭐

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Inhaltlich möchte ich den vorangegangenen Angaben nichts hinzufügen. Spannung und Neugier auf den Inhalt empfand ich nach lesen des Booklets. Spannung ja, - aber auch Entsetzen, dass diese Dinge tatsächlich jemand erdulden musste. Man kann nachvollziehen, warum wer welche Entscheidungen traf, kann diesen aber nicht zustimmen. Es hinterlässt einen aufgewühlt, stellenweise fassungslos. Ein gut recherchiertes, gut inszeniertes, sehr lesenswertes Buch.

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Sehr mitreißend!

Von: Zeyn

12.05.2019

Das Haus der Verlassenen durfte ich mitlesen und war sehr überrascht. Das Buch ist sehr herzzerreißend und nimmt einen wirklich sehr mit! Ich habe es binnen einer Woche fertig gelesen. Durch den Buch konnte ich grob abschätzen wie elendig es für die Zeit für Ledige Mütter war. Es macht einen Fassungslos! Das Buch war sehr Spannend und das lesen machte sehr Spaß. Würde ich jeden weiterempfehlen.

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Fesselnd & Berührend

Von: AnnaSilo

11.05.2019

Dieses Buch legt man nicht mehr aus der Hand, wenn man einmal begonnen hat, es zu lesen! Emotional, spannend, fesselnd und einnehmend erzählen die Autorinnen die Geschichte der jungen Ivy, die als junge, ledige Mutter von ihrem Stiefvater in ein Heim für ledige Mütter geschickt wird. Mit spannenden Wendungen, scharf skizzierten Charakteren und unvorhergesehenen Ereignissen schafft es dieses Buch, den Leser oder die Leserin tief in seinen Bann zu ziehen. Die zeitlichen Sprünge gelingen, ohne zu verwirren. Der Handlung ist trotz Kreativität und Unvorhersehbarkeit leicht zu folgen. Schockierende Entdeckungen lassen die Recherche der Journalistin Sam zu den Umständen von Ivys Leben und Unterbringung in dem Heim, über das keiner so recht sprechen will, zu einer süchtig machenden Suche nach der Wahrheit werden... Reservieren Sie sich einen Platz auf der Couch oder auf dem Balkon und nehmen Sie sich die nächsten Stunden bzw. Tage nicht viel anderes vor: Sie tauchen ein in die Geschichte Englands mit all den Fasern ihres Seins! Ich liebe dieses Buch und werde es sicher noch einmal lesen...

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Außerdem habe ich heute "Das Haus der Verlassenen" aus dem @heyne.verlag beendet und wow, das war eine echt interessante und verstörende Geschichte. In dem Buch geht es um drei Personen: Ivy, die in den 50er Jahren aufgrund ihrer ungeplanten Schwangerschaft in das St. Margaret's Heim gesteckt wird. Sam, die das Ganze in der Gegenwart recherchiert und Kitty, die sehr berühmt geworden ist und zwischen Ivy und Sam wie eine Schnittstelle in der Geschichte ist. Die Geschichte beginnt bereits im Prolog sehr spannend mit Ivy, deren Kapitel mich persönlich immer am meisten emotional mitgenommen haben. In Kapitel 1 und 2 lernt man Sam und dann Kitty kennen. Daraufhin wird von der Erzählperspektive immer gewechselt, wobei aus der dritten Perspektive erzählt wird. Die Story fand ich persönlich sehr spannend, da ich wissen wollte, was Ivy alles in dem Heim erlebt hat, ob Sam alles herausfinden kann und was Kitty in der Gesichte für eine Rolle spielt. Einziges Manko ist für mich, dass es durch die vielen Erzähler und unterschiedlichen Erzählzeiten manchmal verwirrend wurde. Aber dank der Zeitangabe ging es dann meistens. Der Schreibstil hat mir gleich gefallen, wobei er sehr detailliert ist, die Sätze aber nie zu lange wirken. Die Charaktere sind mir auch ans Herz gewachsen, insbesondere mit Ivy habe ich mitgelitten und ihre Briefe waren sehr emotional. Ingesamt gibt es von mir 4,5 von 5 Sternen, da es eine außergewöhnliche, realistischdargestellte Geschichte ist, die mich emotional sehr mitgerissen hat💗

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