Leserstimmen zu
Das Haus der Verlassenen

Emily Gunnis

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Was für ein aufwühlender Roman!

Von: sir.gerry.liest

12.10.2019

Was für ein aufwühlender Roman! Bereits im Prolog wird erkennbar, wohin die Reise gehen wird. In den 1950er Jahren wird in Großbritannien die junge ledige fiktive Ivy schwanger. Doch statt von einem zukünftigen Familienglück zu träumen, verlässt ihr Freund sie und der Stiefvater schickt sie in das St. Margret’s Heim. Ihre schwache Mutter kann ihr nicht beistehen. Das Heim wird von den Barmherzigen Schwestern und der Mutter Oberin Carlin auf grausame Art und Weise geführt. Kein Wort der Zuneigung, keine Nächstenliebe, keine Unterstützung. Verzweifelt und vergebens schreibt Ivy Hilfebriefe an ihren Freund. In dieser für alle Frauen und Kinder ausweglosen Situation versucht sie wenigstens der 8jährgen Elvira zu helfen. 2017 liest die Journalistin Sam einen Brief bei ihrer Großmutter, die diesen in dem Nachlass des verstorbenen Ehemannes entdeckt hatte. Er handelt von einer gewissen Ivy, die einen Hilferuf an ihren Freund richtet. Sam recherchiert und deckt eine unglaubliche Geschichte auf, die nicht nur Ivy‘s Geschichte ist, sondern auch ihre eigene Familie betrifft. Und diese Story beginnt an einem Samstag und endet am darauf folgenden Montag, denn sie hat nicht viel Zeit, denn das St. Margret’s soll in zwei Tagen abgerissen werden…… Emily Gunnis erzählt diese Geschichte auf zwei Zweitebenen und die relativ kurzen Kapitel führen dazu, dass man unweigerlich und schnell zum spannenden und sehr gekonnten Ende dieses Romans kommt. Am meisten haben mich die Abschnitte über Ivy beeindruckt. Diese werden sehr oft mit den weiteren Briefen von Ivy eingeleitet, in denen sie weiterhin verzweifelt um Hilfe von ihrem Freund bittet und die Umstände schildert, denen sie und die anderen ausgesetzt sind. Man erlebt die unsagbaren, nicht nachvollziehbaren Zustände in diesem Mutter-Kind-Heim. Die jungen Frauen und Kinder habe dort nichts zu lachen, dürfen nicht reden, müssen schwer arbeiten bis zum Tag der Geburt und müssen kurz danach wieder in die Wäschekammer. Neugeborene sind in den Augen der Schwestern nur eine Teufelsbrut und werden kurz nach der Geburt in kalten Räumen versorgt und möglichst schnell gewinnbringend und gegen den Willen der Frauen zur Adoption freigegeben. Nebenbei finden auch noch unsägliche Medikamentenversuch statt. All das deckt Sam im Laufe des Buches nach und nach auf und stößt dabei auf unerklärliche Todesfälle und auf Kitty Cannon, die etwas mit dem Kinderheim zu tun hat. Auch Sam muss kämpfen, mit ihrem Chef, mit ihrem getrennt lebenden Ehemann und auch noch zuletzt mit ihrer Großmutter. Aber sie ist wie Ivy eine starke Persönlichkeit und hat ein Ziel vor Augen, für das es zu kämpfen lohnt. Die Todesfälle werden nach und nach aufgeklärt und man ist dabei als es dann passiert. Es gibt also auch hierzu Rückblenden. Emily Gunnis schreibt sehr flüssig, fesselnd, realitätsnah und sehr detailreich. Das Buch macht mich fassungslos und lässt mich ratlos, aber beeindruckt zurück. Ich kann nicht glauben, dass es in vielen solcher Mutter-Kind-Heime so oder so ähnlich zugegangen sein soll und dass die die Gesellschaft dies nicht beachtet hat. Dieses Buch ist mein absolutes Jahreshighlight und ich kann es jedem uneingeschränkt empfehlen. Es ist auch ein Krimi/Thriller, den ich so nicht erwartet hatte. Ich werde es ganz bestimmt in nächster Zeit ein zweites Mal lesen. Von mir bekommt es volle 5 Sterne. Ich danke an dieser Stelle dem Bloggerportal von Randomhouse für dieses wunderbare Rezensionsexemplar.

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Dunkle Geheimnisse in einem Mutter-Kind-Heim

Von: Blackfairy71

02.10.2019

Die Journalistin Samantha findet in der Wohnung ihrer Großmutter einen Brief einer gewissen Ivy. Ihre Großmutter sagt, sie hätte diesen und weitere Briefe bei den Sachen ihres verstorbenen Mannes gefunden, dem als Antiquitätenhändler öfter mal ähnliche Dinge in alten Möbelstücken in die Hände gefallen sind. Sam wittert eine große Story, denn sie muss nach der Trennung von ihrem Mann alleine für ihre Tochter sorgen. Der Brief stammt aus dem Jahr 1956 und daraus geht hervor, dass die unverheiratete Ivy ungewollt schwanger wurde. Um einen Skandal zu vermeiden, schickt ihr Stiefvater sie nach St. Margaret's, einem Mutter-Kind-Heim in Sussex. Hierher werden ledige Mütter abgeschoben, um ihre Kinder zu bekommen und diese nach der Geburt zur Adoption freizugeben. In diesem von Nonnen geleiteten Heim herrschen grausame Zustände. Die Mädchen müssen hart arbeiten, obwohl sie hochschwanger sind und werden hart bestraft, wenn sie sich weigern. Sam erfährt, dass St. Margaret's kurz vor dem Abriss steht und sie hat nur zwei Tage Zeit, um die dunklen Geheimnisse des Hauses aufzudecken. Danke erst einmal an das Blogger-Portal, das mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen unentschlossen, was ich nun schreiben soll. Auf jeden Fall ist es ein wichtiges Thema, das hier publik gemacht wurde und es ist heute fast unvorstellbar, wie noch im letzten Jahrhundert mit den Mädchen und jungen Frauen umgegangen wurde, welche Grausamkeiten ihnen in diesen Heimen angetan wurde. Von Frauen, die eigentlich Nächstenliebe im Namen Gottes spenden sollten. Das hat mich wirklich wütend gemacht. Trotzdem hat mir der Teil, der in der Vergangenheit spielt, besser gefallen. Mit Ivy habe ich sofort mitgefühlt und sie war mir gleich sympathisch. Sie ist sehr authentisch dargestellt. Mit Sam wurde ich dagegen nicht so recht warm. Auch fand ich die Passagen in der Gegenwart ein wenig verwirrend, es gibt viele Namen und ab einem bestimmten Punkt hätte man einer der Personen ihren richtigen Namen geben sollen, das wäre eindeutiger gewesen. Wer das Buch kennt, weiß vielleicht wen ich meine. Im Großen und Ganzen spielt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, aber zwischendurch gibt es immer mal wieder weitere Zeitsprünge, die meiner Meinung nach nur für mehr Verwirrung sorgen. Mir fehlte ein roter Faden und ein wirklicher Lesefluss in der gesamten Geschichte.

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Der Titel machte schon neugierig und ich finde das Buch sehr gut. Ich habe es in einem Zug durchgelesen und auch bereits weiter verliehen.

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•Das Haus der Verlassenen von @emilygunnis ; erschienen bei @randomhouseaudio.verlag ; 8 Std. 23 Min.• . Ich glaube ich hatte noch nie so schnell ein Hörbuch durch. (Für meine Verhältnisse) Es war so spannend, dass ich nicht aufhören konnte es zu hören. . Schauen wir uns zunächst die Hülle an. Die Gestaltung des Covers gefällt mir sehr gut. Es hat einen viktorianischen Touch und die Faben passen perfekt zueinander. Die Cd‘s sind ebenfalls mit dem Cover bedruckt und sehen wundervoll aus. . Der Schreibstil der Autorin war leicht verständlich und die Sprecherin (@brittasteffenhagen ) hat eine angenehme, rauchige Stimme, welcher man gebannt lauscht. Insg. gab es zwei Cd‘s à 4 - 4,5 Std. . Der Inhalt des Buches hat mich ebenfalls in seinen Bann geholt. Die Geschichte um Ivy Jenkins ist so traurig, dass ich mich wundere, wie man so vielen Mädchen solche Grausamkeiten antun konnte. Ivy lebte nämlich in einem Mutter-Kind-Heim (einem Kloster), in welchen sie gezwungen war, ihr Kind nach der Geburt zur Adoption abzugeben und das auf eine sehr grausame Weise. Viele Mädchen mussten dort hart schufften und es gab so viele Vorfälle und Korruption in dem Kloster, welche mich zutiefst erschütterten. Als die Journalistin Sam sechzig Jahre später versucht die Geschichte um Ivy zu lüften, findet sie nach und nach heraus, dass sie mehr mit Ivys Geschichte gemein hat, als ihr lieb ist. Sam ist eine sehr charakterstarke Figur und ihre Beziehung zu ihrer Großmutter ist so liebevoll und rührend. Teilweise hatte ich jedoch beim Hören Verständnissprobleme, da einige Personen, wie z.B. die Großmutter, mehrere Namen hatten. Das hat mich dann doch etwas genervt. Der Spannungsbogen wurde jedoch über die ganze Zeit gehalten. Das Ende fand ich persönlich jedoch ein wenig unbefriedigend, da es ein recht offenes Ende gibt. Somit bekommt das Hörbuch... ⭐️⭐️⭐️⭐️/5

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Eine Journalistin stolpert über Briefe aus den 50er Jahren, die dazu führen, dass sie die Geschichte eines Heims für ledige Mütter recherchiert. Schritt für Schritt offenbaren sich ihr die schrecklichen Taten, die damals dort den jungen Frauen und deren Kindern angetan wurden, und sie entdeckt auch, wie ihr eigene Familiengeschichte damit zusammenhängt. Erschreckend ist vor allem, dass das Buch nicht reine Fiktion ist sondern auf tatsächlichen Begebenheiten beruht. Dadurch, dass die Geschichte nicht nur aus heutiger Sicht erzählt, sondern anhand von Briefen und Rückblenden Einblick in die Gefühlswelt der Frauen gegeben wird, werden dem Leser die Grausamkeiten noch mal viel bewusster vor Augen geführt. Eine wirklich spannendes Buch, das ich nicht immer an allen Stellen zu 100% logisch aufgebaut fand, und auch einige Eigenschaften der Protagonistin fand ich eher unsympathisch. Dem Lesevergnügen hat das allerdings keinen Abbruch getan!

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Mal abgesehen davon, dass dieses Buch wirklich spannend war, hat es mich doch auch sehr bedrückt beim lesen. Vor allem wenn man bedenkt, das die Zustände in früheren Mutter-Kind Heimen und die Misshandlungen der meist jungen Mädchen und Frauen durch das jeweilige Personal, den Schilderungen der Autorin auch im wahren Leben entsprachen, hat mich teilweise doch ziemlich erschüttert. Emily Gunnis hat es gut geschafft, dieses ernste Thema mit ihrer fiktiven Geschichte zu verweben. Erzählt wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen, aus der Sicht von Ivy in der Vergangenheit und aus Sams und teilweise Kittys Sicht in der Gegenwart. Der wirklich angenehme Schreibstil lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und die Kapitel haben eine angenehme länge. Ich finde die Autorin hat ihre Protagonisten gut ausgearbeitet und ich habe alle gerne begleitet und vor allem Ivys Geschichte hat mich nicht losgelassen und ich habe mit ihr gelitten. Zwar sind einige Wendungen der Geschichte vorhersehbar, allerdings hat das der Spannung keinen Abbruch getan und hat mich in diesem Fall auch gar nicht gestört. Zur Abwechslung hat mir sogar das Ende der Geschichte gefallen, an dem ich in den meisten Fällen ja was zu meckern habe :) Mehr möchte ich dann auch gar nicht mehr zum Buch verraten, ich kann euch nur empfehlen es selbst zu lesen. Von mir bekommt das Buch 5 von 5 ⭐ und ist somit mein erstes Monats-Highlight

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Dieser Debütroman von Emily Gunis wird über zwei Zeitebenen erzählt. Die alleinerziehende Journalistin Sam findet im Haus ihrer Großmutter, bei der sie momentan lebt, Briefe von einer Frau namens Ivy. Sam fängt an zu recherchieren, wer die Briefe geschrieben hat, wie sie zu ihrer Großmutter gelangt sind und sie wittert eine Story. Ihre Nachforschungen führt sie zu einem Heim St. Margaret's, das in wenigen Tagen abgerissen werden soll. Dabei stößt sie auf schreckliche Geheimnisse. Ivy's Briefe führen uns in die Vergangenheit. Ivy wurde, wie wohl bis in die 60er Jahre viele junge Mädchen in Irland und Großbritannien, in ein Mutter-Kind-Heim gebracht. Dort wurden wohl ledige junge Mütter schwerer, körperlicher Arbeit gezwungen. Über die Briefe und über Rückblicke in die Zeit, als Ivy in diesem Heim lebte, erfahren wir Ivys unfassbares Leid. Die Autorin hat wohl sehr gut über diese Heime, die es wirklich gegeben hat, recherchiert, was das Buch sehr spannend macht. Das Buch ist spannend und fesselnd geschrieben, man leidet mit den jungen Frauen. Das Buch könnte man auch als Krimi bezeichnen, da für Sam ihre Recherche immer persönlicher und gefährlicher wird. Allerdings wird es zum Ende hin immer unglaubwürdiger. Als eine bestimmte Person ins Spiel kommt, wirkt die Story doch etwas zu konstruiert.

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Zwischenzeitlich habe ich tatsächlich überlegt, das Buch gar nicht zu Ende zu lesen. Zu sehr hat mich das Schicksal der Protagonistin Ivy und Sam mitgenommen und mein Mama-Herz auf eine harte Probe gestellt. Zum Schluss bin ich heilfroh, dass ich es doch noch bis zum überraschenden Ende gelesen habe. Ein toller Krimi!

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