Leserstimmen zu
Frida Kahlo Stilikone

Claire Wilcox, Circe Henestrosa

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Frida Kahlo - Stilikone behandelt genau das, was der Titel verspricht. Nicht die Künstlerin, sondern das was sie als Person und ihre Kunst geprägt haben. Claire Wilcox und Circe Henestrosa zeigen in sechs Kapitel, was Frida Kahlos Lebenswerk alles umfasst und beeinflusst hat. Vorweg: Schon wieder hat der Prestel-Verlag sich selbst übertroffen. Die Aufmachung und Qualität des Buches, der Bindung und der Bilder sind einmalig! Der Prestel-Verlag zählt mittlerweile zu meinem Lieblingsverlag was das Thema Kunst anbelangt und man kann beim kauf der Bücher eigentlich nichts falsch machen! Jetzt zum Eingemachten, dem Buch. Das Buch ist in sechs Kapitel gegliedert: Familie und Kindheit, Jugend und Erwachsenenalter, Schmuck, Kosmetika, Orthopädische Hilfsmittel und Medizin und was auf den ersten Blick wie eine seltsam strukturierte Biographie aussieht, ist in Wahrheit so viel mehr! Das Buch entführt den Leser in Fridas Leben, es beleuchtet das Mexiko des 20ten Jahrhunderts, die politischen Umbrüche und wie sie sich auf die Kunst auswirkten. Man wird in die Kunstszene der Zeit mitgenommen und lernt die Künstler neben Frida Kahlo kennen. Es wird die Mode, die Trachten der Zeit, vorgestellt, welche auch eine Kunst waren und im Zuge dessen auch die Bedeutung Kahlos Kleidung behandelt, der Trachten, die man nach ihrem Tod im berühmten "Blauen Haus" gefunden hat. Die Kleidung die auch Fridas Identität widerspiegelte, ihre langen Röcke, die das durch Kinderlähmung und einem Unfall verkürzte Bein kaschierten. Oder die orthopädischen Korsetts, die sie bemalte und verzierte, um aus dem medizinischen Kleidungsstück eine avantgardistische Aussage zu machen. Kahlos Schmuck gehört auch dazu. Dieser, dem ein ganzes Kapitel gewidmet ist, war immer sehr opulent. Große Goldketten, die trotzdem filigran gearbeitet wurden, geometrisch modern oder skurril. Ohrringe von Picasso die sie weiter an Peggy Guggenheim verschenkte, oder eine geschnitzte Jadefigur als Halskette komplettierten ihre traditionellen Kleider. Auch ihre Sammlung von Ringen wird betrachtet, Schmuck der leider kaum nach ihrem Tod erhalten blieb. Es wird separat ihr Make-Up betrachtet und wie sie sich selbst auf ihren Selbstporträts inszenierte. Inszenierungen, die sie von klein auf beherrschte, da ihr Vater ihr früh beibrachte, wie man sich präsentiert. Die Inszenierungen prägten ihr Leben und ihre Kunst. Selbst ihre Frisuren spiegeln ihre politische Identität wider. Im katholischen Mexiko hat Kahlo ihren Katholizismus abgelegt, trotzdem erinnern viele ihrer Bilder an Gnadenbilder der Jungfrau Marie, bis hin zur Kopfbedeckung zeigte sich Kahlo in marienähnlichen Gewändern. Heutzutage suchen Modedesigner ihre Inspiration in den Kleidern und Gemälden von Frida Kahlo. Jean Paul Gaultier beispielsweise entwarf eine ganze Kollektion zu Ehren der Künstlerin. Wer noch mehr erfahren möchte muss dieses Buch unbedingt lesen. Auf jeder Seite befinden sich ganzseitige Fotos oder Gemälde von oder mit Frida Kahlo. Jedes Kapitel wird noch einmal extra durch ein kleines Inlay abgegrenzt, das Buch an sich ist schon ein Kunstwerk. Mit 42€ ist das Buch natürlich nicht gerade ein Schnäppchen, aber es ist jeden Cent Wert und zeigt eine ganz andere Biografie der Künstlerin!

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"Frida Kahlo - Stilikone" ist ein Kunst-Bildband mit Texten von verschiedenen Autoren, die sich ausgiebig mit verschiedenen Aspekten Frida Kahlos als „Stilikone“ und Künstlerin beschäftigen. Es ist weniger eine Biografie als eine Sammlung von Texten, die sich mit der Darstellung Frida Kahlos durch ihre Mode und ihre Darstellung in ihren Kunstwerken, beschäftigt. Wer wenig über Frida Kahlo weiß, sollte vielleicht erstmal eine Biografie über sie lesen, bevor er zu diesem Werk greift. Neben vorhanden Texten besticht dieses Werk durch zeitgenössische Fotografien. Neben bunten mexikanischer Trachten wird auch die Person Frida Kahlo mit kunstvoll geflochtenem Haar und akkurat arrangiertem Make-up portraitiert. Erstmals ist ihr Nachlass an Kleidern, Accessoires und persönlichen Gegenständen umfassend dokumentiert. Bis 2004 war der Nachlass in ihrem Wohnhaus in Mexiko unter Verschluss und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Dieses Werk ist keineswegs chronologisch aufgebaut, sondern thematisch. Durch die Texte der verschiedenen Autoren kommt es immer wieder zu inhaltlichen Wiederholungen, die jedoch nicht immer negativ sind, sondern thematisch immer wieder passend sind. Ein grandioses Werk über eine bemerkenswerte Künslterin, die in einer Zeit gelebt hat, in der Mexiko politisch sehr schwierig war. Ich hab einige interessante Fakten über sie und ihren Mann erfahren. Für mich ist dies eher ein Werk das ich immer mal wieder zur Hand nehmen werde und darin blättere. Tolle Bilder, hochwertige Qualität und ein toller Verlag.

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